Unser Alltag wirft so manche Fragen auf.
Warum bringen Scherben Glück? Warum haben manchen Menschen Sommersprossen? Und warum kann der Wind Musik „davontragen“?
Wir vom Berliner Rundfunk 91.4 geben Ihnen die Antworten und machen Sie jeden Morgen ein Stück weit schlauer.
Mit „Warum? Darum!“ – jeden Morgen um 07:40 Uhr bei Simone Panteleit und Team. Alle Folgen jederzeit als Podcast zum nachhören.
Wer jemandem eine Retourkutsche gibt, revanchiert sich. Mal geschieht das mit einem schlagfertigen Spruch, mal als kleine Vergeltung für eine vorherige Spitze. Doch woher stammt dieser Ausdruck eigentlich?Der erste Teil der Erklärung ist ganz einfach. Bis weit ins 20. Jahrhundert waren Kutschen ein wichtiges Verkehrsmittel. Wer morgens in den Nachbarort fuhr, konnte später mit der Retourkutsche wieder nach Hause zurückkehren. Das Wort „Retour“ stammt aus dem Französischen und bedeutet nichts anderes als „Rückkehr“ oder „zurück“.Aus der eigentlichen Rückfahrt entwickelte sich nach und nach eine Redewendung. Wer auf eine Bemerkung oder Handlung reagiert und etwas „zurückgibt“, erteilt seinem Gegenüber im übertragenen Sinn eine Retourkutsche.Vor allem in Berlin gibt es noch eine weitere Geschichte, die mit diesem Begriff verbunden wird. Als Napoleon 1806 die Stadt eroberte, ließ er die berühmte Quadriga vom Brandenburger Tor als Kriegsbeute nach Paris bringen. Nach seinem Sturz im Jahr 1815 holten die Preußen die Statue wieder zurück. Sie fanden die Quadriga noch verpackt in Kisten und brachten sie nach Berlin. Deshalb erhielt der prächtige Streitwagen auf dem Brandenburger Tor im Volksmund den Spitznamen Retourkutsche.Heute denkt bei dem Begriff kaum noch jemand an Pferde oder historische Kutschen. Stattdessen steht die Retourkutsche für eine schlagfertige Antwort oder eine kleine Revanche, die das Gegenüber oft genauso unerwartet trifft wie die ursprüngliche Bemerkung.
2 Jul 2026
Warum heben Hunde beim Pinkeln das Bein?
Wer mit einem Hund unterwegs ist, kennt das Bild: Kaum ist der nächste Baum oder Laternenpfahl erreicht, hebt der Rüde das Bein. Viele glauben, das diene der Sauberkeit. Tatsächlich steckt aber ein ganz anderes Verhalten dahinter.Das typische Beinheben zeigen vor allem männliche Hunde und meist erst dann, wenn sie geschlechtsreif sind. Mit der Geschlechtsreife verändert sich der Hormonhaushalt und genau dadurch wird dieses Verhalten ausgelöst.Der eigentliche Grund ist die Kommunikation mit anderen Hunden. Urin dient Hunden als eine Art Visitenkarte. Über den Geruch lassen sich zahlreiche Informationen über Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand eines Artgenossen erkennen. Deshalb setzen Rüden ihre Duftmarken ganz gezielt an Stellen, an denen andere Hunde häufig vorbeikommen.Dass dabei das Bein gehoben wird, hat ebenfalls einen Zweck. Die Duftmarke landet höher und befindet sich dadurch genau auf Nasenhöhe anderer Hunde. Außerdem kann eine hoch platzierte Markierung den Eindruck vermitteln, dass der Hund größer ist, als er tatsächlich ist. Das wirkt auf andere Rüden oft besonders imposant und kann bei Revierstreitigkeiten durchaus von Vorteil sein.Das Beinheben ist also kein Zufall und auch keine Frage der Reinlichkeit. Vielmehr handelt es sich um ein ausgeklügeltes Kommunikationsmittel, mit dem Hunde ihr Revier markieren und anderen Vierbeinern ganz ohne Bellen oder Knurren eine klare Botschaft hinterlassen.
1 Jul 2026
Warum heißt die Pizza Margherita eigentlich Margherita?
Die Pizza Margherita gehört zu den bekanntesten Pizzen der Welt. Mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum kommt sie ganz ohne aufwendige Zutaten aus. Doch woher hat der italienische Klassiker eigentlich seinen Namen?Einer bekannten Legende zufolge geht die Pizza auf Königin Margherita von Savoyen zurück, die von 1851 bis 1926 lebte. Während eines Aufenthalts in ihrer Sommerresidenz soll sie den Wunsch geäußert haben, eine Pizza zu probieren. Das stellte die königliche Küche vor ein Problem, denn Pizza galt damals als typisches Gericht der einfachen Bevölkerung und gehörte nicht auf die Speisekarte des Hofes.Kurzerhand wurde Raffaele Esposito, einer der bekanntesten Pizzabäcker Neapels, an den Hof gebeten. Zu Ehren der Königin kreierte er eine Pizza mit Tomaten, Mozzarella und frischem Basilikum – Zutaten, die gemeinsam die Farben der italienischen Flagge widerspiegeln: Rot, Weiß und Grün.Der Überlieferung nach war Margherita von Savoyen von der Pizza begeistert. Esposito soll seine Kreation daraufhin „Pizza Margherita“ genannt haben.Ob sich die Geschichte tatsächlich genau so zugetragen hat, ist unter Historikern nicht eindeutig belegt. Unbestritten ist jedoch, dass die Pizza Margherita längst zu den berühmtesten Spezialitäten Italiens zählt und bis heute für die Kunst steht, mit wenigen hochwertigen Zutaten großen Geschmack zu erzeugen.
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