NZZ Weekend ist der wöchentliche Podcast der NZZ am Sonntag. Chefredaktor und Host Beat Balzli spricht mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur darüber, wie und warum sie wurden, wer sie heute sind. Es geht um ihre Herkunft, Weltbilder, Leidenschaften, Niederlagen, Erfolge und aktuelle Herausforderungen. Es geht um das Menschsein im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Mit dabei im Host-Team sind Autorin Nicole Althaus und Feuilletonchef Peer Teuwsen.
Oligarchen, Ostdeutschland und Adenauers Erbe: Roger de Weck über den Aufstieg der Rechtspopulisten, die CDU am Scheidew
Er stammt aus einer Basler Bankiersfamilie, hat jahrelang als Chefredaktor mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt diskutiert, war Generaldirektor beim SRF – und bezeichnet sich selbst als «linken liberalen Konservativen» im Sinne von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck. Roger de Weck, Autor, Journalist und einer der profiliertesten Intellektuellen der Schweiz, ist zu Gast bei Host und «NZZ am Sonntag»-Chefredaktor Beat Balzli. De Weck erklärt, warum er die CDU nicht für das Grundproblem des AfD-Aufstiegs hält – und warum eine härtere Migrationspolitik die Rechtspopulisten nicht schwächt, sondern stärkt. Er seziert, weshalb der Wirtschaftsliberalismus «dringend über die Bücher müsste»: von Wohneigentum, das für junge Menschen unerschwinglich wird, über KI-Konzerne als «Plagiatsmaschinen», bis zur UBS-Rettungsgarantie auf Kosten der Bevölkerung. Zum Thema Europa zeichnet der Gast ein düsteres Bild: drei autoritäre Grossmächte, ein Chaosbogen rund um den Kontinent – und eine Schweiz, die sich als «Trittbrettfahrer der Trittbrettfahrer» aufführe. Persönlich wird es, wenn de Weck von seinem Vorbild Konrad Adenauer schwärmt, die Linken für den Verlust der kleinen Leute kritisiert – und verrät, warum er mit bald dreiundsiebzig Jahren bereits seinen grössten Traum lebt.
Gast: Roger de Weck, Autor und Journalist
Host: Beat Balzli
Produktion: Danielle Basler, Ellie Media
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11 Sept 2026
Mobbing, Militär und Megawatt: Grünen-Chefin Lisa Mazzone über Bundesrat Rösti, Wettrüsten, Drohbriefe und FDP-Wurzeln
Sie verbringt ihre Ferien am liebsten am Walensee, hat einen italienischen Pass, wuchs als Tochter von Naturwissenschaftlern auf, studierte trotzdem Literatur und findet, dass die Reichen stärker zur Kasse gebeten und Waffenexporte gestoppt werden sollten. Die ehemalige Genfer Ständerätin Lisa Mazzone ist seit 2024 Präsidentin der Grünen Partei der Schweiz und zu Gast bei Host und «NZZ am Sonntag»-Chefredaktor Beat Balzli. Mazzone erzählt, wie sie mit Hasskommentaren und stinkenden Botschaften in ihrem Briefkasten umgeht und weshalb sie überzeugt ist, dass Frauen in der Politik härter angegriffen werden als Männer. Mazzone wirft Bundesrat Albert Rösti Lobbypolitik vor, verteidigt ihre Forderung nach einem Ausstieg aus fossilen und nuklearen Energien und erklärt, warum sie trotz aller Widerstände am Ziel von hundert Prozent erneuerbarer Energie festhält. Balzli hält ihr entgegen, dass ihre Forderungen nach einem gratis Halbtax-Abo oder einem Staatssekretariat für Klimapolitik selbst im linken Lager auf Ablehnung stossen. Zum Thema Sicherheitspolitik erklärt Mazzone, warum sie die Aufrüstung der Schweizer Armee kritisch sieht, gleichzeitig aber die Ukraine unterstützt wissen will, und wieso sie in Rohstoffhandel und Diplomatie unterschätzte Hebel sieht. Persönlich wird es, wenn Mazzone vom frühen Tod ihrer Mutter erzählt, von ihrem verstorbenen Bruder und wie diese Erlebnisse sie nach eigener Aussage « stärker» gemacht haben. Zum Schluss verrät sie ihren grössten privaten Traum: möglichst viele Sprachen zu sprechen.
Gast: Lisa Mazzone, Präsidentin Grüne Partei Schweiz
Host: Beat Balzli
Produktion: Tonya Rupp
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4 Sept 2026
TripAdvisor fürs Spital: Philomena Colatrella über Bedeutungsverlust und die Feigheit der Politik
Fünf Sprachen, eine Leidenschaft fürs Klavier, aber nicht unbedingt für das Bundesamt für Gesundheit. Host und NZZaS-Chefredaktor Beat Balzli trifft Philomena Colatrella, die bis vor wenigen Monaten CEO der CSS Gruppe war und damit eine der mächtigsten Krankenkassenmanagerinnen des Landes. Heute sitzt sie unter anderem im Verwaltungsrat des französischen Versicherungsgiganten AXA. Ausgangspunkt des Gesprächs ist ein beinahe schon naturgesetzhaftes Phänomen: die stetig steigenden Gesundheitskosten in der Schweiz. Laut ETH-Prognosen wird bereits kommendes Jahr die 110-Milliarden-Grenze geknackt, was die Krankenkassenprämien weiter nach oben treiben dürfte. Verantwortlich dafür ist ein Mix aus Überalterung, technologischem Fortschritt, einer mächtigen Ärzte- und Pharmalobby und einer wachsenden Anspruchsinflation der Patienten. Sind wir einfach alle zu wehleidig geworden?
Gast: Philomena Colatrella
Host: Beat Balzli
Produktion: Tonya Rupp, Ellie Media
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