About TheaterFrauen - Frauenstimmen über Kunst, Macht und Wandel
Regisseurin und Intendantin Greta Călinescu spricht mit Frauen aus der deutschsprachigen Theaterwelt. Im Mittelpunkt stehen ihre künstlerischen Biografien, ihre Arbeit und persönliche Erfahrungen – von Mutterschaft und Gleichstellung bis zur Zukunft des Theaters.
Gemeinsam werfen sie einen feministischen Blick auf den Theaterbetrieb und erzählen Geschichten von hinter dem Vorhang – manche davon zum ersten Mal öffentlich.
Ein Podcast für alle, die Theater lieben.
Ab 7. September 2026 überall, wo es Podcasts gibt.
Bühnenbildnerin als Mutter: Wer darf Räume prägen? Mit Evi Bauer
"Wie entsteht ein Bühnenbild, das mehr ist als ein Spielort? Greta Călinescu spricht mit der Bühnenbildnerin und Professorin Evi Bauer über ihren Weg von Kempten über London und München in die großen Theaterhäuser des deutschsprachigen Raums.
Im Mittelpunkt stehen die Widersprüche eines Berufs, in dem an den Hochschulen viele Frauen ausgebildet werden, während die sichtbare Praxis weiterhin häufig männlich geprägt ist. Evi erzählt von Werkstätten, Verhandlungen und Netzwerken – und davon, wie sie als Mutter von drei Kindern Reisen, Proben, Kinderbetreuung und künstlerische Arbeit organisiert.
Eine Folge über Räume als eigenständige Kunstwerke, strukturelle Ungleichheit, familienfreundliche Theaterarbeit und die Frage, welche Freiheit eine Kunsthochschule der nächsten Generation eröffnen kann."
20 Oct 2026
„Wer nicht wütend ist, ist nicht weise“: Über neuen Erfolg und die freie Szene. Mit Christiane Rösinger
Was verändert sich, wenn der Erfolg nicht am Anfang, sondern später noch einmal neu kommt – und man längst beschlossen hat, nicht mehr bei allem mitmachen zu müssen?
Greta Călinescu spricht mit der Musikerin, Autorin und Regisseurin Christiane Rösinger über ihren Weg von den Lassie Singers und Britta zum Theater. Rösinger erzählt, warum sie sich heute häufiger für die Probebühne als für den Proberaum entscheidet, was sie am gemeinschaftlichen Arbeiten fasziniert und weshalb ihr überraschender Erfolg am HAU Hebbel am Ufer trotzdem immer wieder Zweifel macht.
Ausgehend von ihrem Buch „The Joy of Ageing“ geht es um das Älterwerden als Form der Verweigerung, um Jugendwahn, weibliche Sichtbarkeit und die Freiheit, nicht mehr jeder Erwartung entsprechen zu müssen. Aber auch um FOMO, Todesanzeigen auf Facebook und die Erkenntnis, dass man dem Rückzug manchmal bewusst etwas entgegensetzen muss.
Dann wird es konkret: Wer kann es sich leisten, prekär in der Kultur zu arbeiten? Was bedeuten die Berliner Kürzungen für die freie Szene? Und wann merkt eine Stadt, dass sie genau die Menschen verliert, die ihre Kultur geprägt haben?
Zum Schluss empfiehlt Rösinger „Perfection“ im wiedereröffneten Prater und gibt mit Greta Călinescu einen Ausblick auf „Die Ehebrecherinnen“ am Theater Ulm.
Eine Folge über späten Erfolg, Alterswut, Klassismus und die Lust, im Theater noch einmal neu anzufangen.
6 Oct 2026
„Nichts für kleine Mädchen“: Von Quoten, der Kunst zu scheitern und keine Interviews zu geben. Mit Karin Henkel
Was bedeutet es, als Frau einen Weg einzuschlagen, der am Theater lange Zeit vor allem Männern offenstand – und welchem Druck ist man dabei ausgesetzt?
Greta Călinescu spricht mit der Regisseurin Karin Henkel über ihre Anfänge, ihren Platz zwischen den Generationen und die Frage, was sich für Frauen in der Regie tatsächlich verändert hat. Henkel erzählt, warum sie es lange für selbstverständlich hielt, sich mehr anstrengen und besser sein zu müssen als männliche Kollegen– und weshalb sie die Aussetzung der Frauenquote beim Berliner Theatertreffen für verfrüht hält.
Was bedeutet es, plötzlich selbst als Wegbereiterin zu gelten? Wann wird Erfahrung zur Sicherheit, wann wächst mit ihr die eigene Strenge? Und wie fühlt sich ein Berufsleben an, in dem man immer wieder in einer neuen Stadt, einer neuen Gästewohnung und einem neuen Ensemble ankommt?
Zwischen Kofferschleppen, fehlenden Käsereiben und gewachsenen Freundschaften sprechen die beiden über das Älterwerden und darüber, wo Heimat entsteht. Es geht um knapper werdende Bühnenproben, Vertrauen in der Zusammenarbeit und die Freiheit, einen Plan noch einmal zu verwerfen. Henkel erzählt außerdem, warum sie selten Interviews gibt, wie sie mit Verrissen umgeht und weshalb eine Aufführung nicht vollständig erklärt werden muss, um etwas auszulösen.
Eine Folge über künstlerische Selbstzweifel, veränderte Arbeitsbedingungen und Frauen in der Regie – und darüber, wie man sich die Offenheit zum Suchen und Scheitern bewahrt.
22 Sept 2026
Care-Arbeit im Theater: Müssen Frauen mehr leisten? Mit Franziska Benack
Greta Călinescu spricht mit der Dramaturgin und Theaterleiterin Franziska Benack über geteilte Führung, Macht und Care-Arbeit im Theater.
Franziska Benack war gemeinsam mit Armin Petras und Philipp Rosendahl Co-Schauspieldirektorin am Staatstheater Cottbus. Nun übernimmt sie als stellvertretende Intendantin am Theater Bremen neue Verantwortung – wieder in einer mehrköpfigen Leitung. Für sie ist klar: Ein Theater lässt sich nicht von einer Person allein gut führen. Unterschiedliche Fähigkeiten, Perspektiven und Formen der Beziehungsarbeit müssen sich ergänzen.
Im Gespräch geht es um Sichtbarkeit und Geschlechterbilder, um echte Machtwechsel und die Frage, warum Männer noch immer schneller als Führungspersönlichkeiten wahrgenommen werden. Franziska Benack erzählt, wie Verantwortung im Team geteilt werden kann, warum Care-Arbeit ein wesentlicher Teil von Führung ist und wie sich Fürsorge, Fairness, Solidarität und Freiheit in belastbare Strukturen übersetzen lassen.
Kann man ein Theater leiten, ohne selbst ständig im Mittelpunkt zu stehen? Bleibt die unsichtbare Beziehungsarbeit automatisch an Frauen hängen? Und müssen Frauen härter auftreten, um in Führungspositionen ernst genommen zu werden – oder vor allem klarer?
Eine Folge über Macht und Verantwortung, Empathie als Führungsqualität und die Arbeitsbedingungen, unter denen gute Kunst entstehen kann – und über eine Form von Theaterleitung, die nicht auf einzelne starke Persönlichkeiten setzt, sondern auf Vertrauen, Klarheit und Zusammenarbeit.
8 Sept 2026
Midlife auf der Bühne: Haben Frauen im Theater ein Verfallsdatum? Mit Meike Droste und Sabine Auf der Heyde
Was passiert, wenn Frauen in der Mitte ihres Lebens nicht mehr nach den Regeln funktionieren wollen, die bisher für sie vorgesehen waren?
Greta Călinescu spricht mit der Schauspielerin Meike Droste und der Regisseurin Sabine Auf der Heyde über Miranda Julys Bestsellerroman „AUF ALLEN VIEREN“ und ihre gemeinsame Bühnenadaption.
Bei seiner Veröffentlichung sorgte der Roman für Furore – mit seinem radikalen Blick auf weibliches Begehren, das Älterwerden und das Frausein in der Lebensmitte. Auf der Bühne wurde daraus ein ebenso großer Erfolg: Die Vorstellungen waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft, jeden Abend bildeten sich Schlangen vor dem Theater.
Im Gespräch mit Meike Droste und Sabine Auf der Heyde geht es um Perimenopause und Begehren, um Care-Arbeit und Rollenbilder und um die Frage, warum Frauenfiguren jenseits der 40 im Mainstream noch immer so selten komplex, widersprüchlich und lustvoll erzählt werden. Die beiden Theatermacherinnen erzählen aber auch von ihrer eigenen Geschichte: von 25 Jahren Freundinnenschaft, aus der gemeinsam mit Fritzi Haberlandt und Holle Münster ein Künstlerinnen-Quartett entstanden ist, das die Uraufführung von „AUF ALLEN VIEREN“ selbst initiiert und in kollektiver Zusammenarbeit auf die Bühne gebracht hat.
Wie kann Zusammenarbeit aussehen, wenn Konkurrenz nicht das Prinzip sein soll? Was entsteht, wenn Frauen sich ihre eigenen Räume schaffen? Und was verändert sich, wenn man nicht darauf wartet, dass einem jemand einen Platz anbietet, sondern einfach selbst anfängt?
Eine Folge über künstlerische Autonomie, FLINTA*-Arbeitsräume, Konkurrenz und Solidarität – und darüber, wie Frauen Netzwerke bilden können, die nicht nur ein kleines Stück vom Kuchen verteilen, sondern den ganzen Kuchen neu denken.
24 Jul 2026
Trailer
Greta Călinescu spricht mit Frauen aus der deutschsprachigen Theaterwelt über Kunst, Macht, Mutterschaft und Wandel. Ab 7. September 2026 geht's los – jetzt folgen und nichts verpassen!
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