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Bauchgewühl - Kunst, Kreativität & Intuition

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by Sarah Tschanun

5.0(5 reviews)
13 episodes
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Podcast Overview

Bauchgewühl ist ein Projekt, das Intuition auf direktem Weg erforschen will. Es soll auch dazu inspirieren, sich durch und mit Kunst und Kreativität der eigenen Intuition zu öffnen. Im Bauchgewühl-Podcast erzählen Künstlerinnen und Künstler, wie sie selbst den Weg zur Intuition finden. Wie sich Intuition für sie anfühlt; was in ihnen passiert, wenn sie im kreativen Prozess sind; wie sie es schaffen in einer Welt, in der nur das Rationale zählt, bei sich selbst, dem eigenen Inneren zu bleiben und welche Bedeutung die Intuition, die man auch Ur-Vertrauen nennen könnte, in ihrem Leben hat.

Language

🇩🇪

Publishing Since

5/31/2023

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Recent Episodes

Episode thumbnail for Absolut nichts ist absolut

July 22, 2024

Absolut nichts ist absolut

<p>Dass Sarah Niecke Künstlerin geworden ist, kam ziemlich zufällig. So zufällig, dass es eigentlich gar kein zufälliger Zufall gewesen sein kann. Ihr Weg begann mit viel Widerstand, als sogenannte schwierige Schülerin. Keiner konnte mir wirklich erklären, warum ich tun soll, was ich tun sollte, sagt sie. Bis heute hinterfragt sie die Dinge und übernimmt nicht einfach, was die rationale Effizienzlogik diktiert.</p> <p>Bis sie ihren Weg zum Kunststudium gefunden hat, waren aber erst noch verschiedene Ausbildungen (wie zB. zur Karosseriebauerin) und das Ausleben einiger innerer Widerständigkeiten nötig. Das hat sich gelohnt, denn ihre Kunstwerke sind enorm ausdrucksstark, auf skurrile Weise ästhetisch und erscheinen oft wie nicht von dieser Welt.</p> <p>Die wundersamen Bilder und Videos, die sich zum Beispiel in der preisgekrönten Arbeit "alphazero vs. alphazero" finden, wirken wie ein Märchen aus der Zukunft, strahlen weibliche Stärke und einen ironisch-philosophischen Blick auf das Leben aus. Sie erzählt, wie sie ihre Vorstellung von einer KI, die in einem trostlosen Raum immer wieder gegen sich selbst antritt, um sich zu trainieren, inspiriert hat. Und wie sie genau dieses Szenario sogar selbst in der analogen Welt ausprobiert hat.</p> <p>In ihren Video- und Fotoarbeiten spielt auch ihr eigener Körper oft eine zentrale Rolle. Dabei empfindet sie dieses körperliche Ausprobieren, nicht als zur Schaustellung, sondern eher als Forschungsgebiet, auf das sie neugierig ist. Für sie ist der Ausdruck über Worte viel intimer und tiefgehender.</p> <p>Obwohl sie schon einige Kunst-Preise abgeräumt hat, arbeitet sie in der Betreuung von jungen Wohnungslosen als Sozialpädagogin. Sie betont, wie genervt sie davon ist, wenn KünstlerInnen meinen, mit ihrer Kunst Menschen aus ihrem Elend retten zu können. Das ist einfach Quatsch, sagt sie, denn aus Erfahrung weiß sie, wie weit weg das Privileg der künstlerischen Arbeit von der Lebensrealität sozial benachteiligter Menschen ist.</p> <p>Ein solcher Job in Vollzeit kann einem auch schon mal "die Schuhe ausziehen" erzählt sie und spricht ganz offen von ihrer Burn-Out-Phase. Gemeinsam entdecken wir, wie unterschiedlich sich diese für uns darstellen und anfühlen können. Denn antriebslos war sie auch in dieser Zeit nie, obwohl das ja die klassische stereotypisierte Wahrnehmung von Depressionen ist. Sie erklärt ihre ganz spezielle Art, mit den Tiefphasen des Lebens umzugehen und wir fragen uns, wie sie ihre Strategie, die eigentlich gar keine explizite Strategie ist, unbewusst entwickelt hat.</p> <p>Dass gesellschaftlich gesehen, alles eine gewisse Effizienz nachweisen muss, beobachtet sie schon lange, ohne es selbst in ihr Leben integrieren zu wollen. Deshalb diskutieren wir immer wieder über die große Frage, ob die Fluidität von allem nicht doch viel sinnhafter ist als eine erzwungene Starrheit oder lineare Richtung. Und natürlich gibt es auch in Sarah's Leben Alltagssituationen, in denen sie das, was im Inneren vorgeht, erst mal zurückdrängen muss. In Gespräch gibt sie preis, wie sie das für sich selbst ausgleicht und sie sogar tiefste Tiefphasen auf eine fast genussvolle Art durchleiden kann.</p> <p>Hört unbedingt rein, denn Sarah spricht völlig locker-flockig und unerschrocken über hoch philosophische Themen und ihre spannende, bisherige Lebensgeschichte. </p> <p></p>

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March 19, 2024

Suchen statt zu finden

<p>Armin Rohr ist seit rund 30 Jahren erfolgreicher Künstler und sieht es nach wie vor als Privileg an, jeden Tag in sein Atelier gehen und malen zu können. Dass er frei malen wollte, bemerkte er schon Ende der 80er, als er sein Grafikdesign-Studium in Saarbrücken abschloss. Er verdiente dann zwar ganz gut, quälte sich aber auch öfter mal durch Aufträge. Je weniger frei er bei diesen arbeiten durfte, umso weniger angenehm war es für ihn.</p> <p>Armin erzählt, warum er dann zunächst ein paar mal abgelehnt wurde an Kunsthochschulen und wie er nach dem Abschluss in Malerei vor der Entscheidung zwischen Sicherheit oder Wachstum stand. Denn die Galerie, die ihn vertrat, wünschte sich immer weitere Bilder im Armin-Rohr-Stil.</p> <p>Loslassen wirkt aus seiner Sicht oft heilsam, aber auch das Hadern und Zweifeln vor einer großen Entscheidung im Leben ist ganz menschlich und gehört einfach dazu. Das zu akzeptieren, ist gar nicht so einfach. Denn, um die für uns persönlich richtigen Entscheidungen zu finden, müssen wir selbst auch durch die Unsicherheits- und Angst-Gefühle, das kann uns niemand abnehmen.</p> <p>Wenn man als Maler in Saarbrücken bleiben will, muss man sich Strategien überlegen. Wie Armin, der sich auch über seine Kurse, die er an der Kunsthochschule gibt, finanziert. Ab und zu macht er sogar Porträt-Aufträge, bei denen aber schon klar ist, dass er sie so gestalten kann, wie er möchte und der Auftraggeber keine Vorgaben macht. Auch, wenn er immer wieder mit finanziellen Engpässen konfrontiert ist, wirkt er zufrieden und ausgeglichen und sagt: Hauptsache ich kann im Atelier sein, die Farben und Leinwände riechen und muss keinen Job machen, völlig fern von der Kunst.</p> <p>Beim Malen geht er eigentlich analytisch vor, trifft die konkreten Entscheidungen an der Leinwand aber intuitiv. Dabei bleibt er der Freude treu, was bedeutet, dass er thematisch dem folgt, was ihn gerade beschäftigt, was ihn erfasst. Eine nie endende Suche nach etwas, das nicht gefunden werden kann, weil es selbst für immer veränderlich bleibt.</p> <p>Maßstäbe gibt es ja keine, also wie stellt Armin fest, wann ein Bild gut oder schlecht, abgeschlossen oder unfertig ist? "Ich muss schon wieder machen, was ich will", beschreibt Armin lachend, dass er auch mal verzweifelte Momente im Atelier erlebt. Und wenn gar nichts mehr klappt, geht er spazieren.</p> <p>Über die Jahre hat er gelernt, dass er es nicht kontrollieren kann, wie seine Kunst ankommt und wie er dem Betrachter seine eigene Meinung lässt. Er versucht dem Blick von Außen keine Macht über das Selbstwertgefühl zu geben und findet sein Vertrauen eher in seiner eigenen Intuition. Wer anderes außer einem selbst sollte auch beurteilen können, ob ein Bild oder man selbst authentisch ist oder nicht?</p> <p>Hört unbedingt rein! Es wird hoch Lebens-philosophisch und keineswegs politisch ;)</p>

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December 26, 2023

Punk’s not dead

<p>Bei Detlef Schlagheck lebt dieser nämlich in seinen Ausstellungen und Kunstwerken weiter, auch wenn er die Jahre als Sänger der Punkband "Pommes Brutal" (deren feinsten Sound ihr nach unserem Gespräch hören könnte) längst hinter sich gelassen hat. Detlef führt als Kurator die Kieler Galerien On Space und K34 mit dem Verein K34 und ist Mitglied im Quarantäne Kollektiv (ja den Namen hatte das Kunstkollektiv schon lange vor Corona), das auch schon in Saarbrücken ausgestellt hat.&nbsp;&nbsp;</p> <p>Seine solidarischen Punk-Grundwerte erkennt man zum Beispiel in dem Kunstwerk „Aldi die schönen Sachen“ aus, das, wie er selber sagt, aufgrund seiner Ironie wirkt und hängen bleibt. Denn er hat einen simplen Aufsteller aus Pappe gebaut, der zwei Obdachlose zeigt, mit denen er sich in seiner früheren Galerie in einem alten Schlecker Laden angefreundet hat. Den Aufsteller hat er in einer Kunstausstellung platziert und damit auf einfache, humorvolle Art einen dramatischen Fakt angesprochen: Kunst wird immer noch viel oft als Teil der Hochkultur angesehen und ist damit nur einer bestimmten sozialen Schicht zugänglich ist. Detlef erzählt, wie er in seinem Studium an der Kunsthochschule dazu aufgefordert wurde, bloß keine zu direkte Aussage in seinen Bildern und Skulpturen auszudrücken. Und sich entschieden hat, dies nicht zu befolgen. Denn er möchte, dass seine Kunst auch ohne jede Vorbildung eine Wirkung hat. Kunstwerken, die reine Ästhetik verkörpern und die nur über viele Deutungs-Ecken in hochtrabender Sprache gedeutet werden können, empfindet er als “blutleer” und geprägt von „ängstlicher Formsprache“.</p> <p>Für ihn war es deshalb auch ein wichtiger Erfolg, dass er die beiden obdachlosen User, die auf dem Aufsteller von hinten und in Lebensgröße zu sehen sind, damals dazu bringen konnte, sich in die Galerie hinein zu trauen. Er erinnert sich daran, wie die beiden zu einer Vernissage gekommen sind, bei der sonst eher Bildungsbürger anwesend waren. "Zombie", einer der beiden hat bei der Eröffnungsrede „ständig dazwischen gequatscht“. „Ey Zombie halt mal fresse, lass mich mal zu Ende erzählen“, hat aber schnell gewirkt, erzählt Detlef amüsiert, denn die leicht pikierten VernissagebesucherInnen mussten ebenfalls grinsen. Zwei Welten, die aufeinander treffen, sich befremdlich vorkommen, aber freundlich aufeinander reagieren. Und genauso wünscht sich Detlef das auch, denn Kunst ist für ein lebendiger, gemeinsamer, sich entwickelnder Organismus.</p> <p>Er beschreibt sich selbst als extrem geprägt von der DIY (Do it yourself) Bewegung, deren Arbeitsweise er teils auch in seine unheimlich, figürlich und dennoch zerfließend lebendig wirkenden Skulpturen einwirken lässt.&nbsp; Beim Erbauen der Skulpturen wie den „Leviathan“ startete er mit einem Holzgerüst, einer Art Skelett, die der Hülle aus schwarzem Plastik, seine Form verleiht. Dabei ist es ein hin und her zwischen Intuition, die ihn beim Formieren der Holzstücke leitet und dem rationalen Wissen, über zum Beispiel Statik oder wie er ein bestimmtes Stück anbringen muss, um diese oder jene Form-Vorstellung hinzubekommen. Intuition beschreibt er als Gefühl der Ahnung, als unkontrollierbar. Der Zufall ist für ihn ein Teil der Intuition. Detlef erklärt, wie er gelernt hat, diese für viele Menschen unangenehme, teils sogar angsteinflößende Unkontrollierbarkeit des Lebens wertzuschätzen: Wenn etwas nicht nach Plan läuft, sieht er dies als Zufall, der ihn in eine neue Richtung inspiriert, „ein Wink von außen“ und nicht als Hürde. Denn man kann wochenlang über etwas nachdenken und kommt dennoch nie auf das, was eine scheinbar zufällige, intuitive Erfahrung vermitteln kann.</p>

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What is Bauchgewühl - Kunst, Kreativität & Intuition?

Bauchgewühl ist ein Projekt, das Intuition auf direktem Weg erforschen will. Es soll auch dazu inspirieren, sich durch und mit Kunst und Kreativität der eigenen Intuition zu öffnen.

Im Bauchgewühl-Podcast erzählen Künstlerinnen und Künstler, wie sie selbst den Weg zur Intuition finden. Wie sich Intuition für sie anfühlt; was in ihnen passiert, wenn sie im kreativen Prozess sind; wie sie es schaffen in einer Welt, in der nur das Rationale zählt, bei sich selbst, dem eigenen Inneren zu bleiben und welche Bedeutung die Intuition, die man auch Ur-Vertrauen nennen könnte, in ihrem Leben hat.

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