Was bewegt Menschen dazu, Kunst zu sammeln? Was lässt sie innehalten, auswählen, begehren und schließlich bewahren?
In "Wer sammelt die Kunst?" spricht Gudrun Ketterer mit privaten Sammlerinnen und Sammlern sowie mit Persönlichkeiten, die hinter bedeutenden institutionellen und Unternehmenssammlungen stehen. Sie sprechen über ihre Entscheidungen und die Geschichten hinter ihren Sammlungen – und darüber, was Kunst im Leben bedeutet.
S2|F6 – Maja Emmerlich – Über Kunst im Arbeitsalltag und leuchtende Wege unter München
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ trifft Gudrun Ketterer Maja Emmerlich, Chefkuratorin der Munich Re Art Collection. Hier begegnet Kunst den Menschen täglich: in Büros, Treppenhäusern und unterirdischen Passagen, die selbst zu begehbaren Kunstwerken werden.
Wie sammelt man für ein Unternehmen? Und was geschieht, wenn ein Werk zunächst auf Ablehnung stößt? Das Gespräch führt hinter die Kulissen einer Sammlung, die den Arbeitsalltag prägt – und zeigt, wie aus Irritation Neugier entstehen kann und aus einer Begegnung mit Kunst ein persönliches Erlebnis.
29 Sept 2026
S2|F5 – Heiner Wemhöner und Philipp Bollmann – Über Bauchgefühl beim Sammeln und Kunst, die gesehen werden will
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ spricht Gudrun Ketterer mit dem Unternehmer und Sammler Heiner Wemhöner und dem Kurator Philipp Bollmann. Aus ersten Käufen italienischer Malerei ist eine internationale Sammlung mit rund 1.800 Arbeiten entstanden – geprägt von Herford, Berlin und Begegnungen mit chinesischer Gegenwartskunst.
Wie wird aus persönlichen Entscheidungen eine Sammlung mit eigener Stimme? Im Gespräch geht es um Bauchgefühl, Widerspruch und das über viele Jahre gewachsene Vertrauen zwischen Sammler und Kurator. Die beiden erzählen, warum eine Videoarbeit von Isaac Julien zum Wendepunkt wurde – und wie das Schaudepot in Herford und die Hasenheide 13 in Berlin der Kunst neue öffentliche Räume geben.
22 Sept 2026
S2|F4 – Matthias Arndt – Von kleinen Anfängen und einer Scheune voller Kunst
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ spricht Gudrun Ketterer mit dem Galeristen, Berater und Sammler Matthias Arndt. Sein Weg führt vom Berlin der Nachwendezeit bis zum Aufbau einer eigenen Sammlung, die er gemeinsam mit seiner Frau Tiffany Wood-Arndt entwickelt und an verschiedenen Orten mit anderen teilt – unter anderem in der ARNDT Artbarn in Cape Schanck.
Was verändert sich, wenn Kunst nicht weiterverkauft werden soll, sondern bleiben darf? Und warum zieht ihn gerade das an, was er noch nicht versteht? Zwischen Künstlerfreundschaften, persönlichen Entdeckungen und Plänen für eine alte Ölpresse auf Samos erzählt Arndt, wie Neugier zum Lebensantrieb wird und weshalb zur Kunst auch Räume für Begegnungen gehören.
22 Sept 2026
S2|F3 – Robert Ramsauer – Über Kunst sammeln als Ausgleich und einen kleinen Banksy
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ besucht Gudrun Ketterer den Sammler Robert Ramsauer in seiner Pariser Wohnung. Was mit frühen Banksy-Käufen in London begann, entwickelte sich zu einer Leidenschaft, die weit über die eigenen vier Wände hinausreicht.
Im Gespräch geht es um das Vertrauen in den eigenen Blick, um die Nähe zu Künstlerinnen und Künstlern und um einen Kunstmarkt im Wandel. Ramsauer erzählt, warum ihn das Entdecken immer neuer Positionen antreibt – und weshalb zum Sammeln für ihn auch gehört, Kunst und Begegnungen möglich zu machen.
15 Sept 2026
S2|F2 – Sabine Langen-Crasemann und Karla Zerressen – Über eine vererbte Leidenschaft und einen Dubuffet als Spielplatz
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ besucht Gudrun Ketterer Sabine Langen-Crasemann und ihre Tochter Karla Zerressen in der Langen Foundation. Aus der Sammelleidenschaft von Viktor und Marianne Langen ist eine Aufgabe geworden, die mehrere Generationen verbindet.
Ein Gemälde, das zur „Tante“ wird, eine Skulptur als Spielplatz: Persönliche Erinnerungen erzählen davon, wie selbstverständlich Kunst zum Familienleben gehört. Das Gespräch führt von diesem Aufwachsen mit Kunst zur Verantwortung für ein öffentliches Ausstellungshaus – und zur Frage, wie man ein Erbe lebendig hält und zugleich Raum für Neues schafft.
15 Sept 2026
S2|F2 – Jan Fischer – Über die Kunst des Umbruchs und die Neugier auf morgen
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ spricht Gudrun Ketterer mit dem Sammler und Unternehmer Jan Fischer über Kunst in Zeiten des Umbruchs. Seine Interessen reichen von der Neuen Sachlichkeit bis zu zeitgenössischen Projekten an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie.
Was fasziniert ihn an der Aufbruchsstimmung der 1920er-Jahre? Und welche Freiräume brauchen Künstlerinnen und Künstler heute? Zwischen seiner privaten Sammlung und dem Engagement für die LAS Art Foundation wird deutlich, warum Fischer Kunst nicht nur entdecken und bewahren, sondern auch neue Möglichkeiten für sie schaffen möchte.
25 Mar 2026
Folge 5 - Ein Apfelbaum in der Nachmittagssonne. Eine falsche Signatur. Und ein zorniger Ernst Ludwig Kirchner.
In dieser Folge von „Woher kommt die Kunst?“ geht es um ein ungewöhnliches Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner „Dorfstraße mit Apfelbäumen“ (1907) – und um die Frau, die es ohne sein Wissen verkaufte: Erna Schilling.
Schritt für Schritt beleuchtet die Recherche von Dr. Agnes Thum und ihrem Team bei Ketterer Kunst eine Provenienzgeschichte über Zweifel, Entdeckungen und darüber, wie selbst ungeliebte Werke ihren Platz in der Kunstgeschichte finden.
18 Mar 2026
Folge 4 - Ein kalter Winter. Eine kränkelnde Else Lasker-Schüler. Und eine Auktion voller Flops.
In dieser Folge von „Woher kommt die Kunst?“ führt die Provenienzrecherche von Otto Muellers „Hockende (Kniender weiblicher Akt)“ (1912) zu Else Lasker-Schüler.
1913 organisieren Freunde der verarmten Dichterin eine Benefizauktion. Unter den gespendeten Werken befindet sich auch ein Blatt des Expressionisten Otto Mueller.
Was danach mit dieser Arbeit geschieht, führt durch Kunstsalons, Museumsdepots und sogar Verwechslungen in der Harry-Fischer-Liste und der Datenbank der „Entarteten Kunst" der Freien Universität Berlin. Die Provenienzforschung von Ketterer Kunst konnte das Werk wieder richtig zuordnen.
18 Mar 2026
Folge 3 - Eine Villa im Berliner Westend. Ein enteigneter Fabrikant. Und ein Gemälde von Erich Heckel.
In dieser Folge von „Woher kommt die Kunst?“ führt die Spurensuche ausgehend von Erich Heckels „Schleuse“ (1913) zur Familie Buchthal und ihrer spektakulären Villa, in der die Avantgarde der 1920er-Jahre ein- und ausgeht.
Die Recherche führt zurück in eine Zeit, in der sich das Leben der Familie dramatisch verändert: Verfolgung, erzwungene Verkäufe und die Flucht ins Exil. Schritt für Schritt wird sichtbar, wie sich die Spur eines einzelnen Bildes durch diese Brüche zieht – und wie es gelingt, seine Geschichte nach so langer Zeit wieder zusammenzusetzen.
11 Mar 2026
Folge 2 - Ein Japaner in der Weimarer Republik. Eine Zeichnung von Otto Dix. Und ein Bild von Karl Schmidt-Rottluff.
In dieser Folge von „Woher kommt die Kunst?“, dem Podcast von Ketterer Kunst, geht es um das Gemälde „Junger Wald und Sonne“ (1920) von Karl Schmidt-Rottluff.
Die Provenienzrecherche führt von einer jüdischen Arztfamilie in Berlin über einen rätselhaften Hinweis nach Japan – und schließlich zu einem japanischen Sammler, der in der Weimarer Republik mitten in der Avantgarde-Szene verkehrte.
Eine überraschende Spurensuche über Kontinente hinweg – und ein spektakulärer Fund in einem japanischen Zeitungsarchiv.
6 Mar 2026
Folge 1 - Ein Schuss, ein Stich – und ein Meisterwerk, das fast 100 Jahre verschwindet.
In der ersten Folge von „Woher kommt die Kunst?“ erzählen Kunstjournalistin Tanja Beuthien und Provenienzforscherin Agnes Thum die spektakuläre Geschichte von Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Tanz im Varieté“ (1911).
Vom Dresdner Nachtleben der Künstlergruppe Brücke über das Verschwinden des Werks nach 1923, seine dramatische Beschädigung in den letzten Kriegstagen 1945 bis hin zur sensationellen Wiederentdeckung 2024 – diese Episode zeigt, dass Kunstwerke nicht nur gemalt, sondern gelebt werden.
Eine fesselnde Reise durch Expressionismus, NS-Zeit, Provenienzforschung und einen Auktionsrekord, der Kunstgeschichte schrieb.
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