July 12, 2026
Bundeswehrgeschädigter: Flashbacks, Dissoziation & PTBS nach Einsatz im Kriegsgebiet #95 Andreas
Triggerwarnung:
In dieser Folge geht es um Auslandseinsätze der Bundeswehr, Krieg, Massengräber, Minen, Brände, Beschuss, Anschläge, Tod, Suizid von Kameraden, Hinrichtungen, Gewalt gegen Zivilpersonen, PTBS, Flashbacks, Dissoziation, Albträume, Aggression, moralische Verletzung, familiäre Belastung und Todeswünsche. Hör die Folge nur, wenn du dich stabil genug fühlst.
Andreas ist ehemaliger Soldat. Mit 19 kommt er zur Bundeswehr, zunächst ohne den Plan, dort ein ganzes Berufsleben zu verbringen. Er ist gelernter Koch, findet bei der Bundeswehr Struktur, Halt und Kameradschaft. Später wird er Berufssoldat, arbeitet im militärischen Abschirmdienst in der Spionageabwehr und erlebt Auslandseinsätze im Kosovo und in Afghanistan.
In dieser Folge erzählt Andreas, was Krieg, Gewalt und Verantwortung mit einem Menschen machen. Er spricht über seinen ersten Einsatz im Kosovo 1999, über Massengräber, Minen, brennende Gebäude, zerstörte Orte und den Moment, in dem Deutschland für ihn nach der Rückkehr nicht mehr so sicher wirkt wie vorher.
Ab 2006 ist Andreas siebenmal in Afghanistan. In Kundus arbeitet er mit Quellen und Informanten, baut Netzwerke auf und trägt Verantwortung für Menschen, die der Bundeswehr vertrauen. Er berichtet von Angst, Beschuss, Demonstrationen, Bedrohungslagen, getöteten Kontakten und einem Kameraden, dessen Tod ihn bis heute begleitet.
Nach den Einsätzen verändert sich sein Leben. Andreas kann nachts nicht schlafen, braucht Kontrolle, reagiert schneller aggressiv, fühlt sich im Einsatz sicherer als zu Hause und erkennt später: Er lebt mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung.
Andreas spricht außerdem darüber, warum er heute offen über seine Erkrankung spricht, wie er andere Einsatzveteranen unterstützt und warum Scham, Stigmatisierung und fehlende Hilfe nach dem Dienst für viele Betroffene ein zusätzliches Problem sind.
Zeitstempel:
0:00:00 – 0:01:47: Triggerwarnung & Intro
0:01:47 – 0:10:39: Andreas’ Einstieg bei der Bundeswehrlaufbahn, militärischer Abschirmdienst, Spionageabwehr und Bedeutung von Kameradschaft
0:10:39 – 0:18:24: Identität, Struktur und der erste Auslandseinsatz im Kosovo
0:18:24 – 0:27:25: Aufgaben im Kosovo, Massengräber, Minen, brennende Schule und erste prägende Erfahrungen
0:27:25 – 0:34:53: Rückkehr aus dem Kosovo, fehlende psychologische Begleitung und der Weg Richtung Afghanistan
0:34:53 – 0:43:04: Afghanistan, Kundus, Auftrag, Informanten und Verantwortung für Quellen
0:43:04 – 0:52:26: Gewalt, Bedrohungslagen, Angst um das eigene Leben und Abschied von der Familie
0:52:26 – 1:02:20: Rückkehr nach Deutschland, Reizbarkeit, Kontrollzwang, getötete Informanten und moralische Verletzung
1:02:20 – 1:10:52: PTBS, fehlende Hilfe, familiäre Belastung, Flashbacks, Dissoziation und Regulationsstrategien
1:10:52 – 1:18:54: Offenheit, Stigmatisierung, Versorgungslücken und Kameradschaft unter Einsatzgeschädigten
1:18:54 – 1:24:17: Scham, Ausstieg aus der Bundeswehr, Ehrenamt, Kinder und mögliche Rückkehr in den Einsatz
1:24:17 – Ende: Warnzeichen, Unterstützung für Einsatzveteranen, Bund deutscher Einsatzveteranen, Zukunftswunsch und Verabschiedung
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