Mein Podcast aus Europa. Aktuell, exklusiv und modern.
Ich bin Philipp Sandmann, ehemals politischer Korrespondent bei RTL/ntv in Berlin. Von 2023 bis 2025 war ich Master-Student (Studienfach “Foreign Service”) an der Georgetown Universität in Washington D.C. In dieser Zeit habe ich meinen ersten Newsletter, “Gedanken aus Washington D.C.”, gestartet. Nun schreibe ich aus Europa über ganz unterschiedliche Themen. Hier gibt es exklusive Interviews, investigative Themen und knackige Kommentare. Danke für Ihre Unterstützung!
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Deutschland, die USA und ein Wurst-Case-Szenario.
Wäre Deutschland eine Wurst, dann würden ihre beiden Enden immer dicker und die Mitte immer dünner.
Radikalität macht Karriere – in der Politik, in den Medien und in der Gesellschaft. Wer polarisiert, generiert Reichweite, Einfluss und Geld. Aber was bedeutet das für die gesellschaftliche Mitte und die Zukunft unserer Demokratie?
Zehn Jahre nach der ersten Wahl Donald Trumps zeigen sich in Deutschland ähnliche Entwicklungen wie damals in den USA. Die AfD gewinnt an Stärke, politische Positionen werden radikaler und die klassischen Volksparteien verlieren zunehmend ihre verbindende Funktion.
In dieser Folge geht es um die gefährlichen Parallelen zwischen Deutschland und den USA, die bevorstehenden Midterms und die Frage, warum wir die Idee der Volkspartei noch lange nicht aufgeben sollten.
Außerdem: Zwei Jahre sandmann exklusiv und Neuigkeiten zur zweiten Staffel von Berlin Sandmann.
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22 Oct 2026
Donald Trump ist auf ganzer Linie gescheitert
Jetzt hat Trump sein „Big-Mac-Problem“
Hat Donald Trump seine großen Wahlversprechen gehalten oder gebrochen? Eine Bilanz über Inflation, Löhne, Benzinpreise, Kriege, Einwanderung und die wachsende Staatsverschuldung der USA.
Im November 2023, als ich noch in den USA lebte, schrieb ich einen Artikel darüber, wie unbezahlbar das Leben für viele Amerikaner geworden war. Joe Biden war damals Präsident. Ob Burger, Benzin oder Mieten: Die Preise waren deutlich gestiegen und viele Amerikaner hatten das Gefühl, sich ihr eigenes Land nicht mehr leisten zu können.
Ein Jahr später wurde Donald Trump erneut zum Präsidenten gewählt. Nicht zuletzt, weil er versprach, genau das zu ändern.
Er wollte die Inflation beenden, die Energiepreise halbieren, für höhere Löhne sorgen, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden und Amerika aus neuen Kriegen heraushalten.
Knapp zwei Jahre später ist von diesen großen Versprechen erschreckend wenig übrig geblieben.
Die Benzinpreise sind seit Trumps Amtsantritt um knapp 40 Prozent gestiegen. Die Reallöhne stagnieren praktisch. Die US-Staatsverschuldung übersteigt 40 Billionen Dollar, während allein die jährlichen Zinszahlungen mehr als eine Billion Dollar verschlingen.
Der Krieg gegen die Ukraine geht weiter. Und mit dem Krieg gegen den Iran hat Trump einen weiteren militärischen Konflikt begonnen.
Ein zentrales Versprechen hat er allerdings gehalten: Die Einwanderung wurde massiv eingeschränkt und die Zahl der Abschiebungen erhöht. Doch die Folgen dieser Politik sind für viele Menschen verheerend und belasten zunehmend auch die amerikanische Wirtschaft.
Das eigentlich Interessante ist ein anderes Phänomen: Der amerikanischen Wirtschaft scheint es gut zu gehen, den Amerikanern selbst aber nicht unbedingt.
Die Aktienmärkte eilen von Rekord zu Rekord. Milliarden fließen in Künstliche Intelligenz. Doch die Löhne können mit den Lebenshaltungskosten kaum Schritt halten. Viele Menschen spüren von den wirtschaftlichen Erfolgen wenig.
Genau das wurde Joe Biden zum Verhängnis. Und genau das könnte nun Donald Trump bei den Zwischenwahlen am 3. November zum Verhängnis werden.
In meiner neuen Analyse überprüfe ich anhand zahlreicher Zahlen, Grafiken und konkreter Beispiele, welche seiner großen Versprechen Trump gehalten hat und welche er gebrochen hat.
Mein Fazit fällt eindeutig aus: Trump hat die Erwartungen, die er selbst geweckt hat, weitgehend enttäuscht.
Und am Ende steht eine Frage, die sich Millionen Amerikaner stellen dürften:
Wenn die amerikanische Wirtschaft so erfolgreich ist, warum können sich immer mehr Menschen das Leben nicht mehr leisten?
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10 Oct 2026
Exklusiv: Mario Czaja erklärt das Scheitern von Friedrich Merz
Liebe Hörerinnen und Hörer,
in dieser Woche hatte ich die Gelegenheit, mit dem Berliner Politiker Mario Czaja zu sprechen, der rund anderthalb Jahre lang Generalsekretär der CDU war. Heute blickt Czaja mit bemerkenswerter Deutlichkeit auf die Führung seiner Partei und insbesondere auf seinen früheren Chef.
„Friedrich Merz hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit erhebliches Vertrauen in den Erhalt und die Sicherung von Grundprinzipien der Union verspielt“, sagt Czaja. Besonders die Entscheidung, den alten Bundestag noch einmal für die Abstimmung über das Sondervermögen zusammenzurufen, kritisiert er scharf. Das Vorgehen sei „opportunistisch und rein machtorientiert“ gewesen.
Doch Czaja geht noch weiter. Er glaube nicht, dass Merz das verlorene Vertrauen persönlich zurückgewinnen könne. „Mein Eindruck ist, dieser Vertrauensverlust heilt nicht mehr.“
Mindestens ebenso interessant ist seine grundsätzliche Kritik an der CDU. Friedrich Merz habe die Hoffnung geweckt, die Union nach den Merkel-Jahren wieder für unterschiedliche politische Strömungen zu öffnen. Doch dieses Ziel sei schnell aus dem Blick geraten. Merz habe vor allem Menschen um sich versammelt, die ihm ähnlich seien und ihn in seinen Positionen bestärkten.
„Zwischen Philipp Amthor, Carsten Linnemann, Thorsten Frei und Friedrich Merz sehe ich in der politischen Ausrichtung keine großen Unterschiede“, sagt Czaja.
Im Gespräch geht es deshalb auch um eine größere Frage: Was passiert mit einer Demokratie, wenn ihre großen Volksparteien immer weniger Menschen erreichen?
Czaja spricht über junge Wähler, die sich von der CDU abwenden, über den Verlust gesellschaftlicher Aufstiegschancen und die mangelnde Repräsentation Ostdeutschlands in den Führungsetagen des Landes. Er plädiert sogar dafür, zeitweise Quoten einzuführen, um Ostdeutsche stärker in gesellschaftlichen Institutionen zu repräsentieren.
Es ist ein Gespräch über Friedrich Merz und die CDU, aber auch über die Frage, wie politische Parteien wieder gesellschaftlichen Zusammenhalt organisieren können.
Viel Freude beim Zuhören und Lesen!
Philipp Sandmann
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