DT 36 // MARINA – Geschichte eines Beinahe-Popstars
Klimaschutz, Feminismus und Anti-Kapitalismus in 3 Minuten – für die Songs ihres fünften Albums hat sich MARINA (ehemals Marina and the Diamonds) viel vorgenommen. Bereits vor 11 Jahren erregt ihr Crossover-Indie-Pop mit Chart-Hooks und mutigen Gesangstechniken in der Indie-Bubble Aufsehen. Kurz darauf wird mit ihr als „Electra Heart“ der Angriff auf die großen Arenen geplant – doof nur, dass alle Verkaufszahlen dagegen sprechen. Daran ändert auch der Kritiker*innen-Fav „Froot“ 2015 nichts. Gezeichnet von Stress, Depressionen und einem Todesfall in der Familie zieht sich die Singer-Songwriterin zurück und startet 2019 das Comeback ohne Diamanten.
Mit „Ancient Dreams in a Modern Land“ ist nun das zweite Album seit dem Self-Relaunch erschienen. Im Wonder-Woman-Gewand geht’s durch 70er Psychedelic und 80er Synth. Oberste Mission: Fight the Patriarchy! Sind wir diesmal ready für Marinas Art-Pop-Attacken? Welche Gesellschafts- und Gender-Theorien lassen sich auf dem Album wiederfinden? Und was macht ihren Pop im Modern Land tatsächlich außergewöhnlich? Außerdem: Lordes „Solar Power“ in der Quick-Review mit Sonnenbrillen-Vibes.
24 May 2021
DT 35 // Eurovision 2021 – Hard Rock schlägt Glitzerkleid
Die späteste DISCOTHESEN-Folge aller Zeiten! Gleich im Anschluss an die Fernsehübertragung des Eurovision Song Contests 2021 live aus Rotterdam ging es vor die Mirkos, um im Taumel der Euphorie über die Tops und Flops des #ESC2021 zu sprechen. Nachdem der Songwettbewerb für Fans von Fußball-Kult ohne Fußball letztes Jahr auf Grund der Pandemie abgesagt werden musste, fand der diesen Jahr zum 65. Mal statt – unter Corona-Auflagen und mit neuen Songs. Um 1 Uhr nachts wurde nach knapp 4 Stunden Glitzerkleidern und Feuerwerken der Glaspokal an die queere italienische Hard-Rock-Band Måneskin vergeben, die sogleich verkündete: „Rock'n'Roll never dies".
Die Diskutierlaune stirbt im DISCOTHESEN-Aufnamestudio nach etlichen Gläsern Schaumwein ebenfalls nicht. Zusammen nehmen Carina, Fionn und Mathis die Auftritte auseinander und fragen sie sich, wie unangenehm nationalistisch die Veranstaltung ist, wieviel Politik in der diesjährigen Show impliziert war, warum Major-Labels inzwischen mit ESC-Acts liebäugeln und wie sich die Verbindung zwischen ESC und queeren Communitys erklären lässt. Außerdem: 12-Points-Blockflötensolo und beschwippste Geburtstagwünsche an Mathis.
4 May 2021
DT 34 // Girl in Red – Pyjama-Pop gegen Depression
Noch nie etwas von Girl in Red gehört? Gen Z kann darüber vermutlich nur schmunzeln. Auf TikTok ist die norwegische Indie-Pop-Musiker seit 2018 das große Ding. Quasi an der Öffentlichkeit vorbei ist sie dort mit Gitarren-Lo-Fi-Songs über queere Liebe und Schmerz bekannt geworden. So sehr, dass der Satz „Do you listen to Girl in Red“ in weiten Teilen der LGBTQ-Community als offizieller Erkennungscode gilt. Mit „If I could make it go quiet“ ist nach zwei EPs nun das Debütalbum erschienen – und Girl in Red von der Musikpresse zu einer der Anführerinnen des sogenannten Bedroom-Pop ernannt worden. Aber was genau soll das für eine Bewegung sein? Und warum fühlen sich gerade Teenager*innen davon angesprochen? Carina und Fionn nehmen gemeinsam mit Gästin Johanna eine Einordnung vor. Dabei diskutieren sie auch, ob wir es mit einer Rückkehr zur Subkultur zu tun haben, wie sich der Umgang mit Queerness und Depression von großen Industry-Stars unterscheidet und warum Radical Softness nicht nur die Gesellschaft, sondern auch Pop-Musik verändern könnte.
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