About Vanlife 2.0 – Ocean Zero Zwischen Himmel & Erde 25 Jahre Fliegerei, Panik & die Suche nach Freiheit
Ich bin Dominik – 25 Jahre Crewlife, dann kam der Moment, in dem ich lernen musste, wieder frei zu atmen.
In Ocean Zero – Zwischen Himmel und Erde teile ich Reisegeschichten aus und um die Welt, Vanlife und meinen Alltag unterwegs. Ehrlich, ruhig, manchmal mit Humor: über mentale Gesundheit, Angst, Heilung, Neuanfang und die kleinen Momente, die dich verändern.
Wenn du auch suchst:
Willkommen an Bord.
Heute gibt es keine neue Geschichte. Ihr seid es gewohnt, dass hier mittwochs und sonntags ein neues Kapitel auf euch wartet. Dieses Mal ist es nur ein kleiner Brief. Und ich möchte euch ehrlich sagen, warum.
Es gibt Dinge im Leben, die einem nicht nur die Luft zum Atmen nehmen. Sie saugen auch das aus einem heraus, woraus sonst die Geschichten kommen. Genau da stehe ich gerade. Aus privaten Gründen ist im Moment kein Platz zum Schreiben, und ich möchte euch keine Geschichten erzählen, hinter denen ich nicht stehe. Halbe Sachen habe ich euch hier nie hingestellt, und damit fange ich jetzt nicht an.
Eine Sache aus fast fünfundzwanzig Jahren in der Luft hilft mir dabei mehr als jeder kluge Spruch: Wenn das Wetter nicht passt, bleibt man am Boden. Das ist keine Niederlage, das ist Vernunft. Man wartet, bis sich der Himmel wieder aufmacht, und dann geht es weiter.
Die Geschichten sind nicht weg. Sie liegen gerade nur ein bisschen tiefer, so wie das Wasser bei Ebbe. Es kommt zurück. Das tut es immer.
Danke, dass ihr da seid. Passt gut auf euch auf, und auf die Menschen, die euch wichtig sind.
Der ganze Brief steht im Blog: oceanzero.de (https://oceanzero.de/beitrag-ich-hole-kurz-luft.html)
Bis dahin. Liebe Grüße, euer Dominik. Willkommen an Bord.
21 Oct 2026
Kapitel 2.17 · Vierundzwanzig Mal
Es ist drei Uhr nachts in Tarifa, am südlichsten Zipfel des europäischen Festlands. Bei Tageslicht sieht man von hier aus Afrika liegen. Ich liege oben im Aufstelldach, es hat den ganzen Abend leicht geregnet, und ich bilde mir ein, ich hätte das beste Bett der Welt erwischt. Dann drehe ich mich zur Seite, und mir läuft Wasser über das Gesicht.
Nicht ein Tropfen. Wasser.
Vier Jahre, vierundzwanzig Werkstattaufenthalte. Zählt man die Tage zusammen, an denen dieses Auto auf einer fremden Hebebühne stand, kommt man auf rund drei Monate. Ich erzähle hier drei davon, stellvertretend: das Pfeifen, für das sie zwei Jahre gebraucht haben und das ich am Ende selbst an einer Tankstelle gefunden habe. Die glasklare Scheibe, eingebaut mitten in eine Reihe abgedunkelter. Und die Nacht an einer spanischen Landstraße, in der ich mit einem Aquarienschlauch aus dem Baumarkt Öl aus meinem eigenen Motor gesaugt habe. Mit dem Mund.
Die übrigen einundzwanzig stehen im Blog, mit echten Fotos, keine KI-Bilder.
Und das Wichtigste zum Schluss, und das ist nicht die Wut: Das Konzept dieses Fahrzeugs ist großartig. Ich hatte ein Montagsauto, das gibt es, das ist Pech, und darüber würde ich kein Wort verlieren. Worüber ich Worte verliere, ist der Umgang.
Am sechzehnten November bringe ich ihn nach Frankfurt. Und trotzdem bin ich ihm dankbar. Nicht Volkswagen. Herbie.
Alle Geschichten und die Fotos: oceanzero.de (https://oceanzero.de)
Schön, dass du an Bord bist.
18 Oct 2026
Kapitel 2.16 · Was ich damals noch nicht wusste
Am einundzwanzigsten Dezember zweitausendzweiundzwanzig bin ich mit dem Zug nach Hannover gefahren, um ein Auto abzuholen. Papiere und ein Kennzeichen in der Tasche, zwei Kinder dabei. Die Hinfahrt ohne, die Rückfahrt mit.
Ich hatte mir die Werksführung dazugebucht, was man nur macht, wenn man ein bisschen bekloppt ist. Ich wollte sehen, wo er herkommt. Es fängt an mit Rollen aus Blech, aufgewickelt wie Küchenfolie, nur dass eine Rolle so viel wiegt wie ein Auto. Und dann kommt der Moment, den sie dort tatsächlich so nennen: die Hochzeit. Motor und Karosserie kommen zusammen, von unten und von oben, in einer einzigen Bewegung.
Ich hatte an diesem Tag ein Spielzeug abgeholt. Etwas für den Urlaub.
Was ich damals noch nicht wusste, war alles andere. Dass meine Mutter kurz darauf sterben würde. Dass fünfundzwanzig Jahre Fliegerei zu Ende gehen. Dass ich ein Jahr später nicht mehr wissen würde, wofür ich morgens aufstehe.
Aus dem Spielzeug wurde etwas ganz anderes. Ein Bus ist nichts anderes als eine Richtung mit vier Rädern, und eine Richtung war genau das, was ich gebraucht habe.
Am sechzehnten November gebe ich ihn ab.
Das hier ist der erste von zwei Teilen, und es ist der schöne. Der zweite kommt am Mittwoch, und der tut weh.
Schön, dass du an Bord bist.
Wenn es dir gerade selbst schwer geht: Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und vertraulich, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, auch unter 116 123.
Reach and audience
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