Die Debatten in Deutschland laufen oft gleichförmig, egal ob es um Migration, Wirtschaft oder die AfD geht. Im Politik-Podcast «Machtspiel» debattieren NZZ Deutschland-Chefredakteur Florian Eder und Redakteurin Beatrice Achterberg im Wechsel mit Gästen, die auch mal unbequem sein dürfen. Faktenbasiert und meinungsstark.
«Machtspiel» ist eine Kooperation zwischen NZZ und Brost-Stiftung.
Fragen und Feedback gerne an: machtspiel@nzz.de
Fast 400 Milliarden Euro soll die deutsche Asylpolitik in den vergangenen zehn Jahren gekostet haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Journalist Björn Harms in seinem Buch «Der Asylkomplex». Er hat Haushaltsberichte, Behördenauskünfte und Sozialleistungsbescheide ausgewertet.
Im Gespräch mit NZZ-Deutschland-Redaktorin Beatrice Achterberg erklärt Harms, wer an der Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern verdient und wie sich ein ganzer Wirtschaftszweig rund um die Migration entwickelt hat. Es geht um millionenschwere Mietverträge, hohe Gebühren für Flüchtlingsunterkünfte und die Verflechtungen zwischen Politik und Sozialwirtschaft. Und um die Frage, ob sich das Asylsystem überhaupt noch grundlegend reformieren lässt.
Gast: Björn Harms, Journalist und Autor
Host: Beatrice Achterberg
Redaktion: Elisabeth Krafft, Hanna Ender
Foto Björn Harms: Luka Ljubicic
Übrigens: Diesen Podcast und alle Artikel in der NZZ-App könnt ihr ab sofort auch unterwegs im Auto hören – mit Apple CarPlay oder Android Auto. Probiert es doch mal aus!
Mehr zum Thema:
Zum Buch von Björn Harms: [Der Asyl-Komplex](https://www.langenmueller.de/products/der-asylkomplex)
Eine Recherche von Björn Harms über das [städtische Unternehmen „Fördern & Wohnen“ und die Unterbringung von Flüchtlingen](https://www.glut-magazin.de/artikel/foerdern-und-wohnen-hamburg-geschaeftsfuehrung)
Björn Harms rechnet in der Welt (€) vor: [400 Milliarden Euro – jetzt liegt die Gesamtrechnung für die deutsche Migrationspolitik vor](https://www.welt.de/debatte/plus6acc75fb61b3d4c01d3e3ce2/steuergeld-400-milliarden-euro-jetzt-liegt-die-gesamtrechnung-fuer-die-deutsche-migrationspolitik-vor.html)
[Asylbedingte Kosten und Ausgaben](https://www.bpb.de/themen/migration-integration/zahlen-zu-asyl/265776/asylbedingte-kosten-und-ausgaben/) Analyse der Bundeszentrale für Politische Bildung
Ein Artikel aus dem Handelsblatt zeigt: [Neue Studie belegt hohen Nutzen der Zuwanderung für den Staat](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/neue-studie-belegt-hohen-nutzen-der-migration-fuer-den-staatshaushalt/100133251.html)
[Hitzige Debatte](https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw42-de-migrationsbilanz-1223580) über Kosten und Nutzen der Zuwanderung im Bundestag vom 15.10.2026
29 Oct 2026
Gewinnt Russland gerade, Carlo Masala?
Drohnenangriffe auf Flughäfen, Brandanschläge auf Fabriken und ein US-Präsident, der Kiew die Pistole auf die Brust setzt: Russland führt längst einen verdeckten Zermürbungskrieg gegen den Westen. Für Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, handelt es sich dabei nicht mehr um bloße Provokationen: "Wir befinden uns eigentlich in einer Vorkriegszeit.' Die Bundeswehr rüste zwar materiell auf, doch die grösste Baustelle bleibe das Personal und das fehlende Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung: "Das hilft Ihnen alles nichts, wenn Sie keine Gesellschaft haben, die bereit ist, die Kosten zu tragen."
Im Gespräch mit NZZ-Deutschland-Redaktorin Beatrice Achterberg analysiert Masala, warum der Kreml auf die politische Spaltung des Westens setzt und wie gefährlich ein Zögern der Partner sein könnte. Ein Einknicken im Baltikum wäre fatal: "Das wäre der Anfang vom Ende der NATO." Warum Moskau vor allem auf Zeit spielt, wie weit die Ukraine für einen Verhandlungsfrieden wohl gehen würde und was passieren muss, damit Deutschland endlich wehrhaft wird – darum geht es in dieser Folge von "Machtspiel".
Gast: Carlo Masala, Professor für Internationale Politik und Experte für bewaffnete Konflikte
Host: Beatrice Achterberg
Redaktion: Utz Dräger, Elisabeth Krafft
Foto Carlo Masala: Michael Herman
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Mehr zum Thema:
[Deutschland im Visier russischer Spione](https://www.nzz.ch/deutschland/schon-wieder-ein-mutmasslicher-spion-russlands-festgenommen-deutschlands-geheimdienst-kontrolleure-fordern-schaerfere-massnahmen-ld.10005008?srsltid=AYCX9vIPoXDvcUDp7WLWxv0vy1VhcUI4a8UciUbyBAcUkdOE6BG-xkAf)
Zum Buch von Carlo Masala: [Wenn Russland gewinnt: Ein Szenario](https://www.amazon.de/Wenn-Russland-gewinnt-Szenario-Paperback/dp/340682448X)
[Das sollen die Männer hinter der Drohnen-Attacke sein](https://www.spiegel.de/panorama/justiz/leipziger-flughafen-das-sollen-die-maenner-hinter-der-drohnen-attacke-sein-a-582fc7c1-8a69-41bc-bc3e-64358b8e59ba) - eine Recherche der Kollegen vom Spiegel.
[Zielscheibe Bundeswehr](https://www.sueddeutsche.de/politik/russland-deutschland-angriff-bundeswehr-sabotage-gefahr-li.3566249?reduced=true) - eine Recherche der Kollegen der Süddeutschen Zeitung
Merz' viel zitierte Rede: [Wir sind nicht mehr im Frieden](https://www.zdfheute.de/politik/ausland/merz-frieden-bedrohung-russland-100.html)
22 Oct 2026
Bremst die Politik Mütter aus, Franca Lehfeldt?
Franca Lehfeldt, Journalistin und Unternehmerin, spricht über alte Rollenzuschreibungen und übergriffige Erwartungen, die die Gesellschaft an Mütter stelle. Nicht die Frau, sondern die Mutter sei benachteiligt. Den Grund dafür sieht sie vor allem im Steuer- und Betreuungssystem. Ein „Dreiklang der Fehlanreize“ - bestehend aus kostenloser Mitversicherung, Steuerklassenmodell und Minijobs - führe dazu, dass Frauen oft nicht frei über ihre Berufs- und Lebensplanung entscheiden würden, sondern entlang politischer Rahmenbedingungen und fehlender Alternativen.
Im Gespräch erklärt Lehfeldt außerdem, warum Kürzungen beim Elterngeld und der Abbau von Betreuungsinfrastruktur aus ihrer Sicht die falschen Antworten auf die demographischen Herausforderungen Deutschlands sind. In Zeiten von Sparzwang würde reflexartig Infrastruktur zurückgebaut werden: "Kitas werden geschlossen, Eltern werden konfrontiert mit weiteren Wegen." Dabei gebe es wegen der niedrigen Geburtenrate ein Momentum für die frühkindliche Bildung: Ohne einen Euro mehr auszugeben, könne es endlich einen "wirklich kind-gerechten" Betreuungsschlüssel geben. Nur: "Familien haben keine Lobby, Eltern gehen nicht auf die Straße, weil sie dafür gar keine Zeit haben und Kinder können nicht wählen." Das sei die Ausgangslage, wegen der man Familien im politischen Diskurs gern mal hinten überfallen lasse.
Gast: Franca Lehfeldt, Journalistin und Unternehmerin
Host: Beatrice Achterberg
Redaktion: Clara Engelien, Utz Dräger
Foto Franca Lehfeldt: Luca Giselle
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Mehr zum Thema:
[Ifo-Studie: Elterngeldreform könnte Sparziel deutlich verfehlen ](https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-10-21/elterngeldreform-koennte-sparziel-deutlich-verfehlen)
[Wie der Neoliberalismus die Familien frisst. Eine Gastkommentar](https://www.nzz.ch/nzz-am-sonntag/report-und-debatte/neoliberalismus-und-familien-warum-eltern-unter-druck-stehen-ld.1892701)
Monitor Familienforschung des Bundesfamilienministeriums: [Was heißt hier familienfreundlich? Vorstellungen und Erwartungen von (potenziellen) Eltern ](https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/214804/1c81ea8e6ecd001d17bba9184141ebc3/mff-familienfreundlichkeit-data.pdf)
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