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by Annik Rubens

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In this podcast, German podcaster Annik Rubens talks slowly about topics of everyday German life, from beergardens to recycling. More information and Premium Podcast with learning materials on Slow German at www.slowgerman.com. You can read the complete transcript of each episode on this internet-site or in the ID3-Tags.

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July 7, 2026

Social Media für Jugendliche verbieten? – SG 321

<p class="wp-block-paragraph"></p> <p class="wp-block-paragraph">Ein Social-Media-Verbot für Jugendliche? Es ist die große Frage: Sollten Kinder und Jugendliche überhaupt Social Media nutzen dürfen? Diese Diskussion ist nicht neu – ich frage mich das immer wieder. Aber sie ist in den letzten Monaten sehr aktuell geworden. Besonders weil Australien als erstes Land der Welt gehandelt hat.</p> <p class="wp-block-paragraph">Doch beginnen wir von vorne. In Deutschland nutzen Kinder und Jugendliche Social Media im Durchschnitt mehr als drei Stunden pro Tag. Plattformen wie Instagram, TikTok oder Snapchat sind ein fester Teil ihres Alltags. Viele fangen schon sehr früh damit an – oft weit vor dem 13. Lebensjahr, das die Plattformen selbst als Mindestalter angeben.</p> <p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wächst die Sorge um die psychische Gesundheit junger Menschen. Studien zeigen, dass intensive Social-Media-Nutzung mit erhöhten Depressions- und Angstsymptomen, Schlafstörungen, Einsamkeit und Konzentrationsschwierigkeiten zusammenhängt. In Deutschland nutzen rund eine Million der Kinder und Jugendlichen auf problematische Weise Social Media. 300.000 erfüllen sogar die Kriterien einer echten Social-Media-Sucht.</p> <p class="wp-block-paragraph">Wichtig zu sagen: Viele dieser Studien zeigen nur einen Zusammenhang, keine eindeutige Ursache. Das heißt, man weiß nicht sicher, ob Social Media die Probleme verursacht – oder ob Jugendliche mit Problemen einfach mehr Social Media nutzen. Trotzdem nehmen Politiker und Wissenschaftler das Thema ernst.</p> <p class="wp-block-paragraph">Den stärksten Impuls für die Debatte in Deutschland gab Australien. Das australische Parlament beschloss Ende 2024 als erstes Land der Welt eine Altersbeschränkung für Social Media. Am 10. Dezember 2025 trat das Gesetz in Kraft: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen seitdem keine eigenen Accounts mehr auf großen Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch besitzen. 4,7 Millionen Accounts wurden deaktiviert. Die Plattformen müssen das Alter der Nutzer überprüfen. Strafen drohen dabei ausschließlich den Plattformbetreibern, nicht den Jugendlichen oder ihren Eltern.</p> <p class="wp-block-paragraph">Was passiert, wenn ein Unternehmen die Regeln nicht einhält? Die australische Regierung hat die Höchststrafe inzwischen auf 99 Millionen australische Dollar – das sind etwa 60 Millionen Euro – verdoppelt.</p> <p class="wp-block-paragraph">Aber funktioniert das Verbot wirklich? Gerade diese Woche wurden die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlicht – und sie sind ernüchternd. Forscher der Universität Newcastle befragten mehr als 400 australische Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren kurz vor und etwa drei Monate nach dem Start des Verbots. Das Ergebnis: Mehr als 85 Prozent der betroffenen Jugendlichen nutzten weiterhin die verbotenen Plattformen. Die meisten über eigene Accounts, die sie einfach behalten haben. Viele Jugendliche umgehen die Alterskontrollen aktiv, und die vorhandenen Überprüfungen der Plattformen sind oft unzureichend. Häufig reicht eine einfache Selbstauskunft zum Alter oder das Hochladen eines Selfies.</p> <p class="wp-block-paragraph">Dennoch wollen auch andere Länder Social Media für Jugendliche verbieten. Großbritannien zum Beispiel. Die britische Regierung hatte Eltern und Kinder befragt und 116.000 Antworten bekommen. Das Ergebnis: die große Mehrheit wollte ein Verbot. Anfang 2027 soll es in Kraft treten. </p> <p class="wp-block-paragraph">Was macht Deutschland aus diesen Erfahrungen? Die Bundesregierung hat im September 2025 eine Expertenkommission zum Thema „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt&#8220; eingerichtet. Diese Kommission hat Ende Juni 2026 ihre Empfehlungen vorgestellt. Das Gremium riet von einem strengen, pauschalen Social-Media-Verbot ab. Bundesfamilienministerin Karin Prien von der CDU spricht sich grundsätzlich für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren aus – verbunden mit einer wirksamen Altersüberprüfung und abgestuften Schutzmaßnahmen für Jugendliche bis 18 Jahre.</p> <p class="wp-block-paragraph">Andere Experten setzen auf einen anderen Ansatz. Sie empfehlen, dass Plattformen die Accounts von Minderjährigen mit bestimmten sicheren Grundeinstellungen versehen müssen – zum Beispiel keine algorithmisch gesteuerten Feeds, keine personalisierte Werbung und kein Endlos-Scrollen. Die Idee dahinter: Der Schutz soll nicht davon abhängen, wie medienkompetent einzelne Kinder oder Eltern sind, sondern direkt in der Gestaltung der Plattformen stecken.</p> <p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen Ländern wird das Thema diskutiert. In Dänemark soll das Mindestalter bei 15 Jahren liegen. In Spanien, Norwegen, Griechenland und den Niederlanden läuft ebenfalls eine Debatte. </p> <p class="wp-block-paragraph">Die Frage, wie Kinder und Jugendliche online besser geschützt werden können, beschäftigt also viele Länder gleichzeitig. Und die ersten Erfahrungen aus Australien zeigen: Ein gesetzliches Verbot allein reicht offenbar nicht aus. Ich selber bin der Meinung, dass wir viel mehr mit den Kindern und Jugendlichen über Social Media reden müssen. Sie müssen wissen, welche Gefahren es gibt und wie sie damit umgehen können. Und: Wir Erwachsenen müssen Vorbilder sein und unser Verhalten selber kritisch hinterfragen. Denn sind wir mal ehrlich: Sind nicht viele von uns viel zu oft auf Social Media? Was denkst du zu diesem Thema? Schreib gerne in die Kommentare!</p> <p>Text der Episode als PDF: <a href="https://slowgerman.com/folgen/sg321kurz.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://slowgerman.com/folgen/sg321kurz.pdf</a></p>

Episode thumbnail for Brustkrebs – SG 320

June 16, 2026

Brustkrebs – SG 320

<p class="wp-block-paragraph"></p> <p class="wp-block-paragraph">Du hast vielleicht gemerkt, dass es eine längere Pause bei Slow German gab. Der Grund ist, dass bei mir Brustkrebs diagnostiziert wurde. Ich danke Dir für Deine Geduld und ich danke besonders denen, die mich und meine Arbeit an diesem Podcast finanziell bei Patreon oder auf slowgerman.com unterstützen. Also: Heute geht es um das Thema Brustkrebs in Deutschland.</p> <p>Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Jedes Jahr erhalten etwa 75.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Das heißt: Jede achte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.&#160;Natürlich können auch Männer an Brustkrebs erkranken, aber das kommt deutlich seltener vor. Die Krankheit entsteht, wenn sich Zellen in der Brust unkontrolliert vermehren und einen Tumor bilden. Dank moderner Medizin sind die Heilungschancen heute oft deutlich besser als noch vor einigen Jahrzehnten. Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt inzwischen bei etwa 88 Prozent. </p> <p class="wp-block-paragraph">Brustkrebs ist keine neue Krankheit. Schon in der Antike beschrieben Ärzte Veränderungen in der Brust, die vermutlich Krebs waren. Damals gab es jedoch kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Viele Menschen glaubten, Krankheiten seien eine Strafe der Götter oder hätten andere mystische Ursachen. Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich die moderne Medizin. Ärzte begannen, Tumore genauer zu untersuchen und Operationen wurden sicherer. Trotzdem war Brustkrebs lange eine Krankheit, über die nur wenig gesprochen wurde.</p> <p class="wp-block-paragraph">Auch in Deutschland war das Thema viele Jahre tabu. Viele Frauen schämten sich, über Veränderungen ihrer Brust zu sprechen. Außerdem gab es früher weniger Möglichkeiten zur Früherkennung. Oft wurde Krebs erst entdeckt, wenn der Tumor bereits groß war oder sich im Körper ausgebreitet hatte. Die Behandlung bestand meist aus umfangreichen Operationen. Dabei wurde häufig die gesamte Brust entfernt.</p> <p class="wp-block-paragraph">In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte die Krebsforschung große Fortschritte. Wissenschaftler lernten immer mehr über die Entstehung von Tumoren. Neue Medikamente wurden entwickelt, und die Strahlentherapie wurde verbessert. Gleichzeitig erkannte man, wie wichtig eine frühe Diagnose ist. Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind meistens die Behandlungsmöglichkeiten.</p> <p class="wp-block-paragraph">Eine wichtige Rolle spielt dabei die Mammographie. Das ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Mit ihr können auch kleine Veränderungen sichtbar werden, die man noch nicht ertasten kann. In vielen Ländern wurde deshalb über organisierte Früherkennungsprogramme diskutiert. In Deutschland begann das nationale Mammographie-Screening im Jahr 2005. Heute werden Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre zu einer Mammographie eingeladen. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Untersuchung ist gar nicht schlimm und schnell vorbei. Habt also keine Angst davor. </p> <p class="wp-block-paragraph">Das Mammographie-Screening war von Anfang an Gegenstand von Diskussionen. Befürworter betonen, dass Tumore früher entdeckt werden können und dadurch die Heilungschancen steigen. Kritiker weisen darauf hin, dass nicht jede Auffälligkeit tatsächlich Krebs ist. Manchmal führen Untersuchungen zu falschem Alarm und damit zu zusätzlicher Belastung für die betroffenen Frauen. Deshalb erhalten die eingeladenen Frauen heute ausführliche Informationen über Nutzen und mögliche Nachteile der Untersuchung. </p> <p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren wurden die Ergebnisse des Screening-Programms wissenschaftlich untersucht. Eine große Studie zeigte, dass die Brustkrebssterblichkeit bei Teilnehmerinnen des Programms um etwa 20 bis 30 Prozent niedriger war als bei Frauen, die nicht teilnahmen. Die Forschenden werteten dafür Daten aus vielen Regionen Deutschlands aus. Diese Ergebnisse bestätigen frühere internationale Studien.</p> <p class="wp-block-paragraph">Heute gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Brustkrebs. Welche Therapie eingesetzt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Größe des Tumors, das Alter der Patientin und bestimmte biologische Eigenschaften der Krebszellen. Oft werden mehrere Methoden kombiniert. Dazu gehören Operationen, Strahlentherapie, Chemotherapie, antihormonelle Therapie und moderne zielgerichtete Medikamente. In vielen Fällen kann die Brust erhalten bleiben, was früher oft nicht möglich war. Das bedeutet, dass sie nicht ganz entfernt wird.</p> <p class="wp-block-paragraph">Auch die Forschung zu den Ursachen von Brustkrebs hat große Fortschritte gemacht. Es gibt nicht den einen Auslöser. Das Risiko wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören das Alter, bestimmte genetische Veränderungen, hormonelle Einflüsse und der Lebensstil. Bekannt sind zum Beispiel die Gene BRCA1 und BRCA2. Frauen mit Veränderungen in diesen Genen haben ein deutlich höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Deshalb werden Familien mit einer starken Belastung heute oft genetisch beraten.</p> <p class="wp-block-paragraph">In Deutschland gibt es außerdem spezialisierte Brustzentren. Dort arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen. Die Behandlung wird dadurch besser koordiniert. Viele Patientinnen erhalten dort einen individuellen Therapieplan, der auf ihre persönliche Situation abgestimmt ist.</p> <p class="wp-block-paragraph">Trotz aller medizinischen Fortschritte bleibt Brustkrebs ein wichtiges Thema für das Gesundheitssystem. Jedes Jahr sterben in Deutschland noch immer etwa 18.500 Menschen an dieser Krankheit. Gleichzeitig zeigen die Statistiken, dass die Überlebenschancen heute deutlich höher sind als früher. Dazu haben bessere Behandlungsmethoden, eine stärkere Forschung und die Möglichkeiten der Früherkennung beigetragen. </p> <p class="wp-block-paragraph">Was kann ich selber nun erzählen? Bei mir ging alles sehr schnell. An einem Montag wurde der Brustkrebs entdeckt. Zwei Tage später war ich für zwei Tage im Krankenhaus und es wurden viele Tests gemacht, zum Beispiel Ultraschall, Mammografie und eine Biopsie. Eine Woche später habe ich mit der Therapie begonnen. Und zu den Kosten? Ich habe bis jetzt sehr wenig selber bezahlt. Für den Aufenthalt im Krankenhaus musste ich pro Tag 10 Euro bezahlen. Wenn ich Tabletten bekomme, zahle ich auch 5 bis 10 Euro pro Medikament in der Apotheke. </p> <p class="wp-block-paragraph">Auch finanziell sieht es in Deutschland zum Glück recht gut aus. Wer fest angestellt ist, wird krankgeschrieben und bekommt daraufhin Geld. Es gibt viele Sozialleistungen. Das bedeutet, dass man zum Beispiel Hilfe bekommt im Haushalt, wenn es einem schlecht geht. Ich bin selbständig und nicht fest angestellt. Aber ich kann zum Glück auch gut weiterarbeiten momentan. </p> <p class="wp-block-paragraph">Außerdem gibt es viele Angebote für Erkrankte: Ich kann zu einer Psychoonkologin gehen, das ist eine spezielle Therapeutin, die sich mit Krebserkrankungen auskennt. Ich kann ein spezielles Krafttraining machen. Es gibt viele Möglichkeiten. Ich bin sehr froh, dass ich diese gute medizinische Betreuung in München in Anspruch nehmen kann. </p> <p class="wp-block-paragraph">So, jetzt weißt Du mehr über Brustkrebs. Bitte hab Geduld, wenn es mal länger keine Episode gibt. Dann weißt Du, dass ich mich gerade um meine Gesundheit kümmere. Nächstes Mal geht es jedenfalls wieder um ein ganz anderes Thema! Bis dahin! Deine Annik.</p> <p>Text der Episode als PDF:<a href="https://slowgerman.com/folgen/sg320kurz.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><u> https://slowgerman.com/folgen/sg320kurz.pdf</u></a></p> <p class="wp-block-paragraph">

Episode thumbnail for Der Eurovision Song Contest ESC – SG 319

March 17, 2026

Der Eurovision Song Contest ESC – SG 319

<p>Kennst du den ESC? Das ist die Abkürzung für Eurovision Song Contest. Der ESC ist ein internationaler Musikwettbewerb. Jedes Jahr schauen mehr als 160 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die Show im Fernsehen oder im Internet. Länder aus Europa und auch aus anderen Teilen der Welt nehmen teil, zum Beispiel Australien. Organisiert wird der Wettbewerb von der Europäischen Rundfunkunion, einem Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Sendern. In diesem Jahr feiert der ESC seinen 70. Geburtstag.</p> <p>In der vergangenen Woche fand der deutsche Vorentscheid statt. Das bedeutet, dass in einer großen Show am Samstagabend neun Lieder vorgestellt wurden. Danach entschied sich die Jury für drei davon. Und am Ende durften wir alle per Telefon abstimmen, welcher Song in diesem Jahr für Deutschland antritt. Der ESC findet diesmal am 16. Mai in Wien statt. Ich mache an diesem Abend wie immer eine kleine Party bei uns zu Hause. Wir schmücken das Wohnzimmer, schalten den Fernseher ein und alle Freundinnen und Freunde bringen Essen aus dem Land mit, das der Gastgeber ist. Dieses Jahr ist es Österreich, das wird also ziemlich einfach mit Schnitzel, Kaiserschmarrn und Mélange. Was das ist, musst Du unbedingt im Internet nachschauen.</p> <p>Kommen wir wie immer zur Geschichte. Der erste Eurovision Song Contest fand im Jahr 1956 statt. Damals trafen sich sieben Länder in der Schweizer Stadt Lugano. Jedes Land schickte zwei Lieder ins Rennen. Gewonnen hat vor 70 Jahren die Schweiz. Die Idee hinter dem Wettbewerb war, Europa nach dem Zweiten Weltkrieg kulturell näher zusammenzubringen. Musik sollte helfen, Grenzen zu überwinden und ein Gefühl von Gemeinschaft zu schaffen. Auch heute ist das Motto &#8222;United by Music&#8220;. </p> <p>Schon ein Jahr später, 1957, war Deutschland Gastgeber. Der Wettbewerb fand in Frankfurt am Main statt. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, die fast jedes Jahr teilgenommen haben. Nur 1996 war Deutschland nicht im Finale, weil das Lied in einer internen Vorauswahl nicht genug Punkte bekam. Seit dem Jahr 2000 gehört Deutschland zu den sogenannten „Big Five“. Das sind die fünf Länder, die am meisten Geld zum Wettbewerb beitragen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Diese Länder sind automatisch für das Finale qualifiziert.</p> <p>Am Anfang war der Wettbewerb noch klein und ruhig. Die Sängerinnen und Sänger standen meist einfach auf der Bühne und sangen ihre Lieder. Ich habe jetzt einige Ausschnitte gesehen, das war wirklich gar kein Vergleich mit heute! Mit der Zeit wurde die Show immer größer. Heute gibt es aufwändige Bühnenbilder, Lichtshows und wilde Tänzerinnen und Tänzer. Seit 2004 gibt es Halbfinale-Shows, weil so viele Länder teilnehmen. Nur ein Teil der Länder kommt dann ins große Finale am Samstagabend.</p> <p>Ein wichtiges Element des Wettbewerbs ist das Punktesystem. Seit 1975 vergibt jedes Land Punkte von 1 bis 8, dann 10 und 12 Punkte. Die 12 Punkte sind die höchste Wertung. Früher entschied nur eine Jury. Heute gibt es meistens eine Kombination aus Jury und Publikumsvoting. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können per Telefon, SMS oder App abstimmen. Ich erinnere mich noch, dass ich dabei als Kind immer eingeschlafen bin. </p> <p>Deutschland hat den Wettbewerb bisher zweimal gewonnen. 1982 siegte Nicole mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“. Dieses Lied war eine ruhige Ballade und passte gut in die politische Zeit des Kalten Krieges. Der Sieg war für viele Menschen in Deutschland sehr emotional. 1983 fand der Wettbewerb deshalb in München statt. Der zweite Sieg kam 2010. Die damals 19-jährige Lena gewann mit dem Lied „Satellite“. Der Wettbewerb wurde 2011 in Düsseldorf ausgetragen. Auch dieser Sieg war für Deutschland etwas Besonderes, weil er nach vielen weniger erfolgreichen Jahren kam.</p> <p>In den vergangenen Jahren hat Deutschland oft schlecht abgeschnitten. Mehrmals landete das Land auf einem der letzten Plätze. Trotzdem bleibt das Interesse am ESC groß. Viele Fans diskutieren jedes Jahr über die Lieder, die Punkte und die Auftritte. In sozialen Medien ist der Wettbewerb ein großes Thema. Geht es hier wirklich um die Qualität der Musik oder auch um die Beliebtheit des Landes? Das ist die große Frage. Und oft bekommen die Länder auch von ihren Nachbarländern viele Punkte.</p> <p>In Deutschland war bis jetzt der Norddeutsche Rundfunk, kurz NDR, für die Organisation zuständig. Dieses Jahr zum ersten Mal der SWR. Der jeweilige Sender wählt aus, wie der deutsche Beitrag bestimmt wird. Meistens gibt es einen sogenannten Vorentscheid. Das ist eine Fernsehshow, in der mehrere Künstlerinnen und Künstler gegeneinander antreten. Das Publikum und manchmal auch eine Jury entscheiden dann, wer Deutschland beim ESC vertreten darf. Wie schon gesagt war es diesmal eine Mischung aus Jury und Publikum. </p> <p>Gewonnen hat diesen Vorentscheid Sarah Engels mit dem Song &#8222;Fire&#8220;. Sarah Engels kennen viele Menschen in Deutschland schon. Sie war Teilnehmerin bei &#8222;Deutschland sucht den Superstar&#8220;, einer Castingshow. Später war sie in vielen weiteren ähnlichen Shows zu Gast. Das Lied ist ein Ohrwurm, aber es ist nicht originell. Und mich persönlich langweilen diese immer gleichen Lieder, bei denen Frauen halbnackt und betont sexy tanzen. Wenn du dir selber ein Bild machen möchtest: Ich verlinke auf slowgerman.com <a href="https://www.eurovision.de/news/Artists-Das-Deutsche-Finale-2026,deutschland-346.html">alle Teilnehmer des Vorentscheides</a>. Hier kannst du sie auch im Video sehen.</p> <figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"> <div class="wp-block-embed__wrapper"> https://www.youtube.com/watch?v=LN-ulL2t2IQ </div> </figure> <p>Der deutsche Vorentscheid hat sich im Laufe der Jahre verändert. Manchmal wurden bekannte Stars eingeladen, manchmal eher neue Talente. Es gab Jahre mit großen Shows und Jahre mit kleineren Formaten. Oft wird in Deutschland diskutiert, welche Art von Lied die besten Chancen hat: ein Popsong, eine Ballade oder vielleicht etwas ganz Ungewöhnliches. Manche Fans wünschen sich mehr Mut und mehr Musik auf Deutsch. Andere glauben, dass englische Texte international besser funktionieren. Als Moderatorin haben wir seit vielen Jahren Barbara Schöneberger. Den richtigen ESC-Abend moderiert dann aber aus dem Off, also nur als Stimme, Torsten Schorn. Über 20 Jahre war das der Job von Peter Urban, einer Radiolegende.</p> <p>Für Deutschlernende ist der ESC auch sprachlich interessant, wenn Deutschland, Österreich oder die Schweiz ein Lied auf Deutsch schicken. Dieses Jahr schickt Deutschland Sarah Engels mit dem englischen &#8222;Fire&#8220;. Die Schweiz schickt Veronica Fusaro. Und Österreich schickt den 19-jährigen Sänger Cosmó mit dem deutschsprachigen Song &#8222;Tanzschein&#8220;, ich verlinke das Video:</p> <figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"> <div class="wp-block-embed__wrapper"> https://www.youtube.com/watch?v=IPvJbGy5_o0&#38;list=RDIPvJbGy5_o0&#38;t=2s </div> </figure> <p>Für wen drückst Du am 16. Mai die Daumen?</p> <p>Text der Episode als PDF: <a href="https://slowgerman.com/folgen/sg319kurz.pdf">https://slowgerman.com/folgen/sg319kurz.pdf</a></p> </p> <div style="background:#f5f7fa; padding:20px; border-radius:8px; border-left:4px solid #2b6cb0; margin:20px 0;"> <p>Du willst hören, wie diese Episode normal schnell gesprochen klingt?<br /> Du möchtest Lernmaterial zu dieser Episode? Kein Problem!</p> <p>👉 <strong>Werde jetzt Mitglied</strong>, um Zugriff zu erhalten.<br /> Du kannst <strong>7 Tage kostenlos testen</strong>:</p> <p><a href="https://slowgerman.com/premium-mitglied-werden/">Jetzt Mitglied werden</a></p> </div> <p>

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