

Hören und Denken! Theologie fürs Leben - querbeet.
Theologische Praxis
- 16
- Episodes
- 2020
- First episode
About Hören und Denken! Theologie fürs Leben - querbeet.
Der dritte Podcast der Theologischen Praxis. Als Ergänzung zu den Morgenimpulsen und den Abendgedanken hier Predigten, theologische Texte und Statements.
- Publisher
- Theologische Praxis
- Category
- religion & spirituality
- Language
- de
- Explicit
- No
- First episode
- 3 May 2020
- Latest episode
- 22 Sept 2022
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22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 11: Ausblick. Ein GVEE Podcast
Und was ist nun mit dem Religionsunterricht in der Zeit von Krisen, Kriegen und Katastrophen? Ich wollte nicht von dem reden über das, was überall zu lesen ist. Ich möchte auf unsere Potentiale verweisen: Kostbar ist, wie wir innerhalb des Staates, als Glieder des Staates, in seinem Auftrag – und zugleich als Glieder der Kirche, in deren Auftrag vor beiden verantwortet im Rahmen von schulischer Bildung (also mit einer gewissen Beständigkeit und Verlässlichkeit von Lernwissen, s.o.) reden, lehren, entfalten, diskutieren und säen - also eben „unterrichten“ dürfen, was uns anvertraut ist: Die biblische Vorstellung von einer Welt mit ihrer Zeit in Gottes Händen, der christliche Glaube an die Auferstehung, die Hoffnung aufs Reich Gottes. Was uns in Theologie und Religion gegeben ist, tröstet in Angst, bewahrt vor Selbstbehauptung um jeden Preis, öffnet Perspektiven des Heils, des Friedens, der Versöhnung im Jenseits – und im Diesseits. Das wird immer gebraucht. Ja, „Religionsunterricht“ ist ein Fach, das organisatorisch manche Herausforderung stellt – und inhaltlich noch viel mehr. Doch: Inhalt, Botschaft und Wirkung wiegen alle Mühen auf! Darum: Geben wir, was wir zu geben haben – und fördern wir uns untereinander: Wo auch immer wir stehen in unserem Dienst und mit unserem Einsatz für den Religionsunterricht: Machen wir uns Mut und stärken uns: Denn wir tun all das für Menschen, für die wir uns in Verantwortung wissen. Für eine Botschaft, die dem Leben dient. Und im Vertrauen darauf: Der uns ruft und sendet, wird uns stärken zu allem Guten.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung: Teil 10 Staatliche Vorgaben, wissenschaftliche Redlichkeit. Ein GVEE Podcast.
Staatliche Vorgaben, wissenschaftliche Redlichkeit, gemeinsame Verantwortung Verlässlichkeit ist ein hoher rechtsstaatlicher und pädagogischer Wert. Ohne Verlässlichkeit kann Erziehung, kann Pädagogik nicht gelingen. Fest verankert im Stundenplan ist jedes Fach verlässlich, auch der Religionsunterricht. All das, was wir an Weisheit, Erfahrung, christlichen Idealen und Hoffnungen vertreten, tun wir auf vernünftiger Basis, verantwortlich im Lehrplan durchdacht, theologisch durchdrungen, nicht individualistisch, nicht beliebig, sondern in intellektueller, wissenschaftlicher, pädagogischer und gesellschaftlicher Redlichkeit.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 9: Der Religionsunterricht weiß um seine gesellschaftliche Verantwortung. Ein GVEE Podcast
Der Religionsunterricht weiß um seine gesellschaftliche Verantwortung. Kirchliche Verkündigung im Bildungsraum Schule läuft nicht Gefahr, „Theologie für die Öffentlichkeit“ zu sein, sondern wird öffentliche, das heißt: relevante Theologie. Der Lehrplangebundene Schulunterricht passt sich, wenn er gelingen will, nicht ständig der Öffentlichkeit an, sondern steht in großen gesellschaftlichen und geschichtlichen Bildungszusammenhängen. Ebenso kann Kirchliche Verkündigung im Bildungsraum Schule einüben, nicht „Theologie für die Öffentlichkeit“ zu sein, sondern öffentliche, das heißt relevante Theologie. Durch Religionsunterricht emanzipierte, in ihrem Glauben eben noch „anderswo“ gegründete, anders gebundene Menschen können und wollen sehr wohl im Staat Verantwortung übernehmen. Die christliche Ethik und die Lehre von der reformatorischen Freiheit eines Christenmenschen münden geradezu dahin, in einem Rechtsstaat freiwillig, freiheitlich die Stimme zu erheben, zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und weitblickend Lösungen zu entwickeln, die allen dienen. Religionsunterricht hat immer auch seelsorgerlich-tröstende und befähigende Funktion. Doch nicht nur theologisch-emanzipatorisch und ethisch-aktivierend wirken die Inhalte des Religionsunterrichtes. Religionsunterricht hat immer auch seelsorgerlich-tröstende und befähigende Funktion. Die Gesprächsimpulse von Heranwachsenden sind konkret, unmittelbar auf ihre Wirklichkeit bezogen, tief persönlich und tagesaktuell. Der Religionsunterricht ist der Bereich des Bildungssystems Schule, wo Zeit und Raum geschaffen werden für größtmögliche, ganzheitliche Tiefe der Auseinandersetzung mit dem, was Kinder und Jugendliche beschäftigt. Schuld und Not, existentielle Krisen und welterschütternde Ereignisse werden ausgesprochen und mit Bewältigungsstrategien behandelt, aufgefangen und begleitet. Die Herausforderungen der Gegenwart werden – angeleitet und zugleich deutungsoffen - eingeordnet in vieltausendjährige, Kulturen übergreifende Erfahrungsweisheit. So wird das, was die Heranwachsenden unmittelbar angeht, in den Deutungshorizont von Religion und Glaube, Philosophie und Theologie gebracht.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 8: Immens demokratisch wirksam. Ein GVEE Podcast.
Immens demokratisch wirksam: Dem, was mich beherrschen will, durch eine größere Macht entzogen sein. Oder: Religionsunterricht bedeutet Emanzipation durch Miteinander. Ein Staat ist totalitär, wo er sich absolut setzt. Dadurch, dass ein Staat Religionen bewusst zu Wort kommen lässt, relativiert er seinen Anspruch auf absolute Gültigkeit –und begrenzt sich heilsam auf etwas Vorläufiges. Auch deswegen hat der Staat den Religionsunterricht in der Verfassung verankert: Der Religionsunterricht gibt, was der Staat nicht geben kann: Einen Raum außerhalb seiner Selbst. Echte gesellschaftliche Emanzipation ist möglich durch etwas, das nicht von dieser Welt ist und vor dem alles Welttreiben ein Vorläufiges ist. Schutz vor Staatsdoktrin und Ideologien Diese Weltsicht öffnet die Option, sich von Staatsdoktrin und Ideologien zu lösen, schafft also geistig freie Menschen; und dies kann ein freiheitlicher Staat nur wollen. Schutz vor Fundamentalismus und Indoktrination. Umgekehrt wirkt der Religionsunterricht auf die Kirchen wie ein verbindliches Stück Staatskontrolle: Die Religiöse Bildung und die Rede von dieser „Macht außerhalb unser selbst“ wird nicht den religiösen Gemeinschaften intern überlassen. Die Inhalte des Gelehrten werden öffentlich besprochen, dem jeweils gültigen Bildungs- und Erziehungsstandard und der demokratischen Grundordnung verpflichtet. Auch Kirchen und Religionsgemeinschaften bedürfen einer innerweltlichen Relativierung. In der res mixta wird die gesamte kirchliche Lehre heilsam auf ihre Verantwortbarkeit hin überprüft. Dass sich Religionsgemeinschaften diesem Korrektiv unterstellen, schützt sie vor Fundamentalismus und gefährlicher Doktrin. Dies gilt auf der Ebene der Lehrplanentwicklung und Lehrkräfteausbildung ebenso wie für den Unterricht: In wohl keinem anderen Fach wird derart kritischer Widerspruch gefördert, ja ist geradezu Grundlage für einen gelingenden Lernweg. Sapere aude! Dieser Leitspruch der Aufklärung ist Bildungsprinzip schulischen Religionsunterrichtes. Dies wirkt über den Bereich von Schule hinaus: So wie alle Bildung auch außerhalb der Schule in die Mündigkeit führt, fördert der Religionsunterricht die Emanzipation und Mündigkeit der Kirchenglieder ihrer Institution gegenüber.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 7 Differenzkompetenz und Frustrationstoleranz. Ein GVEE Podcast
Der Religionsunterricht ist ein Ort, an dem wahrgenommen wird, dass vielfältige theologische Positionen nebeneinander stehen bleiben müssen und können. Biblische Aussagen widersprechen sich. Die Versuchung ist groß, diesen scheinbaren Störungen auszuweichen und einen allzu einfachen, undifferenzierten Zugang zur Liebe Gottes billig anzubieten, anzubiedern. Zumutungen zumuten ist ehrlicher als billige Gnade unter Wert. Ein Religionsunterricht, der die biblischen Zumutungen nicht zumuten möchte und vorwiegend einen gefälligen „Behüte-Gott-der-alle-lieb-hat“ skizziert, verkürzt die Vielschichtigkeit der biblischen Gottesrede. Das tut weder der christlichen Kirche noch der Gesellschaft gut. Der Religionsunterricht ergänzt den Bildungskanon Ja: In der Schule ist 1+1 immer noch 2. Es gibt Rechtschreibung und Kriterien für richtig und falsch. So wohltuend dieser Schonraum des klaren Wissens für die kindliche Entwicklung ist – Bildung erschöpft sich darin natürlich nicht. Der Religionsunterricht ist ein Trainingsfeld des reflektierten Bewusstseins. Es gibt Wahrheiten, die „hat“ man nicht, sondern denen kommt man am nächsten, wenn man um sie ringt. Dies in dafür bewährten Themenfeldern der Religion zu üben, befähigt später zu mündiger Teilhabe an den immer neuen Herausforderungen gesellschaftlicher Fragestellungen. In der Naturwissenschaft werden Regeln und Grenzen irdischen Daseins experimentell und denkerisch erarbeitet, im Religionsunterricht in Diskurs und Reflexion die Regeln und Grenzen irdischen Handelns und Wollens.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 6: Eine Ethik, die sich aus Verheißung speist, nicht aus Furcht. Ein GVEE Podcast
Eine Ethik, die aus Verheißung schöpft, nicht aus Furcht. Christliche Theologie, wie sie sich in unseren Lehrplänen niederschlägt, ist ein Bemühen um das Gute für die Menschen, Heil für die Welt, die Kraft zur Vergebung und Versöhnung. Die Gaben des Geistes: Geduld, Langmut, Sanftmut, Friede, Barmherzigkeit, Versöhnung … sind unverzichtbar für gelingendes Leben auch von Menschen, die nicht glauben. Sie tun allen gut. Dafür braucht die Schule Zeit. Dafür hat die Schule mit dem Religionsunterricht Zeit geschaffen und mit Religionslehrkräften besondere Fachleute für Inhalt und Vermittlung. Im Religionsunterricht werden sie benannt, gefeiert, besungen - wo, wenn nicht hier werden diese Eigenschaften und Werte so ausführlich, stimmig und grundlegend bezeugt? Religionslehrkräfte sind bereit, auch bei kritischen Anfragen ihre Haltung, ihr Bekenntnis, also ihre „Konfession“ reflektiert und begründet als Gegenüber den Heranwachsenden zur je eigenen Persönlichkeitsentwicklung zur Verfügung zu stellen. Sie leben vor, was es heißt, verbindlich und gebildet ansprechbar zu sein für etwas, das uns „unmittelbar angeht“. Die Bibel, die Menschen, die Zeiten – nichts davon ist „nett“ und doch verheißt sie den Shalom – über den Weg der Vergebung und Versöhnung. Welch Botschaft für die Welt! Die Weltsicht der Bibel ist nicht illusionär. Sie sieht die Menschheit mit all ihren Schatten und ihrer Bedürftigkeit, ihrer Erlösungsbedürftigkeit. Die Weltsicht der Bibel spart den Gerichtsgedanken nie aus. Sie heißt nicht alles gut. Doch ihre letzte Vision ist immer: das Heil. An dieser Perspektive des „Shalom“ kann (auch wer nicht daran glaubt) eine positive, lösungsorientierte, lebensfördernde Grundhaltung erstreben lernen: Das Prinzip Hoffnung. Persönlichkeitsstärkung durch Befreiung zur Verantwortung Die biblische Theologie gilt dem Menschen. Sie sieht das Kind, den Bedürftigen, die Rechtlose – stärkt die Seelen. Das Ego, das nur um sich selbst kreist, wird befreit von diesem „incurvatus in se ipsum“ (Luther) hin zu einer offenen Zuwendung zu anderen und den Herausforderungen des Lebens voll Vertrauen. Von den Sklaven in Ägypten bis zu Jesus am Kreuz lenkt die Bibel den Blick auf Unrecht und Mitgefühl. Wer irgendwann in der Schulzeit eine Geschichte hört und sich vornimmt: „Ich will nicht zu denen gehören, die unterdrücken, schlagen, töten.“ „Ich will nicht zu denen gehören, die unterdrücken, schlagen, töten“ fängt an, ganz für sich, das Gewissen zu trainieren und entwickelt ein selbstwirksames Selbstbild. Zuspruch und Anspruch Der Zuspruch der bedingungslosen Liebe ist in der Bibel nicht denkbar ohne Bindung und Zugehörigkeit, Verbindlichkeit, Treue. Befreiung zum Handeln zielt nicht auf mein Belieben oder Interesse, sondern ist untrennbar vom Auftrag und Anspruch dessen, der mich liebt und in den Dienst ruft. Also sind hier Differenzkompetenz und Frustrationstoleranz angebahnt.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 5: Look at your life through heaven´s eyes. Heilsame Distanz. Ein GVEE Podcast
Heilsame Distanz: “Look at your life through heaven´s eyes” Draufsicht gibt Überblick Diese „Draufsicht“ üben, ist ein Schritt in eine heilsame Distanz, aus der man erörtern, abwägen, Lösungen entwickeln kann. Welch Dienst tut da der Religionsunterricht an Menschen, die einmal in einer freiheitlichen Demokratie eine menschenfreundliche, verantwortungsbewusste Haltung vertreten möchten. Verdichtete Lebensbewältigung Der Religionsunterricht arbeitet aber nicht nur mit Geschichten, sondern mit Poesie, Psalmen, Liedern. In diesem Kulturgut ist Lebensbewältigung buchstäblich verdichtet. Der Kanon der tradierten poetischen Texte nimmt hinein in einen Weisheits- und Erfahrungsschatz, der schon Generationen von Menschen geholfen und begleitet hat. Geh aus mein Herz und suche Freud Die Lieder eines Paul Gerhards, geprägt vom 30-jährigen Krieg, zeigen, wie einer sich freuen lernt, lähmende Depression überwindet, sich dem Leben zuwenden will … aus Glauben. Wenn wir mit einstimmen, tut sich was in der singenden Seele. Wo, wenn nicht im Religionsunterricht?

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung. Teil 4: Die Alternativwelten biblischer Geschichten sind emanzipatorisch – und damit politisch. Ein GVEE Podcast
„Zur Freiheit befreit“ (Galater 5) oder: Die Alternativwelten biblischer Geschichten sind emanzipatorisch – und damit politisch. Von Schöpfung bis Bergpredigt Die Weltsicht der Schöpfungstheologie, der emanzipatorische Gehalt der Mosegeschichten, die leidenschaftliche Gerechtigkeit der Propheten, der neue theologische Weg des Paulus, Jesus, der in den Evangelien lebt, was er in der Bergpredigt verkündet: Die Fülle der Bibel bietet Alternativwelten, mit denen die Schülerinnen und Schüler sich, ihr Umfeld und das Zeitgeschehen „von außen“ betrachten können. In der Auseinandersetzung mit Texten entfaltet sich die Chance zu Gewissensprägung und persönlichen Orientierung und Positionierung.

22 Sept 2022
Religionsuntericht - Perspektiven der Ermutigung Teil 3: Die Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten befähigt, das Geschehen der Welt zu dekodieren. Ein GVEE Podcast
Die Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten befähigt, das Geschehen der Welt zu dekodieren. Ein Beispiel, passend gerade für unsere Zeit. Aber das haben schon viele Zeiten so gesehen… Werden wir konkret und anschaulich an einem Beispiel: Der Traum des Pharaos von den fetten und mageren Kühen hält seit Jahrtausenden Menschen einen Spiegel vor. Manch Analogie springt uns förmlich an. (Bezeichnenderweise tat sie dies eben auch schon Generationen vor uns. Innerhalb des biblischen Horizontes zeigt sich: So neu und einzigartig ist gar nicht, was wir erleben… Nun: Nicht nur in Krisen ist es hilfreich, sein Zeitgeschehen in historischen Relationen einordnen zu können.) Doch da bleibt die Novelle nicht stehen, sondern bietet Lösungsstrategien: Haushalten, Speichern, Einteilen, den Mangel verwalten, so dass es für alle reicht: Das ist, was einer in die Staatsführung einbringen kann, wenn er, wie Josef, seine Weisheit aus der Weisheit Gottes schöpft. Durchs Hören und die innere Auseinandersetzung mit den biblischen Vorstellungswelten geschieht individuelle Charakterbildung und Anbahnung von echten Kompetenzen. Wer sich als Kind im Religionsunterricht an Josef freute, hat früh etwas über Staatskunst gelernt und kann vielleicht später einmal verantwortungsvoll Krisenstrategien entwickeln.

22 Sept 2022
Religionsunterricht. Perspektiven der Ermutigung Teil 2: Heilsam relativierend. Ein GVEE Podcast
Eine Weltsicht, die Zeit, menschliches Treiben und Versagen relativiert und eine andere Welt entgegensetzen kann: verheißungsvoll, ermutigend, korrigierend und tröstend. Bildung öffnet den Diskurs. Die Haltung, die wir aus der Botschaft vom Reich Gottes entwickeln, hat nichts von Ideologie und Utopie. Sie tut, was Bildung will: Sie befähigt zu Selbst- und Fremdwahrnehmung, zu Ausdruck von Gedanken, Gefühlen, zur Einordnung in gesellschaftliche Themen und Herausforderungen: Bildung öffnet Diskurs. Und Religionsunterricht ist per se diskursiv. Die Medien und Methoden des Religionsunterrichts sind dazu besonders geeignet: Erzählungen sind geronnene Erfahrungsweisheit,aufbereitet in einer Form, die immer wieder neue Zugänge ermöglicht und Deutungen zulässt. Der Religionsunterricht baut auf Erzählungen, die Einblick geben in das Ringen von Menschen in Krisen und Herausforderungen um Heil, um gelingendes Leben, um verantwortliches Handeln. Die Arbeit an diesen Geschichten ist eine Form von Persönlichkeitsentwicklung. Und die Persönlichkeit, die daraus wächst, weiß, dass es Krisen gibt im Leben. Aber sie kennt auch die Bedeutung von vergeben, versöhnen. Sie kann Fehler zugeben und um Verzeihung bitten, hat ein Gespür für die Not anderer, hält nicht zu den Starken, hat die Gemeinschaft im Blick. Der Schatz biblischer Geschichten lässt teilhaben an Erfahrungsweisheit.

22 Sept 2022
Religionsunterricht in Anfechtung? Teil 1: Prolegomena: Die Schule als Schutzraum für Seele und Geist. Ein GVEE Podcast
Schule in der Krise und Religionsunterricht in Anfechtung? Perspektiven der Ermutigung für Unterrichtende eines besonderen Faches in besonderen Zeiten. Sie werden hier nichts hören, was Sie überall finden an Kritik- und Krisenmeldungen über Schulorganisation, Lehrkräftemangel, auch nichts über Strategie-Konzepte, die letztlich allen schmerzvollen äußeren und inhaltlichen Mangel nur abmildern können, … Die Religion (den Gebildeten unter) ihren Verächtern schmackhaft zu machen, zermürbt. Aber wer sich Sinn und Geschmack behält für das Bekenntnis von Jesus Christus, wird gestärkt für die Gegenwart. Wenn wir mit anderen zum Religionsunterricht ins Gespräch kommen, dann wirksam mit einer Haltung der Gewissheit und der Freude daran! Wir brauchen Argumente, die auch unseren Gegenübern wohltun und das gedeihliche Miteinander fördern! Es gilt, Potentiale zu benennen, gerade im Selbstverständlichen. 1. Prolegomena: Die Schule als Schutzraum für Seele und Geist. Weil der Religionsunterricht ein ordentliches Schulfach ist, zunächst ganz allgemeine Prolegomena über Schule an sich. Gerade in so irritierenden Zeiten sind Schulen ein besonderer Raum: In der Schule ist 1 plus 1 immer noch 2. Ein rechter Winkel hat 90 Grad, und es gibt Kriterien, wann etwas falsch geschrieben oder richtig ist. Wie wohltuend! (Und: Wie verrückt sind Zeiten, dass derart Selbstverständliches wie ein kostbarer fester Boden unter schwankenden Füßen wirkt.) Lehrpläne als Garant für Bestand, Bildung als Insel im Chaos. Lehrpläne garantieren, dass wir, bei allem Lebensweltbezug, in der Schule vermitteln, was Bestand hat und trägt, unabhängig vom aktuellen Krisenmodus, von geschürten Wellen der Empörung oder Angst. Wie eine Insel kann das sein im Chaos, das die Kinder medial umspült und in der gesellschaftlichen Unruhe, die sie spüren. Es gibt erprobte Wahrheit, es gibt Gehalt, der nicht gleich zur Disposition steht: Diese Sicherheit ist entscheidend wichtig für die Entwicklung einer souveränen Persönlichkeit, die dann Befähigungen ausbildet. Eine Meinung hat und behält man nicht, sondern bildet und entwickelt sie. Während mediales und gesellschaftliches Treiben sich oft auf Schwarz-Weiß-Malerei verkürzt, weiß die Schule, dass sich Kompetenzen anbahnen über lange Zeiträume hinweg, dass Wissen sich zusammensetzt aus unterschiedlichen Aspekten und man eine Meinung nicht automatisch hat und behält, sondern sie buchstäblich bildet und weiterentwickelt. Der Religionsunterricht fügt dem noch etwas hinzu:

9 May 2020
Doppelmoralisten (NT 3)
.... besser bekannt als "Jesus und die Ehebrecherin". Kennen Sie noch die Pointe? Nachlesen im Johannesevangelium Kapitel 8 oder hier zum Anhören.

9 May 2020
Ein Nestbeschmutzer (NT 2)
Ein Prophet zählt nirgends weniger als in seinem Heimatort. Jesus ging es so mit Nazareth. Nachzulesen im Markusevangelium Kapitel 6.

9 May 2020
Schafe unter Wölfen (NT 1)
Die erste Folge von NT-Texten - hier aus Mt 8,35 f und 10, 1ff.

3 May 2020
Von Trauben, Wein und Reben - Der wahre Weinstock - Predigt in einem Online-Schulgottesdienst zu Joh 15
Im Rahmen eines Schulgottesdienstes - online, in Corona-Zeiten wurde diese Predigt gehalten- am Sonntag Jubilate.

3 May 2020
Intro - Das erwartet Sie bei "Theologie fürs Leben"
Das ist der dritte Podcast der Theologischen Praxis. Nach dem Erfolg der Morgenimpulse und Abendgedanken ergänzt dieser Podcast das Programm mit Predigten, Theologischen Texten und Statements. Anders als die beiden anderen Reihen wird dieser Podcast ganz bestimmt nicht täglich ergänzt. Aber wenn sie zwischendurch lebensnahe Theologie mitdenken wollen, sind Sie hier richtig.
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