Was bewegt Jüdinnen und Juden in Deutschland? Freiheit, Sicherheit, Gesellschaft, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Bildung und der Widerstand gegen Hass - darüber und weitere Themen der freiheitlichen Demokratie sprechen wir im WI-Talk aus jüdischer Perspektive mit unseren Gästen.
Hanna Veiler: Jung, jüdisch, wütend. Wie viel Zukunft haben junge Juden in Deutschland?
Drei Jahre sind seit dem 7. Oktober 2023 vergangen. Drei Jahre, in denen sich für die meisten Juden in Deutschland etwas grundlegend verändert hat. Freundschaften sind zerbrochen, politische Gewissheiten verloren gegangen und die Frage, ob man in diesem Land eine Zukunft hat, wird gerade von jungen Juden immer offener diskutiert.
Gleichzeitig erleben wir eine politische Radikalisierung. Die AfD ist längst eine feste Größe in der deutschen Politik und in Berlin verhandeln SPD und Grüne über eine Regierung mit einer Linkspartei, deren Umgang mit Judenhass erhebliche Fragen aufwirft. Was bedeutet diese Entwicklung für eine Generation, die mit dem Versprechen aufgewachsen ist, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder selbstverständlich sein soll?
Darüber sprechen wir mit Hanna Esther Veiler, Präsidentin der European Union of Jewish Students. Sie gehört zu den profilierten jungen jüdischen Stimmen in Deutschland, und in ihrem neuen Buch beschäftigt sie sich mit Fragen nach jüdischer Identität und Zukunft, die ans Eingemachte gehen.
Zum Buch "Jung, jüdisch, wütend": https://www.piper.de/buecher/jung-juedisch-wuetend-isbn-978-3-492-06799-7
Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de
8 Oct 2026
Sharon Brauner: Wenn Heimat fremd wird. Über Berlin, Entfremdung und Abschied
Berlin ist für Sharon Brauner mehr als einfach eine Stadt. Sie ist hier geboren und aufgewachsen, hat auf den Bühnen dieser Stadt gestanden, Berlin besungen und ihm sogar eine ganze Revue gewidmet. Umso mehr trifft ihr neuer Song „Kind dieser Stadt“. Denn er ist Liebeserklärung und Abschied zugleich. Sharon singt über ihr Berlin – aber auch darüber, wie sich eine Stadt verändern kann, bis man sich in der eigenen Heimat nicht mehr zu Hause fühlt. Wir sprechen darüber, wann aus diesem Gefühl ein Lied wurde, was es bedeutet, eine Stadt verlassen zu wollen, die ein Teil der eigenen Identität ist – und was von der Liebe zu Berlin bleibt, wenn man geht.
Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.
www.werteinitiative.de
2 Oct 2026
Nicolas Stampe: Zwischen Empathie, Konfrontation und Abwehr. Wie das Projekt ZADA Antisemitismus begreifbar macht
Wer über Antisemitismus spricht, stößt oft auf dieses Problem: Man erreicht vor allem diejenigen, die ohnehin schon sensibilisiert sind. Bei anderen setzt schnell die Abwehr ein. Sie fühlen sich beschuldigt, missverstanden oder sagen: Mit mir hat das nichts zu tun. Aber wie erreicht man gerade diese Menschen? Darüber hat sich Nicolas Stampe Gedanken gemacht. Herausgekommen ist das ZADA-Projekt. ZADA setzt auf einen immersiven Parcours, in dem Vorurteile, Wahrnehmung und Diskriminierung erfahrbar gemacht werden. Wir sprechen darüber, wie man Menschen für das Thema Antisemitismus öffnet, wo die Grenzen eines niedrigschwelligen Ansatzes liegen – und was am Ende tatsächlich dabei hilft, antisemitische Denkweisen zu erkennen und zu verändern.
Mehr zum Projekt unter: https://zada-germany.com/
Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.
www.werteinitiative.de
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