Zweieinhalb Sonderpädagogen beschäftigt sich mit systemischer Pädagogik und einem etwas anderen Blick auf Schule, Unterricht und Beziehungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Verhalten entsteht und welche Rolle unsere eigenen Haltungen, Annahmen und Interaktionen dabei spielen. Es geht um Widerstand, Beziehungsgestaltung, Selbstwert, Selbstwirksamkeit, den eigenen „Rucksack“ und Wertschätzung – praxisnah, reflektiert und mit Blick auf die Herausforderungen des Schulalltags. Wir sind Horst, David und Donatus alle 3 Lehrer an einem SBBZ Lernen in Baden-Württemberg.
07 – Hör auf zu ziehen! Wie Veränderungsneutralität Schüler dabei unterstützt, eigene Ziele zu entwickeln | Systemische Pädagogik
Als Lehrkräfte haben wir klare Ziele: Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler lernen, sich entwickeln und ihren Bildungsweg erfolgreich gestalten. Doch was passiert, wenn sie ganz andere Ziele haben – oder überhaupt keine Lust auf das, was wir ihnen anbieten?
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum der Versuch, Schülerinnen und Schüler mit Druck, Noten und Belohnungen in eine bestimmte Richtung zu ziehen, häufig anstrengend ist und nur kurzfristig funktioniert. Wir beschäftigen uns mit dem systemischen Konzept der Veränderungsneutralität und der Frage, wie wir Schüler ernst nehmen können, ohne unsere pädagogischen Ziele aus den Augen zu verlieren.
Dabei geht es um intrinsische Motivation, Selbstwirksamkeit und die Bedeutung eigener Entscheidungen. Anhand des Bildes vom Tauziehen und einer T-Kreuzung zeigen wir, wie Lehrkräfte neue Möglichkeitsräume eröffnen und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern individuelle Ziele entwickeln können.
Eine Folge über unterschiedliche Zielvorstellungen, festgefahrene Machtkämpfe und die Frage, wie Veränderung entstehen kann, wenn wir aufhören zu ziehen und anfangen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
5 Oct 2026
06 – Ein Nein als Ja zur Beziehung - Regeln, Grenzen und Konsequenzen | Systemische Pädagogik
Regeln aufstellen, Grenzen setzen, Konsequenzen einfordern – und dabei trotzdem eine gute Beziehung zu Schülerinnen und Schülern aufrechterhalten. Geht das überhaupt zusammen?
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum es als Lehrkraft manchmal so schwerfällt, konsequent „Nein“ zu sagen. Wir kennen die Sorge: Was, wenn der Schüler mich danach nicht mehr mag? Was, wenn die Beziehung darunter leidet? Und was passiert, wenn wir aus Angst vor Ablehnung zu lange Dinge laufen lassen?
Wir schauen uns klassische Maßnahmen wie Nachsitzen, Strafarbeiten oder Maßnahmen nach § 90 Schulgesetz an und fragen, wie nachhaltig diese eigentlich sind. Dennkurzfristig kann Druck für Ruhe sorgen – eine langfristige Verhaltensänderung entsteht dadurch aber nicht unbedingt.
Stattdessen geht es um Klarheit, Transparenz und die Verantwortung von Lehrkräften: Regeln müssen verständlich sein, Konsequenzen nachvollziehbar und Grenzen Konsequent eingefordert werden. Dabei bedeutet Konsequenz nicht Wut, Abwertung oder einenKampf um Macht. Ein „Nein“ kann klar sein, ohne die Beziehung abzuwerten.
Mit dabei sind ein Polizist an der roten Ampel, ein Verkehrsübungsplatz und eine etwasungewöhnliche Geschichte über eine Disco. Wir sprechen darüber, warum Schülerinnen und Schüler klare Grenzen durchaus akzeptieren können – und warum es manchmal wichtiger ist, ernst genommen zu werden, als unbedingt gemocht zu werden.
Eine Folge über Regeln, Grenzen und Konsequenzen – undüber die Frage, warum ein klares „Nein“ manchmal genau das sein kann, was eine tragfähige Beziehung braucht.
28 Sept 2026
05 – Das Klassenzimmer als Mobile – Warum wir systemisch denken müssen | Systemische Pädagogik
Warum stört ein Schüler eigentlich? Warum macht eine Schülerin nicht mit? Und was verändert sich, wenn wir nicht nur isoliert auf das Verhalten von Schülerinnen und Schülern schauen, sondern auf das ganze System, in das dieses Verhalten eingebettet ist?
In dieser Folge schauen wir genauer darauf, was systemische Pädagogik eigentlich bedeutet. Das Klassenzimmer als Mobile hilft uns dabei, Schule einmal anders zu betrachten: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Schulleitung und viele weitere Faktoren beziehungsweise Elemente sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.
Dabei geht es um die Frage, wie unsere eigene „Brille“ bestimmt, was wir wahrnehmen und wie wir Verhalten bewerten. Denn als Lehrkräfte stehen wir nicht außerhalb des Systems – wir sind selbst Teil davon. Das kann herausfordernd sein, eröffnet aber gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten.
Wir sprechen darüber, warum störendes Verhalten auch als Hinweis verstanden werden kann, warum es sich lohnt, den Kontext mitzudenken und weshalb systemisches Denken weniger ein Werkzeugkasten mit fertigen Lösungen ist als eine Haltung, die sich mit der Zeit entwickelt.
Eine Folge über den Perspektivwechsel, die Komplexität von Schule und die Frage, was sich verändert, wenn wir nicht nur fragen: „Was macht der Schüler da?“, sondern auch: „Was passiert hier eigentlich gerade im System?“
21 Sept 2026
04 - Mehr Wertschätzung! – Stärken sehen, ohne Schwierigkeiten zu übersehen | Systemische Pädagogik
Was passiert, wenn wir vor allem benennen, was nicht funktioniert?
In dieser Folge geht es um Wertschätzung im Schulalltag und darum, wie wir Schülerinnen und Schüler auf ihre Stärken aufmerksam machen können, ohne Schwierigkeitenoder Konflikte zu ignorieren.
Wir sprechen über die sogenannte 5-zu-1-Regel, über positive und korrigierende Rückmeldungen und darüber, warum Wertschätzung keine rosarote Brille und kein Laissez-faire ist.
Gerade bei herausforderndem Verhalten kann sich etwas verändern, wenn Schülerinnen und Schüler nicht ausschließlich über ihre Defizite und Probleme wahrgenommen werden.
Eine Folge über Beziehungsarbeit, wirksame Rückmeldungen und die Frage, warum es manchmal einen entscheidenden Unterschied macht, bewusst zu benennen, was bereits gelingt.
14 Sept 2026
03 - Der Rucksack im Klassenzimmer: Wie Erfahrungen und Glaubenssätze deinen Unterricht beeinflussen | Systemische Pädagogik
Wir alle tragen einen Rucksack mit uns herum – gefüllt mit Erfahrungen, Überzeugungen, Glaubenssätzen und Verletzungen.
Aber was davon nehmen wir eigentlich mit ins Klassenzimmer?
In dieser Folge geht es um persönliche Muster, Selbstwert, Perfektionismus und Fehlerfreundlichkeit. Wir sprechen darüber, warum wir manchmal auf Schülerinnen und Schüler reagieren, ohne zu merken, welche eigenen Erfahrungen undÜberzeugungen dabei unser Handeln beeinflussen.
Außerdem geht es um den „Mut zur Mittelmäßigkeit“, die Schwierigkeit, Nein zu sagen, und die Frage, wann kollegialer Austausch hilfreich ist – und wann Supervision oderandere professionelle Unterstützung sinnvoll sein kann.
Eine Folge über Selbstreflexion und den Mut, den eigenen Rucksack einmal vom Rücken zu nehmen und hineinzuschauen.
7 Sept 2026
02 - Schüler im Widerstand - Was, wenn er einen guten Grund hat? | Systemische Pädagogik
Ein Schüler verweigert die Mitarbeit, provoziert oder macht einfach nicht mit. Schnell entsteht der Eindruck: Der ist schwierig.
Aber was, wenn sein Verhalten aus seiner Sicht einen guten Grund hat?
In dieser Folge sprechen wir über Widerstand, Zuschreibungen und die Frage, wie unsere eigene Haltung die Beziehung zu Schülerinnen und Schülern beeinflusst. Wir beschäftigen uns mit positiven und negativen Hypothesen und damit, warum Verhalten manchmal völlig anders aussieht, wenn wir den Kontext kennen.
Mit dabei: ein Geburtstagskuchen, ein Marsmobil und eine besondere Begegnung im Westfalenstadion.
Eine Folge über Perspektivwechsel, die Bedeutung von Kontext – und die Frage, ob Widerstand manchmal etwas ist, das wir verstehen sollten, bevor wir versuchen, es zu verändern.
1 Sept 2026
01 – Warum guter Unterricht allein nicht immer reicht | Systemische Pädagogik
Der Unterricht ist gut vorbereitet – und trotzdem läuft es nicht. Schülerinnen und Schüler machen nicht mit, Konflikte entstehen und irgendwann stellt sich die Frage: „Was mache ich eigentlich falsch?“
In unserer ersten Folge erklären wir, warum wir den Podcast „Zweieinhalb Sonderpädagogen“ machen und weshalb uns die systemische Pädagogik im Schulalltag so überzeugt.
Wir sprechen über die Grenzen von Methodik und Didaktik, über Beziehung, Selbstwirksamkeit und das Gefühl, als Lehrkraft manchmal allein vor schwierigen Situationen zu stehen.
Eine Folge über die Frage, was gute Pädagogik neben gutem Unterricht noch braucht – und warum es manchmal hilft, nicht nur auf die Schülerinnen und Schüler zu schauen, sondern auch auf sich selbst.
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