Relevant, aktuell, vielseitig: Der «Kulturplatz Talk» ist das Gesprächsformat rund um Gesellschafts- und Kulturthemen.
«Kulturplatz Talk» will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. Hier kommen Stimmen aus Literatur, Musik, Kunst und Gesellschaft zu Wort. Persönlich, pointiert und nah an der Gegenwart – der «Kulturplatz Talk» sucht den Dialog mitten im Leben und bringt Kultur ins Gespräch. Montag bis Freitag auf Radio SRF 2 Kultur.
1954 wird ein Rundfunk-Hit zum Zankapfel der Intellektuellen – Gotthelf-Hörspiele auf Berndeutsch begeistern zwar die Schweiz, gehen Literaturdozenten in der Adaption aber zu weit. Simon Leuthold ist mit einer skurrilen Rundfunk-Geschichte im Kulturplatz-Talk bei Rahel Giger.
5 Nov 2026
Route 66: Warum die «Mother Road» unsterblich ist
Die Route 66 ist der Asphalt gewordene Traum von Freiheit. Bis heute lockt die Strasse, die einmal quer durch die USA führt, zahlreiche Reisende. Dabei verfällt sie immer mehr. Britta Spichiger spricht mit Host Felix Münger über Geschichte, Faszination und Zukunft der Route 66.
Sie führte Wirtschaftsflüchtlinge Richtung Westen, war Symbol des Autobooms und wurde zur Bühne unzähliger Romane, Filme und Songs: die Route 66. Zum 100. Geburtstag der legendären Fernstrasse zeichnet Britta Spichiger ihre Geschichte nach. Im Gespräch geht es um John Steinbecks «Früchte des Zorns», Bruce Springsteens «The Ghost of Tom Joad», den Mythos der Freiheit und die Frage, weshalb die alte «Mother Road» bis heute Reisende aus aller Welt anzieht. Ist der Mythos der Strasse heute mehr als ein Symbol der USA, die es im heutigen Trump-Amerika nicht mehr gibt?
4 Nov 2026
Sebastian Castellio: Die Stimme der Toleranz
Sebastian Castellio (1515–1563) war ein Vordenker für Toleranz und Menschenrechte. Lange galt er als vergessen. Seine Schriften waren verboten. Jetzt werden die Texte wiederentdeckt. Host Felix Münger spricht mit der Theologin Judith Wipfler über das Vermächtnis des Denkers für unsere Zeit.
Er stellte sich gegen die Verfolgung von Andersdenkenden und kritisierte die Hinrichtung von sogenannten Ketzern zu einer Zeit, als religiöse Abweichungen lebensgefährlich sein konnten. Sebastian Castellio gilt heute als einer der wichtigsten Vordenker von Toleranz und Gewissensfreiheit. Er vertrat die Ansicht, dass niemand das Recht habe, andere aufgrund abweichender theologischer Meinungen zu verfolgen. Castellio bewegte sich zwischen Reformation und Humanismus, ging auf Konfrontationskurs mit Johannes Calvin, wurde zum Verfolgten – und schuf ein geistiges Werk, das in unserer zunehmend polarisierten Gesellschaft wieder an Dringlichkeit gewonnen hat.
Buchhinweise:
- Christine Christ-von Wedel, Uwe Plath u.a. (Hg.): Sebastian Castellio (1515–1563). Ein Lesebuch. Schwabe, 2026.
- Christine Christ-von Wedel: Sebastian Castellio zwischen Mittelalter, Reformation und Humanismus. Eine Darstellung seiner Toleranzideen im Dialog mit Figuren des Basler Münsters. Schwabe, 2026.
- Uwe Plath (Hg.) | Sebastian Castellio. De haereticis non puniendis – Ketzer dürfen nicht bestraft werden, Schwabe, 2026.
Veranstaltungsreihe «Freiheit des Denkens. Castellio in Basel» der Internationalen Castellio Gesellschaft.
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