Working Class ist der Podcast der Unia-Zeitung work. Die Hosts Anne-Sophie Zbinden und Parzival Meister sprechen mit ihren Gästen über Arbeitskämpfe, frauen- und arbeiterfeindliche Politik, schwindende Kaufkraft, stagnierende Löhne,... zusammengefasst über alles, was die arbeitende Bevölkerung beschäftigt.
#9: Er flüchtete mit 16 in die Schweiz – und hat seither drei Berufe erlernt
Zuerst Kinderbetreuer, dann Bus- und Tramchauffeur und jetzt noch selbstständiger Barber: Ayaz Ismail hat mit 27 Jahren schon eine spannende berufliche Laufbahn hinter sich. Das beeindruckt noch mehr, wenn man bedenkt, dass er erst als 16-Jähriger in die Schweiz kam – ganz allein und ohne Sprachkenntnisse.
Was hat Ayaz Ismail bei seinem Weg über die Balkanroute in die Schweiz alles erlebt? Wie hat er so schnell die Sprache gelernt, um eine Ausbildung zu absolvieren? Und was sagt er zu den Arbeitsbedingungen in den Branchen, in den er tätig war und ist?
Darüber spricht er in der neuen Episode von «Working Class – die Stimme der Büez» mit Co-Host Parzival Meister.
9 Jul 2026
#8: Der harte Alltag einer Gastro-Büezerin
Lange Tage, viele Schritte, tiefe Löhne: Der Arbeitsalltag in der Gastronomie ist hart. Doch auch wenn die Arbeitsbedingungen im Service dringend Verbesserungen brauchen, spürt man bei Jacqueline Nguyen, dass sie ihren Job mit Leidenschaft ausführt. Die 27-jährige Bernerin arbeitet seit neun Jahren als Servicefachfrau und ist zu Gast in der neusten Ausgabe des work-Podcasts «Working Class – die Stimme der Büez».
Im Gespräch mit Co-Host Parzival Meister erzählt sie, wie sie mit den physischen Auswirkungen ihres Jobs umgeht, welches Trinkgeld sie für angemessen hält und was es in ihr auslöst, wenn Gäste ihre Grenzen nicht kennen.
Jacqueline Nguyen spricht auch über die schönen Seiten ihres Berufs, welche Fähigkeiten dabei wichtig sind und wie sie stets versucht, den Gästen einen schönen Abend zu bereiten. Sie sagt aber auch deutlich: Diesen Job werde sie nicht bis zur Pensionierung ausüben können. Es muss sich etwas ändern.
Dem ist sich auch die Gewerkschaft Unia bewusst. Sie befindet sich aktuell in den Verhandlungen für einen neuen Landesgesamtarbeitsvertrags für das Gastgewerbe. Dieser GAV ist der grösste in der Schweiz, er regelt die Arbeitsbedingungen von rund 250'000 Büezerinnen und Büezern.
4 Jun 2026
#7: So kämpft die Unia gegen Lohndumping
Die Chaos-Initiative der SVP, über die wir am 14. Juni 2026 abstimmen, ist eine Gefahr für unsere Löhne. Sie öffnet Tür und Tor für prekäre Arbeitsbedingungen bei mieser Bezahlung. Wie das denn? Erklärtes Ziel der SVP ist es, das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU und damit die flankierenden Massnahmen zu beerdigen. Und damit würden die Instrumente wegfallen, mit denen die Gewerkschaften Lohndumping bekämpfen, wenn Firmen aus dem Ausland ihre Arbeiterinnen und Arbeiter in die Schweiz entsenden.
Einer, der sich in diesem Thema sehr gut auskennt, ist Lucien Robischon. Er ist Gewerkschaftssekretär bei der Unia Aargau-Nordwestschweiz und im Präsidium des Gewerkschaftsbunds beider Basel. Im Grenzgebiet zu Deutschland und Frankreich trifft der Gewerkschafter oft auf Handwerkerinnen und Handwerker, die für ihre Arbeit in der Schweiz nicht ordentlich bezahlt werden und damit auch das Lohnniveau in der Schweiz drücken.
In der neusten Ausgabe des work-Podcasts «Working Class – die Stimme der Büez» spricht er mit Co-Host Parzival Meister über Baustellenkontrollen und die Gefahr der SVP-Initiative.
22 May 2026
#6: Die grossen Lügen hinter der SVP-Initiative
Am 14. Juni stimmt die Schweiz über so genannte «Nachhaltigkeits»-Initiative der SVP ab. Sie verspricht: weniger Ausländer, mehr Wohlstand für alle. Das Gegenteil ist wahr. Wer Ja zur Initiative stimmt, stimmt für tiefere Löhne, tiefere Renten, höhere Krankenkassenprämien und mindestens so teure Mieten wie heute. Und es gibt noch eine weitere Lüge: Mit der «Keine 10-Millionen-Schweiz!»-Initiative will die SVP nicht weniger Menschen im Land, sondern mehr Menschen mit weniger Rechten. Sie würde uns in die düstere Zeit des Saisonnierstatuts zurückkatapultierten. Eine Zeit, in der Diskriminierung gefördert und Familien auseinandergerissen wurden.
Wieso die Initiative die Bevölkerungszahl nicht wirklich beschränkt, wie das die Löhne von allen angreift und was sonst noch alles hinter der grünen Tarnung dieser SVP-Initiative lauert, darüber reden wir in der neusten Folge des Podcasts «Working Class – die Stimme der Büez». Co-Host Parzival Meister empfängt im Studio work-Autor Clemens Studer, der seit Jahrzehnten über die nationale Politik in der Schweiz berichtet und den Rechten immer dann auf die Finger haut, wenn sie gegen Büezerinnen und Büezer politisieren.
Ausführliche Analysen findet ihr auch in unserem Dossier zum Thema: https://www.workzeitung.ch/dossier/chaos-initiative/
27 Apr 2026
#5: Pflege am Limit: Wann handelt die Politik endlich?
Seit der Annahme der Pflegeinitiative 2021 ist zu wenig passiert. Notwendige Veränderungen werden von der rechts-bürgerlichen Mehrheit im Parlament blockiert, während in der Pflege weiterhin Mittel fehlen. Fachkräfte arbeiten am Limit, fallen wegen Stress und psychischer Belastung aus oder verlassen den Beruf ganz. So steuern wir direkt auf einen Pflegenotstand zu.
Was braucht es jetzt konkret? Und was muss die Politik endlich liefern?
Darüber spricht Parzival Meister, Co-Host dieses Podcasts und Redaktor der Unia-Zeitung work, mit Anna Meier, Unia-Teamleiterin Tertiär Bern / Oberaargau-Emmental.
5 Mar 2026
#4: Gleichstellung? Nein, die haben wir noch nicht erreicht!
Der 8. März ist der internationale Tag der Frauenrechte. Aber Gleichstellung haben wir noch nicht erreicht. Auch in der Schweiz nicht. Manchmal hat man sogar das Gefühl, es geht nicht vor-, sondern rückwärts. Was bedeutet das für Frauen in der Arbeitswelt? Und Familien, bei denen beide Partner arbeiten müssen, weil ein Lohn zum Leben nicht reicht?
Anne-Sophie Zbinden, Co-Host dieses Podcasts und Chefredaktorin von work, vertieft das Thema mit Leena Schmitter, Sektorleiterin Tertiär, Historikerin und Geschlechterforscherin.
2 Feb 2026
#3: Vorurteile, Belastung, Kampf um den freien Sonntag: Lauras Realität im Detailhandel
Laura Gonzalez Martinez ist Verkäuferin in Zürich und engagierte Gewerkschafterin bei der Unia. In ihrer Kolumne «Laura mal laut» in der workzeitung schreibt sie über ihren Berufsalltag, Feminismus, Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz und vieles mehr.
Jetzt ist sie im Podcast «Working Class» zu Gast. Co-Host Anne-Sophie Zbinden spricht mit ihr über Vorurteile im Detailhandel, Arbeitsbedingungen, Belästigung und die aktuellen politischen Angriffe auf die freien Sonntage.
Moderation: Anne-Sophie Zbinden, Chefredaktorin work | Podcast-Gast: Laura Gonzalez Martinez | Video und Schnitt: Julia Neukomm
Mehr zu Lauras Kolumne findest du hier: https://www.workzeitung.ch/kategorie/kolumnen/laura-mal-laut/
8 Jan 2026
#2: Tausende Franken zurückerkämpft! Eine Büezerin lässt sich nicht unterkriegen
Weil sie schwanger wurde, warf ihr Chef sie aus Job und Wohnung und drohte mit Gewalt. Ein Typ notabene, der zu Hause offen eine Pump-Action-Schrotflinte rumstehen liess. Auch schuldete er ihr noch eine ganze Menge Geld. Doch die 37jährige Erma liess sich nicht unterkriegen. Sie holte sich Hilfe bei der Unia und ging gemeinsam mit der Gewerkschaft gegen den Ostschweizer Magenbrot-Händler Roger Rohner (57) vor. Mit Erfolg: Vor kurzem erhielt sie eine Auszahlung von 16'700 Franken. Sie ist überzeugt, dass bald auch die letzte Tranche ihres unterschlagenen Lohnes überwiesen wird. Total rund 20'000 Franken sind das laut Berechnungen der Unia.
Jonas Komposch, der stellvertretende Chefredaktor von work, hat den Fall recherchiert. Bei «Working Class – die Stimme der Büez» erzählt er Podcast-Co-Host Parzival Meister die Geschichte eines rücksichtslosen Rüpel-Chefs, die mit einem Happy End für die mutige Arbeiterin Erma endet.
Mehr zu dieser Geschichte und zu weiteren erfolgreichen Arbeitskämpfen gibt es unter diesem Link: https://www.workzeitung.ch/2025/12/erfolgreicher-kampf-gegen-ruepel-chefs-und-abzocker-buden/
4 Dec 2025
#1: Rekordtiefe Geburtenrate – bürgerliche Politik hat versagt
Im Durchschnitt kommen in der Schweiz nur noch 1,29 Kinder pro Frau zur Welt. Das ist eine rekordtiefe Geburtenrate. Wir liegen damit klar unter dem EU-Schnitt von 1,42 Kinder pro Frau. Hinzu kommt: Heute geben im Vergleich zu 2013 drei Mal mehr junge Erwachsene an, dass sie gar keine Kinder haben wollen.
Was steckt hinter diesen Zahlen? Wir reden darüber in der ersten Ausgabe des neuen Podcasts "Working Class" der Unia-Zeitung work.
Das Gespräch führen die beiden Co-Hosts des Podcasts, Anne-Sophie Zbinden und Parzival Meister.
Schnell wird klar: In diesen Zahlen widerspiegelt sich das Versagen der bürgerlichen Politikerinnen und Politiker in der Schweiz, die zwar davon reden, Familien zu unterstützen, in Wahrheit aber das Gegenteil tun.
Angefangen beim Finanziellen: Mit ihrer Politik für die Reichen lassen die Bürgerlichen die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung schwinden. Und junge Familien müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie sich überhaupt mehrere Kinder leisten können. Hinzu kommt: Es gibt einen nachgewiesenen Babyknick in der Schweiz. Verheiratete Frauen mit Kindern verdienen ganze 21 Prozent weniger als verheiratete Väter. Das liegt auch daran, dass die Löhne in typischen Frauenbranchen schlichtweg zu tief sind.
Ein wichtiges Thema ist die Care-Arbeit: Sie wird systematisch abgewertet, bekommt zu wenig Wertschätzung und wird nach wie vor hauptsächlich von den Frauen erledigt.
Zudem:
- Das Betreuungsangebot in der Schweiz ist zu klein und zu teuer.
- Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist schwierig.
- Mutter- und Vaterschaftsurlaub sind im europäischen Vergleich ein Witz.
Was muss sich ändern? Das Gespräch bietet konstruktive Kritik und zeigt Lösungsansätze auf.
Mehr zum Thema unter diesen Links:
Die rekordtiefe Geburtenrate: https://www.workzeitung.ch/2025/11/die-schweiz-hat-eine-rekordtiefe-geburtenrate/
Das sagen die Mütter: https://www.workzeitung.ch/2025/11/ich-wollte-mehr-als-ein-kind-aber-das-liegt-finanziell-nicht-drin/)
Die Mutterschaftsstrafe: https://www.workzeitung.ch/2025/09/mutterschaftsstrafe-bundesrat-bestaetigt-baby-knick/
Reach and audience
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