Was die Seele malt ist ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die sich gut kennen — und genau deshalb ehrlich miteinander reden können. Margareta Thiel ist Kunsttherapeutin, Künstlerin und hat ihr Berufsleben damit verbracht zu verstehen, was Menschen ausdrücken, wenn Worte nicht reichen. Ihr Sohn Johannes ist neugierig, aber kein Fachmann — und stellt genau die Fragen, die viele stellen würden. Zusammen sprechen sie über Kunst, Therapie, Symbole, Träume und das, was Bilder über uns verraten. Kein Lehrstück. Kein Ratgeber. Nur ein echtes Gespräch — aufgezeichnet, damit es nicht verloren geht
Vor einer kleinen Sommerpause gibts ein Schmankerl. Knapp 40 Minuten Austausch über die Heldenreise – ein zeitloses Erzählmuster aus Mythen und Sagen, das den Weg einer Figur zeigt, die ihre sichere Welt verlässt, schwere Prüfungen besteht und verändert und gereift zurückkehrt: mit einem Mentor an ihrer Seite, Rückschlägen, die sie durchstehen muss, und einer Krise, die alles infrage stellt. Wir spannen den Bogen zum eigenen Leben: Die Heldenreise ist ein Archetyp für das eigene Reifen, den Umgang mit Krisen und den Mut zur Veränderung – für den Abschied aus vertrauten Gewohnheiten und das Erwachsenwerden auf eigenen Füßen. Am Beispiel von Star Wars zeigen wir, warum das mehr ist als nur eine Erzählformel: Die alten Filme lassen Luke Skywalker sich seinen Sieg über Rückschläge und mühsames Lernen hart erarbeiten, während der neuen Heldin dieser Weg fehlt – und mit ihm ein gutes Stück der emotionalen Wirkung. Ein Gespräch darüber, warum echtes Scheitern zur Reise dazugehört – und warum ein Sieg erst dann etwas bedeutet, wenn man ihn sich verdient hat.
5 Aug 2026
009 - Nepenthes
In dieser Folge geht es um das persönliche Paradies – einen Ort, an dem man sich regenerieren, Kraft sammeln und ganz bei sich sein kann. Ausgangspunkt ist der griechische Begriff Nepenthes, der einen sorgenfreien, glücklichen Zustand beschreibt und schon in Homers Odyssee auftaucht. Wir spannen den Bogen zur Kunsttherapie: Nur wer sich ein Umfeld schafft, in dem er sich wohlfühlt, kann sich wirklich auf sein kreatives Schaffen einlassen. Margret erzählt, wie sie sich dieses Paradies im Lauf ihres Lebens erschaffen hat – ihr Zuhause als Ort, an dem sie Menschen empfängt, aber auch allein sein und träumen kann, und ihr Garten als Quelle für verrückte Ideen. Ein Gespräch darüber, warum es sich lohnt, wieder an sich selbst zu denken – gerade dann, wenn das Leben herausfordernd wird.
22 Jul 2026
von der Sehnsucht gesehen zu werden
Jeder Mensch trägt sie in sich: die Sehnsucht, gesehen zu werden. Sie beginnt schon im Säuglingsalter, wenn ein Kind neben Nahrung und Nähe vor allem eines braucht – den Glanz in den Augen der Mutter. Margareta spricht darüber, wie tief dieses Bedürfnis reicht, wie es sich in künstlerischer Arbeit zeigt (und dort auch verletzlich macht), und warum wir eigentlich viel öfter über gesunden Narzissmus reden sollten, statt das Wort nur als Schimpfwort zu benutzen. Ausgehend vom Mythos des Narziss unterscheiden wir gesunde Selbstliebe von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung – und landen unweigerlich bei der Frage, wie soziale Medien diese Sehnsucht befeuern und manchmal auch missbrauchen.
8 Jul 2026
007 - Ein eigenes Lied malen, Teil 2
Weiter geht's – direkt da, wo wir aufgehört haben.
In Teil 2 wird das Gespräch persönlicher: Hannes erzählt, welche Musik ihn durchs Staubsaugen bringt, warum er als Teenager Gitarre gelernt hat und wie er einen vor 20 Jahren verlorenen Song mithilfe von KI wiedergefunden hat. Und Margareta erklärt, warum Musik nicht nur in der Therapie wirkt, sondern auch im Alltag eine Form der Selbstermächtigung sein kann.
Außerdem: Ist KI-generierte Musik echte Musik? Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt – aber eine ehrliche. Und Fleetwood Mac. Die kamen auch vor. Hannes wusste nur kurz nicht mehr, wie die Band heißt.
Ist wieder alles in der Beschreibung zu finden -viel Spaß beim Hausputz!
24 Jun 2026
006 - ein eigenes Lied malen, Teil 1
Musik macht etwas mit uns. Sie öffnet Türen zu Gefühlen, die wir sonst nicht so leicht finden – oder die wir längst vergessen zu haben glaubten.
In dieser Folge erzählt Margareta, wie sie Musik in ihrer kunsttherapeutischen Arbeit eingesetzt hat: als Schlüssel, als Auslöser, manchmal als Rettungsring. Warum Rapmusik traumatisierte Jugendliche in der JVA tiefer erreicht hat als jede Gesprächstherapie. Was der Walkürenritt mit einem Gemälde zu tun hat, das sie "Paradise Now" genannt hat. Und warum der richtige Song im richtigen Moment eine erstarrte Gefühlslage in Bewegung bringen kann.
Wir sind mittendrin – und hören uns in zwei Wochen weiter. Bis dahin findet ihr alle Songs in der Folgenbeschreibung!
10 Jun 2026
005 - Schuld und Sühne
Ein altes Buch, ein uralter Mythos — und eine Frage, die so alt ist wie die Menschheit selbst: Was passiert mit Schuld, die nie gesühnt wird?
Margareta erzählt von der Wilden Jagd, einem Mythos, der sich durch ganz Nordeuropa zieht — von Skandinavien bis ins Saarland, von der Normandie bis ins Berchtesgadener Land. Überall dieselbe Idee: Ein Geisterheer zieht durch stürmische Nächte und holt sich die, die davongekommen sind. Nicht als Rache — als Ausgleich.
Daraus entfaltet sich ein Gespräch über das menschliche Bedürfnis nach Gerechtigkeit, über Aggression als Kraft statt als Makel — und über Margaretas Arbeit in der Jugend-JVA, wo sie mit jungen Männern Ton geknetet, nach Musik gemalt und Mozart in Gefängniszellen gespielt hat.
27 May 2026
004 - Spannungsfeld Erziehung
Margareta und Johannes sprechen diesmal über ein Thema, das Margareta aus gleich mehreren Perspektiven kennt: als Erziehungswissenschaftlerin, als Mutter – und als junge Frau, die mitten in eine der aufregendsten gesellschaftlichen Umbruchphasen Deutschlands hineingestudiert hat.
Sie erzählt, wie sie 1971 aus einer konservativen Bergarbeiterfamilie aus dem Saarland an die Uni Mainz kam – und dort kopfüber in die Nachwehen der 68er-Bewegung geriet: antiautoritäre Erziehungsideale, sexuelle Revolution, Kommunen, Hippie-Kultur. Ein Kulturschock, der sie zugleich verwirrt und geprägt hat.
Im Gespräch werden persönliche Kindheitserinnerungen lebendig – darunter eine kleine, aber einprägsame Geschichte über ihren Vater, seinen Zigarettenrauch und eine einzige Ohrfeige, die mehr hinterlassen hat als tausend Verbote. Und die erklärt, warum Margareta nie auch nur einen Zug an einem Joint genommen hat.
Eine Folge über Gehorsam und Aufruhr, über die Werte, die man mitbekommt – und die, gegen die man sich trotzdem irgendwie nicht wehren kann.
13 May 2026
003 - Der Wert von Werten
Wer hat dir als Kind Geschichten erzählt? Und was passiert mit Menschen, denen das niemand getan hat? Margareta spricht in dieser Folge über ihre Arbeit mit kriminellen Jugendlichen in der JVA — und darüber, wie Werte vermittelt werden, wenn der innere Kompass fehlt. Mit Mythologie, Märchen und, ja, auch Gangster-Rap.
29 Apr 2026
002 - Der größte Künstler
Folge 2 ist im Freien entstanden — im Garten, bei Frühlingssonne. Margareta bringt ein Thema mit, das sie gerade beschäftigt: den Frühling. Aber nicht als Jahreszeit, sondern als Kraft. Sie spannt den Bogen vom Gott Pan über keltische Mythologie bis zur Frage, was diese archaischen Naturkräfte mit Heilung zu tun haben — und warum die Natur für sie der größte Künstler überhaupt ist.
16 Apr 2026
001 - Was bleiben soll
Bevor es um Kunst und Therapie geht, geht es erst mal um die Frage: Wie sind wir hier eigentlich gelandet? In dieser ersten Folge erzählen Johannes und Margareta, wie die Idee zu diesem Podcast aus einem ganz normalen Alltagsgespräch entstanden ist — über ein Krimibuch, Arachnophobie und die Frage, was passiert mit jahrzehntelangem Wissen, wenn man in Rente geht. Margareta spricht über ihre Kindheit in einer großen, kreativen Familie, ihren Weg von den Erziehungswissenschaften zur Kunsttherapie, und warum sie in Gefängnissen, Suchtkliniken und Seniorenheimen gearbeitet hat. Und es fällt die erste echte Lebensweisheit des Podcasts — fast beiläufig, am Ende.
Host of Was die Seele malt?
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