Patrick Lohmeier und Dennis Bastian blicken einmal monatlich auf die Filmographien großer und kleiner Regielegenden zurück. Von Hollywood bis Babelsberg – von Kinohit bis Kassengift. Viel Spaß!
Als wir im Januar 2020 mit #Spielfilmen begannen, stand der Name David Fincher in den Top 3 der Liste von Filmschaffenden, über die wir unbedingt im Podcast sprechen wollten. Da wir bereits einige Jahre zuvor im Schnelldurchlauf durch die erfolgreiche Hollywoodkarriere des Regisseurs gerauscht waren, musste sich Mister Fincher aber noch ein bisschen gedulden, bevor wir uns ausführlicher (und mit graueren Haaren auf dem Kopf) mit seinem filmischen Oeuvre auseinandersetzen. Das beginnt gleich mit einem Paukenschlag, nämlich der von Chaos, Stress und Zorn befeuerten Produktion von Alien 3 (1992), über den sein Regisseur heute kein nettes Wort mehr verliert. Ganz anders der einflussreiche Megahit Sieben (Se7en, 1995), den Dennis als Geburtsstunde seines Fincher-Fandoms benennt und drei Jahrzehnte später immer noch für Gänsehaut sorgt. Und auch für The Game – Das Spiel seines Lebens (1997) schlagen unsere Herzen recht hoch, obwohl wir zum Regelwerk des Films bzw. Drehbuchs einige kritische Fragen haben …
6 Oct 2026
Joachim Trier – Teil 2 (2017-2025)
Noch mehr Tränen! Noch mehr Lacher! Noch mehr grandiose Kinobilder!
Filmemacher Joachim Trier und sein Co-Autor Eskil Vogt bleiben ihren Lieblingsthemen ebenso treu wie ihrem Star Anders Danielsen Lie (Oslo, 31. August, 2011), der uns hier wieder einmal mit seinem Schauspiel das Herz brechen darf. Darüber hinaus schickt der norwegische Regisseur zwei frische Gesichter Richtung Starkarriere auf die Leinwand: Eili Harboe darf im Genremix aus stillem Coming-of-Age-Drama und harschem Psychohorror als titelgebende Thelma (2017) zeigen, was sie drauf hat. Noch beeindruckender aber ist Renate Reinsve, die als Der schlimmste Mensch der Welt (2021) nicht nur ganz Oslo einfriert, sondern uns auch noch trotz oder gerade wegen ihrer unangepassten Attitüde einmal komplett um den Finger wickelt. Und mit Stellan Skarsgård und Elle Fanning konnte Trier für seinen neuesten Film nicht nur zwei Dickschiffe des internationalen Kinos gewinnen, sondern den Preis des Jury in Cannes noch gleich obendrauf. Aber wie preisverdächtig ist Sentimental Value (2025) geraten? Wir bohren nach und halten die Taschentücher bereit …
1 Sept 2026
Joachim Trier – Teil 1 (2005-2015)
Gute Laune allerorten, denn Dennis (Lichtspielcast) und Patrick (Bahnhofskino) sprechen über die erste Hälfte von Joachim Triers Filmographie. Aber Spaß (oder Ernst?) beiseite: Was die beiden Herren dann doch überrascht, ist der teils bitterböse Humor in den überwiegend tieftraurigen Geschichten, die der norwegische Regisseur und sein Stammautor Erik Vogt erzählen. Zumindest Triers Spielfilmdebüt AUF ANFANG (Reprise, 2006) kann ganz schön lustig sein, seiner Geschichte rund um gescheiterte Karrieren, Liebschaften und Freundschaften zum Trotz. Wenig bis nichts zu lachen gibt es hingegen im in Drogen, Alkohol und Verzweiflung fast ersaufendem OSLO, 31. AUGUST (2011), dem die beiden Co-Hosts euphorisch Meisterwerk-Qualitäten bescheinigen. Zu solch lobhudeligen Höhenflügen steigt Triers erster und bis Dato einziger englischsprachiger Film LOUDER THAN BOMBS (2015) nicht hinauf, staubt aber Dank seines unter anderem mit Gabriel Byrne und Isabelle Huppert glänzend besetzten Ensemble einige Sympathien ab. Aber was zum Teufel macht eigentlich Jesse Eisenberg in diesem Film?
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