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wiiter verzelle

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by wiiter verzelle

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Das Projekt «wiiter verzelle» sammelt erzählte Geschichten aus der Region Zug (Schweiz) und macht diese allen Interessierten einfach und unentgeltlich zugänglich. Damit wird eine der ursprünglichsten Formen menschlicher Kommunikation, nämlich die Erzählung, mittels zeitgemässer Kanäle wiederbelebt und gefördert. Wertvolles Wissen von Individuen wird mit anderen geteilt. www.wiiterverzelle.ch

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5/12/2021

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Episode thumbnail for Georges Bonetti - Teil 2/3

July 22, 2021

Georges Bonetti - Teil 2/3

<p>Georges Bonetti (* 1948) wirkte von 1994 bis 2011 als Sigrist der evangelisch-reformierten Kirche in Zug. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Monika, solange es ihr gesundheitlich möglich war. Sie verstarb im Jahr 2016. Pfarrinstallationen, Neu- und Umbauten, Jubiläen oder Glockenaufzüge waren Höhepunkte der Amtszeit.</p> <p>Mehrere Jahre amtierte er als Mitglied des Grossen Kirchgemeinderates. Im Sigristenverband engagierte er sich für die Berufsausbildung. Privat entwickelte er eine Anti-Rutsch-Sohle und gewann damit als 64-Jähriger den Zuger Jungunternehmerpreis. Seit der Pensionierung leistet Georges Bonetti Freiwilligenarbeit, unter anderem als Präsident des Vereins Pro Audito Zug, und er vertreibt selbst produzierte Lampen.</p> <p>Georges Bonetti schätzt sich selber nicht als sehr religiös ein. Sigrist ist für ihn jedoch fast eine Berufung. Damit Neueinsteiger das nötige Knowhow erhalten, setzt er sich im Sigristenverband für bessere Kurse ein. Fachreferenten vermitteln seither vertieft die vielfältigen Themen von Theologie bis zu Reinigung, Dekoration oder Akustik. Georges Bonetti freut sich, dass er als Präsident der Ausbildungskommission während zehn Jahren etwas bewirken konnte.</p> <p>Die Zusammenarbeit mit den Pfarrpersonen gestaltet sich ganz unterschiedlich (5:44). Bei den einen leistet der Sigrist Extraeinsatz, bei anderen Dienst nach Vorschrift (7:57).</p> <p>Als besondere Anlässe erlebt Georges Bonetti Pfarrinstallationen, die Organisation des Sigristensonntags oder das Fest zur Kircheneinweihung 2005. Viel Schwung ins Kirchenleben bringen im Jubiläumsjahr die Anlässe der City Kirche Zug, die heute noch sehr aktiv ist (9:50).</p> <p>Mehrarbeit nimmt Georges Bonetti auch freiwillig auf sich (11:25): Stundenlang bereitet er jeweils vor der Mitternachtsmesse das Entzünden der Kerzen am Baum mit Zündschnur vor. Bis auf einmal funktioniert das publikumswirksame Spektakel einwandfrei.</p> <p>Weniger erfreulich sind die Abdankungen (15:05). Die Beerdigung eines 16-Jährigen hat Georges Bonetti besonders betroffen gemacht. Im Vorfeld von Trauergottesdiensten gibt es manchmal heikle Situationen. Ein unschönes Erlebnis war auch die Sprengung der Kirchentreppe in einer Silvesternacht.</p>

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July 22, 2021

Georges Bonetti - Teil 1/3

<p>Georges Bonetti (* 1948) wirkte von 1994 bis 2011 als Sigrist der evangelisch-reformierten Kirche in Zug. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Monika, solange es ihr gesundheitlich möglich war. Sie verstarb im Jahr 2016. Pfarrinstallationen, Neu- und Umbauten, Jubiläen oder Glockenaufzüge waren Höhepunkte der Amtszeit.</p> <p>Mehrere Jahre amtierte er als Mitglied des Grossen Kirchgemeinderates. Im Sigristenverband engagierte er sich für die Berufsausbildung. Privat entwickelte er eine Anti-Rutsch-Sohle und gewann damit als 64-Jähriger den Zuger Jungunternehmerpreis. Seit der Pensionierung leistet Georges Bonetti Freiwilligenarbeit, unter anderem als Präsident des Vereins Pro Audito Zug, und er vertreibt selbst produzierte Lampen.</p> <p>Auf die Stelle für ein Sigristen-Ehepaar in Zug stossen die Bonettis 1994 (1:30). Sie wohnen damals in Hünenberg, Georges Bonetti fährt jedoch täglich zur Arbeit nach Dietikon. Obwohl seine Frau Monika an Multipler Sklerose erkrankt und ihre Mitarbeit nicht auf Dauer gesichert ist, werden sie von der Kirche ausgewählt.Für einen nicht erschienen Pfarrer muss Georges Bonetti während seiner Tätigkeit nie einspringen. Eine angemeldete Hochzeitsgesellschaft vergisst allerdings einmal beim Apéro den Trauungsbeginn.</p> <p>Georges Bonetti erzählt, wie er am ersten Arbeitstag gleich mit einem Grossanlass beginnen muss. Die Einarbeitung fällt jedoch leicht und er bezeichnet die 17 Jahre im Amt als «tolle Zeit» (5:15). Bei seiner Tätigkeit muss er die kirchlichen Abläufe kennen, er hat zu tun mit unterschiedlichen Menschen, mit Pfarrleuten, Kirchenpflege, Gottesdienstbesuchenden, Hochzeitspaaren oder Trauergesellschaften. Dazu kommen Veranstaltungen im Kirchgemeindehaus, aber auch Putz- und Wartungsdienste.</p> <p>Viele Highlights erlebt der Sigrist mit Jugendlichen. Einige erwischt er beim Wein-Stibitzen und bietet sie dafür zum Laub-Rechen auf. Diese sind so begeistert, dass sie freiwillig wiederkommen. Die Kirchenglocken werden auf Initiative von Georges Bonetti wieder für Handbetrieb eingerichtet – ein grosses Erlebnis für die Kinder beim Ferienpass (9:56).</p> <p>Ein grosser Einschnitt bringt die Sanierung der Kirche 2004/2005 (13:05). Georges Bonetti kann dabei in der Baukommission seine Erfahrungen einbringen. Beim 100-Jahr-Jubiläum 2006 setzt er sich zudem für die Anschaffung von zwei neuen Glocken ein. Deren Produktion erlebt er selber mit und er ermöglicht einen eindrücklichen Glockenaufzug (18:44). Während seiner Amtszeit wird auch eine neue Orgel gebaut und eingeweiht.</p>

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July 22, 2021

Georges Bonetti - Teil 3/3

<p>Georges Bonetti (* 1948) wirkte von 1994 bis 2011 als Sigrist der evangelisch-reformierten Kirche in Zug. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Monika, solange es ihr gesundheitlich möglich war. Sie verstarb im Jahr 2016. Pfarrinstallationen, Neu- und Umbauten, Jubiläen oder Glockenaufzüge waren Höhepunkte der Amtszeit.</p> <p>Mehrere Jahre amtierte er als Mitglied des Grossen Kirchgemeinderates. Im Sigristenverband engagierte er sich für die Berufsausbildung. Privat entwickelte er eine Anti-Rutsch-Sohle und gewann damit als 64-Jähriger den Zuger Jungunternehmerpreis. Seit der Pensionierung leistet Georges Bonetti Freiwilligenarbeit, unter anderem als Präsident des Vereins Pro Audito Zug, und er vertreibt selbst produzierte Lampen.</p> <p>Als Erinnerungsstück freut sich Georges Bonetti über den alten Opferstock von 1906, den er aus dem Bauschutt gerettet hat.<br> Wertvoll, aber zeitintensiv gestaltet sich für den Sigrist der Kontakt mit den Kirchgängern (2:30), manchmal kommt er sich wie ein Blitzableiter des Pfarrers vor. Dass er am kirchlichen Leben teilnimmt und Mitgefühl zeigt, schätzen die Kirchenmitglieder (4:35).</p> <p>35 Jahre lebt Monika Bonetti-Aschwanden mit Multipler Sklerose, stets betreut von ihrem Mann. Anfang 2014 wird jedoch ein unheilbarer Tumor entdeckt. Sie stirbt kurz darauf im Sonnenberg in Affoltern. Georges Bonetti ist dankbar, dass ihn die Kirchgemeinde in schweren Zeiten mitträgt. Der Webstuhl, mit dem sich Monika nach ihrer Diagnose aus therapeutischen Gründen beschäftigt hat, steht lange im Untergeschoss der Kirche (7:45).</p> <p>Seine Aufgabe in der Kirchgemeinde, die Ahnung von etwas Göttlichem, manchmal sogar Beten oder Gespräche mit Pfarrern haben Georges Bonetti Kraft gegeben und die Trauerarbeit erleichtert (11:55).</p> <p>Mit dem Neubau des Kirchgemeindehauses plant Georges Bonetti seine vorzeitige Pensionierung (14:36). Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nimmt er Abschied. Die Jodlermesse wird auf seinen Wunsch beim letzten Gottesdienst aufgeführt. Als Abschiedsgeschenk erhält er eine Glocke, die er manchmal bei Vorstandssitzungen benutzt.</p> <p>Bekannt ist&nbsp;Georges Bonetti auch als Erfinder einer Anti-Rutsch-Sohle (18:30). Anlass dazu ist der harte Winter 2009 mit vielen Beinbrüchen. Ein Zeitungsbericht über einen Test mit Seniorinnen und Senioren löst eine Flut von Bestellungen aus. Pfadfinder und später Häftlinge werden für die Produktion der «Bon-Walker» eingesetzt. Eine Aktiengesellschaft wird gegründet und Georges Bonetti erhält kurz darauf den Jungunternehmerpreis. Um seine Frau zu betreuen, steigt er aus dem Unternehmen aus. Die Sohlen werden noch heute produziert.</p>

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