Glaubenswert. Gespräche über einen ehrlichen und hoffnungsvollen Glauben mit Lukas Amstutz und Martin Benz vom Bildungszentrum Bienenberg.
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Meilensteine & Wendepunkte 6: Die Kraft der Gewohnheiten – Warum Wissen allein uns nicht verändert
Meilensteine & Wendepunkte 6: Die Kraft der Gewohnheiten – Warum Wissen allein uns nicht verändert
Wir kennen es alle: Wir hören eine mitreissende Predigt, lesen ein inspirierendes Buch oder fassen an Silvester gute Vorsätze – doch wenige Wochen später ist der Elan verpufft. Selbst Paulus klagte schon im Römerbrief: «Das Gute, das ich will, tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.» Braucht es für gelingende Nachfolge wirklich nur eiserne Willensstärke – oder greift unser traditionelles Bildungsverständnis schlicht zu kurz?
In der Abschlussfolge der Staffel über persönliche Meilensteine und Wendepunkte sprechen Lukas Amstutz und Martin Benz über einen zentralen Wendepunkt im Glaubensleben: die bildende Kraft von Gewohnheiten und Alltagsritualen.
Ausgehend von Gedanken des Philosophen James K. A. Smith hinterfragen die beiden das klassisch-aufklärerische Menschenbild («Ich denke, also bin ich»). Wir Menschen sind nicht bloss denkende Informationsverarbeiter, sondern liebende, sehnende Wesen. Oft formt nicht unser Denken unser Handeln, sondern umgekehrt: Unsere gelebte Praxis prägt unser Denken, Fühlen und Begehren.
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Meilensteine & Wendepunkte 5: Menschlichkeit - Erlösung heisst Menschwerdung
Was bedeutet es eigentlich, Mensch zu sein? Oft wird das «Menschsein» im christlichen Kontext mit Schwachheit, Fehlerhaftigkeit oder Sünde gleichgesetzt. In dieser Folge sprechen Lukas Amstutz und Martin Benz über einen zentralen Meilenstein im Denken und Glauben: die Wiederentdeckung der Menschlichkeit.
Ausgelöst durch ein bewegendes Zitat der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer – «Wir mussten erst wieder Menschen werden» –, reflektieren sie über gegenwärtige Tendenzen der Entmenschlichung in Politik und Gesellschaft sowie über die theologische Tiefe der Menschwerdung Gottes. Warum Jesus sich vor allem «Menschensohn» nannte, weshalb Frömmigkeit niemals auf Kosten von Mitmenschlichkeit gelebt werden darf und warum Kirche eine «Schule der Menschlichkeit» sein sollte, erfährst du in diesem Gespräch.
Wichtige Zitate:
«Gott hat am Anfang nicht gesagt: ‚Lasst uns Gläubige machen‘, sondern: ‚Lasst uns Menschen machen.’»
«Sünde ist nicht das Menschliche an uns, sondern das Unmenschliche. Im Menschsein spiegelt sich Gottes Charakter wider.»
«Gott geht es nicht ums Christwerden, sondern ums Menschwerden. Christwerden ist nur der Weg dahin.»
«Kirche darf nicht nur eine Schule des Göttlichen sein – sie muss eine Schule der Menschlichkeit werden.»
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8 Oct 2026
Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot
Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot
Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot
Was bedeutet es eigentlich, «berufen» zu sein? Für viele Menschen – gerade im freikirchlich-christlichen Kontext – löst das Wort Berufung eher Stress, Versagensängste und immensen Druck aus als Freude. Es schwingt die Frage mit: Was ist der eine, grosse Plan Gottes für mein Leben, und was passiert, wenn ich ihn verfehle?
In dieser Folge der Staffel Meilensteine & Wendepunkte teilt Lukas Amstutz, wie sich sein Verständnis von Berufung von einem quälenden Leistungsauftrag hin zu einem befreienden Beziehungsangebot gewandelt hat. Gemeinsam mit Martin Benz beleuchtet er, warum Nachfolge nichts mit Heldengeschichten zu tun hat, wieso die Trennung zwischen «geistlichen» und «weltlichen» Berufen überholt ist und wie die Zusage an Abraham – «Du wirst ein Segen sein» – auch heute jeden Alltag prägen kann.
Die Kernpunkte der Folge:
1. Berufung als Stressfaktor der Jugend: In Jugendjahren war der Begriff oft mit Vollzeitdienst oder Missionseinsätzen verknüpft, was die ständige Sorge erzeugte, Gottes Willen zu verpassen.
2. Gott als rufendes Gegenüber: Die Einsicht, dass im Wort Berufung der Ruf steckt: Gott wünscht sich Beziehung und Kommunikation mit dem Menschen, statt bloss Aufgaben zu verteilen.
3. Die Berufenen Jesu Christi: Im Neuen Testament (besonders bei Paulus) werden alle Glaubenden als «Berufene» angeredet – Berufung ist kein Privileg für geistliche Helden.
4. Buchimpuls von Magnus Malm: Gott braucht keine Helden half Lukas Amstutz zu verstehen, dass Jesu Ruf schlicht lautet: «Kommt her, folgt mir nach!»
5. Geistlich vs. weltlich aufgelöst: Ein Beruf ist an sich weder weltlich noch geistlich; entscheidend ist die Haltung und die Art und Weise, wie man ihn lebt.
6. Kulturauftrag und Abrahams Berufung: Jeder Lebensort – ob Pfarramt, Handwerk, Lehre oder das Dasein als Mutter am Wickeltisch – ist ein Ort, an dem man Gottes Segen und Menschlichkeit in die Welt bringen kann.
7. Grundsätzliche vs. spezifische Berufung: Die grundlegende Berufung zur Nachfolge Jesu bleibt stabil, während sich spezifische Aufgaben, Berufsfelder und Rollen im Lauf des Lebens verändern dürfen.
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