Über Depressionen reden hilft, die Krankheit besser zu verstehen. Mit Betroffenen, Angehörigen und vor allem mit Experten, wie in diesem Podcast. In jeder Folge wird ein anderer Aspekt der Erkrankung behandelt. Der Entertainer Harald Schmidt ist seit zwölf Jahren Schirmherr der "Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizid-Prävention" und fragt Betroffene, wie sie gelernt haben, mit einer Depression zu leben. Über Ursachen, Auslöser und Behandlungen klärt Ulrich Hegerl auf, er ist Vorsitzender der Stiftung und hat die Senckenberg-Professur an der Psychiatrie der Universität Frankfurt.
Bischof Wiesemann: "Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen"
Der Speyerer Bischof musste sich wegen einer Depression eine Auszeit von sieben Monaten nehmen und zwei Monate in einer Klinik behandeln lassen. Karl-Heinz Wiesemann erklärt im Live-Podcast "Raus aus der Depression" auf dem Deutschen Katholikentag in Würzburg, dass er schon längere Zeit die Grenzen seiner körperlichen und psychischen Belastbarkeit gespürt habe. Finanzprobleme und Änderungsprozesse im Bistum, vor allem aber der Missbrauchsskandal in der Kirche sei ihm dann so sehr an die Nieren gegangen, dass er krank geworden sei. "Ich habe gelernt, mit Ohnmachtserfahrungen umzugehen, Hilfe anzunehmen und mich auf das Positive, auf das Schöne in der Welt zu konzentrieren", erzählt der Bischof im Gespräch mit Entertainer Harald Schmidt. "Es war eine Zeit, die für mich nicht einfach, aber notwendig war", sagt der Bischof rückblickend. Während der Krankheitsphase seien ihm seine Schwächen und Grenzen, aber auch seine Stärken und Kraftquellen wieder deutlicher bewusst geworden. Sport, Kunst, Musik: Die Behandlung habe es geschafft, "meine kreativen Quellen wieder freizulegen", berichtet der 65-Jährige. Professor Ulrich Hegerl betont in dieser Folge erneut, dass es keine Schwäche sei, sich in einer beginnenden Depression möglichst schnell Hilfe von außen zu holen. "Depressionen sind eigenständige, schwere Erkrankungen und mehr als eine Reaktion auf schwierige Lebensumstände." Auch Bischof Wiesemann ermutigt Betroffene und Angehörige: "Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen." Hilfsadressen für Betroffene und Angehörige: Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Depression oder Suizidgedanken ist der Hausarzt, Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut. Deutschlandweites Info-Telefon Depression: 0800 33 44 5 33 (kostenfrei) Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression www.deutsche-depressionshilfe.de Hilfe und Beratung bei den sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter Fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch www.diskussionsforum-depression.de Für Angehörige www.bapk.de und www.familiencoach-depression.de Der Podcast ist eine Kooperation von NDR Info mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Podcast-Tipp: Wie geht's? mit Robin Gosens. Der Fußball-Profi spricht mit seinen Gästen alle zwei Wochen über mentale Gesundheit: https://1.ard.de/Wie-gehts_Podcast
28 Apr 2026
Jermaine Kothé: Kind einer schwer depressiven Mutter
Für ihn war die Teilnahme an „Germany’s Next Topmodel“ die beste Entscheidung seines Lebens - während es privat gerade sehr schlecht aussah: Jermaine Kothé ist der erste männliche Sieger der bekannten Castingshow. Und er ist der Sohn einer schwer depressiven Mutter, wie er im Podcast "Raus aus der Depression" erzählt. Es geht um den Suizidversuch seiner Mutter, die permanente Sorge um sie: "Du lebst immer mit dieser Angst, dass jetzt ein Anruf kommen könnte" - und das Spannungsverhältnis, als er sie einmal selbst in die Klinik gefahren hat: "Du fühlst dich ja so, als würdest du einer Person was Schlechtes tun, du würdest sie jetzt einsperren. Aber du machst ja eigentlich das Richtige". Inwiefern ihm selbst stetige Psychotherapie seit seinem 7. Lebensjahr hilft, wie er eigene Tiefphasen erkennt und überwindet und wie ihn die Teilnahme an "GNTM" auf mehreren Ebenen beflügelt hat, das erzählt Jermaine Kothé in dieser Folge. Mit seiner wissenschaftlichen Expertise zu Ursachen, Auslösern und Therapien der Depression liefert Professor Dr. Ulrich Hegerl wie immer Einordnungen, diesmal u.a. zum Rückfallrisiko unter medikamentöser Behandlung und zu neuen Depressions-Apps. Hegerl ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen. Hilfsadressen für Betroffene und Angehörige: Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Depression oder Suizidgedanken ist der Hausarzt, Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut. Deutschlandweites Info-Telefon Depression: 0800 33 44 5 33 (kostenfrei) Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression www.deutsche-depressionshilfe.de Hilfe und Beratung bei den sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter Fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch www.diskussionsforum-depression.de Für Angehörige www.bapk.de und www.familiencoach-depression.de Der Podcast ist eine Kooperation von NDR Info mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.
14 Apr 2026
Frank "Buschi" Buschmann: Mein Vater hat sich das Leben genommen
Er ist einer der bekanntesten Sportmoderatoren Deutschlands, mit sich im Reinen – doch in seiner Jugend musste Frank „Buschi“ Buschmann mit dem Suizid seines Vaters fertigwerden. Dass er diesen gar nicht so schnell und gut verarbeitet hat wie zunächst angenommen, erzählt er im Podcast „Raus aus der Depression“. Erst Jahrzehnte später ist dem ehemaligen Zweitliga-Basketballspieler klargeworden, wie alleingelassen er sich damals, 1983, gefühlt hat: „Entweder war das Thema Selbstmord eine Schande oder Sünde oder aber es war einfach ganz weit weg für viele Leute. Das war ja wie eine Begegnung mit einem Alien, diese Begegnung mit einem Suizid.“ Der Sportjournalist habe oft Scham empfunden – oder Wut auf unqualifizierte Kommentare á la „Da kann ja die Ehe nicht richtig gewesen sein“. Ihm als Sohn habe dies die Trauerarbeit sehr erschwert. In dieser Ausgabe spricht „Buschi“ auch über eigene Schuldgefühle und die ewige Frage nach dem „Warum?“ Mit seiner wissenschaftlichen Expertise zu Ursachen und Therapien der Depression liefert Professor Dr. Ulrich Hegerl wie immer Einordnungen und betont in Bezug auf Suizid deutlich: „Ich halte es für ganz, ganz wichtig, dass man sich das klar macht, dass das in aller Regel in Verbindung mit einer psychischen Erkrankung erfolgt und dass da der Hauptschuldige diese Erkrankung ist und nicht die Familie“. Hegerl ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen. Hilfsadressen für Betroffene und Angehörige: Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Depression oder Suizidgedanken ist der Hausarzt, Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut Deutschlandweites Info-Telefon Depression: 0800 33 44 5 33 (kostenfrei) Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression: www.deutsche-depressionshilfe.de Hilfe und Beratung bei den sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter Fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch: www.diskussionsforum-depression.de Für Angehörige: www.bapk.de und www.familiencoach-depression.de Verein Angehörige um Suizide (AGUS e.V.): www.agus-selbsthilfe.de/ Der Podcast ist eine Kooperation von NDR Info mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.
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