Intro: Worum geht es in diesem Podcast ?
Kunst ist nicht das „Sahnehäubchen“, kein Accessoire, sondern essentieller Bestandteil einer zivilisierten Welt, Ausdruck unserer Überzeugungen und Gefühle, unseres Verhältnisses zur Gesellschaft und zur Welt. Darüber hinaus bietet sie einen Freiraum, in dem ohne Einschränkungen gedacht und allerlei ausprobiert werden kann. Im Podcast werden diese Zusammenhänge an unterschiedlichen Beispielen alter und neuer Kunst und Architektur besprochen.
Ich würde mich freuen, wenn dieser Podcast auch ein Ort des Austausches wird! dorotheesiegelin@gmail.com.
Kunst und Gesellschaft, Dorothee Siegelin, Folge 37: Auf der Suche nach einer modernen Mythologie
In Frankreich gab es in den dreißiger Jahren eine breite Bewegung, die sich intensiv für alte Mythen und ihre Deutung interessierte. Dabei spielen die Erzählungen um den Minotauros eine zentrale Rolle. Ebenso taucht die Forderung nach einem neuen Mythos für die eigene Zeit auf, der, ebenso wie die alten Mythen, kraftvolle Bilder zur Weltdeutung geben sollte.
Literatur: James George Frazer, The Golden Bough, ab 1890 (Der goldene Zweig)
Louis Aragon, Le Paysan de Paris, 1926 (Der Pariser Bauer)
30 Aug 2026
Kunst und Gesellschaft, Dorothee Siegelin, Folge 36: Der französische Surrealismus
Anfang der zwanziger Jahre entstand in Frankreich eine dereinflussreichsten Kunstbewegungen des 20.Jahrhunderts: derSurrealismus. In Opposition zur Generation ihrer Väter, der sievorwarfen, Europa in den 1.Weltkrieg gestürzt zu haben, schlossen sich Künstler aus den Bereichen Literatur, Film und Malerei zusammen um mit Mitteln der Kunst eine bessere Welt zu schaffen. Die Surrealisten wollten vor allem den Menschen befreien, sie wandten sich gegen eine bürgerliche Weltordnung, die ihrer Meinung nach den Menschen zu sehr einschränkte.
https://www.wikiart.org/en/max-ernst/surrealism-and-painting-1942 (https://www.wikiart.org/en/max-ernst/surrealism-and-painting-1942)
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Menaced_Assassin
Literatur: Le Surréalisme, Ausstellungskatalog Paris, Centre Pompidou, 2024/25
5 Jul 2026
Kunst und Gesellschaft, Dorothée Siegelin, Folge 35: „I like America“ – zum amerikanischen Unabhängigkeitstag
In der Unabhängigkeitserklärung der USA wird nicht nur diepolitische sondern auch eine kulturelle Unabhängigkeit der USApostuliert. Seitdem findet eine Art „Abnabelungsprozeß“ statt,der bis heute andauert, und das Verhältnis zwischen den USA und Europa ist ambivalent. Auch viele Europäer fanden den Mythos des Neuanfangs „frei von historischem Ballast“ faszinierend. 1948 forderte Barnett Newman eine spezifisch amerikanische Kunst, frei von europäischen Vorstellungen.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:American_Progress_(1872)_by_John_Gast.jpg (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:American_Progress_(1872)_by_John_Gast.jpg)
Literatur:„I like America. Fiktionen des Wilden Westens“, hg. Von PamelaKort und Max Hollein, 2006-07; Bilder aus der Neuen Welt, hg. von Thomas W.Gaehtgens, 1988
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