Wir, die Initiative Frauenkampftag Bochum, sind ein Zusammenschluss von Menschen, die seit 2018 die Demo zum Frauenkampftag am 8. März in Bochum und rund um dieses Datum die feministischen Aktionswochen veranstalten. Ab sofort gibt es uns auch als Podcast. Hier stellen wir euch Vorträge auch fernab des 8. März zur Verfügung - denn Frauenkampf ist nicht nur ein mal im Jahr!
BLM - Zwischen „Dunkeldeutschland“ und „Friedliche Revolution“ – Die Wiedervereinigung aus intersektionaler Sicht
Vortrag von Katharina Warda:
Beim Gedenken an die Wiedervereinigung fehlen wichtige Stimmen. Das in den letzten Jahren gefeierte Narrativ ’30 Jahre Friedliche Revolution‘ löst in seiner Rhetorik die abwertende Erzählung eines ‚Dunkeldeutschlands‘ ab. An die Stelle eines ‚rückschrittlichen Ostens‘ tritt die Idee eines ‚friedlichen Umbruchs‘.
Beide Narrative verraten wenig über die tatsächlichen Erfahrungen Ostdeutscher aus dieser Zeit. Vielmehr verschleiern sie wie wenig friedlich sich die deutschen Transformationsjahre für viele Menschen ereigneten. Die Folgen der Treuhand, der Massenarbeitslosigkeit und der strukturellen Abwertungen ostdeutscher Biografien finden hier genauso wenig Platz wie die zahlreichen Pogrome und die alltägliche rassistische Gewalt gegen PoCs, oder gar das Zusammenwirken beider Diskurse. So entsteht ein Bild vom Osten als homogen-Weißer Raum mit einheitlichen Erfahrungen. Der Vortrag hinterfragt aus intersektionaler Perspektive dieses Bild und stellt ihm ostdeutsche Erfahrungen entgegen, die von Abwertung und Gewalt zeugen.
30 Nov 2020
BLM - Queer Body Empowerment
Vortrag von SchwarzRund:
In ihrem Vortrag spricht SchwarzRund über Queer Body Empowerment. Wir werden von Fasia Jansen hören, über Intersektionen sprechen, die sich in Körpern manifestieren und über Widerstand von Schwarzen queeren Menschen die Krankheit, Behinderung und Stigmatisierung erfahren haben. Gedichte, biographische Erzählungen und Gedanken aus queerer, fetter, Schwarzer und disabilisierter Perspektive, die in vielen Stimmen deutlich machen: BlackLives Matter only when AllBlackLivesMatter.
23 Nov 2020
BLM - Fololo, ich muss nicht fern sein, um auf Reise zu sein
Talk mit Bernice Lysania Ekoula Akouala:
"Ich muss nicht fern sein, um auf Reisen zu sein, nicht fern sein, um ein Abenteuer zu erleben, nicht fern sein, um den schönsten Blumenstrauß der Welt zu pflücken."
Fololo bedeutet Blume auf Lingala, eine von vielen Sprachen, die in Brazzaville, Bernices Geburtsort, gesprochen wird. Bernice Lysania Ekoula Akouala hat sich in den letzten Jahren viel mit den Themen Herkunft, Geschichte und Identität beschäftigt. Im Gespräch mit Eva Busch setzt sie sich mit der Frage auseinander, was sie erzählen würde, wenn jede Blume ihres Blumenstraußes eine Geschichte wäre. Wie würde sich dieser Blumenstrauß anhören oder anfühlen? Bernice arbeitet aktuell an der Veröffentlichung ihrer Spoken Word Texte in Form eines Buches, das Fololo heißen wird. Der Vortrag bietet den Zuhörenden einen Einblick hinter die Fassade.
16 Nov 2020
BLM - Innerer Rassismus, Angst und die wirkliche Welt
Vortrag von Sabrina Rahimi:
Die natürliche Umwelt des Rassismus ist die äußere Welt: Im Gegensatz dazu ist er in der inneren Welt beinahe unsichtbar – Kaum jemand hält sich selbst für rassistisch.
Der Vortrag skizziert aus der klinischen Arbeit gewonnen Erkenntnisse, wie innere rassistische Organisationen funktionieren. Zwei Schlüsselszenen rassistischer Interaktion im Falle des brutalen Todes von Stephen Lawrence (geb. 13. Sept.1974 – Tod am 22. April 1993) und Victoria Adjo Climbié (geb. 2. Nov. 1991 – Tod am 25.02.2000 mit 10 Jahren) werden dargelegt und untersucht.
16 Oct 2020
Fat is a feminist issue
Fat is a Feminist Issue von Koschka Linkerhand:
Essstörungen und weibliche Subjektivität im kapitalistischen Patriarchat.
Der Zusammenhang von Essstörungen mit Schönheitsidealen und weiteren sexistischen Anforderungen an Frauen ist offensichtlich. Mit einer Analyse der weiblichen Subjektform kann man ihm gesellschaftstheoretisch zu Leibe rücken. Was hat die kapitalistische Sphärentrennung damit zu tun, dass Frauen immer auch verfügbarer und gebärender Körper sein sollen? Wie lässt sich ein emanzipatorischer Umgang mit dem tief eingebrannten Wunsch finden, gleichzeitig begehrenswert und autonom zu sein?
13 Oct 2020
Lesung: Non una di meno #KeineMehr
Non una di meno / Ni una menos / keine mehr:
Ausgehend von Argentinien hat sich in den letzten Jahren eine feministische Bewegung ausgebreitet, die sich weltweit vernetzt um gegen Gewalt an Frauen* und geschlechtsbasierte Gewalt vorzugehen.
Der italienische Teil der Bewegung Non Una Di Meno hat in diesem Zuge 2017 ihr Manifest mit dem Titel „Abbiamo un piano“ (dt.: „Wir haben einen Plan“) herausgegeben. Um dieses Manifest auch hier zugänglich zu machen wurde es von Natalie, Merle, Rina, Silvia und Marlene im Rahmen der Initiative #keinemehr (https://www.facebook.com/hashtag/keinemehr?__eep__=6) ins Deutsche übersetzt.
Der Plan ist eine umfassende Beschreibung der aktuellen Verhältnisse und zugleich ein Instrument feministischen Widerstands. Tausende Frauen* haben gemeinsam an dem Plan geschrieben. In ihm kommen verschiedenste Perspektiven zusammen und haben doch ein gemeinsames Anliegen, das in einer scharfen Klarheit formuliert wird: Das Ende männlicher Gewalt an Frauen* UND das Ende geschlechtsbasierter Gewalt in all ihren (strukturellen) Ausmaßen.
Anhand dieses Manifests wollen wir einen Einblick in die aktuelle feministische (Streik)Bewegung vor allem in Italien geben um Bezüge zur Situation in Deutschland herstellen um festzustellen, wie sich diese von der Italienischen unterscheidet, wo Gemeinsamkeiten liegen und vor allem wie wir voneinander lernen können.
9 Oct 2020
Feministische Empfängnis
Feministische Empfängnis von Madita Pims:
Es scheint, als würde die Biologie der Gleichberechtigung im Wege stehen: Schwangerschaft, Geburt, Stillen. Kaum geht es um Reproduktion, werden Frauen mit Argumenten der Biologie in eine konservative Mutterrolle gedrängt, die gesamtgesellschaftlich gehegt und gepflegt wird. Werdenden Vätern hingegen wird mittels selber Argumentation ihre Relevanz in Sachen Säuglingspflege abgesprochen. Wir Menschen haben uns längst von biologischen Zwängen emanzipiert – ob mit Brille oder künstlichem Hüftgelenk – doch beim Thema Kinderkriegen stehen die Uhren still.
Von Orgasmus & Empfängnis bis zur Elternzeit – Madita Pims wirft in ihrem Vortrag einen feministischen Blick auf Reproduktion und wirft dabei nicht nur traditionelle Vorstellungen von Familie, sondern auch romantisierte Fußfesseln wie „Mutterliebe“ über Bord.
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