Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Heiligenschein
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
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🇩🇪
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1/7/2024
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July 14, 2026
14. Juli: Kamillus von Lellis
<p>Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.</p><p>Während der Schlacht von Solferino 1859 beobachtete der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant, der zufällig in der Gegend war, dass die einzigen, die sich um die Verletzten kümmerten, Ordensmänner waren, die sich dabei selbst in Todesgefahr begaben.</p><p><br></p><p><strong>Kamillus von Lellis: Inspiration für Henry Dunant</strong></p><p>Weithin sichtbar waren auf ihren schwarzen Kutten rote Kreuze. Henry Dunant beschloss, eine Hilfsorganisation zu gründen, und das rote Kreuz der Ordensmänner als Symbol zu wählen. Der Gründer des Ordens war der Italiener Kamillus von Lellis.</p><p><br></p><p><strong>Der Lebenswandel des Kamillus von Lellis</strong></p><p>Er kam 1550 Pescara als Sohn eines Offiziers zur Welt. Nach einer Karriere in der Kirche sah es bei ihm lange nicht aus. Er war Soldat, spielsüchtig und cholerisch. Seinen Soldatendienst musste er wegen einer chronischen Wunde am Fuß aufgeben. Seine Spielsucht kostete ihn buchstäblich sein letztes Hemd, und seine Zornausbrüche seine Stelle in einem römischen Krankenhaus.</p><p>Mit 24 Jahren wurde Kamillus gläubig und änderte seinen Lebensstil radikal. Er wurde Krankenpfleger und Priester. Die herkömmliche Krankenpflege war ihm aber nicht ausreichend. Er gründete daher mit 32 Jahren einen Orden, der heute nach ihm Kamillianer genannt wird. Seine Mitglieder pflegen Kranke auch unter Lebensgefahr.</p><p><br></p><p>Bernadette Spitzer<br>Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.<br>Wiener Dom-Verlag.<br>ISBN: 978-3-85351-294-4</p><p>Erhältlich im <a href="https://www.erzdioezese-wien.at/unit/domverlag/shop/detail/shop.item/821.html">Webshop des Wiener Dom-Verlags</a>.</p>

July 6, 2026
6. Juli: Selige Maria Theresia Gräfin Ledochowska
<p>Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.</p><p>Im Heiligenlexikon steht unterhalb des Namens der heutigen Seligen: Deckname Alexander Halka. Diesen brauchte sie, weil sie Autorin und Verlegerin war und als Frau zu ihrer Zeit nicht ernst genommen worden wäre. Und einen Orden hat sie nebenbei auch gegründet.</p><p><strong>Mutter Afrikas: Maria Theresia Gräfin Ledochowska brennt für Afrika</strong></p><p>Ihr richtiger Name war Maria Theresia Gräfin Ledochowska. Die Schriften, die sie verfasste und in ihrem eigenen Verlag herausgab, hatten alle ein Thema: Afrika. Ledochowska brannte für Afrika und die Abschaffung der Sklaverei und hat den Beinamen „Mutter Afrikas“ erhalten. Wie kam es dazu, dass die österreichische Adelige mit polnischen Wurzeln aus Loosdorf bei Melk diesen internationalen Titel erhielt?</p><p><strong>Maria Theresia Ledochowska: Von der Hofdame zur Ordensgründerin</strong></p><p>Ledochwska kam 1863 zur Welt. Mit 22 Jahren trat sie in den Dienst der Großherzogin Alice von Toskana in Salzburg. Kurz darauf hörte sie von Kardinal Charles Lavigerie, der sich gegen die Sklaverei einsetzte, und verließ den Hof, um sich dem Fundraising für die Mission zu widmen. Sie sammelte Mitarbeiterinnen um sich. Daraus entstand eine Vereinigung zum Kampf gegen die Sklaverei in Afrika, aus der der Orden der Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver wurde; deren Aufgabe war die finanzielle Unterstützung der Missionare, und die Herausgabe religiöser Bücher in afrikanischen Sprachen; dafür wurde im Missionshaus Maria Sorg in Bergheim bei Salzburg eine eigene Druckerei errichtet.</p><p><strong>Mit Medien gegen die Sklaverei</strong></p><p>Maria Theresia Ledochowska war ein Marketinggenie. 1899 verfasste sie das Drama: „Zaida“, in dem sie die Folgen der Sklaverei vor allem für Frauen thematisierte. Sie gab Zeitschriften heraus und kuratierte Wanderausstellungen, um über das Leben in Afrika und vor allem über die Sklaverei zu informieren. Sie organisierte mehrtätige Informationsveranstaltungen und hielt Vorträge, was für eine Frau ihrer Zeit sehr ungewöhnlich war. Doch auch nach Afrika gingen Schriften, denn Maria Theresia gab Schulbücher in Hunderten afrikanischen Sprachen heraus. Die Zeitschrift „Echo aus Afrika“ erscheint seit 1920.</p><p>Und so wurde aus der Gräfin und Missionsnärrin auch noch die „Mutter Afrikas“, die selbst nie in Afrika war. Maria Theresia Ledochowska starb mit 59 am 6. Juli 1922 in Rom und wurde 1975 seliggesprochen. Ihre Schwester Ursula ist übrigens eine Heilige. Aber das ist eine andere Geschichte, nämlich die vom 29. Mai.</p><p><br></p><p><strong>Bernadette Spitzer</strong>Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4</p><p>Erhältlich im <a href="https://www.erzdioezese-wien.at/unit/domverlag/shop/detail/shop.item/821.html" target="_blank" rel="ugc noopener noreferrer">Webshop des Wiener Dom-Verlags</a>.</p><p><br></p>

June 29, 2026
29. Juni: Seliger Ramon Lull
<p>Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.</p><p>Ramon Llull wollte im 13. Jahrhundert mithilfe einer Maschine die Existenz Gottes beweisen. Im 20. Jahrhundert übersetzten Programmierer seine Regeln in Computersprache und stellten fest, dass sie funktionierten. Ramon Llull war ein um 1232 in Palma de Mallorca geborener Adeliger, der auf dem königlichen Hof lebte, sich der Dichtkunst widmete, Ehemann und Vater zweier Kinder war. </p><p><strong>Ramon richtete sein Leben neu aus</strong></p><p>Mit 31 Jahren kam die Wende: Vier Christusvisionen ließen Ramon sein Leben neu ausrichten und den Weg der Mission einschlagen. Er wurde Laienmitglied der Franziskaner, studierte Arabisch, Philosophie, Medizin und Theologie. Darüber hinaus verfasste er fast 300 Werke, darunter viele Dichtungen und das meist in seiner Muttersprache katalanisch.</p><p><strong>Ramon und der erste Computer</strong></p><p>Mit seinem Hauptwerk, der Ars Magna, wollte er zur Bekehrung mithilfe der Vernunft beitragen. Die von ihm konstruierte Maschine bestand aus sieben Scheiben, die verschiedene religiöse Begriffe oder Zahlen trugen. Das Drehen der Scheiben ergab immer wieder andere Verknüpfungen und wird als erster Computer eingestuft. Er starb mit etwa 83, wurde zunächst als Ketzer verurteilt und 1847 schließlich seliggesprochen.</p><p><br /></p><p><strong>Bernadette Spitzer</strong><br />Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.<br />Wiener Dom-Verlag.<br />ISBN: 978-3-85351-294-4</p><p>Erhältlich im <a href="https://www.erzdioezese-wien.at/unit/domverlag/shop/detail/shop.item/821.html" target="_blank" rel="ugc noopener noreferrer">Webshop des Wiener Dom-Verlags</a>.</p>
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