In meinen Lungen warten noch so viele Worte,
die wichtig sind auf ihren Auftritt,
Doch das Zugfenster zwischen
uns lässt nur Lippenbewegungen zu.
So zufrieden wie nie und gleichzeitig
hätte ich von allem,
gerne noch mehr gehabt.
Noch eine Zigarette am
Küchentisch vor dem Schlafengehen.
Noch einmal jede deiner Bewegungen
in der zu engen Badewanne spüren,
während das Plätschern des Wassers
von den Badezimmer-Kacheln hallt.
Noch einmal dein verschlafenes Gesicht
nach dem Aufwachen sehen
und nicht sicher sein,
ob du im Schlaf sprichst,
oder bereits mit mir.
Noch einmal spüren,
wie sich unsere Hände in meiner
Manteltasche
berühren, während der Schnee unter
unseren Schuhen knirscht und
Hundegebell übers Feld klingt.
Noch einmal auf den Lehnen einer Parkbank
sitzen, weil die Sitzfläche selbst
voller Eis ist.
Eine Woche, war so lang
und viel zu kurz zu gleich.
Dein Lächeln fühlt sich an wie Trost,
deine Arme wie ein Heim.
Meine Schultern schmerzen weniger von dem Gepäck,
das ich mitnehme und mehr von dem,
das ich zurücklasse.
Ich versuche mir vorzustellen,
wie ich deine Hand wieder halte,
diesmal nicht in einer Manteltasche,
weil es dann wärmer ist und der Wind sich
mehr nach Lachen anfühlt, als nach Winter
und nach Sonnencreme und Sommer riecht.
17 Jan 2021
Wie ein Feuer am Waldrand
Gedanken, so verschwommen
Wie weiße Hunde in sibirischem Schnee.
Die Luft undurchsichtig vom Regen,
der die Nähe meines Körpers sucht,
Wie Meteoriten den Einschlag:
Ein stürmisches Spiegelbild
der Unruhe in meinem Kopf.
Und zwischen der Unruhe,
Inseln der Konzentration:
Deine Haut, die die Kälte fernhält,
Wie ein Feuer am Waldrand.
Mein Bewusstsein, das mit allen Sinnen
Nach dir tastet, wie mit unterschiedlichen Händen,
Wie nach Bedeutung mit unterschiedlichen Sprachen,
Nach schlichten Wahrheiten, wie dem Moos
Auf den Küstenfelsen und dem Gras auf den Dünen,
Dem salzigen Wind, der deine Worte,
Jedoch nicht dein Lächeln verschluckt,
Während deine Füße unter den hochgekrempelten Hosenbeinen,
Zentimeter tief im Watt versinken.
11 Dec 2020
Lampenfieber
Eine kurze Vorstellung
bis die Scheinwerfer
des vorbeifahrenden Wagens,
mich für Momente blind
in die Nacht entlassen.
Aus dem Lärm des Sturmes,
in die Stille unter den Wellen.
in die Stille,
in der Entscheidungen entstehen,
wie es anderswo Gefühle tun.
wie es anderswo Gedichte tun.
Die ein bereits zum Scheitern
verurteilter,
doch gerade deshalb schöner,
Versuch sind,
die verletzliche Oberfläche
der Wahrheit zu enthüllen,
auf eine Art, wie es die
zögerliche Sprache
eigentlich nicht kann:
konsequent wie es Autoscheinwerfer
tun:
zu hell, als dass,
Augen es sehen könnten
und zu schnell,
als dass es irgendwer verstünde.
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