Marc Hasselbach ist nicht nur Digitalexperte – er ist Unternehmer, Macher, Kämpfer. Vom Sozialarbeiter zum Medienpädagogen, vom Einzelkämpfer zum Multiplikator: Er weiß, wie es ist, sich in der digitalen Welt durchzubeißen – ohne Plan, ohne Budget, aber mit Haltung.
Dieser Podcast richtet sich an alle, die im digitalen Wandel nicht untergehen, sondern wachsen wollen – egal ob als Soloselbstständige, Handwerksbetrieb oder soziale Einrichtung. Mit direkter Sprache, klarer Haltung und ohne Bullshit zeigt Marc, wie Digitalisierung funktioniert, wenn man keine Zeit für Bullshit hat.
Der Name ist Programm: "Zerhackt" steht für die radikale Vereinfachung komplexer Themen. "Hochgefahren" für den Mut, sich zu transformieren. Marc bringt über 500 Podcast-Episoden Erfahrung mit – und vor allem: echtes Unternehmerblut.
Pack deine Koffer – wir warten auf dich: Warum Betriebe endlich anders einladen müssen
In dieser Episode von Zerhackt und Hochgefahren widmen wir uns einem gewaltigen Widerspruch. Über 30.000 junge Menschen unter 25 Jahren sind allein in Baden-Württemberg arbeitslos gemeldet – und gleichzeitig klagen Handwerk, Pflege und soziale Einrichtungen ununterbrochen darüber, dass sie niemanden finden. Sind die jungen Leute von heute wirklich nur "faul"? Definitiv nicht.
Wir sprechen darüber, warum die klassische Stellenanzeige auf junge Menschen oft wie eine arrogante Zugangsprüfung wirkt und wer die Talente stattdessen anzieht. Ob Universitäten, Konzerne oder die Verlockungen der digitalen Gig-Economy – Betriebe konkurrieren heute mit völlig anderen Lebensmodellen und Freiheitsversprechen. Zudem beleuchten wir die harten Barrieren, die in der Debatte oft übersehen werden: fehlender bezahlbarer Wohnraum, mangelnde Mobilität und der immense Druck beim Berufseinstieg.
Doch es gibt handfeste Lösungen. Wie wird aus einer offenen Stelle eine echte Einladung? Warum kann ein unperfektes, kleines Social-Media-Studio im Handwerksbetrieb oder der sozialen Einrichtung ein starkes Symbol für echte Mitgestaltung und Augenhöhe sein? Und welche fünf einfachen Fragen sich kleine Betriebe schon morgen stellen können, ohne ein riesiges Recruiting-Budget aufzubringen?
Hört rein und erfahrt, warum wir beim Fachkräftemangel vielleicht nicht zwingend falsch suchen, sondern oft einfach nur falsch einladen.
2 Oct 2026
Der Lindenstraße-Effekt: Wie Menschen an eurer Arbeit teilhaben
Ihr habt eine Webseite. Instagram ist auch da, vielleicht noch LinkedIn. Und trotzdem habt ihr das Gefühl, irgendwie nicht richtig vorzukommen?
In dieser Folge geht's um digitale Sichtbarkeit. Und zwar nicht um die Frage „Was sollen wir posten?“, sondern um eine ganz andere: Was habt ihr eigentlich zu sagen? Und was habt ihr zu zeigen?
Marc erzählt, warum ihn Scheckfotos, Teamtag-Bilder und „Wir freuen uns sehr …“-Posts so nerven. Er erklärt, was er mit dem Lindenstraße-Effekt und dem Blechnapf meint. An drei Beispielen aus Sozialer Arbeit, Handwerk und Landwirtschaft zeigt er, dass das Material für gute Inhalte längst da ist: in der Werkstatt, auf dem Hof, in der Teambesprechung.
Es geht auch um die Grenze. Nicht alles, was echt ist, gehört ins Internet. Gerade wenn ihr mit Menschen in schwierigen Situationen arbeitet.
Und Marc erzählt ehrlich, wie es bei ZenDiT selbst läuft. Dieses Jahr bei null im Fediverse gestartet, heute rund achtzig Menschen pro Plattform und etwa hundert regelmäßige Hörer:innen im Podcast. Klingt nach wenig? Ist es nicht.
Zum Schluss gibt's eine einfache Übung, mit der ihr morgen anfangen könnt.
18 Sept 2026
Nicht noch eine App: Wo ist der digitale Raum für Selbsthilfe?
Worum es in dieser Folge geht
Die Pandemie hat digitale Selbsthilfe in Deutschland beschleunigt. Sie hat die Präsenzgruppe aber nicht ersetzt. Digitale und hybride Formen können Menschen erreichen, wenn lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Sorgearbeit, Schichtarbeit oder fehlende lokale Gruppen eine Teilnahme vor Ort erschweren. Gleichzeitig schaffen sie neue Hürden: Technik, fehlende Privatsphäre, unklare Datenverarbeitung und die Frage, wer einen digitalen Raum wirklich trägt.
Im Mittelpunkt steht deshalb nicht der nächste Toolvergleich. Es geht um die Frage, was aus einem Video-Link, einem Chat oder einer Community einen vertrauensvollen Raum macht. Eine digitale Selbsthilfegruppe braucht mehr als funktionierende Software: verlässliche Menschen, klare Regeln, geschützten Zugang, möglichst wenige personenbezogene Daten, Teilhabe ohne Kamerazwang und Unterstützung im Hintergrund.
Die Folge blickt besonders auf die Suchtselbsthilfe. Öffentliche Kommunikation, Podcasts und Social Media können Scham verringern und erste Orientierung geben. Professionelle digitale Suchtberatung kann beim nächsten Schritt helfen. Beides ist jedoch nicht dasselbe wie eine geschützte Selbsthilfegruppe, in der Betroffene und Angehörige sich regelmäßig und auf Augenhöhe austauschen.
Themen dieser Episode
Was Corona in der digitalen Selbsthilfe dauerhaft verändert hat
Warum digitale Selbsthilfe Präsenz erweitert, aber nicht ersetzt
Die Unterschiede zwischen Selbsthilfegruppe, Community, Podcast und professioneller Beratung
Warum Suchtselbsthilfe ein besonderer Prüfstein für digitale Räume ist
Datenschutz als Beziehungsschutz: Zugang, Pseudonyme, Screenshots und Vertraulichkeit
Warum ein bekanntes Tool noch kein Vertrauensraum ist
Die Vision eines digitalen dritten Raums für Selbsthilfe
Zentrale Gedanken zum Mitnehmen
Ein Link ist noch kein Raum.
Datenschutz ist in der Selbsthilfe nicht nur Bürokratie. Er schützt Beziehungen und die Freiheit, etwas Persönliches sagen zu können.
Öffentliche Sichtbarkeit kann eine Brücke sein. Geschützter Austausch braucht einen anderen Ort.
Selbsthilfe braucht digital nicht mehr Funktionen, sondern mehr Verlässlichkeit.
Weiterführende Informationen
NAKOS: Digitale Selbsthilfe (https://digitale-selbsthilfe.de/verstehen/digitale-selbsthilfe/)
NAKOS: Datenbank für digitale Selbsthilfegruppen und Communities (https://digitale-selbsthilfe.de/finden/datenbank-digitale-selbsthilfegruppen/)
gesund.bund.de: Digitale Selbsthilfe (https://gesund.bund.de/digitale-selbsthilfe)
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Digitale Angebote der Sucht-Selbsthilfe (https://www.dhs.de/suchthilfe/sucht-selbsthilfe/sucht-selbsthilfe-app/)
DigiSucht: Professionelle digitale Suchtberatung (https://www.suchtberatung.digital/)
DHS: „Digitale Brücken“ – Podcasts und Social Media in der Sucht-Selbsthilfe (https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/digitale-bruecken/Abschlussbericht_Digitale_Bruecken.pdf)
NAKOS-Handreichung: Digitale Treffen von Selbsthilfegruppen (https://www.nakos.de/data/Fachpublikationen/2021/NAKOS-Handreichung-2021-Digitale-Selbsthilfe.pdf)
Reach and audience
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