About Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur.
Der Podcast spürt dem hinterher, was wichtig bleibt vom aktuellen Kulturgeschehen. Was sagt das Gegenwartskino aus über unser Verhältnis zum Militär? Warum erscheinen zurzeit so viele autobiografische Romane? Was machen NFTs mit dem Kunstmarkt? Autorinnen und Autoren aus der SWR Kultur-Redaktion Aktuelle Kultur verfolgen den Zeitgeist, mal feuilletonistisch, mal nüchtern auf den Punkt, immer interessiert. Schlicht: Die Seite 3 unter den Podcasts!
It’s a Man’s World: Wie halten Frauen mehr zusammen?
“Ich bin nicht frei, solange noch eine einzige Frau unfrei ist, auch wenn sie ganz andere Fesseln trägt als ich”, sagte einst die US-amerikanische Aktivistin Audre Lorde. Wie können sich Frauen gemeinsam aus ihren Fesseln befreien? Sich verbünden und gegenseitig stärken? Anstatt sich als Konkurrenz wahrzunehmen, wie es uns das Patriarchat lehrt?
“Wir haben ein Potential, das wir viel besser politisch nutzen könnten”, glaubt die Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal. “Frauen haben Freundschaften ihr Leben lang.” Das Potential, das aus dieser Verbundenheit folgen könnte, sei tatsächlich noch wenig präsent, so die Protestforscherin Julia Ziller. Gerade das Thema Gerechtigkeit könne Menschen verbinden und politisieren.
Wie aber lebt man Solidarität im Alltag? Welche Vorbilder haben wir? Und kann so eine weibliche Verbundenheit ein Mittel sein gegen Rechts? Und gegen die antifeministische Welle, die Teile der Welt gerade erfasst?
Das ist unsere letzte Folge von “Was geht – was bleibt?”. Danke fürs Zuhören in den vergangenen drei Jahren!
Host und Redaktion: Philine Sauvageot
Weiterführende Links:
Mithu Sanyals Roman “Antichristie”: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/mithu-sanyal-antichristie-9783446280762-t-5361
Mareike Fallwickls Roman “Und alle so still”: https://www.rowohlt.de/buch/mareike-fallwickl-und-alle-so-still-9783498002985
Franziska Schutzbachs Sachbuch “Revolution der Verbundenheit. Wie weibliche Solidarität die Gesellschaft verändert”: https://www.droemer-knaur.de/buch/franziska-schutzbach-revolution-der-verbundenheit-9783426279045
24 Jan 2025
Kniefall vor Trump: Rückt jetzt die gesamte Popkultur nach rechts?
Donald Trump tanzt – und das ausgerechnet zu „YMCA“, der Kult-Hymne der Village People. Dieser Song, oft auf Trumps Wahlkampfveranstaltungen gespielt, hat eine erstaunliche Karriere als „Make America Great Again“-Hit hingelegt. Bei seiner Amtseinführung hat Trump erneut gezeigt, wie ungelenk er seine Fäuste und Arme zu der Musik schwingt – ein fast surrealer Anblick. Besonders, wenn er dabei zwischen den Bandmitgliedern steht, die in ikonischen Verkleidungen als Biker, Polizist und Cowboy auftreten.
Doch die Frage bleibt: Was sagt es über die Popkultur aus, dass sie sich nun scheinbar auf die Seite des 47. Präsidenten schlägt? Große Social-Media-Konzerne und Bands wie die Village People rücken an seine Seite, während Kritiker von einer neuen „Bro-Culture“ sprechen. Ist das ein Kurswechsel in der amerikanischen Popkultur? Oder tritt nun offen zutage, was ohnehin stets vorhanden war?
Diesem Thema widmen wir uns in Was geht, was bleibt, zu Gast ist diesmal der Amerikanist Martin Lüthe vom John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien an der FU Berlin.
Host: Kristine Harthauer
Showrunner: Julian Burmeister
Sendungsmusik: „YMCA“ von The Village People (live am Vorabend der Inauguration von D. Trump)
10 Jan 2025
Kulturhauptstadt Chemnitz – Imagewandel oder Artwashing?
Chemnitz, da denken die meisten an Industrie-Vergangenheit, Strukturwandel nach dem Ende der DDR und rechte Gewalt. 2025 aber ist die Stadt gemeinsam mit Nova Gorica in Slowenien und Gorizia in Italien europäische Kulturhauptstadt. Mit dem Motto „C the Unseen“ will Chemnitz sein Image aufpolieren und verborgene Aspekte der Stadt ins Rampenlicht rücken. Oder ist das alles nur Artwashing?
„Wir wollen keine Verlier mehr sein, sondern Macher“, sagt Benjamin Gruner. Er ist Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins Spinnerei, eines soziokulturellen Zentrums in Chemnitz. Das Jahr als Kulturhauptstadt soll „ein schönes Bild von Chemnitz zeichnen und möglichst wenig Art Washing zu betreiben“.
Das ist nach den Hetzjagden auf Migrant:innen 2018 aber gar nicht so einfach. In Chemnitz gibt es Kritik, das Programm beschäftige sich zu wenig mit Rechtsextremismus. Kann Kultur der Stadt ein neues Image geben? Oder verschleiert ein solches Jahr eher bestehende Probleme durch kulturelle Highlights?
Beim Bewerbungsverfahren spiele auch eine Rolle, was die Ernennung als Kulturhauptstadt „einer bestimmten Region nutzt“, erklärt Wolfgang Schneider, Kulturwissenschaftler und Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Chemnitz sei in diesem Jahr ein Modell für Deutschland, wo sich sowohl in der Kulturlandschaft als auch im gesellschaftlichen Miteinander etwas bewegen könne.
Wie denkt ihr: Image-Korrektur oder die Chance auf einen Neuanfang? Schreibt uns an kulturpodcast@swr.de!
Hosts: Pia Masurczak & Christian Batzlen
Showrunner: Giordana Marsilio
Gäste: Wolfgang Schneider und Benjamin Gruner
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