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Was mit Reisen

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Episode thumbnail for Lohs’ 007-Bond-Reiseführer Drehorte, Mythen, Reiseträume für Filmfans

June 21, 2026

Lohs’ 007-Bond-Reiseführer Drehorte, Mythen, Reiseträume für Filmfans

<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-523" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=150%2C150&#038;ssl=1" alt="" width="150" height="150" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=240%2C240&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=360%2C360&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=540%2C540&amp;ssl=1 540w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=720%2C720&amp;ssl=1 720w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=770%2C770&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=125%2C125&amp;ssl=1 125w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" />Die Gondel der alten Schilthornbahn schwankt leicht im Wind. Unter mir liegen über 200 Meter Nichts, in der Ferne die schroffen Zacken von Eiger, Mönch und Jungfrau, vor mir der Staubbach-Wasserfall. Mein Herzschlag dröhnt in den Ohren. Eigentlich bin ich hier oben auf dem „Piz Gloria“, um über die schon lange zurück liegenden Dreharbeiten zu „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ zu recherchieren für ein ZDF-Reisefeature über die Schweizer Jungfrau-Region.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <h4><b>Ein Sprung wie 007</b></h4> <p>Doch dann stehe ich plötzlich selbst da, das Bungee-Seil fest um die Knöchel gezurrt, und blicke in die Tiefe. In diesem Moment, kurz vor dem Absprung, ist da kein George Lazenby. Da ist nur dieser eine, irrsinnige Gedanke: Ein bisschen 007 steckt in uns allen. Wir wollen diese Gefahr, diesen Glamour, dieses „Überlebensgroße“…</p> <p>Ich bin gesprungen. Der freie Fall dauerte wahrscheinlich nur Sekunden, aber das Gefühl, ein Teil meiner Jugend-Filmgeschichte zu sein, hielt Tage an. Das ist die Macht des Filmtourismus. Er treibt uns an Orte, die wir ohne die Leinwand-Magie vielleicht nicht so recht gewürdigt hätten.</p> <div id="metaslider-id-11888" style="width: 100%; margin: 0 auto;" class="ml-slider-3-110-0 metaslider metaslider-flex metaslider-11888 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default-base" role="region" aria-label="Bungee" data-height="500" data-width="500"> <div id="metaslider_container_11888"> <div id="metaslider_11888"> <ul aria-live='off' class='slides'> <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-11889 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-06-21 00:07:48" data-filename="Schilthorn-Bungee-1-Wasmitreisen.jpeg" data-slide-type="image"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Schilthorn-Bungee-1-Wasmitreisen.jpeg?resize=500%2C500&#038;ssl=1" height="500" width="500" alt="" class="slider-11888 slide-11889 msDefaultImage" title="Schilthorn Bungee 1 Wasmitreisen" /></li> <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-11890 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-06-21 00:07:48" data-filename="Schilthorn-Bungee-2-Wasmitreisen.jpeg" data-slide-type="image"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Schilthorn-Bungee-2-Wasmitreisen.jpeg?resize=500%2C500&#038;ssl=1" height="500" width="500" alt="" class="slider-11888 slide-11890 msDefaultImage" title="Schilthorn Bungee 2 Wasmitreisen" /></li> </ul> </div> </div> </div> <p>Doch wer so viel reist, wie ich, lernt auch die Schattenseiten der Kinoträume kennen.</p> <p>&nbsp;</p> <h4><b>Wenn der Kinotraum Touristenfalle wird</b></h4> <p>Schnitt. Wechsel in die Andamanensee, Thailand. In meinem Kopf läuft das Duell zwischen Bond und Scaramanga aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Ich erwarte nach der Bootsfahrt eine massive, majestätische Festung, verborgen in einer einsamen Bucht einer dieser Napfkuchen-Inseln, für die diese Gegend so berühmt ist. Die Realität auf Khao Phing Kan ist dagegen ein Schlag ins Gesicht. Die „James-Bond-Insel“ ist eigentlich nur eine unbedeutende, klobige Felsnase, die aus dem Wasser ragt. Von Einsamkeit keine Spur: Dutzende Ausflugsboote umschwirren den Felsen wie lästige Mücken. Der Lärm der Schiffsmotoren übertönt jedes exotische Gezwitscher. Wo im Film Scaramangas Solarkollektoren glänzten, schwimmt heute Plastikmüll im türkisblauen Wasser. Es gibt keine wohltuende Perspektive mehr, keinen Winkel, in dem man das Handy-Display so halten kann, dass die 500 anderen Touristen im Hintergrund verschwinden.</p> <p>Manchmal ist der Drehort eben nur das: ein Ort, der durch die Linse eines genialen Kameramanns veredelt wurde, in der Wirklichkeit aber an seiner eigenen Berühmtheit erstickt.</p> <h4><b>Warum uns Bond-Orte magisch anziehen</b></h4> <p>Trotzdem lässt uns diese Sucht nicht los. Lange bevor es Instagram-Hotspots und TikTok-Challenges gab, waren es die großen Blockbuster, die uns sagten: „Da musst du hin!“ Bond-Filme waren für meine Generation das, was heute der Algorithmus ist – eine visuelle Verführung, die Weltkarte neu zu zeichnen. Ob es die Serpentinen am Furkapass sind, auf denen der Aston Martin DB5 seine Reifen quietschen ließ, oder die elegante Bar im Hotel Atlantic in Hamburg – wir suchen die Orte auf, um einem Stück von Bonds Souveränität näher zu kommen.</p> <h4><b>Verändert KI den Filmtourismus?</b></h4> <p>Wird das auch in Zukunft so sein? In Zeiten, in denen KI-generierte Film-Welten immer perfekter werden, stellt sich eine radikale Frage: Werden wir in zwanzig Jahren noch nach Jamaika oder in die Schweizer Alpen pilgern, wenn die großen Blockbuster künftig komplett im Studio am Rechner entstehen? Wenn das spektakuläre Bergpanorama nur noch aus Einsen und Nullen besteht und elektronisch in Computer-Farmen gerendert wurde? Verliert ein Ort seine Anziehungskraft, wenn er nie „echt“ war?</p> <p>Ich glaube: Nein. Aber der Film-Tourismus wird sich verändern. Wir werden vielleicht weniger die Kulisse suchen und mehr die Geschichte dahinter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <h4><b>Reiseführer für Bond-Fans und Weltenbummler</b></h4> <p>Genau hier setzt ein neues Kompendium an, das ich jedem Bond-Fan und Weltenbummler ans Herz legen möchte: Der (inoffizielle) James-Bond-Reiseführer von Cornelia Lohs.</p> <p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-11881" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Illustration-Bond-Weltkarte.jpeg?resize=800%2C597&#038;ssl=1" alt="" width="800" height="597" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Illustration-Bond-Weltkarte.jpeg?w=800&amp;ssl=1 800w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Illustration-Bond-Weltkarte.jpeg?resize=300%2C224&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Illustration-Bond-Weltkarte.jpeg?resize=768%2C573&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Illustration-Bond-Weltkarte.jpeg?resize=770%2C575&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p> <p>Das Buch aus dem Bruckmann Verlag liefert nicht nur die Koordinaten der ikonischen Szenen, sondern webt die kulturellen Kontexte und historischen Hintergründe ein. Cornelia zeigt uns, dass Orte wie das „ice Q“-Restaurant in Sölden (die Hofer-Klinik aus Spectre) oder die engen Khlongs in Bangkok mehr sind als nur ein hübsches Bild. Es sind reale Sehenswürdigkeiten mit eigener Seele. Das Buch ist eine Hommage an die Kunst, Orte unsterblich zu machen – und eine Einladung, sie mit eigenen Augen zu sehen, solange sie noch real existieren.</p> <h4><b>„Ohne Krimi geht die Conny nie ins Bett“</b></h4> <p>Cornelia hat mir erzählt, dass für sie gilt: „Ohne Krimi geht die Conny nie ins Bett“.</p> <figure id="attachment_11893" aria-describedby="caption-attachment-11893" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-11893 size-full" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Cornelia-Lohs.jpeg?resize=800%2C450&#038;ssl=1" alt="" width="800" height="450" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Cornelia-Lohs.jpeg?w=800&amp;ssl=1 800w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Cornelia-Lohs.jpeg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Cornelia-Lohs.jpeg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Cornelia-Lohs.jpeg?resize=770%2C433&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-11893" class="wp-caption-text">Expertin im Fall 007 &#8211; nicht Miss Moneypenny, sondern Cornelia Lohs, die Autorin des (inoffiziellen) James Bond Reiseführers</figcaption></figure> <p>Meine Kollegin aus der VDRJ, die auch einen Großteil des Jahres in der Welt unterwegs ist &#8211; meistens für Buchprojekte &#8211; liebt spannende Thriller; egal ob auf Bildschirm oder im Buch. Vor allem Geheimdienst-Vorlagen mit MI5 oder MI6 haben es ihr angetan. Logischerweise kennt sie alle Bond-Filme aus dem Effeff. Lieblings-007? Roger Moore. Die spannendsten Filme? Die mit Daniel Craig. Also eine echte Kennerin der Materie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <h4><b>Filmtourismus, Martini-Bars und VR</b></h4> <p>In diesem WAS-MIT-REISEN-Podcast besprechen wir ihr Buch ausführlich. Wir diskutieren über die Faszination des Filmtourismus, über die besten Martini-Bars der Welt und die Frage, ob wir bald nur noch mit der VR-Brille auf dem Sofa „verreisen“.</p> <p>Hört rein, es wird munter, charmant und sehr überraschend – fast wie ein Sprung aus der Gondel am Piz Gloria.</p> <p>&nbsp;</p> <p><span style="color: #ff0000;"><strong>Um den Reiseradio-Podcast zu hören, bitte auf das Kopfhörer-Symbol im Titelbild klicken</strong></span></p> <p>&nbsp;</p> <figure id="attachment_11897" aria-describedby="caption-attachment-11897" style="width: 186px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://amzn.to/3QQbmKq"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-11897 size-medium" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchtitel-Bond-Reisefuehrer.jpg?resize=186%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="186" height="300" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchtitel-Bond-Reisefuehrer.jpg?resize=186%2C300&amp;ssl=1 186w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchtitel-Bond-Reisefuehrer.jpg?resize=635%2C1024&amp;ssl=1 635w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchtitel-Bond-Reisefuehrer.jpg?resize=768%2C1239&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchtitel-Bond-Reisefuehrer.jpg?resize=770%2C1242&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchtitel-Bond-Reisefuehrer.jpg?w=930&amp;ssl=1 930w" sizes="(max-width: 186px) 100vw, 186px" /></a><figcaption id="caption-attachment-11897" class="wp-caption-text"><a href="https://amzn.to/3QQbmKq" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff0000;"><strong>Der Link zum Buch</strong></span></a></figcaption></figure> <p>Der Beitrag <a href="https://wasmitreisen.com/lohs-007-bond-reisefuehrer/">Lohs’ 007-Bond-Reiseführer &lt;br&gt;&lt;span style=&#039;letter-spacing:0; text-transform:none; color:#FF1535; font-size:0.7em;&#039;&gt;Drehorte, Mythen, Reiseträume für Filmfans&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://wasmitreisen.com">Was mit Reisen</a>.</p>

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June 10, 2026

Kreuzfahrt-Buch mit Biss Christofer Knaak blickt hinter die Bordkulissen

<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-523" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=150%2C150&#038;ssl=1" alt="" width="150" height="150" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=240%2C240&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=360%2C360&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=540%2C540&amp;ssl=1 540w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=720%2C720&amp;ssl=1 720w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=770%2C770&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=125%2C125&amp;ssl=1 125w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" />Es gibt Momente im Berufsleben eines Reisejournalisten, da schaut man auf den Stapel neuer Bücher, Pressemappen und wohlmeinender Branchenliteratur und spürt, wie die innere Gangway langsam hochgezogen wird… Besonders zuverlässig passiert das bei Kreuzfahrtbüchern. Denn seien wir ehrlich: Die Welt ist nicht arm an Berichten über schwimmende Ferienanlagen, an hymnischen Beschreibungen von Sonnenuntergängen über dem Lido-Deck oder an literarisch ambitionierten Schilderungen jener existenziellen Grenzerfahrung, die darin besteht, am Seetag zwischen drei Buffets und zwei Shows wählen zu müssen.</p> <p>Meine Begeisterung war also überschaubar, als das nächste Manuskript über die große weite Welt auf See auf meinem Schreibtisch landete. Brauchen wir wirklich noch einen Reisebericht über „Abenteuer“ auf einem 6.000-Betten-Pott? Noch eine salzige Liebeserklärung an Balkonkabinen, Captains Dinner und das große Glück, morgens in einer anderen Destination aufzuwachen, während im Hintergrund die Klimaanlage summt und die Landstrom-Frage diskret über die Reling geworfen wird?</p> <p>Denn leider viel, was über Kreuzfahrten publiziert wird, ist ungefähr so gehaltvoll wie Instant-Milchreis in der Crew-Messe: süßlich, klebrig und ohne nennenswerten Nährwert für den kritischen Geist… Dann allerdings sah ich den Namen auf dem Cover: Christofer Knaak. Damit war das Interesse bei mir doch geweckt.</p> <p>Christofer ist, wie auch Franz Neumeier von Cruisetricks, keiner jener Autoren, die Kreuzfahrt vor allem als Kulisse für Selbstbegeisterung missverstehen. Er kennt die Branche. Er konsumiert sie nicht nur aus der Perspektive des Champagnerglases, sondern betrachtet sie mit journalistischem Handwerkszeug, historischem Bewusstsein und einem Blick für jene Details, die in PR-Texten gern hinter Adjektiven wie „einzigartig“, „exklusiv“ oder „unvergesslich“ versenkt werden. Sein neues Buch „Vorm Bug die Welt“ ist deshalb keine Broschüre im Hardcoverformat, sondern eine angenehm wache, kenntnisreiche und mitunter wunderbar entromantisierende Vermessung der Seereise.</p> <h4>Seereise statt Bettenburg mit Schornstein</h4> <p>Knaak interessiert sich nicht für die üblichen Rennstrecken des Massenmarkts, auf denen die Branche ihre Kapazitäten durchoptimiert wie ein Logistikunternehmen mit Showbühne. Sein Blick gilt der eigentlichen Seereise: kleineren Einheiten, besonderen Routen, Schiffen mit Charakter und Situationen, in denen das Meer nicht nur Hintergrundbild für Selfies ist, sondern tatsächlich eine Rolle spielt.</p> <p>Drei Stationen seines Buches zeigen sehr schön, worum es ihm geht.</p> <p>Da ist zunächst die Antarktis, bereist auf der *Sea Explorer*. Schon die Drake-Passage, jene berüchtigte Wasserstraße zwischen Südamerika und der Antarktischen Halbinsel, liefert die dramaturgische Fallhöhe gleich mit. Bei der Anreise zeigt sie sich als beinahe zahmer „Drake Lake“, auf der Rückfahrt dann als veritabler „Drake Shake“ mit acht Meter hohen Wellen und der freundlichen Einladung an die Passagiermägen, ihre bisherige Ordnung zu überdenken. Wer danach noch Energie, Mut oder eine leicht problematische Neigung zur Selbstprüfung besitzt, springt wie Knaak bei rund einem Grad Wassertemperatur ins Südpolarmeer. Sein Fazit ist ebenso schlicht wie richtig: Dort unten steht der Pinguin über dem Homo sapiens. Eine Erkenntnis, die man einigen Produktentwicklern der Branche gelegentlich auf die Tischvorlage drucken möchte.</p> <p>Ganz anders, aber nicht weniger aufschlussreich, ist die Passage über den schwedischen Göta Kanal an Bord der *MS Juno*, Baujahr 1874. Hier wird Luxus radikal neu definiert. Die Kabinen messen ungefähr 1,5 mal 2 Meter – ein Format, das heutigen Suite-Kunden vermutlich als begehbarer Kleiderschrank mit historischem Charme verkauft würde. Doch genau in dieser Reduktion liegt der Reiz. Kein schwimmendes Einkaufszentrum, keine Wasserpark-Architektur, keine LED-getränkte Erlebnisüberforderung. Stattdessen: Entschleunigung, Handwerk, Nähe zum Wasser. Um den historischen Rumpf in den engen Schleusen zu schützen, nutzt die Crew keine Plastikfender, sondern Birkenstämme. Manchmal ist Nachhaltigkeit eben keine Powerpoint-Folie, sondern ein Stück Holz.</p> <p>Und dann ist da noch die *Sea Cloud Spirit* vor den Kanaren: 138 Meter Schiff, 28 Segel, von Hand gesetzt. Während die Passagiere mit jener Mischung aus Andacht und leichter Ungläubigkeit nach oben blicken, arbeitet die Crew in schwindelerregender Höhe. Hier wird sichtbar, was in der Kreuzfahrtindustrie zunehmend selten geworden ist: maritimes Können, das nicht vollständig durch Hotelmanagement, Yield-Optimierung und Entertainmentdramaturgie ersetzt wurde.</p> <h4>Mit Salzgehalt gegen Seemannskitsch</h4> <p>Schon im Vorwort, das Knaak passend „Einschiffung“ nennt, macht er klar, dass er der Romantik nicht unbewaffnet begegnet. Er nimmt sich ein beliebtes Bild vor: die angebliche Nähe des Menschen zum Meer, weil Tränen und Ozean denselben Salzgehalt hätten. Ein hübscher Satz, bestens geeignet für Kalenderblätter, Taufreden und die sentimentalen Absätze in Kreuzfahrt-Katalogen. Nur leider falsch.</p> <p>Meerwasser enthält im Durchschnitt etwa 3,5 Prozent Salz. Eine menschliche Träne kommt auf rund 0,9 Prozent. Die Verbindung zwischen Mensch und Meer liegt also nicht in dieser poetischen Gleichung, sondern tiefer: in den Bausteinen unseres Körpers, in Natrium, Chlorid, Kalium und Calcium. Es ist typisch für dieses Buch, dass Knaak den Zauber nicht zerstört, sondern präzisiert. Er nimmt dem Meer nicht seine Faszination. Er befreit es nur vom schlechten Marketing.</p> <p>Für Touristiker ist genau das interessant. Denn die Branche steht seit Jahren vor der Frage, wie viel Mythos sie braucht – und wie viel Wirklichkeit sie erträgt. Kreuzfahrt lebt von Sehnsuchtsbildern, keine Frage. Aber eine Industrie, die weiter wachsen will, kann sich nicht dauerhaft in Sonnenuntergangslyrik einrichten, während Häfen über Overtourism klagen, Umweltverbände Messwerte vorlegen und die Crew unter Bedingungen arbeitet, die im Gästebereich kaum jemand sehen möchte.</p> <h4>Versenker: Umwelt, Overtourism, Flaggenstaaten</h4> <p>Der eigentliche Wert von „Vorm Bug die Welt“ liegt darin, dass Knaak genau diese Schattenseiten nicht ausblendet. In Kapiteln wie „Auf grünem Kurs“ und „Crew only“ verlässt er konsequent das Sonnendeck der Behauptungen und steigt hinab in die Maschinenräume der Realität.</p> <p>&nbsp;</p> <figure id="attachment_11875" aria-describedby="caption-attachment-11875" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-11875 size-full" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?resize=800%2C533&#038;ssl=1" alt="" width="800" height="533" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?w=800&amp;ssl=1 800w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?resize=720%2C480&amp;ssl=1 720w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Christofer-Knaak.jpeg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-11875" class="wp-caption-text">Cruise-Fachjournalist Christofer Knaak</figcaption></figure> <p>Er schreibt über Umweltaspekte, über die komplizierte Transformation einer Branche, die gern von Zukunft spricht, aber in der Gegenwart noch reichlich schwere Altlasten mitführt. Er thematisiert Overtourism, etwa in Venedig, wo die Kreuzfahrt jahrelang als besonders sichtbares Symbol für die Überforderung fragiler Stadträume stand. Und er blickt auf die ökonomischen und juristischen Konstruktionen hinter den Kulissen: Flaggenstaaten wie Bahamas oder Malta, steuerliche Optimierungen, Arbeitsregime, Verantwortlichkeiten, die sich je nach Bedarf erstaunlich elastisch anfühlen.</p> <p>Dabei verfällt Knaak nicht in pauschale Verdammung. Das ist wichtig. Denn die Kreuzfahrt ist nicht nur ein Problem, sie ist auch ein Produkt mit enormer Nachfrage, hoher Wertschöpfung, großer emotionaler Bindung und beträchtlichem Innovationsdruck. Wer sie verstehen will, muss mehr können als empört winken. Knaak kann das. Er ordnet ein, statt nur zu urteilen.</p> <p>Auch historisch liefert er Substanz. Die Branche beginnt bei ihm nicht mit Wasserrutschen und Spezialitätenrestaurants, sondern unter anderem mit Albert Ballin und der Hapag. Die erste „Lustreise“ der *Augusta Victoria* im Jahr 1891 erscheint dabei nicht als romantischer Geistesblitz, sondern als das, was sie auch war: ein klug kalkuliertes Geschäftsmodell, um Schiffe im Winter nicht ungenutzt herumliegen zu lassen. Kreuzfahrt war von Anfang an Sehnsucht und Auslastungsmanagement. Wer heute Revenue Management betreibt, darf sich also durchaus in einer langen Tradition sehen – wenn auch nicht zwingend in einer edlen.</p> <h4>„Passenger Area – Start Smiling!“</h4> <p>Besonders lesenswert ist das Kapitel „Crew only“. Es sollte Pflichtlektüre für alle sein, die glauben, das Lächeln des Stewards sei im Preis der Balkonkabine selbstverständlich enthalten. Knaak beschreibt die Grenze zwischen Gästewelt und Arbeitswelt nicht abstrakt, sondern anhand eines Schildes: „Passenger Area – Start Smiling!“ Mehr muss man über emotionale Dienstleistungsarbeit eigentlich kaum wissen.</p> <p>Hinter dieser Tür beginnt die Performance. Müdigkeit, Heimweh, Rückenschmerzen, schlechte Laune – alles bleibt draußen. Drinnen wartet der Gast, und der hat schließlich Urlaub. Auf der *MS Europa*, so erzählt Knaak, zählen Crewmitglieder die Zeit bis zum Abmustern nicht in Wochen, sondern in Schnitzeltagen. Jeden Sonntag gibt es Schnitzel. Ein Kalender aus Panade. Man kann darüber lächeln, sollte aber nicht übersehen, was dahintersteckt: lange Verträge, wenig Privatsphäre, harte Routinen.</p> <p>Ein Arbeitstag kann bis zu 14 Stunden dauern. Das See-Arbeitsübereinkommen erlaubt monatliche Arbeitszeiten, die an Land vermutlich jeden Betriebsrat in Schnappatmung versetzen würden. Während der Gast über Servicequalität urteilt, stemmt die Crew ein System, das auf perfekter Freundlichkeit bei maximaler Effizienz beruht. Dass Reedereien Teile der Vergütung über Service-Entgelte faktisch an den Kunden delegieren, ist aus Unternehmenssicht elegant. Aus moralischer Perspektive wirkt es eher wie ein Taschenspielertrick mit Bordkarte.</p> <h4>Buch als Branchenlektüre</h4> <p>„Vorm Bug die Welt“ ist kein Anti-Kreuzfahrt-Buch. Zum Glück. Davon gibt es ebenfalls genug, und viele sind ungefähr so differenziert wie ein Shitstorm mit Seekrankheit. Knaak schreibt aus Sympathie zur Seereise, aber nicht aus Blindheit gegenüber der Industrie. Das macht sein Buch wertvoll – gerade für Profis im Tourismus.</p> <p>Er zeigt, dass eine Reise auf kleineren, charaktervollen Schiffen wie der *Artania*, der *MS Europa* oder historischen und spezialisierten Einheiten etwas anderes sein kann als das standardisierte Dahingleiten auf anonymen Megalinern. Er zeigt aber auch, dass diese Differenz nicht von selbst entsteht. Sie braucht Haltung, Produktintelligenz, gute Routenplanung, faire Arbeitsbedingungen, glaubwürdige Nachhaltigkeit und Gäste, die mehr erwarten dürfen als Quadratmeter, Buffetmeter und Showminuten.</p> <p>Für jemanden wie mich, der die angekündigten Neubauten der kommenden Jahre eher mit hochgezogener Augenbraue als mit Champagnerlaune betrachtet, ist dieses Buch eine wohltuende Erinnerung daran, was Seefahrt sein könnte: Begegnung mit Natur, Technik, Menschen und Geschichte. Nicht bloß ein schwimmendes Konsumversprechen mit Hafenblick.</p> <p>Die Empfehlung lautet daher: kaufen, lesen, Verstand einschalten. Und den PR-Kitsch bitte an der Gangway abgeben.</p> <p>Wer mehr über die Macher, Mechanismen und Zumutungen dieser Branche hören möchte: Im Reiseradio-Podcast, den Sie mit einem kleinen Klick auf das Kopfhörer-Symbol im Titelbild abrufen können, haben wir auch Christofer Knaaks Buch analysiert (mit Hilfe der Redaktions-KI-Tools) und daraus ein munteres Gespräch produziert<span class="Apple-converted-space">  </span>&#8211; für die, die lieber nebenbei hören als nicht nebenbei zu lesen <img src="http://wasmitreisen.com/wp-content/plugins/compressed-emoji/images/png/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p> <p>Bis dahin: immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Und gelegentlich auch eine Handbreit Skepsis im Kopf.</p> <h4><a href="https://amzn.to/4unyoGb" target="_blank" rel="noopener">Das Buch bei Amazon &#8211; hier klicken</a></h4> <p><a href="https://amzn.to/4unyoGb"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignleft wp-image-11874 size-full" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchcover-Vorm-Bug-die-Welt.jpeg?resize=422%2C600&#038;ssl=1" alt="" width="422" height="600" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchcover-Vorm-Bug-die-Welt.jpeg?w=422&amp;ssl=1 422w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Buchcover-Vorm-Bug-die-Welt.jpeg?resize=211%2C300&amp;ssl=1 211w" sizes="(max-width: 422px) 100vw, 422px" /></a></p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p><span style="color: #ff0000;"><strong>Um den Podcast anzuhören, bitte auf das Kopfhörer-Symbol im Titelbild klicken</strong></span></p> <p>Der Beitrag <a href="https://wasmitreisen.com/kreuzfahrt-buch-mit-biss/">Kreuzfahrt-Buch mit Biss &lt;br&gt;&lt;span style=&#039;letter-spacing:0; text-transform:none; color:#FF1535; font-size:0.7em;&#039;&gt;Christofer Knaak blickt hinter die Bordkulissen&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://wasmitreisen.com">Was mit Reisen</a>.</p>

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May 27, 2026

Urlaubsfrust – Ist Reisen kaputt? Philipp Laage „Travel is broken“ - Wege aus der Urlaubsfalle

<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-523" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=150%2C150&#038;ssl=1" alt="" width="150" height="150" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=240%2C240&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=360%2C360&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=540%2C540&amp;ssl=1 540w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=720%2C720&amp;ssl=1 720w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=770%2C770&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?resize=125%2C125&amp;ssl=1 125w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2016/05/Reiseradio1400_HQ.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" />Immer häufiger ertappe ich mich bei einem Gedanken, den ich jetzt viele Jahrzehnte lang fast als Frevel empfunden hätte. Habe ich überhaupt noch eine Freude am Verreisen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <p>Seit Ende der 70er Jahre bin ich so richtig touristisch unterwegs. Vorher, und das haben wir Millennials ja gemeinsam, wurde eher im Schwarzwald oder an der Nordseeküste oder mal in den Alpen Urlaub gemacht. Ein reicher Ladenbesitzer in der Straße meiner Kindheit fuhr schon Anfang der 70er Jahre nach Tunesien, nach Marokko oder sonst wo Exotisches hin mit dem Flieger, und kam mit vielen Geschichten heim. Ehrlicherweise waren es eher Souvenirs, aber natürlich hatte jeder in der Straße darüber getuschelt.</p> <h4>Die erste Flugreise &#8211; Abenteuer Spantax</h4> <p>Meine erste Flugreise war 1977 mit der legendär-berüchtigten Spantax nach Malaga, und glauben Sie es mir oder nicht: Ich mit unschuldigen 18 Jahren, saß ganz hinten und sah aus dem Fenster, wie das Triebwerk beim Landeanflug leise Flammen ausspuckte. Ein wunderbarer Beginn einer langen Leidenschaft fürs Fliegen und fürs Reisen…</p> <p>Und jetzt auf einmal keine Lust mehr? Nein, es ist nicht nur das Alter, wo man ja grundsätzlich etwas bequemer wird. Und es ist auch auf keinen Fall so, dass mich die Schönheit unserer Weltkugel nicht mehr faszinieren würde, und ich nicht mehr Pipi in die Augen hätte, wenn ich an besonders schönen Orten einfach nur verweile und schaue.</p> <h4>Reisen als Leidenschaft &#8211; und Beruf</h4> <p>Dabei bin ich doch eigentlich das Paradebeispiel für den bewussten, guten Reisenden. Denn als Reisejournalist ist es ja meine Aufgabe, vor Ort die Augen, die Ohren, die Nase offen zu halten, zu schmecken, zu riechen, zu fühlen, um so viele Eindrücke wie möglich in mich aufzunehmen und daraus einen inspirierenden Bericht zu machen. Entweder als Artikel, als Hörerlebnis oder als Fernsehfilm.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <p>Ich muss ja mehr sein als „nur ein normaler Tourist“, der in der Gruppe hinter einem Führer mit Fähnchen latscht, in der Sonne erschöpft von den langatmigen Ausführungen über kulturelle Vergangenheiten. Nein, ich soll für sie vorreisen. Ich soll ihr kleines Trüffelschwein sein, genau das zu erspüren, was fremde<span class="Apple-converted-space">  </span>Länder eben so attraktiv macht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <h4>Wenn das Schöne ins Kippen gerät</h4> <p>Und das ist des Pudels Kern. Ich habe manchmal den Eindruck, man kann die Augen gar nicht mehr so zusammenkneifen, und nur noch so selektiv sehen, dass man sich nur noch auf das Schöne konzentriert. Die vielleicht größte soziale Errungenschaft, die des Reisens für jeden, hat es leider mitgebracht im Laufe der Jahrzehnte, daß die Welt nun voll ist von all denen, die sich darüber aufregen, daß es so voll ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <p>Die Masse sind natürlich immer die Anderen. Und wie trefflich kann man sich über sie aufregen, sie, die kein Wort Fremdsprache herausbringen, die ignorant sind und eigentlich ihrem Deutschtum weiter frönen wollen, nur mit einer veränderten Kulisse und besserem Wetter. Viel beißende Satire gab es schon über die Massentouristen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <p>Aber man muss ja auch zugeben, wir sind an dem Punkt, wo das Schöne des Tourismus Gefahr läuft, ins Kippen zu geraten. Jetzt, wo auch Nationen wie Indien, China die Welt entdecken wollen. Millionen, Milliarden Menschen mehr, die sich um die besten Plätze an den schönsten Orte der Welt kabbeln.</p> <h4>Warum Urlaub zum Stress wurde</h4> <p>Wer nicht über sehr viel Geld verfügt, erlebt schon bei der Ankunft am Flughafen schmerzlich und nervtötend die Klassengesellschaft des Reisens. Die frühere Leichtigkeit gepaart mit Erregtheit auf das, was noch kommen soll, die Vorfreude, die Lust, ungewohntes Fremdes zu entdecken, ist zunehmend gewichen dem Stress des Reisens. Und der setzt sich, absurderweise, in den ja angeblich schönsten Wochen des Jahres fast an allen Punkten des Erlebnisses fort. &#8211; Das Hotel nicht so schön wie im Katalog erträumt, das frühe Reservieren der Liegen, das nicht gefallene Buffet, die eingezäunte Urbanisation, die nichts von natürlichem Liebreiz des Landes übrig lässt, Die Ausflüge, die man eher pflichtschuldigst und nicht neugierig abhakt, weil man ja die Sehenswürdigkeiten gesehen haben muss. Die Einheimischen, die so nerven, weil man sich nicht versteht.</p> <h4>Travel is broken</h4> <p>Ganz schön pessimistisch, nicht wahr? Eine Jammerei auf hohem Niveau von einem Privilegierten, der das Glück hatte, Jahrzehnte in der ersten Reihe unterwegs sein zu können. Aber Hand aufs Herz, wenn Sie an Ihre letzten Urlaube zurückdenken, haben Sie nicht auch viel von dem beobachtet, was ich gerade geschildert habe?<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <figure id="attachment_11861" aria-describedby="caption-attachment-11861" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-11861 size-full" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?resize=800%2C533&#038;ssl=1" alt="" width="800" height="533" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?w=800&amp;ssl=1 800w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?resize=360%2C240&amp;ssl=1 360w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?resize=720%2C480&amp;ssl=1 720w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/Philipp-Laage-Copyright-William-Minke.jpeg?resize=770%2C513&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-11861" class="wp-caption-text">Philipp Laage &#8211; Foto by William Minke</figcaption></figure> <p>Diese gewisse Ernüchterung erlebe ich oft, wenn ich mit Kolleginnen und Kollegen über das diskutiere, was ja unsere Arbeitsgrundlage ist. Mein lieber Kollege Philipp Laage, der wirklich außergewöhnlich schöne Reisereportagen geschrieben hat und auch schon mehrfach Buchautor ist, hat das Ganze zusammengefasst zu einem sehr treffenden Titel: <a href="https://amzn.to/4wQ5yAG" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff0000;"><strong>„Travel is broken. Warum Reisen oft enttäuscht und wie wir es neu entdecken können.“</strong> </span></a>Und weil er eben Journalist ist, lässt er es nicht einfach nur bei Gedanken, sondern hat diese Gedanken auf 224 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln gepresst. Ein wirklich empfehlenswertes Buch aus dem Kösel Verlag, um wieder neue Hoffnung zu schöpfen, wie wir aus dieser Falle der enttäuschten Erwartungen wieder ausbrechen können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <h4>Hoffnung für die Enttäuschten?</h4> <p>Wir haben uns dieses Buch einmal analytisch vorgenommen und ein sehr munteres Streitgespräch daraus produziert. Warum das Urlaubmachen einen Riss bekommen hat in seiner makellosen Fassade &#8211; und ob es dafür ein Reparatur-Kitt gibt<span class="Apple-converted-space"> </span></p> <h4>Link zum Buch</h4> <p><a href="https://amzn.to/4wQ5yAG" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignleft wp-image-11851 size-medium" src="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/travel-is-broken-cover-800x-q90.jpeg?resize=193%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="193" height="300" srcset="https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/travel-is-broken-cover-800x-q90.jpeg?resize=193%2C300&amp;ssl=1 193w, https://i0.wp.com/wasmitreisen.com/wp-content/uploads/2020/03/travel-is-broken-cover-800x-q90.jpeg?w=455&amp;ssl=1 455w" sizes="(max-width: 193px) 100vw, 193px" /></a></p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p><span style="color: #ff0000;"><strong>Um den Podcast zu hören, bitte auf das Kopfhörer-Symbol im Titelbild klicken</strong></span></p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>Der Beitrag <a href="https://wasmitreisen.com/urlaubsfrust-ist-reisen-kaputt/">Urlaubsfrust &#8211; Ist Reisen kaputt? &lt;br&gt;&lt;span style=&#039;letter-spacing:0; text-transform:none; color:#FF1535; font-size:0.7em;&#039;&gt;Philipp Laage „Travel is broken“ - Wege aus der Urlaubsfalle&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://wasmitreisen.com">Was mit Reisen</a>.</p>

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