Recht abgedreht – Der Podcast zu Recht und Film entsteht am Münsteraner SFB 1385 "Recht und Literatur". In wechselnden Besetzungen besprechen wir Filme über Recht. Die Auswahl orientiert sich daran, ein möglichst breites Spektrum an Themen, Ländern und Filmemacher*innen abzubilden. Wir wählen aber nicht nur sehr unterschiedliche Filme aus, sondern diese Filme thematisieren Recht auch auf sehr unterschiedliche Weise. Wir stellen uns die Frage: Wie wird Recht in Filmen dargestellt und inszeniert? Jede Folge steht dabei für sich allein. Sie erscheinen ca. alle 2 Monate.

Recht abgedreht - Der Podcast zu Recht und Film
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Recht abgedreht – Der Podcast zu Recht und Film entsteht am Münsteraner SFB 1385 "Recht und Literatur". In wechselnden Besetzungen besprechen wir Filme über Recht. Die Auswahl orientiert sich daran, ein möglichst breites Spektrum an Themen, Ländern und Filmemacher*innen abzubilden. Wir wählen aber nicht nur sehr unterschiedliche Filme aus, sondern diese Filme thematisieren Recht auch auf sehr unterschiedliche Weise. Wir stellen uns die Frage: Wie wird Recht in Filmen dargestellt und inszeniert? Jede Folge steht dabei für sich allein. Sie erscheinen ca. alle 2 Monate.
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🇩🇪
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9/13/2021
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June 13, 2022
Klappe, die 4.: Als entlastet eingestuft.
<p>+++ Schirach in der DDR? +++ Blutschutzgesetz +++ Mörder in der Richterrobe +++ Unrecht durch Recht? +++ Entnazifizierung +++ Adenauers rechte Hand +++ ein Mensch mit weniger Recht +++ Persilschein +++ kommunistische Propaganda +++ Nazi-Kontinuitäten in der BRD +++ Entschädigungszahlungen +++ Gayot de Pitaval +++ Deutsches Rundfunkarchiv +++ Recht und Legitimität +++ Nichts für den Giftschrank.</p> <p>Als ‚Pitaval‘ reiht sich diese Serie des DDR-Fernsehens ein in eine lange Tradition der Verbrechenserzählung und der Prozessberichterstattung. Der ‚Staranwalt‘ der DDR, Friedrich Karl Kaul, präsentiert in dieser Folge ein Geschäftsmodell, das die Rezipient*innen auch heute noch an den Entnazifizierungsbemühungen der jungen BRD zweifeln und verzweifeln lässt. Angefangen mit einem Prozess in der Weimarer Republik zeichnet der Fernsehfilm eine deutsche Juristenkarriere nach, die in der politisch aufgeheizten Weimarer Republik ihren Anfang nimmt, die nationalsozialistische Diktatur zum eigenen Vorteil zu nutzen versteht und noch in der Bonner Republik opportunistisch mit dem (Meer-)Strom der Zeit schwimmt.</p> <p>Sprecher*innen: Daniel Arjomand, Kathrin Löhr, Marcus Schnetter und Sebastian Speth.</p> <p>Schnitt: Johannes Ueberfeldt</p> <p>Cover-Design: Julius Noack</p> <p>Intro: Johannes Ueberfeldt</p> <p>Paul Meerstrom (Wilfried Ortmann)<br> Frau Meerstrom (Gisela Winds-Bestehorn)<br> Dieter Meerstrom (Jörg Knochee)<br> Siegfried Gerson (Dieter Wien)<br> Recha Gerson (Berti Deutsch)<br> Julio Gerson (Ezard Haußmann)<br> Ignazio Skorny (Wolfgang Greese)<br> Dr. Ephraim (Klaus Mertens)<br> von Giese (Walter Jupé)<br> Hans Globke (Horst Preusker)<br> Drehbuch: Friedrich Karl Kaul und Walter Jupé.<br> Regie: Wolfgang Luderer.</p> <p><strong>Weiterführende Hinweise:</strong></p> <p>https://docplayer.org/19807069-Fernsehpitaval-nr-9-2006-fernseh-krimireihe-des-deutschen-fernsehfunks-fernsehen-der-ddr-1958-1978.html<br> Wilke, Thomas: „Es ist die Wirklichkeit, die wir Ihnen vorführen ...“. Friedrich Karl Kaul und die Sendereihe Weimarer Pitaval im Deutschen Fernsehfunk von 1958 bis 1962. In: Zwischen Experiment und Etablierung. Die Programmentwicklung des DDR-Fernsehens 1958 bis 1963, Hrsg. Claudia Dittmar und Susanne Vollberg. Leipzig 2007, S. 409–463.<br> https://www.fritz-bauer-institut.de/forschungsprojekte/friedrich-karl-kaul-und-die-rolle-der-ddr-in-westdeutschen-nsg-verfahren</p>

January 25, 2022
Klappe, die 3.: Rashomon
<p>+++ Wer war es (nicht)? +++ Was ist Wahrheit? +++ Wem kann man trauen? +++ Was bleibt am Ende? +++ Zu viele Gretchenfragen</p> <p><br> Kurosawas Kult-Film Rashomon beschäftigt nicht nur seit einiger Zeit Steven Spielberg, sondern auch uns. Das Meisterwerk der japanischen Filmkunst aus den 50er Jahren haben wir zum Anlass genommen, um über Fragen von Schuld, Verantwortung, Wahrheit und Perspektive zu diskutieren. Das alles vor dem Hintergrund eines meisterhaft komponierten Films, der (für seine Zeit) filmisch einiges zu bieten hat. Neben seiner Immersivität sind es die moralischen und normativen Fragen, die den Film für uns so spannend machen. Aber macht euch selbst ein Bild und hört (seht) rein!</p> <p>Sprecher*innen: Julius Noack, Johannes Ueberfeldt, Daniel Arjomand, Laura Wittmann</p> <p>Räuber Tajōmaru (Toshirō Mifune)<br> Masako, die Frau (Machiko Kyō)<br> Takehiro, der Samurai (Masayuki Mori)<br> Holzfäller (Takashi Shimura)<br> Mönch (Chiaki Minoru)<br> zuhörender Bürger/Dritter (Kichijiro Ueda)<br> Regie: Akira Kurosawa.Weiterführende Hinweise:</p> <p><br> <a href="https://cjc-online.ca/index.php/journal/article/view/3068" rel="noopener noreferrer" target="_blank">https://cjc-online.ca/index.php/journal/article/view/3068</a><br> <a href="https://www.thewrap.com/rashomon-series-adaptation-lands-at-hbo-max/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">https://www.thewrap.com/rashomon-series-adaptation-lands-at-hbo-max/</a><br> <a href="https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/filmbildung/filmkanon/43563/rashomon" rel="noopener noreferrer" target="_blank">https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/filmbildung/filmkanon/43563/rashomon</a></p>

November 17, 2021
Klappe, die 2.: Nader und Simin - Eine Trennung
<p>+++ Eine Entscheidung zwischen Vater und Mutter +++ Fatwa beim Imam-Telefon +++ Kleinigkeiten entscheiden über Schicksale +++ Starke Frauen, schwache Männer +++ Den Iran verlassen +++ Eine Abwärtsspirale +++ Recht löst keine Probleme +++ Waschmaschinen-Forensik +++ Im Zentrum steht das Treppenhaus +++ Können wir das entscheiden?</p> <p>Am Anfang steht eine Trennung. Simin möchte den Iran verlassen, weil sie im Ausland eine bessere Zukunft für ihre Tochter erwartet. Nader hingegen will Termeh nicht aus ihrer vertrauten Umgebung herausholen. Nach 14-jähriger Ehe lassen die beiden sich scheiden, aber was das für Termeh bedeutet, entscheidet der Richter nicht.</p> <p>Stattdessen: Türen, die geschlossen werden, Fensterscheiben, die zwischen Personen stehen, Trennwände allerorten. Kinder, die hinausgedrängt werden, Erwachsene, die einander wegdrängen, wegschubsen, bis hin zu einem Sturz, der vielleicht für eine Fehlgeburt verantwortlich ist. </p> <p>Überhaupt: Vielleicht. Neben den Trennungen wohl der andere Begriff des Films: Vielleicht ist Nader für die Fehlgeburt seiner Haushaltshelferin verantwortlich, weil er Razieh in Ärger aus seiner Wohnung geschubst hat. Vielleicht hat Razieh Geld gestohlen. Vielleicht tut sie etwas, das der Imam ihr verboten hat. Vielleicht aber ist sie auch unschuldig, hat versucht, allem gerecht zu werden, in einer Abfolge von Situationen, die ihr über den Kopf wachsen.</p> <p>Die Figuren suchen in diesen ganzen Fragen Antworten beim Recht. Entscheiden sollen Richter, die herangezogen werden, um das auseinanderzuziehen, was im Film immer mehr ineinander verstrickt wird. Aber zunehmend wird fraglich, ob das Recht imstande ist, die hier aufgeworfenen Probleme zur Zufriedenheit der Beteiligten überhaupt zu lösen. Regisseur Asghar Farhadi verhandelt in seinem Oscar-prämierten Drama Fragen nach Zugehörigkeit, und danach, warum Menschen voneinander getrennt sind: soziale Klasse, Religion, Geschlecht – Kategorien, die allesamt eine Rolle spielen. Aber auch sprachliche Unterschiede, Vorurteile, Schuld- und Schamgefühle separieren die Figuren in diesem Kammerspiel-artigen Film, der trotz der allegorischen, symbolischen Ausgestaltung mit einer sehr authentisch wirkenden, realistisch anmutenden Darstellung daherkommt, bis hin zur erfolgreichen Bedienung von Waschmaschinen.</p> <p>Die Diskussion lotet aus, welche Probleme und Fragen aufgerufen, aber nicht abgeschlossen werden, und wie der Film das Publikum so in die Rolle der Richtenden setzt, in einem Fall, der zwei Familien aus völlig unterschiedlichen sozialen Schichten in eine gleichzeitig sehr nahe und doch sehr entfremdete Begegnung bringt, mit allen Folgen, die das für die Beteiligten hat.</p> <p>Sprecher*innen: Gesine Heger, Marcus Schnetter, Sebastian Speth</p> <p>Schnitt: Johannes Ueberfeldt</p> <p>Cover-Design: Julius Noack</p> <p>Intro: Johannes Ueberfeldt</p> <p>Ǧodāī-ye Nāder az Sīmīn (2011) – Regie: Asghar Farhadi (dt. „Nader und Simin – Eine Trennung“)</p> <p>Ehefrau Simin (gespielt von Leila Hatami)<br> Ehemann Nader (gespielt von Peyman Moadi)<br> Tochter Termeh (gespielt von Sarina Farhadi)<br> Naders pflegebedürftiger Vater<br> (gespielt von Ali-Asghar Shahbazi)<br> Simins Mutter (gespielt von Shirin Yazdanbakhsh)<br> Haushaltshilfe Razieh (gespielt von Sareh Bayat)<br> ihr arbeitsloser Mann Hodjat (gespielt von Shahab Hosseini)<br> Richter (gespielt von Babak Karimi)</p> <p><strong>Weiterführende Hinweise:</strong></p> <p>Informationen des Schweizer Filmverleihs: https://www.trigon-film.org/de/movies/Nader_And_Simin/</p> <p>Felix Lenz: Beobachten und Urteilen. Filmische Form und Politik in Asghar Farhadis Nader und Simin - Eine Trennung. In: Film-Konzepte (2019) Nummer 55 (Asghar Farhadi), S. 49-70.</p>
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