Der Podcast rund um die Ausbildung in den IT-Berufen (insb. Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung) von Stefan Macke.

IT-Berufe-Podcast
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Der Podcast rund um die Ausbildung in den IT-Berufen (insb. Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung) von Stefan Macke.
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🇩🇪
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3/15/2015
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June 22, 2026
Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13
<p>Um das Einplanen der Projektdokumentation als Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h) geht es in der dreizehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.</p> <p><strong>Bei der Frage, ob die Zeit für die Projektdokumentation in die 40 bzw. 80 Stunden der Projektarbeit gehört, gibt es keine einheitliche Regelung, sondern es hängt von deiner IHK ab. Viele IHKen und auch der DIHK verlangen, dass diese Zeit mit eingeplant wird, auch wenn das in der Praxis oft als unrealistisch gesehen wird. Ich würde dir deshalb empfehlen, die Vorgaben deiner konkreten IHK zu prüfen und im Zweifel die Doku-Zeit vorsichtshalber in die Planung aufzunehmen.</strong></p> <p><a href="https://www.amazon.de/dp/B00NTQ6K7E?tag=fiaenet-21" title="Probeabo bei Audible (Affiliate)"><img src="/wp-content/uploads/2018/05/AudibleBanner.jpg" alt="Probeabo bei Audible (Affiliate)" /></a></p> <h1>Inhalt</h1> <p><strong>Ob die Zeit für die Projektdokumentation zur offiziellen Projektzeit zählt, ist je nach IHK unterschiedlich geregelt.</strong> Eine einheitliche bundesweite Regelung gibt es dazu nicht, obwohl sich viele Prüflinge genau diese Klarheit wünschen. Nach der Recherche im Podcast erwarten die meisten IHKen, dass die Dokumentation innerhalb der vorgegebenen 40 oder 80 Stunden entsteht. Gleichzeitig wird das als praxisfern bewertet, weil die Projektzeit ohnehin oft knapp ist und umfangreiche Dokumentationen zusätzlich kaum realistisch in wenigen Stunden erstellt werden können.</p> <h2>Worum es bei der Frage geht</h2> <p>Gemeint ist die Zeit für die finale Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, also das ausformulierte Dokument mit Inhalt, Struktur, Formatierung, Bildern und Anhängen. Die zentrale Frage ist, ob diese Zeit offiziell Teil der Projektbearbeitungszeit ist oder außerhalb davon läuft.</p> <h2>Warum es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt</h2> <p>In den Berufsverordnungen steht, dass der/die Prüfling eine betriebliche Projektarbeit durchführen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren muss. Außerdem wird dort genannt, dass die Prüfungszeit für Projektarbeit und Dokumentation höchstens 80 Stunden beträgt, bezogen auf die Fachinformatiker:innen Anwendungsentwicklung.</p> <p><strong>FIAusbV §12 (2)</strong></p> <blockquote> <p>Der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.</p> <p>Die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden.</p> <p>Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, […] die Planung und Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren.</p> </blockquote> <p>Diese Formulierungen lassen sich unterschiedlich auslegen:</p> <ul> <li>Eine Auslegung ist, dass damit auch die finale Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss gemeint ist.</li> <li>Die andere Auslegung ist, dass hier die fachliche Dokumentation gemeint ist, die ohnehin zum Projekt gehört, z.B.: <ul> <li>Entwickler:innen-Dokumentation</li> <li>Benutzerhandbücher</li> <li>Installationsprotokolle</li> <li>Checklisten</li> <li>Netzpläne</li> </ul> </li> </ul> <p>Nach dieser zweiten Sichtweise gehört die fachliche Dokumentation zum echten Projekt, nicht aber das spezielle Prüfungsartefakt für den Ausschuss.</p> <h2>Einschätzung zur Praxis</h2> <p>Es ist eigentlich offensichtlich, dass die vorgegebenen Projektzeiten oft schon für die eigentliche Umsetzung knapp sind. Wenn dann zusätzlich noch die vollständige Projektdokumentation in dieser Zeit erstellt werden soll, finde ich das sehr unrealistisch. Besonders kritisch sehe ich, dass manche IHKen für die Dokumentation nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtzeit vorsehen. Das wären bei 80 Stunden nur 8 bis 12 Stunden, bei 40 Stunden sogar nur 4 bis 6 Stunden.</p> <h2>Rolle von IHK und DIHK</h2> <p>Der DIHK hat eine Empfehlung beziehungsweise Vorgabe herausgegeben, nach der die Zeit für die Projektdokumentation mit eingeplant werden soll. Deshalb ist die Tendenz eher so, dass viele IHKen diese Zeit inzwischen in die Projektzeit einrechnen.</p> <p>Trotzdem gibt es unterschiedliche Regelungen je nach Region:</p> <ul> <li><strong>Nicht in der Zeit enthalten:</strong> z.B. Regensburg, Bayreuth, Stuttgart</li> <li><strong>In der Zeit enthalten:</strong> z.B. Oldenburg, Gera, Berlin, Bonn</li> </ul> <ul> <li>Beispiele <ul> <li>Umsetzungsempfehlung DIHK: drin mit 20%, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6945168/0424ce44eab4c49eab8b0c078fe7d796/dihk-umsetzungshilfe-it-berufe-data.pdf</li> <li>Regensburg und Bayreuth: nicht drin, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6637094/a7a0c7a26a07c581efc8f6784bdf0c3c/it-berufe-hinweise-stand-15-07-25-data.pdf</li> <li>Stuttgart: nicht drin, "Auch das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung (nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für den Prüfungsausschuss).", https://www.ihk.de/stuttgart/fuer-azubis/pruefungen/formulareneu6359/it-berufe-infos-ap2-6705038</li> <li>Oldenburg, drin 15-20%, https://www.ihk.de/oldenburg/geschaeftsfelder/ausbildungweiterbildung/ausbildung/tipps-zur-ausbildung/it-berufe-leitfaden-abschlusspruefung-6733866</li> <li>Gera, drin 20%, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/3872458/df0b97a582369d0c4ae8bd448b1785aa/it-ihk-information-veroeffentlichung-internet-20170907-data.pdf</li> <li>Berlin und Bonn, drin 15%, https://www.ihk-bonn.de/fileadmin/dokumente/Downloads/Ausbildung/IT-Berufe/IT-Handreichung_IHK_Bonn_Rhein-Sieg_2.pdf</li> </ul> </li> </ul> <p>In Oldenburg lehnen wir Projektanträge ab, wenn die Dokumentationszeit nicht in der Planung enthalten ist. Der Grund dafür ist die formale Vergleichbarkeit: Wer die Doku-Zeit nicht einplant, hätte auf dem Papier mehr Zeit für die eigentliche Entwicklung als andere Prüflinge.</p> <h2>Was du für deine Planung mitnehmen kannst</h2> <ul> <li>Prüfe zuerst die Vorgaben deiner eigenen IHK.</li> <li>Suche auf der Website nach Handreichungen, Merkblättern oder FAQ.</li> <li>Wenn du nichts findest, frage direkt nach, z.B. per E-Mail oder telefonisch.</li> <li>Wenn du keine klare Auskunft bekommst, ist es sinnvoll, die Zeit für die Projektdokumentation vorsichtshalber mit einzuplanen.</li> </ul> <h2>Praktische Empfehlung</h2> <p>Auch wenn die Regelung kritisch gesehen wird, ist die wichtigste Empfehlung, dich an die Vorgaben deiner IHK zu halten. So vermeidest du formale Probleme, z.B. eine Ablehnung deines Projektantrags. Wenn dein Antrag genehmigt wird, kannst du davon ausgehen, dass deine Zeitplanung formal passt.</p> <h2>Fazit</h2> <p>Die Frage, ob die Projektdokumentation zur Projektzeit zählt, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Viele IHKen rechnen sie inzwischen mit ein, andere nicht. Weil die Regelung regional unterschiedlich ist und der DIHK eher die Einplanung unterstützt, ist der sicherste Weg: bei deiner IHK nachfragen und die dortige Vorgabe konsequent umsetzen.</p> <h1>Links</h1> <ul> <li><a href="https://it-berufe-podcast.de/Short13" title="Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? - IT-Berufe-Podcast-Shorts #13">Permalink zu dieser Podcast-Episode</a></li> <li><a href="https://it-berufe-podcast.de/feed/podcast/" title="RSS-Feed des IT-Berufe-Podcasts">RSS-Feed des Podcasts</a></li> <li><a href="http://fiae.link/FIAusbV" title="FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin">FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin</a></li> <li><a href="https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6945168/0424ce44eab4c49eab8b0c078fe7d796/dihk-umsetzungshilfe-it-berufe-data.pdf" title="Umsetzungsempfehlungen für die Durchführung der Abschlussprüfung in den IT‐Berufen (DIHK)">Umsetzungsempfehlungen für die Durchführung der Abschlussprüfung in den IT‐Berufen (DIHK)</a></li> </ul> <h1>Transkription der gesamten Episode</h1> <div> <details> <summary>Automatisch erzeugte Transkription der Episode</summary> <section> <p><span class="timestamp">[0:21]</span> Heute geht es um eine Frage, die sich viele Prüflinge stellen, wenn sie vor ihrer Projektdokumentation stehen. Und zwar soll ich die Zeit zum Erstellen der Projektdokumentation mit in die Bearbeitungszeit der Projektarbeit einplanen? Also ich erstelle die Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, das 20, 30, 40, 50 Seiten Dokument. Das muss ich ja auch irgendwie zusammenschreiben, formatieren etc. Die Zeit, die ich dafür brauche, gehört das mit in die 80 Stunden bzw. 40 Stunden meiner Projektzeit oder ist das extern und ich kann da so viel Zeit investieren, wie ich will? Und ja, es ist leider wieder so, dass die Antwort ist, es kommt drauf an. Und zwar auf die IHK. Wir haben ja 79 verschiedene in Deutschland. Und wie bei vielen anderen Themen, wo man sich fragen könnte, warum wird das nicht einfach zentral geregelt, ist es auch hier wieder so, dass jede IHK macht, was sie will, beziehungsweise machen kann, was sie will.</p> <p><span class="timestamp">[1:22]</span> Kurz vorweg, die meisten IHK, die ich recherchiert habe, ich habe nicht alle 79 recherchiert, nein, aber die meisten, die ich gefunden habe, erwarten, dass die Doku jetzt in der Projektzeit geschrieben wird. Und kurz vorweg, bevor ich jetzt in die Details gehe, meine persönliche Meinung. Ich finde das total schwachsinnig. Ich finde es total bescheuert, dass wir in 40 oder 80 Stunden, was ja sowieso sehr, sehr wenig ist, um ein einigermaßen passendes Projekt umzusetzen und wo wir uns alle.</p> <p><span class="timestamp">[1:52]</span> Ganz sicher sind, dass die meisten Prüflinge diese Zeit eh nicht einhalten, weil ihr Projekt deutlich länger dauert als diese 40 oder 80 Stunden, dass man dann auch noch erwartet, dass sie eine umfangreiche Projektdokumentation und bei manchen IHK’en sind das wirklich 50 Seiten mit Inhaltsverzeichnis, mit Anhang, mit Bildern, mit allem Pipapo, dann noch irgendwie damit reinquetschen. Und das muss natürlich dann an einen einigermaßen realistischen Anteil haben. Die Projektdoku darf natürlich nicht 90 Prozent der Zeit in Anspruch nehmen. Das heißt, dann gibt es so Vorgaben wie zwischen 10 und 15 Prozent. Das sind dann vielleicht, sagen wir mal, zwölf Stunden, also anderthalb Arbeitstage. Und dann kann man sich mal überlegen, wie realistisch das ist, dass ich 50 Seiten in anderthalb Arbeitstagen zusammenkriege. Ohne Fehler und wunderbar alle Referenzen aufgelöst und Bilder benannt und in der richtigen Reihenfolge und alles. Also das ist einfach utopisch unmöglich und absolut schwachsinnig, das in diese Zeit mit einzuplanen. Das ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Und jetzt kommen wir zu der Meinung der IACAN. Und leider sehen viele IACAN das ein bisschen anders und sagen, nö, ist absolut sinnvoll und total realistisch, dass Prüflinge solche Dokumente auch noch innerhalb ihrer 40 oder 80 Stunden schreiben. Und deswegen ist das einzuplanen.</p> <p><span class="timestamp">[3:06]</span> So, vorweg, bevor wir jetzt weiter in die Details gehen. Das eine ist, was du laut Vorgabe zu planen hast. Das andere ist die reale Welt. Und wir sind uns eh alle einig, dass die Projekte sowieso meistens nicht in der Zeit umsetzbar sind. Zumindest, wenn du einigermaßen eine vernünftige Note haben willst. Deswegen, ehrlich gesagt…</p> <p><span class="timestamp">[3:26]</span> Drauf und schreibt das einfach außerhalb der Projektzeit. Und das tut mir in der Seele weh, dass ich Leuten empfehlen muss, die Regeln hier zu brechen. Ich bin ja auch Prüfer und muss dann am Ende bewerten, ob das Projekt hätte realistisch umgesetzt werden können, um dann eine Note daneben zu schreiben. Aber wenn du wirklich alles, was für dein Projekt nötig ist, in den 40 oder 80 Stunden ausschließlich umsetzen willst, dann machst du ein echt schlechtes Projekt. Das kann ich dir so schon mal sagen. Also Plan E, mehr Zeit für dein Projekt ein, als erlaubt ist. Ein offenes Geheimnis, das ich jetzt hier einfach mal ausspreche. Und wenn du dann noch 50 Seiten in anderthalb Tagen schreiben willst, also zum Leid, absolut utopisch und lächerlich. Gut, kommen wir nochmal jetzt zurück zum eigentlichen Thema. Warum gibt es überhaupt Missverständnisse? Warum kann es sein, dass die eine IHK das erlaubt und die andere nicht, dass die Zeit außerhalb der Projektzeit läuft? Es gibt ja eine Berufsverordnung und für jeden der IT-Berufe gibt es eine, für den Fachinformatiker zum Beispiel eine, die alle vier Fachrichtungen umfasst. Für die anderen Berufe gibt es eigene Berufsverordnungen. Und da steht dann im Text so etwas drin, dass man eben so ein Projekt umsetzen muss und das auch dokumentieren muss. Und da steht dann wortwörtlich zum Beispiel in Paragraf 12 Absatz 2, der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.</p> <p><span class="timestamp">[4:50]</span> Das ist ein Punkt. Dann die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden. Ich bin jetzt beim Anwendungsentwickler, wie du gerade merkst, die anderen Berufe haben nur 40 Stunden. Und dann gibt es noch den Satz, im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, kleine Auslassung, die Planung und Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren. Du siehst, ich habe jetzt hier mal ein paar Sätze rausgegriffen, wo der Begriff Dokumentation oder Dokumentieren drinsteht. Und jetzt kann man sagen, wenn man das so liest, ja, praxisbezogene Unterlagen, Dokumentation in höchstens 80 Stunden, ja, hört sich ja so an, als würde das da in die 80 Stunden reingehören. Ja, das kann man jetzt so sehen, weil da einfach der Begriff Dokumentation steht. Aber in vernünftigen IT-Projekten gibt es natürlich auch als Teil des Projekts eine Dokumentation. Zum Beispiel bei Anwendungsentwicklerinnen, für die Entwicklerkolleginnen, die sich mal in das Projekt einarbeiten sollen. Zum Beispiel ein Klassendiagramm. Oder bei Admins, die da irgendwie einen Server aufsetzen. Vielleicht ein Installationsprotokoll oder eine Checkliste, was man machen muss, um den Server zu klonen. Oder was auch immer. Oder ein Netzplan oder Sonstiges. Und wenn wir irgendwie eine Software bauen, zum Beispiel für Endanwenderinnen, da muss es vielleicht noch ein Benutzerhandbuch geben. Das ist auch eine Dokumentation.</p> <p><span class="timestamp">[6:10]</span> Und jetzt steht hier auch betriebliche Projektarbeit und die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen. Und deswegen interpretiere ich, und da bin ich übrigens nicht alleine, auch viele andere Prüfende interpretieren da rein, dass es hier um die Dokumentationsteile geht, die ganz normal als Teil des Projekts umgesetzt werden. Also Benutzer, Anwender, Admin, was auch immer Dokumentation. Und nicht das Prüfungsartefakt, was für den Prüfungsausschuss da ist. Ich meine, die Abschlussprüfung hat doch den Zweck, eine praxisbezogene Projektarbeit umzusetzen. Man soll zeigen, dass man nicht nur was aus dem Buch lernen kann, sondern dass man es auch umsetzen kann. Dass man ein Projekt von A bis Z umsetzt, inklusive Anforderungsaufnahme, lalalala, und inklusive Dokumentation, die wir natürlich in echten Projekten alle ständig machen, beziehungsweise durch KI machen lassen jetzt in Zukunft, wie auch immer. Auf jeden Fall gehört das einfach mit zum Projekt dazu und das soll man ja auch zeigen. Das soll ja auch ein echtes Projekt sein. Also wieso sollte man jetzt die Zeit, die man braucht, weil das hier eine Prüfungsleistung ist und dieses besondere Prüfungsartefakt hier zu erstellen ist, warum sollte man die Zeit mit in die 80 Stunden einplanen oder 40?</p> <p><span class="timestamp">[7:16]</span> Mir erschließt sich das nicht. Vor allem, wir haben ja in der Neuordnung 2020 die Zeit fürs Projekt erhöht. Von 70 auf 80 Stunden, beziehungsweise von 35 auf 40. Und jetzt kommt irgendeine IHK und sagt, ja, Moment, von den 10 zusätzlichen Stunden, liebe Anbietungsentwicklerinnen, müsst ihr aber 15 gleich wieder runternehmen, weil ihr müsst jetzt auch noch die Doku mit in die Zeit reinquetschen. So, das ist einfach kompletter, ich bin ganz ehrlich Bullshit. Das heißt, ich habe nach der Neuordnung weniger Zeit für mein Projekt als vorher, weil ich jetzt auch noch diese komische Prüfungsgeschichte damit unterbringen muss. Also ich kann mich da herrlich drüber aufregen, weil ich finde das so bescheuert, dass das ganze Ding Abschlussbreit steht sowieso ständig zur Diskussion, weil es unrealistisch ist und die Zeiten passen nicht und was. Und dann muss man da noch jetzt 15 Stunden abziehen, weil man eine Doku braucht. Also ich finde das ganz beknackt. Auf jeden Fall, es ist jetzt so, dass andere Leute halt der Meinung sind, dass in diesem Gesetzestext steht, ja, das ist offensichtlich Dokumentation, Projektdokumentation, also gehört das da rein, blablabla.</p> <p><span class="timestamp">[8:12]</span> Und übrigens, ich bin nicht alleine mit der einen Meinung, es gibt aber auch viele, die der anderen Meinung sind, dass die Projektdokumentationszeit halt mit da reingehört. Unter anderem auch der DIHK, also der Deutsche Industrie- und Handelskammer Tag, der hat tatsächlich eine offizielle Empfehlung herausgegeben, beziehungsweise Ansage, ich weiß es gar nicht, oder Vorgabe einfach, dass die Zeit da nun mit einzuplanen ist. Also von daher kann ich jetzt hier schlau schnacken. Trotzdem würde ich dir den direkten Tipp geben, frag bei deiner eigenen IHK nach, was da die Vorgaben sind. Denn ich weiß, Stand heute, ich nehme das gerade Mitte 2026 auf, kenne ich mindestens für beide Seiten zwei verschiedene IHK, die es so machen oder eben auch anders machen. Das heißt, wie bei vielen formalen Fragen zu deiner Projektarbeit gilt, frag deine IHK, was da Vorgabe ist. Wenn du keine Vorgabe findest, zum Beispiel im Internet, auf der Website irgendwelche Handreichungen, Merkblätter, was auch immer zur Abschlussdoku, dann frag nach, dann ruf an, dann schick eine E-Mail. Und wenn du dann immer noch keine Aussage kriegst, dann würde ich dir tatsächlich empfehlen, plan die Zeit mit ein, weil meiner persönlichen Rechercherfahrung nach jetzt ist es so, dass die meisten IHK inzwischen die Zeit inklusive Projektdokumentation haben wollen und weil der DIHK das ja auch vorgegeben hat, wird das wahrscheinlich auch tendenziell die Richtung sein, wo die meisten IHK sich hin entwickeln werden, wenn sie da jetzt noch nicht sind.</p> <p><span class="timestamp">[9:37]</span> Okay, wenn man dann guckt, was soll man denn für eine Zeit einplanen? Die meisten IHKN geben irgendwas zwischen 10 und 15 Prozent der Zeit an. Das heißt, da wären wir irgendwo bei 8 bis 12 Stunden. Alles, was da drüber liegt, ist dann wieder, also ich beziehe das immer auf die Anwendungsentwickler, da kannst du jetzt runterrechnen auf Fisis, dann bist du bei 4 bis 6 Stunden. Ja, herzlichen Glückwunsch, schreib mal 50 Seiten in 6 Stunden. Also das ist, ja, okay, lassen wir das Thema.</p> <p><span class="timestamp">[10:03]</span> So, trotzdem musst du natürlich in deiner Projektarbeit die gute alte Dokumentation, die ich meine, erstellen für Benutzende und Entwicklerinnen und ich weiß nicht was. Das gehört natürlich trotzdem auch noch dazu.</p> <p><span class="timestamp">[10:14]</span> Und ich meine, auch da braucht man ja ein paar Stündchen für, wenn man ein vernünftiges Benutzernbuch schreiben will. Also da siehst du, dass das alles völlig irrelevant ist. Naja, irrelevant, weil unrealistisch. Ja, ansonsten solltest du, wenn du es falsch machst, in Anführungszeichen, eigentlich sofort beim Prüfen des Projektantrags ein Feedback bekommen. Bei uns in Oldenburg wurde diese Regelung umgestellt. Vor der Neuordnung war die Projektarbeit außerhalb der Zeit und man konnte quasi Stunden und Wochen investieren, um seine Projektarbeit zu optimieren, sage ich mal. Inzwischen ist es explizit genauso, dass die IHK will, dass es in den 80 Stunden oder 40 Stunden mit drin ist. Und deswegen würden wir tatsächlich auch Projektanträge, wo das nicht der Fall ist, ablehnen. Also wenn jemand kommt und sagt, ich verplane hier meine 80 Stunden für die Softwareentwicklung komplett und die Doku ist nicht mit drin, dann lehnen wir den Projektantrag ab, weil das nicht den formalen Anforderungen entspricht. Das kannst du dir auch vorstellen, kommt ein Asubi, der quasi 10 bis 8 bis 12 Stunden mehr Zeit hat, Software zu entwickeln, weil dieses Prüfungsartefakt nicht eingepreist ist und jemand, der das dann macht und sich an die Regeln hält, hat weniger Zeit und kann demnach ja auch eigentlich nur ein kleineres Projekt umsetzen, was also vielleicht zu einer schlechten Note führt und das wäre natürlich unfair. Deswegen ist es bei uns so, wird abgelehnt, wenn es nicht zur Anforderung passt. Andere eher kann, vielleicht gucken die da gar nicht drauf oder winken das einfach durch oder wie auch immer, es dreht auch jeder sein eigenes Ding.</p> <p><span class="timestamp">[11:36]</span> Gut, ich habe einfach mal ein paar Beispiele mitgebracht, was jetzt Stand Mitte 2026 so ist. Die Umsetzungsempfehlung des DIHK und da steht drin, 20% der Zeit sollen eingeplant werden, sogar noch mehr. Ich verlinke das auch gerne mal in den Shownotes, dann kannst du das einfach angucken.</p> <p><span class="timestamp">[11:53]</span> Ich habe dann zum Beispiel zwei IHK gefunden, Regensburg und Bayreuth. Die sagen explizit, die Zeit ist nicht mit drin. Dann gibt es in Stuttgart, gut, Baden-Württemberg, die machen eh, was sie wollen. Das kennen wir ja schon von den Prüfungen. Aber da steht zum Beispiel auch, dass es nicht mit drin ist. Da steht dann zum Beispiel auch, das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung, aber nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für den Prüfungsausschuss. Da ist also explizit nochmal das Prüfungsartefakt wieder ausgenommen. Ich habe natürlich meine eigene IHK Oldenburg, da ist es mit drin. Da haben wir 15 bis 20 Prozent angesetzt. Oh, ich hatte 10 bis 15 im Kopf. Na gut, ist egal, sogar noch mehr. Also 20 Prozent von 80 Stunden, das wären 16 Stunden. Das wären zwei komplette Arbeitstage, die mir fehlen. Ja, gut, egal. Und dann haben wir zum Beispiel noch Gera, sind es auch 20 Prozent. Berlin und Bonn sind 15 Prozent der Zeit vorzusehen. Also ich habe jetzt hier schon, ich habe für jede Seite sogar drei, vier Beispiele. Da siehst du, es geht mal so, mal so, je nachdem, bei welcher IHK du bist. Deswegen, ich empfehle dir dringend, frag bei deiner konkreten IHK nach, was muss ich machen. Und sonst, ja, siehst du spätestens beim Antrag, wenn der genehmigt ist, dann weißt du, hast du alles richtig gemacht.</p> <p><span class="timestamp">[13:05]</span> Also, wenn du nicht weißt, was Sache ist, ich würde dir empfehlen, nehme es mit rein in die Zeit. Die meisten IHKern werden es so machen, weil der DIHK es halt auch empfiehlt oder vorgibt. Und du kannst dich darüber ärgern und ärgern, so wie ich. Oder du sagst einfach, ja komm, trage ich da halt eine Zeit ein. Guckt sowieso keiner drauf. Die ganzen Zeiten sind sowieso unrealistisch. Und dann setzt du es einfach um. Ja, das war jetzt heute mein Rant zu diesem Thema, weil ich finde diese Entscheidung einfach so beknackt. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Aber gut, am Ende ist es auch nur eine Zahl. dir steht und weil wir eh alle wissen, dass das ausgedachte Zahlen manchmal auch sind, ist es vielleicht auch am Ende gar nicht so schlimm. Also halt dich einfach an die Vorgaben. Dann kannst du wenigstens nicht wegen solcher Formalia, weil du irgendwo eine Stunde zu wenig geplant hast, irgendwo, also durchfallen wirst du deswegen sowieso nicht. Aber zum Beispiel könnte der Progdantrag ja abgelehnt werden, dann musst du neu machen und dann hast du weniger Zeit für die Umsetzung wegen der Frist und tralla. Also ja, ich empfehle dir, frag nach, halt dich daran und dann war es das zu diesem Thema. Und ja, jetzt weißt du auch, wie ich das sehe und dass es wie viele andere Themen auch leider nicht deutschlandweit einheitlich geregelt ist, sondern viele IHK, einfach ihre eigenen Sachen durchziehen.</p> <p><span class="timestamp">[14:15]</span> Jo, das war’s für heute. Ich sag bis zum nächsten Mal. Ciao.</p> </section> </details> </div>

May 18, 2026
Mündliche Ergänzungsprüfung – Erklärung, Benotung, Inhalte und Vorbereitung – IT-Berufe-Podcast #197
<p>Um die mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) inkl. Erklärung, Benotung, Inhalte und Vorbereitung geht es in der einhundertsiebenundneunzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts.</p> <p>Die mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) ist die letzte Möglichkeit, wenn du in einer schriftlichen Prüfung aus Teil 2 der Abschlussprüfung durchgefallen bist und dadurch das Bestehen noch retten kannst. Sie ist nur für einen einzigen schriftlichen Prüfungsbereich in AP2 möglich, dauert etwa 15 Minuten und wird im Verhältnis 2:1 mit dem bisherigen Ergebnis verrechnet, weshalb sie eine schlechte Note nur begrenzt ausgleichen kann. Wichtig ist vor allem: Kläre Ablauf, Antrag und Termin direkt mit deiner IHK und bereite dich inhaltlich wie auf die betroffene schriftliche Prüfung vor, aber mit Fokus auf mündliches Erklären.</p> <p><a href="https://www.amazon.de/dp/B00NTQ6K7E?tag=fiaenet-21" title="Probeabo bei Audible (Affiliate)"><img src="/wp-content/uploads/2018/05/AudibleBanner.jpg" alt="Probeabo bei Audible (Affiliate)" /></a></p> <h1>Inhalt</h1> <h1>Mündliche Ergänzungsprüfung in den IT-Berufen</h1> <p>Ich fasse hier die Regeln zur mündlichen Ergänzungsprüfung (MEP) nach der <strong>seit 2020</strong> geltenden Berufsverordnung zusammen. Die MEP betrifft nur Prüflinge, die in einem <strong>schriftlichen Prüfungsbereich von Teil 2</strong> der Abschlussprüfung durchgefallen sind und die Prüfung dadurch eventuell noch bestehen können.</p> <h2>Wofür die MEP gedacht ist</h2> <p>Die MEP ist dafür da, eine <strong>nicht bestandene schriftliche Prüfung in Teil 2</strong> auszugleichen. Sie ist <strong>nicht</strong> dafür da, einfach eine Note zu verbessern.</p> <p>Wichtig dabei:</p> <ul> <li><strong>AP1</strong> kann nicht durch eine MEP ausgeglichen werden.</li> <li>Auch das <strong>Projekt</strong> in AP2 kann nicht durch eine MEP ausgeglichen werden.</li> <li>Die MEP ist nur für die <strong>drei schriftlichen Prüfungsbereiche von AP2</strong> möglich: <ul> <li>die zwei berufsspezifischen schriftlichen Prüfungen</li> <li><strong>Wirtschafts- und Sozialkunde (WISO)</strong></li> </ul> </li> </ul> <h2>Wann die Abschlussprüfung bestanden ist</h2> <p>Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind (siehe <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/fiausbv/__16.html" title="Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin* (Fachinformatikerausbildungsverordnung - FIAusbV) § 16 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung">Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung</a>):</p> <ol> <li><strong>Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend</strong></li> <li><strong>Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend</strong></li> <li><strong>In mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend</strong></li> <li><strong>In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend</strong></li> </ol> <p>Für AP2 heißt das praktisch:</p> <ul> <li>Du hast vier Prüfungsbereiche in AP2: <ul> <li>Projekt</li> <li>schriftlicher Bereich 1</li> <li>schriftlicher Bereich 2</li> <li>WISO</li> </ul> </li> <li>In <strong>mindestens drei von diesen vier Bereichen</strong> musst du mindestens eine 4 haben.</li> <li>Wenn das Projekt bestanden ist, darfst du in den drei schriftlichen Prüfungen <strong>höchstens einmal durchfallen</strong>.</li> </ul> <p>Das bedeutet:</p> <ul> <li><strong>Eine 5</strong> in einer schriftlichen Prüfung kann noch okay sein.</li> <li><strong>Zwei 5en</strong> in den schriftlichen Prüfungen reichen nicht mehr.</li> <li><strong>Eine 6</strong> in einem Prüfungsbereich von Teil 2 ist ebenfalls nicht erlaubt.</li> </ul> <h2>Wann du in eine MEP musst</h2> <p>Eine MEP wird relevant, wenn du durch eine schriftliche Prüfung in AP2 das Bestehen verfehlst (siehe <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/fiausbv/__17.html" title="Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin* (Fachinformatikerausbildungsverordnung - FIAusbV) § 17 Mündliche Ergänzungsprüfung">Mündliche Ergänzungsprüfung</a>).</p> <p>Typische Fälle:</p> <ul> <li><strong>zwei 5en</strong> in den schriftlichen Prüfungen → eine davon muss ausgeglichen werden</li> <li><strong>eine 6</strong> → diese muss mindestens so verbessert werden, dass sie nicht als 6 stehen bleibt</li> </ul> <p>Dabei gilt aber immer:</p> <ul> <li>Du musst mit der MEP <strong>überhaupt noch rechnerisch bestehen können</strong>.</li> <li>Wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es <strong>keine MEP</strong>.</li> </ul> <h2>Wer die MEP beantragen muss</h2> <p>Rein rechtlich gilt:</p> <ul> <li><strong>Der Prüfling beantragt die MEP selbst.</strong></li> </ul> <p>In der Praxis kann es sein, dass die IHK das automatisch anstößt. Verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Wenn deine Noten knapp oder kritisch sind, solltest du <strong>direkt bei deiner IHK nachfragen</strong>, wie das bei dir geregelt ist.</p> <h2>In welchen Prüfungsbereichen die MEP möglich ist</h2> <p>Die MEP ist nur in <strong>einem einzigen</strong> schriftlichen Prüfungsbereich möglich.</p> <p>Voraussetzungen:</p> <ul> <li>der Bereich muss zu den schriftlichen Prüfungen von AP2 gehören</li> <li>du musst dort <strong>schlechter als ausreichend</strong> sein, also unter 50 Punkten</li> <li>die MEP muss für das <strong>Bestehen der Abschlussprüfung überhaupt noch etwas ändern können</strong></li> </ul> <p>Nicht möglich ist:</p> <ul> <li>MEP im Projekt</li> <li>MEP in mehreren Prüfungsbereichen</li> <li>MEP zur reinen Notenverbesserung</li> </ul> <h2>Wie die MEP bewertet wird</h2> <p>Die MEP dauert in der Regel <strong>15 Minuten</strong>.</p> <p>Das Ergebnis wird zusammen mit der bisherigen schriftlichen Note im Verhältnis <strong>2:1</strong> verrechnet:</p> <ul> <li>schriftliches Ergebnis zählt <strong>zweifach</strong></li> <li>Ergebnis der MEP zählt <strong>einfach</strong></li> </ul> <p>Das neue Ergebnis im Prüfungsbereich wird also so berechnet:</p> <ul> <li><code>(schriftlich × 2 + MEP) / 3</code></li> </ul> <h2>Was diese Gewichtung praktisch bedeutet</h2> <p>Die MEP hat nur begrenzte Hebelwirkung.</p> <p>Beispiele:</p> <ul> <li>Bei <strong>40 Punkten</strong> in der schriftlichen Prüfung brauchst du <strong>70 Punkte</strong> in der MEP, um auf <strong>50 Punkte</strong> insgesamt zu kommen.</li> <li>Bei <strong>30 Punkten</strong> brauchst du <strong>90 Punkte</strong> in der MEP, um noch auf <strong>50 Punkte</strong> zu kommen.</li> <li>Bei <strong>25 Punkten</strong> brauchst du sogar <strong>100 Punkte</strong> in der MEP, um auf <strong>50 Punkte</strong> zu kommen.</li> <li>Ab <strong>24 Punkten oder weniger</strong> kannst du rechnerisch in diesem Prüfungsbereich <strong>nicht mehr auf 50 Punkte</strong> kommen.</li> </ul> <p>Deshalb ist das Ziel bei einer sehr schlechten 6 oft nicht mehr, diesen Bereich noch auf eine 4 zu bringen, sondern die 6 wenigstens auf eine <strong>5</strong> zu heben, damit die Prüfung insgesamt vielleicht noch bestanden werden kann.</p> <h2>Wie der Ablauf organisiert ist</h2> <p>Dazu gibt es <strong>keine einheitliche Vorgabe</strong> in der Berufsverordnung. Deshalb ist der Ablauf von <strong>IHK zu IHK unterschiedlich</strong>.</p> <p>Möglich ist zum Beispiel:</p> <ul> <li>MEP direkt am Tag der mündlichen Prüfung</li> <li>separater zusätzlicher Termin</li> <li>rein mündliches Fachgespräch</li> <li>kurze Vorbereitung auf Aufgaben</li> <li>Aufgaben an Tafel oder Papier mit anschließendem Gespräch</li> </ul> <p>Entscheidend ist:</p> <ul> <li>Es muss eine <strong>mündliche Prüfung</strong> sein.</li> <li>Sie soll etwa <strong>15 Minuten</strong> dauern.</li> <li>Alles Weitere kann je nach IHK und sogar je nach Prüfungsausschuss unterschiedlich sein.</li> </ul> <p>Deshalb ist der wichtigste praktische Hinweis:</p> <ul> <li><strong>Frag direkt bei deiner IHK nach.</strong></li> <li>Verlass dich nicht auf Berichte aus dem Internet oder auf Erfahrungen von anderen Prüflingen.</li> </ul> <h2>Welche Inhalte in der MEP drankommen können</h2> <p>Die Fragen müssen zu dem Prüfungsbereich passen, in dem du durchgefallen bist.</p> <p>Beispiele:</p> <ul> <li>bei <strong>WISO</strong> etwa Themen wie Arbeitsrecht, Tarifverhandlungen oder Jugendarbeitsschutz</li> <li>bei einer fachlichen Prüfung etwa SQL, Pseudocode, UML oder andere Inhalte des jeweiligen Prüfungsbereichs</li> </ul> <p>Früher konnte der Themenbereich enger eingegrenzt werden. Das ist heute nicht mehr so. Maßgeblich ist jetzt der <strong>gesamte Prüfungsbereich</strong>, in dem du durchgefallen bist.</p> <p>Das bedeutet:</p> <ul> <li>Du musst dich <strong>breit auf alle Themen</strong> dieses Bereichs vorbereiten.</li> <li>Du kannst nicht davon ausgehen, dass nur ein einzelnes Lieblingsthema gefragt wird.</li> </ul> <h2>Wie du dich vorbereiten kannst</h2> <p>Die inhaltliche Vorbereitung ist im Grunde dieselbe wie für die schriftliche Prüfung, in der du durchgefallen bist.</p> <p>Sinnvoll ist dabei:</p> <ul> <li><strong>alte Prüfungen durcharbeiten</strong></li> <li>typische Themen des Prüfungsbereichs sammeln</li> <li>Antworten <strong>mündlich formulieren und erklären</strong> üben</li> <li>mit einer anderen Person üben, zum Beispiel mit dein:e Ausbilder:in, Lehrkraft oder einer erfahrenen Person</li> </ul> <p>Wichtig ist der Unterschied zur schriftlichen Prüfung:</p> <ul> <li>In der MEP musst du die Inhalte <strong>mündlich verständlich erklären</strong> können.</li> <li>Du solltest also nicht nur Aufgaben lösen, sondern auch üben, wie du Begriffe, Abläufe und Zusammenhänge in Worten erklärst.</li> </ul> <h2>Einschätzung zur MEP</h2> <p>Die MEP ist keine einfache Notenrettung, weil die 2:1-Gewichtung rechnerisch viel verlangt. Trotzdem kann sie eine echte Chance sein, wenn das Bestehen noch möglich ist.</p> <p>Dabei gilt:</p> <ul> <li>Die Prüfenden wollen in der Regel nicht, dass du scheiterst.</li> <li>In einer mündlichen Prüfung gibt es oft mehr Möglichkeiten, durch Nachfragen und Umschreibungen noch zu zeigen, was du kannst.</li> <li>Trotzdem bleibt die MEP deine <strong>letzte Chance</strong>, deshalb solltest du dich gezielt vorbereiten.</li> </ul> <h2>Wichtigstes Fazit</h2> <ul> <li>Die MEP betrifft nur <strong>schriftliche Prüfungsbereiche von AP2</strong>.</li> <li>Sie ist nur möglich, wenn du in <strong>einem</strong> Bereich unter 50 Punkten liegst und damit das Bestehen noch retten kannst.</li> <li>Sie dauert etwa <strong>15 Minuten</strong>.</li> <li>Die Bewertung erfolgt im Verhältnis <strong>2:1</strong> zugunsten der bisherigen schriftlichen Note.</li> <li>Der genaue Ablauf ist <strong>nicht einheitlich geregelt</strong> und hängt von deiner <strong>IHK</strong> ab.</li> <li>Wenn deine Noten kritisch sind, solltest du <strong>sofort selbst bei deiner IHK nachfragen</strong>, wie es weitergeht und ob du etwas beantragen musst.</li> <li>Für die Vorbereitung solltest du die Themen der betroffenen schriftlichen Prüfung wiederholen und vor allem das <strong>mündliche Erklären</strong> trainieren.</li> </ul> <h1>Links</h1> <ul> <li><a href="https://it-berufe-podcast.de/197" title="Mündliche Ergänzungsprüfung - Erklärung, Benotung, Inhalte und Vorbereitung - IT-Berufe-Podcast #197">Permalink zu dieser Podcast-Episode</a></li> <li><a href="https://it-berufe-podcast.de/feed/podcast/" title="RSS-Feed des IT-Berufe-Podcasts">RSS-Feed des Podcasts</a></li> <li><a href="/vorbereitung-auf-die-ihk-abschlusspruefung-der-it-berufe/themen-der-schriftlichen-ihk-pruefungen-der-it-berufe/" title="Themen der schriftlichen IHK-Prüfungen der IT-Berufe">Themen der schriftlichen IHK-Prüfungen der IT-Berufe</a></li> <li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/fiausbv/__16.html" title="Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin* (Fachinformatikerausbildungsverordnung - FIAusbV) § 16 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung">Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung</a></li> <li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/fiausbv/__17.html" title="Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin* (Fachinformatikerausbildungsverordnung - FIAusbV) § 17 Mündliche Ergänzungsprüfung">Mündliche Ergänzungsprüfung</a></li> <li><a href="https://www.ihk.de/pfalz/produktmarken/ausbildung/zwischen-und-abschlusspruefungen/pruefungsrechner" title="Prüfungsrechner aller Berufe von A-Z">Prüfungsrechner aller Berufe von A-Z</a></li> </ul> <h1>Transkription der gesamten Episode</h1> <div> <details> <summary>Automatisch erzeugte Transkription der Episode</summary> <section> <p><span class="timestamp">[0:21]</span> Hallo und herzlich willkommen zur 197. Episode des IT-Brufe-Podcasts. Mein Name ist Stefan Macke und heute geht es um ein Thema, das ich vor langer, langer, langer Zeit schon mal im Podcast besprochen habe. Allerdings noch auf Basis der alten Berufsverordnung. Und die wurde ja 2020 komplett über den Haufen geworfen. Deswegen ist es dringend Zeit, das mal zu aktualisieren. Und zwar geht es heute um die mündliche Ergänzungsprüfung, die MEP. Was ist das? Warum braucht man das? Wann muss ich da rein? Wie wird die bewertet? Wie breite ich mich vor? Das soll heute das Thema sein. Die mündliche Ergänzungsprüfung betrifft vor allem die Prüflinge oder nicht nur vor allem, also nur die Prüflinge, die durch einen Teil, nee, nein, sorry, durch einen Bereich von Teil 2 der Prüfung durchgefallen sind. So, wir müssen aber genau auf die Begriffe hier achten.</p> <p><span class="timestamp">[1:10]</span> Die Abschlussprüfung besteht ja aus zwei Teilen, der AP1 und der AP2. Und diese Teile haben jeweils Prüfungsbereiche. Die AP1 hat nur einen Bereich, nämlich die schriftliche Prüfung, aber die AP2 hat mehrere Bereiche. Und zwar einmal das Projekt, das Abschlussprojekt, was man machen muss, was natürlich auch den größten Anteil an der Note hat. Und dann gibt es aber noch drei weitere Prüfungsteile in AP2. Und zwar die zwei berufsspezifischen Prüfungen. Für Armungsentwickler ist das zum Beispiel Entwickeln und Analysieren und Entwickeln von Algorithmen, heißt das, glaube ich. Und das andere Plan eines Softwareprodukts. Und für die anderen IT-Berufe heißen die halt irgendwie anders. Die weiß ich jetzt leider nicht alle auswendig. Und da gibt es auch den dritten Teil und das ist Wieso. Wirtschaft und Soziales, der ist ja für alle Berufe, nicht nur für IT-Berufe, sondern sogar für alle Berufe identisch. Und diese drei Prüfungsbereiche plus das Projekt, das sind die vier Prüfungsbereiche in AP2.</p> <p><span class="timestamp">[2:03]</span> Und wenn man durch diese schriftlichen Prüfungen, beziehungsweise eine davon oder auch zwei oder noch mehr, durchfällt, dann muss man eventuell in eine mündliche Ergänzungsprüfung, um diese schlechte Note auszugleichen. Darum geht es im Prinzip. Und was da jetzt genau die Voraussetzungen sind und wie so eine Prüfung abläuft, wenn man sich vorbereitet, das soll heute einmal das Thema sein. Es geht also darum, wenn ich eine schlechte Note habe, wenn ich irgendwo durchgefallen bin in einem der Prüfungsbereiche von AP Teil 2, wie läuft das denn ab und was mache ich da? Kurz schon mal vorweg, die AP 1, da kann man nicht durchfallen. Die AP 1, wenn du da eine schlechte Note hast, ja, dann hast du leider Pech gehabt, die kannst du nicht wiederholen. Das heißt, egal ob du eine 6 sogar hast, vielleicht auch in AP 1, du kannst trotzdem deine Prüfung insgesamt bestehen und du hast auch keine Chance, die Note wieder auszugleichen. Wenn du eine 6 hast, dann steht die da. Und auch wenn du am Ende bestanden hast, steht die 6 trotzdem auf dem Säugnis. Deswegen kann ich hier nochmal dafür ganz wichtig plädieren. Bereite dich gut auf die AP1 vor. Diese Note kriegst du nie wieder ausgeglichen, wenn die schlecht ist. Außer du wiederholst die komplette Prüfung nochmal, also deine ganze Ausbildung. Und das willst du sicherlich nicht.</p> <p><span class="timestamp">[3:12]</span> Also AP1, da sind wir komplett raus. Egal wie schlecht die Note, da kannst und musst und darfst du nichts wiederholen. Wir reden hier nur über die schriftliche Prüfung von Teil 2. Das Projekt, wenn du da durchfällst, hast du auch ein Problem. Da muss man nochmal in einer gesonderten Episode vielleicht drüber reden. Da gibt es auch keine Ergänzungsprüfung, sondern es geht hier nur um die drei Prüfungsbereiche, die schriftlichen Prüfungen von Teil 2, also die beiden berufsspezifischen und Wieso.</p> <p><span class="timestamp">[3:38]</span> So, dann würde ich sagen, werfen wir doch mal einen Blick in unsere Berufsverordnung und schauen einfach mal, wann man überhaupt die Prüfung besteht und was dafür nötig ist und kommen dann irgendwie darüber zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Da schauen wir einfach mal in die FI aus PF, also die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin, die FI aus PF. Die gleichen Sachen, die ich jetzt erzähle, gelten für alle IT-Berufe. Also wenn ich jetzt für die Fachinformatiker das sage, gibt es natürlich genauso eine Berufsverordnung für die anderen IT-Berufe, die Kaufmännischen und den Systemelektroniker und so weiter, sind exakt identisch aufgebaut, wörtlich eins zu eins identisch, bis auf eine Kleinigkeit. Und das ist auch der Grund, warum es tatsächlich für alle vier Fachinformatiker.</p> <p><span class="timestamp">[4:23]</span> Jeweils einzelne Paragrafen für das Bestehen der Prüfung und die Münchner Gänzungsprüfung gibt. Denn der einzige Unterschied ist, dass diese Prüfungsdienstechnik Bereiche ja etwas anders heißen. Ich habe es ja gerade schon gesagt, für Amix und Mikla, Bereich 1 und 2 der schriftlichen Prüfung ist halt Algorithmik und Plan eines Softwareprodukts und für die anderen IT-Berufe heißen die halt anders. Und deswegen muss man diese Paragrafen, die ich jetzt vorlese, siebenmal doppelt und dreifach definieren, weil ja diese kleine Geschichte sich ändert, also einfach der Name der Prüfung.</p> <p><span class="timestamp">[4:52]</span> Und des Prüfungsbereichs. Und für IT-Systemelektroniker kommt noch dazu, dass es ein Sperrfach gibt, aber das ist eine andere Geschichte, das gibt es für die anderen Archieberufe nicht. Worum es jetzt heute hier geht ist, wann bestehe ich die Prüfung und wann muss ich in der MEP. Und die Idee ist für alle IT-Berufe identisch, auch wenn sie in unterschiedlichen Paragrafen definiert sind. Ich fange einfach mal an mit dem Anwendungsentwickler, weil der steht einfach ganz vorne, das sind die ersten Paragrafen. Das heißt, wenn du in die VIE aus Pf in Paragraf 16 schaust, dann gibt es da die Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung. Und für die anderen drei Fachrichtungen gibt es die auch, bloß halt ein paar Paragrafen später und du wirst sehen, die sehen eins zu eins identisch aus. Und wenn du einen ganz anderen IT-Beruf machst, dann guckst du halt in deine Ausbildungsverordnung und wirst das sicherlich auch finden, ob es jetzt Paragraf 16 ist oder 17 oder 23. Das wirst du wohl herausfinden, ja. Also es gibt einen Paragrafen, der sagt, wie sind die Prüfungsbereiche zu gewichten und wann besteht man die. Und für die Anwendungsentwicklung ist das halt in Paragraf 16 definiert. Und hier wird auch nochmal einmal darauf hingewiesen, dass es diese zwei Prüfungsteile gibt mit jeweils unterschiedlichen Bereichen. Und jetzt gucken wir uns den Absatz 2 an. Und da steht drin, die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen, Achtung, auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 17, da werden wir dann ja gleich darauf eingehen, wie folgt bewertet worden sind. Also alles, was jetzt kommt, musst du immer so verstehen, dass du eventuell auch noch eine MEP einschiebst, um eine deiner Noten zum Beispiel höher zu ziehen, auszugleichen, wie auch immer. Aber grundsätzlich bestehst du die Prüfung, wenn.</p> <p><span class="timestamp">[6:20]</span> Du im Gesamtergebnis von Teil 1 und 2 mindestens ausreichend hast. Das heißt, du nimmst das Gesamtergebnis von Teil 1 und von Teil 2, rechnest das zusammen und guckst, dass du da über 50% kommst. Bist du mal so größer gleich 50, ne? Ab 50% hast du bestanden. Gesamtergebnis von beiden 50%. Dann Punkt Nummer 2, im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens ausreichend. Das heißt, hier wird nochmal explizit gesagt, in Teil 2 musst du eine 4 haben, 50%. Teil 1 irrelevant. Du kannst in Teil 1 eine 6, eine 5 haben, völlig egal, solange du im Gesamtergebnis über 50% kommst, alles gut. Aber in Teil 2 musst du insgesamt alleine auf ausreichend kommen, auf 50%. Da kannst du nicht einzeln durchfallen und dann trotzdem die Prüfung bestehen, das geht nicht.</p> <p><span class="timestamp">[7:06]</span> Also Gesamtergebnis Teil 1 und 2 zusammen 4, Teil 2 alleine auch mindestens 4. Und jetzt kommt der wichtige Punkt für die MEP, in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens ausreichend. Das heißt, wir gucken nochmal, welche Prüfungsbereiche gibt es. Wir haben deine beiden fachspezifischen schriftlichen Prüfungen, die Wieso-Prüfung als dritte schriftliche Prüfung und wir haben das Projekt. Das Projekt ist auch Bereich von Teil 2. Das heißt, du musst in all diesen vier Prüfungsbereichen in mindestens dreien davon eine 4 haben, also 50%. Und diese Ergänzungsprüfung kann man aber jetzt ja nur für die schriftlichen Prüfungen machen und nicht fürs Projekt. Deswegen gucken wir uns im weiteren Fall jetzt einfach mal nur diese drei Bereiche an. Und weil ja drei von vier bestanden sein müssen und wenn wir das Projekt jetzt ausklammern, musst du in mindestens zwei der drei schriftlichen Prüfungen durch sein. Ausreichend haben, 50%. Geh mal davon aus, dass du das Projekt auf jeden Fall bestehen musst und wenn du dann noch drei schriftliche Prüfungen hast, musst du in zwei davon mindestens eine vier haben. Anders formuliert heißt das, du kannst in einer schriftlichen Prüfung durchfallen, aber das war’s. Also zwei Fünfen, du bist raus.</p> <p><span class="timestamp">[8:20]</span> Und jetzt kommt Punkt Nummer 4 hier noch. In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 darfst du ungenügend haben. Das wäre die 6. Also wir drehen das jetzt mal um und machen das ganz konkret. Wenn du in den drei schriftlichen Abschlussprüfungen von Teil 2 eine 6 hast oder zwei 5, dann bist du raus. Dann bestehst du deine Prüfung nicht und musst wiederholen.</p> <p><span class="timestamp">[8:42]</span> Andersherum heißt das, wenn du eine 5 hast, kannst du noch bestehen. Das ist völlig in Ordnung, solange die anderen Sachen eingehalten sind. Also wenn du eine 5 hast, mit den gesamten anderen Noten aus Teil 2, aber insgesamt auf 50% kommst, auf eine 4, ist das völlig okay. Und das ist ja relativ einfach, sagen wir einfach mal. Wenn wir mal gucken, die zählen ungefähr, ne, die zählen ungefähr alle gleich, die drei schriftlichen Prüfungen zählen alle 10% der Note. Das heißt, machen wir es mal ganz konkret. Du hast in Wieso 60 Prozent und in deiner ersten schriftlichen Prüfung, die berufsspezifisch ist, 50 Prozent. Und in deiner zweiten hast du leider nur 40 Prozent. Dann hast du trotzdem bestanden, weil 40 plus 60 plus 50 sind 150. Geteilt durch drei sind 50 Prozent. Das heißt, du hast insgesamt in Teil zwei eine Vier, ein Ausreichend, hast damit bestanden. Auch wenn du eine Fünf hast, diese 40 Prozent, die kannst du quasi ausgleichen durch die 60 Prozent in der anderen Prüfung. aufaddiert, geteilt durch 3. Wenn du dann auf 50% kommst, dann hast du bestanden. So, das ist jetzt auf der Audiospur schwer zu erklären mit der ganzen Rechnerei und das ist schwer zu folgen. Deswegen guck dir einfach die Online-Rechner an. Da gibt es einen Haufen von verschiedenen Websites, die solche Online-Prüfungsrechner für die IT-Berufe haben. Es gibt übrigens auch in Anführungszeichen offizielle Rechner von der IHK. Von einer der IHK, besser gesagt.</p> <p><span class="timestamp">[9:58]</span> Verlinke ich auch in den Shownotes zu dieser Episode. Das ist einfach eine Excel-Datei. Kannst du dir runterladen und da ist dann quasi die offizielle Berechnung, kannst dir auch angucken, wie das gerundet wird und so weiter. Manchmal kommt es ja wirklich auf die Nachkommastelle an, auf ein halbes Prozent, ob das dann auf- oder abgerundet wird, um die Prüfung zu bestehen. Von daher zieh dir einfach die Excel-Datei, trag dir mal deine Daten ein und dann weißt du, ob du bestehst oder nicht. Damit rechnet auch deine IHK.</p> <p><span class="timestamp">[10:21]</span> Gut, also wir fassen nochmal zusammen. Hast du eine 5, kannst du bestehen. Hast du zwei Fünfen oder eine 6 in den schriftlichen Prüfungen, dann bist du auf jeden Fall raus. So und jetzt kommen wir nochmal zurück zum Einleitungssatz von Absatz 2 in der Vorrufsordnung. Auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung. Das heißt, wenn du jetzt zwei Fünfen hast oder eine 6, dann kannst du trotzdem noch bestehen, indem du diese Note durch die Ergänzungsprüfung ausgleichst. Darum geht es. Das heißt, bei zwei Fünfen müsstest du mit der Ergänzungsprüfung eine Fünf loswerden, also die auf eine Vier heben. Bei einer Sechs müsstest du mit einer MEP mindestens die Sechs auf die Fünf heben, damit du bestehst. Weil mit einer Fünf ist ja okay, kannst du bestehen, aber die Sechs darf halt nicht stehen bleiben. Das heißt, wann musst du in eine Ergänzungsprüfung? Ganz einfache Kiste. Hast du zwei Fünfen, musst du eine davon ausgleichen. Hast du eine Sechs, musst du die auf jeden Fall ausgleichen. Ja, und wenn du natürlich noch eine Sechs und eine Fünf hast, Ist ja gut, dann wird es irgendwann schwierig. Also du musst diese anderen Vorgaben einhalten. Insgesamt 50 Prozent in allen Prüfungsbereichen von Teil 2. Und wenn du das hinkriegst, dann hast du die Prüfung bestanden. Und ich sage mal schon so, eine 6 auszugleichen auf eine 4, auf 50 Prozent ist schon extrem schwierig. Wir machen mal ein kurzes Brechenbeispiel. Das werde ich gleich dann auch mal an ein, zwei Beispielen wiederholen.</p> <p><span class="timestamp">[11:40]</span> Wir haben nämlich noch gar nicht den Paragrafen uns angeschaut zur Münchner Ergänzungsprüfung, wie das berechnet wird. Aber ich spoiler schon mal so ein bisschen, wenn du eine 6 hast, also zum Beispiel 30 Prozent in einem Prüfungsteil, dann musst du tatsächlich 90 Prozent in der Ergänzungsprüfung holen, um diese 6 auf eine 4 hochzuziehen. Das ist also schon heftig. Ich meine, wenn du eine 6 hast, das ist ja, wie soll ich das sagen, da hast du echt nicht viel gewusst. Und es ist jetzt relativ unrealistisch, dann in der Ergänzungsprüfung zum gleichen Thema auf einmal 90%, also eine sehr gute 2 zu holen, um dann insgesamt auf eine 4 zu kommen. Also das ist schon unrealistisch. Deswegen geht es wahrscheinlich bei einer 6 eher darum, dass du die 6 auf eine 5 hebst, um dann halt damit deine Prüfung zu bestehen. Das ist zwar kein guter Abschluss, in Anführungszeichen, aber das Ding auf eine 4 zu heben ist in den meisten Fällen utopisch. Und das mit den 90% funktioniert ja nur, wenn du exakt 30% hast, wenn du weniger hast. Und ja, ich nehme das jetzt hier Anfang 2026 auf. Wir haben gerade die schriftlichen Prüfungen korrigiert letzte Woche. Da waren einige Sechsen leider dabei in einem schriftlichen Teil. Und das sind dann manchmal 15 Punkte, 16 Punkte. Da ist es dann rein rechnerisch schon gar nicht mehr möglich, auf eine 4 zu kommen überhaupt.</p> <p><span class="timestamp">[12:54]</span> Das heißt, das funktioniert bis, ja, müsste ich jetzt mal im Kopf rechnen, ich glaube bis 25 Punkten. Wenn du 25 Punkte hast, also eine dicke 6, und dann 100% in die Ergänzungsprüfung holst, dann kommst du auf die 50%, aber das ist ja unrealistisch, schon 25 auf 100, ganz ehrlich. Also von daher, da geht es dann meistens darum, auf eine 5 zu kommen, um gerade so mit einem Auge durch die Prüfung zu kommen quasi. Und wenn du zwei 5 hast, dann musst du aber wirklich eine davon auf eine 4 heben, weil du darfst das halt nur eine 5 haben. So, das ist jetzt mal zur Einleitung mit ein bisschen Beispielen und Rechnerei und jetzt gucken wir uns mal die Paragraphen zur Ergänzungsprüfung an, was da so drin steht.</p> <p><span class="timestamp">[13:34]</span> So, in der Vieh-Ausbüffe ist direkt der nächste Paragraf, der Paragraf 17 der zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Und der geht los mit dem ersten Absatz. Der Prüfling kann in einem Prüfungsbereich eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragen. Das heißt, erster Punkt, der Prüfling ist selbst dafür verantwortlich, diese MEP zu beantragen. Man kriegt die nicht automatisch. So steht es im Gesetz. Wie es in der Realität läuft, ist natürlich eine andere Frage. Die meisten IHK werden automatisch, wenn man ein schlechtes Ergebnis hat, eine MEP ansetzen, weil die Leute wollen ja durch die Prüfung kommen und wenn das jetzt jeder einzeln beantragen müsste und die Leute vergessen das, dann sind sie durchgefallen, müssen ein halbes Jahr. Also die meisten IHK werden das wahrscheinlich von sich aus regeln, aber rein rechtlich müsstest du selbst diese Ergänzungsprüfung beantragen. Jetzt kommt Nummer zwei.</p> <p><span class="timestamp">[14:20]</span> Dem Antrag ist stattzugeben, wenn er für einen der folgenden Prüfungsbereiche gestellt worden ist. A. Und jetzt kommen die fachspezifischen Namen der Prüfung. Ich bin jetzt hier im Bereich Anwendungsentwicklung, also Planen eines Softwareprodukts. B. Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen. Oder C. Wirtschaft und Sozialkunde. So, und hier würden jetzt halt in den anderen Paragraphen die Namen deiner jeweiligen Prüfungsteile stehen, wenn du nicht Anwendungsentwicklung wärst. Und hier siehst du schon, es muss also in einem der schriftlichen Prüfungen sein. Du kannst nicht das Projekt ausgleichen. Das ist nicht möglich. Projekt durch, dann bist du leider durch. Das ist so. Also da gibt es keine MEP. Nur in einer der drei schriftlichen Prüfungen kannst du eine MEP machen. Jetzt kommt Satz 2. Wenn der benannte Prüfungsbereich schlechter als mit ausreichend bewertet worden ist. Das heißt, auf Deutsch gesagt, du musst durchgefallen sein. Du musst unter 50 Prozent haben.</p> <p><span class="timestamp">[15:12]</span> Du kannst also mit einer MEP nicht deine Note aufbessern. Angenommen, du hast jetzt, weiß ich nicht, eine 4 oder eine 3 und willst aber eine 1. Das geht leider nicht. Also die MEP ist nur dafür da, deine Prüfung zu bestehen, wenn du eigentlich durchgefallen wärst. Du kannst sie nicht noch einfach mal munter beantragen, um deine Note hochzuziehen oder so, weil du Lust hast. Das funktioniert nicht. Es geht hier nur ums Bestehen oder nicht. Und Nummer drei, das ist auch nochmal wichtig, wenn die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann. Auf Deutsch gesagt, du darfst nur eine MEP machen, wenn du danach auch die Prüfung bestehen kannst. Wenn du zum Beispiel schon drei Fünfen hast oder eine Fünf und eine Sechs oder so und es ist rein rechnerisch gar nicht mehr möglich, die Prüfung zu bestehen, dann wird dich auch keiner eine mündliche Ergänzungsprüfung machen lassen. Das ist ja vergebene Liebesmüh für dich und auch für den Prüfungsausschuss. Die prüfen dann irgendwas und am Ende bist du trotzdem durchgefallen. Also das wird nicht passieren. Das heißt, du darfst nur in einer der schriftlichen drei Prüfungen eine MEP beantragen, auch nur, wenn du da durchgefallen bist, also unter 50 Prozent hast, und auch nur, wenn du dann im Endergebnis noch bestehen kannst. Und wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es auch keine MEP. Ganz einfach.</p> <p><span class="timestamp">[16:19]</span> So, jetzt kommt der nächste Punkt. Die mündliche Ergänzungsprüfung darf nur in einem einzigen Prüfungsbereich durchgeführt werden. Das heißt, wenn du durch drei Prüfungen durchfällst, kannst du nicht drei MEPs machen und bist dann trotzdem durch. Dann ist durchgefallen wirklich durchgefallen. Sondern du kannst eine einzige Ergänzungsprüfung machen, um eine 6 oder eine 5 hochzuziehen oder auszugleichen. Wenn du mehrere Probleme hast, dann kannst du dich schon auf einstellen, in einem halben Jahr nochmal die Prüfung zu machen. Da hast du keine Chance. Du kannst jetzt nicht nochmal drei MEPs machen, weil du alle 5 hast. Das funktioniert leider nicht. Eine einzige MEP ist möglich. Dann kommt Absatz 3, die mündliche Ergänzungsprüfung soll 15 Minuten dauern. Also quasi wie das Fachgespräch. Präsentation, Fachgespräch, MEP dauern alle 15 Minuten. Hier steht, soll 15 Minuten dauern.</p> <p><span class="timestamp">[17:06]</span> Kann auch mal 16 dauern oder 14, je nachdem, aber 15 ist das Richtmaß. Und dann kommt 4, bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 zu 1 zu gewichten. Was bedeutet das? Da sehen wir jetzt, dass so eine MEP gar nicht so viel Hebelwirkung hat, denn dein bisheriges Ergebnis wird mal 2 genommen und das Ergebnis der MEP wird mal 1 genommen und das wird dann geteilt durch 3 dein neues Ergebnis. Beispiel von eben, wenn du 40% geschrieben hast, also eine 5, dann wird das mal 2 genommen, also 80 und dann kommt deine Ergänzungsprüfung dazu, angenommen du hast da 50% geholt, dann wird gerechnet 80 plus die 50, das sind 130 und jetzt müssen wir aber nochmal durch 3 teilen, um auf eine Note zu kommen und 130 durch 3 sind leider weniger als 50, das heißt du bist im Endergebnis trotzdem durchgefallen. Wie können wir jetzt ausrechnen, was du haben musst, damit du bestehst? Bleiben wir bei den 40%. Die 40%, die du geschrieben hast, wird verdoppelt, also 80. Und jetzt kann man ja ein bisschen mathematisch überlegen. Wenn am Ende das Ding geteilt durch 3 gerechnet wird und du dann auf 50% kommen musst, dann wäre ja das Minimum, was du erreichen musst, durch zweimal altes Ergebnis plus einmal neues, 150. Weil 150 geteilt durch 3 ist 50%, dann hättest du bestanden.</p> <p><span class="timestamp">[18:32]</span> Jetzt können wir das also einfach ein bisschen umstellen und ein bisschen rechnen. Wenn du 40 Prozent hast, nimmst du das Ding mal 2, sind die 80. Und jetzt musst du eigentlich nur noch die Differenz bis 150 erreichen. Das wäre 150 minus 80 sind 70. Das heißt, wenn du 40 geschrieben hast, musst du 70 Prozent in der MEP holen, damit du insgesamt auf 50 Prozent und damit auf das Bestehen kommst. Und du siehst schon, das ist ganz schön viel. 40 ist, naja, eine mittlere 5, ziemlich genau die Mitte der 5. Und jetzt musst du aber 70 Prozent, also eine, naja, schlechte 3 in der MEP holen, um das auszugleichen. Und von 5 auf 3, ich meine, das sind zwei Noten dazwischen. Das ist jetzt also nicht so einfach. Man kann jetzt also nicht sagen, ja, ich mache mal eben eine MEP und dann rette ich mir den Arsch. Auf Deutsch gesagt, du musst da ganz schön viele Punkte holen aufgrund dieses Verhältnisses, aufgrund der Gewichtung. Und deswegen mein Beispiel von vorhin, wenn du eine 6 hast, 30 Prozent, 30 mal 2 sind 60, 150 minus 60. Sind 90%. Das heißt, du musst eine gute 2 holen, um eine 6 ausgleichen zu können.</p> <p><span class="timestamp">[19:38]</span> Wenn wir das jetzt mal umdrehen und ein bisschen rechnen, wenn wir mal 2 nehmen und wir fangen mit 25% an, weil du eine gute 6 hast mit 25%, die geht da bis 0, dann hast du 25 mal 2 sind 50 und 150 minus 50 sind 100. Das heißt, das wäre das Maximum, wenn du in einer MEP 100% holst, also perfekt die MEP machst, dann kannst du maximal 25 Punkte in einer Prüfung ausgleichen. Anders formuliert, ab 24 Punkten ist vorbei. Wenn du 24 Punkte oder schlechter in einem dieser drei schriftlichen Prüfungen hast, dann kannst du nicht mehr auf 50% in dieser Prüfung kommen. Es ist nicht mehr möglich. Rein rechnerisch geht das nicht.</p> <p><span class="timestamp">[20:21]</span> Und wie gesagt, ich habe jetzt gerade schon erzählt, wir haben ein paar mehr Prüfungen dieses Jahr, die unter 24 Punkten waren, auf jeden Fall. Und da kann es dann wirklich nur noch darum gehen, aus der 6 eine 5 zu machen. Alles andere ist nicht realistisch. Und dann kann man nur die Daumen drücken, dass nicht in dem anderen Prüfungsteil noch irgendwo eine 5 da steht, weil sonst ist es halt vorbei. Das heißt, wenn man eine 6 hat und in den anderen Teilen eine 4 oder besser, dann kriegt man es noch hin, indem man die auf eine 5 hebt. Aber ansonsten ist man mit einer 6 leider raus, weil du es rechnerisch einfach nicht ausgleichen kannst. Funktioniert nicht.</p> <p><span class="timestamp">[20:52]</span> Also, es ist nicht immer das Ziel, in einer mündlichen Ergänzungsprüfung für diesen Prüfungsbereich auf 50 Prozent zu kommen, also auf eine 4, sondern es geht meistens darum, wenn man wirklich schlechte Prüfungen hat, dass man insgesamt noch auf diese 50 Prozent für alle Prüfungsbereiche kommt und nur eine 5 da stehen hat. Das ist eigentlich das Ziel, was viele Prüflinge haben werden. Es geht hier also nicht darum, oh, ich mache nochmal eben die MEB und am Ende habe ich doch noch eine 1. Na, nee. Allein durch diesen letzten Satz, die Nummer 4 in dem Paragrafen hier, das Verhältnis 2 zu 1, ist es rechnerisch unmöglich, auf eine wirklich gute Note noch zu kommen mit der MEP. Es funktioniert einfach nicht. Also, wir fassen nochmal zusammen. Du musst die MEP selbst beantragen. In der Realität wird deine IHK das aber sehr wahrscheinlich automatisch für dich machen. Es darf nur in einem der schriftlichen Prüfungsteile passieren. Diese Prüfung muss schlechter als 4 sein, also ab 49 abwärts. Und du darfst auch nur die MEP machen, wenn du insgesamt noch bestehen kannst. Und wir haben ja gerade schon ein paar Beispiele gesehen, dass das teilweise recht schwierig ist. Also in dem Fall kannst du dich eigentlich davon verabschieden, wenn du zwei Fünfen hast und nicht mehr ausgleichen kannst oder so eine schlechte Sechs. Dann musst du leider die Prüfung wiederholen in einem halben Jahr. Das geht nicht anders. Die mögliche Ergänzungsprüfung dauert 15 Minuten und Gewichtung ist 2 zu 1. So ein paar Berechnungsbeispiele hatten wir jetzt. Dürfte die formale Geschichte, sag ich mal, klar sein. Und jetzt kommen wir zum nächsten Teil.</p> <p><span class="timestamp">[22:15]</span> Und zwar stellen sich natürlich viele Prüflinge, die in eine MEP müssen, die Frage, oh Gott, wie läuft das denn ab? Gibt es einen separaten Termin? Wird das einfach nach der Prüfung gemacht? Etc. Und da kann ich leider nur die Antwort geben. Kommt drauf an. Und worauf kommt es an? Naja, auf eine der 79 IHK, bei der du geprüft wirst, weil das ist nicht geregelt. Ich habe jetzt alles aus dem Gesetz, aus der Berufsverordnung vorgelesen zur MEP. Hier steht also nirgends mehr drin, es ist am Tag der möglichen Prüfung durchzuführen oder Sonstiges. Es gibt keine weiteren Vorgaben. Das heißt, es liegt jetzt einfach an deiner IHK, wann und wo und wie du geprüft wirst.</p> <p><span class="timestamp">[22:52]</span> Es soll eine mündliche Prüfung sein von 15 Minuten. Das ist der einzige Teil, der vorgegeben ist. In unserem Fall, ich kann es von mir berichten, von IHK Hollenburg, wir machen es so, dass wir die MEPen, das ist ja eingeschränkt auf eine einzige, man kann ja nur eine einzige MEP machen, wie gerade vorgelesen. Und deswegen machen wir die immer direkt am Prüfungstag, wo der Prüfling auch vor Ort ist. In unserem Fall, wir haben ein großes Einzugsgebiet, da fahren die Leute teilweise eine Stunde, teilweise anderthalb Stunden bis zur Prüfung. Und wenn man da jetzt noch einen zweiten Termin macht, wo man nur für 15 Minuten herfahren muss. Das ist sowohl für den Prüfling, allerdings auch für den Prüfungsausschuss extrem nervig, weil wir kommen auch nicht alle aus Oldenburg selber und fahren teilweise ich selber zum Beispiel auch über eine Stunde zur Prüfung. Und das ist ja alles Ehrenamt und Freizeit, beziehungsweise geht bei den meisten Leuten von der Arbeitszeit ab und die Arbeitgeber stellen frei. Das heißt, da wollen wir nicht nochmal für 15 Minuten für eine Person irgendwo hinfahren. Das ist einfach viel zu aufwendig. Deswegen machen wir das einfach am gleichen Tag. Ich weiß aber, dass es bei anderen IHKern durchaus einen separaten Termin nur für Ergänzungsprüfung gibt. Also kurz gesagt wieder mal, es kommt drauf an. Frag bei deiner IHK, wie es da geregelt ist. Einige IHKern schicken dann sogar Einladungen raus, wo drin steht, hier und da und dort ist die Ergänzungsprüfung.</p> <p><span class="timestamp">[24:04]</span> Das ist wirklich ganz, ganz unterschiedlich. Und bitte verlass dich da weder auf meine Aussagen noch auf irgendwas anderes im Internet oder bei Reddit oder sonst wo. Frag bei deiner IHK nach. Das ist das einzige Verlässliche für deine Prüfung. Niemand anderes aus dem Internet kann dir da weiterhelfen. Und selbst wenn du einen Prüfling hast, der bei deiner IHK geprüft wurde, vielleicht ist das inzwischen verändert worden. Vielleicht macht der eine Ausschuss das so und der andere Ausschuss das so. Wir haben zum Beispiel in Oldenburg drei verschiedene Ausschüsse, die arbeiten weder am gleichen Standort noch nach exakt den gleichen Vorgaben im gleichen Raum etc. Das heißt, es kann von Ausschuss zu Ausschuss sogar noch unterschiedlich sein. Also bitte, bitte, bitte, frag bei deiner IHK nach und verlass dich nicht auf irgendwas anderes, was du sonst wo gelesen hast. Außer auf der offiziellen Seite deiner IHK. Wenn du da was liest, kannst du davon ausgehen, dass das stimmt.</p> <p><span class="timestamp">[24:50]</span> Okay, also kurz gesagt, wann und wo die stattfindet, kommt darauf an. In unserem Fall ist es so, dass wir es einfach nach den restlichen Prüfungen am Tag der mündlichen Prüfung machen, also nach Präsentation im Fachgespräch. Dann geht in unserem Fall der Prüfung nochmal einmal raus. Wir überlegen uns Fragen für die mündliche Ergänzungsprüfung und dann kommt der Prüfung wieder rein und dann geht er bloß. Die letzte MEP, die ich hatte, war tatsächlich im Bereich WISO. Da haben wir uns einige alte WISO-Prüfungen geschnappt, haben ein paar Themenbereiche rausgesucht und haben darüber halt ein zweites Fachgespräch geführt, wenn man so will. Und das war dann unsere MEP. Auch das kann von IHK zu IHK und von Ausschuss zu Ausschuss komplett unterschiedlich sein. Ich habe schon gehört von Ausschüssen, die erstmal schriftliche Aufgaben dem Prüfling geben, die er in Ruhe vorbereiten kann und dann wird darüber ein Fachgespräch geführt. Ich habe schon gehört von Aufgaben, die man an einer Tafel lösen musste. Sowas wie formulieren Sie ein SQL-Statement oder machen Sie dies und das im Pseudocode und dann an der Tafel. Also es gibt da ganz, ganz unterschiedliche Ausprägungen. Auch das kann ich dir nicht verbindlich für deine IHK und deinen Ausschuss sagen. Wenn die IHK dir das erzählt, wie das geht, dann ruf da an und frag nach. Aber im Zweifel wissen die das noch nicht mal, weil die Ausschüsse das unterschiedlich machen. Du musst immer daran denken, die IHK ist das Verwaltungsorgan, kümmert sich um die Termine und Einladungen und alles. Aber der Prüfungsausschuss, der bestimmt deine Note, der prüft dich. Und der hat im Prinzip die Freiheit, diese Prüfung zu gestalten, wie er möchte. Denn, wie wir gerade gesehen haben, im Gesetz ist da nichts vorgegeben, außer 15 Minuten unmündlich.</p> <p><span class="timestamp">[26:15]</span> Okay, also auch hier, da kannst du dich dann vielleicht an Erfahrungsberichten von anderen Prüflingen orientieren, vielleicht im Internet irgendwo mal gucken, im Forum, bei Reddit etc., ob irgendwer von deiner IHK schon mal eine MEP hatte. Und dann kannst du da fragen, wie es abgelaufen ist. Aber auch hier, bevor du im Internet einen Thread aufmachst, ruf doch mal bei der IHK an oder schick eine E-Mail hin. Denn die wissen wohl mit einer MEP, dass man da vielleicht ein bisschen nervös wird und tausend Fragen hat. Und da sollten die dann darauf reagieren und antworten. Dann als, weiß ich nicht, Ausbildungsberaterinnen gibt es dann, glaube ich, bei der IHK, die helfen dir dann.</p> <p><span class="timestamp">[26:47]</span> Die sind dafür zuständig. Das heißt, wenn du verlässliche Informationen zu deiner MEP haben willst, bitte, ich wiederhole es nochmal, weil ich sehe so viele Beiträge im Internet, wo du dann fragen, wie ist das dann bei der IHK XY, wie werde ich denn da geprüft? Ja, weiß ich nicht, keine Ahnung. Frag doch bitte bei der IHK nach. Wie gesagt, 79 verschiedene, alle machen es unterschiedlich. Also einmal anrufen, Hörer in der Hand nehmen oder Handy in der Hand nehmen, Hörer gibt es ja gar nicht mehr und ruf da mal an und frag mal nach. Also, in unserem Fall ist es dann so, Prüfling kommt rein, es wird rein mündlich gemacht, wir bereiten nichts vor, wir lassen die Leute auch nichts an der Tafel schreiben und es ist eine rein mündliche Prüfung quasi wie das Fachgespräch, nur eben, und das ist jetzt ganz wichtig, zu Themen aus dem Prüfungsbereich, wo der Prüfling eben durchgefallen ist. Das heißt zum Beispiel Wieso, habe ich gerade gesagt, dann stellen wir halt Fragen zu Mutterschutzgesetz oder zu Tarifverhandlungen oder zu Streikrecht oder weiß ich nicht, Jugendarbeitsschutzgesetz und was da alles halt drankommt in Wieso. Das kann jetzt halt von A nach B, können wir uns da irgendwas ausdenken, es muss halt zu diesem Prüfungsbereich passen. Oder wenn es zum Beispiel Entwicklung von Algorithmen ist, dann fragen wir irgendwas zu Pseudocode oder zu SQL oder zu irgendwelchen Ur-Mail-Diagrammen oder so etwas. Das muss halt zu dem Prüfungsbereich passen. Aus diesem Bereich kommen die Fragen. Und das wäre jetzt auch der letzte Punkt für heute. Wie bereite ich mich auf die MEP vor? Ja, quasi genauso wie auf den jeweiligen Prüfungsbereich, wo du durchgefallen bist. Das ist jetzt ein toller Tipp, weil du bist ja da durchgefallen. Also hat das offensichtlich nicht so gut funktioniert mit der Vorbereitung.</p> <p><span class="timestamp">[28:13]</span> Manchmal liegt es aber auch einfach an Zeitdruck in der Prüfung. Man schafft die Aufgaben nicht mehr und so weiter. Und deswegen ist es dann vielleicht für eine mündliche Ergänzungsprüfung gar nicht mal so schwierig, weil man kann sich da ein bisschen mehr Zeit lassen. Es ist mündlich, man kann umschreiben. Ja, man muss nicht auf den Punkt präzise, zack, auf den Text in drei Zeilen exakt genau das beschreiben. Das heißt, vielleicht fällt es dir einfach einfacher, so eine mündliche Ergänzungsprüfung zu machen, als es auf dem Papier zu machen. Aber falls das nicht der Fall ist und du dich einfach nur schlecht vorbereitet hast oder große Wissenslücken hast, dann wird es natürlich interessant. Dann musst du einfach die Themen nochmal nacharbeiten, die du dir schon für die schriftliche Prüfung hättest anschauen müssen. Ganz einfach. Und da kann ich dann nur empfehlen, guck dir die alten schriftlichen Prüfungen an. Inzwischen, wir sind im Jahr 2026, wo ich das hier aufnehme, gibt es elf oder zwölf alte Prüfungen und die kannst du rauf und runter dir durchschauen. Auf meiner Website habe ich noch eine große Liste mit bisherigen Themen in den schriftlichen Abschlussprüfungen, zumindest für Einwilligungsentwicklung, für die anderen Fachbereiche leider nicht. Aber du könntest dir die Prüfung einfach selber durchgucken. Und schauen, was kommen denn da so für Themen dran. Und darauf musst du dich vorbereiten. Und in diesem Fall dann eben nicht so, dass du sie schriftlich auf Papier bringst, sondern eben mündlich. Das heißt, du übst, wie du das formulierst.</p> <p><span class="timestamp">[29:23]</span> Vielleicht in unserem Beispiel jetzt SQL. Versuchst du mündlich mal SQL-Abfragen zu formulieren, ja? Falls du das so geprüft wirst. Wie gesagt, bei deiner IHK kann das halt anders laufen. Du musst es vielleicht doch noch auf Papier machen, ja? Aber im Kern ist es ja eine mündliche Prüfung. Das heißt, du musst üben, wie du diese Inhalte auf der Audiospur vernünftig und verständlich erklärst. Also im Prinzip von der Prüfungsart bereitest du dich genauso vor wie auf dem Fachgespräch. Von den Inhalten bereitest du dich so vor wie das, was in der schriftlichen Prüfung drankommt, wo du durchgefallen bist. Und im besten Fall hilft natürlich Ausbilder, Ausbilderinnen dabei, dass ihr sowas einfach mal simuliert. Also, was für Fragen könnten denn gestellt werden zum Thema SQL oder zum Thema, weiß ich nicht, Firewall, Netzplan, Wieso, wie gesagt, Mutterschutzgesetz oder was auch immer, ja, dann spiel das einfach mal durch. Das heißt, Vorbereitung würde ich genauso empfehlen wie das Fachgespräch mit einer anderen Person wirklich mal zu sprechen. Im besten Fall mit einer Person, die sich auskennt und die sagen kann, ob das richtig war oder nicht. Also, Ausbilder, Ausbilderin, dafür sind die ja da. Das ist ja eigentlich deren Job, das zu tun, ja. Und inhaltlich, wie gesagt, guck die alten Prüfungen durch, such dir ein, zwei Themen raus und sprich das dann einfach mal mit Ausbilder-Ausbauern durch.</p> <p><span class="timestamp">[30:33]</span> Früher war es so, vor der Neuordnung, dass der Prüfling sogar sich selber aussuchen konnte, in welchem Bereich man geprüft wird, also in welchem Themenbereich. Man konnte das also zum Beispiel runterdampfen auf Softwareentwicklung oder Datenbanken oder so etwas. Das ist inzwischen aber nicht mehr möglich. Inzwischen ist einfach das Thema der durchgefallenen Prüfung das Thema der MEP. Das heißt, genauso breit, wie die schriftliche Prüfung ist, ist das Themenfeld für die mündliche Ergänzungsprüfung. Du musst dich also auf alles vorbereiten. Du kannst nicht sagen, ach ja, ich bin in dem Teil durchgefahren, da werden die ja mich bestimmt SQL fragen. Nee, die Prüfer und Prüferinnen können sich halt selber aussuchen, was sie aus diesem Themengebiet abfragen. Das ist genauso wie in der schriftlichen Prüfung, da hast du auch keinen Einfluss drauf. Dann machst du den Umschlag auf und wunderst dich, oh, das kam dran, ja, super. Und genauso ist es in der MEP auch. Also bereite dich auf alle Themen vor, guck die alte Prüfung an und üb das Zeug auf der Audiospur mit Ausbilder, Ausbilderin, Lehrer, Lehrerin, wem auch immer, irgendein fertiger Azubi-Kollege, wenn du keine Ausbilder, Ausbilderin hast. Aber irgendwie bereite dich am besten darauf vor, dass du das mündlicher machen musst. Das ist durchaus was anderes. Ein Beispiel jetzt hier mal Use-Case-Diagramm der UML auf dem Papier zu zeichnen, oder auf der Audiospur zu erklären, wie du es zeichnen würdest. Ja, das ist ein bisschen was anderes.</p> <p><span class="timestamp">[31:48]</span> Würde ich jetzt als Prüfender ein UML-Use-Case-Diagramm in der möglichen Prüfung abfragen? Eher nicht, weil es ist ja halt eben ein visuelles Ding. Aber man könnte vielleicht sowas fragen wie, was ist denn überhaupt ein Use-Case-Diagramm? Und was ist denn ein Akteur? Oder wie würde der denn aussehen? Oder was ist denn überhaupt ein Use-Case? Solche Sachen könnte man fragen. Aber so nach dem Motto, zeichnen Sie mir mal hier in Ihren Gedanken ein Use-Case-Diagramm. Solche Aufgaben finde ich persönlich natürlich maximal dämlich. Das heißt aber nicht, dass irgendwelche anderen Prüfungsausschüsse das nicht genau so machen. Oder wie eben erklärt, das dann einfach an der Tafel machen lassen. Ist ja auch okay. Also, da sind die Prüfungsausschüsse völlig autonom und können sich selber ausdenken, wie sie diese Prüfung gestalten. Also, wenn du was zeichnen musst, ist das so. Da kannst du dich auch nicht beschweren oder sonst irgendwas, weil, wie gesagt, die einzige Vorgabe ist, mündlich und 15 Minuten.</p> <p><span class="timestamp">[32:33]</span> So, fassen wir nochmal zusammen. Du bereitest dich vor mit alten Prüfungen. Du bereitest dich aber so vor, dass du es mündlich vortragen kannst. Am besten mit einer anderen Person zusammen, Ausbilder, Ausbilderin. Und ja, dann war es das eigentlich. Bereit dich auf alle Themen vor, die in diesem jeweiligen Prüfungsteil drankommen können.</p> <p><span class="timestamp">[32:51]</span> So, jetzt haben wir glaube ich alles. Zu MEP. Fassen wir nochmal kurz zusammen. Die MEP musst du machen, wenn du zwei Fünfen oder eine Sechs hast. Du musst sie nutzen, um insgesamt in Teil 2 auf 50% zu kommen. Meistens ist das nicht möglich, zum Beispiel eine Sechs auszugleichen, sondern einfach nur auf eine Fünf zu kommen, damit du insgesamt auf die 50% kommst. Es geht hier nicht darum, irgendwelche aus deiner Sicht schlechten Prüfungsteile zu verbessern, sondern es geht nur, wenn du da auch wirklich durchgefallen bist. Und es gibt eine einzige Ergänzungsprüfung. Wenn du damit deine Note nicht ausgleichen kannst, dann bist du durchgefallen und musst leider in einem halben Jahr nochmal ran. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Wann die durchgeführt wird, wo und wie, das ist völlig unterschiedlich, je nach IHK. Deswegen frag da vor Ort nach, wie das bei dir vielleicht ablaufen wird, ob du selber den Antrag stellen musst, ob die IHK das schon für dich macht. Das sind wichtige Fragen, die du dir stellen musst. Denn wenn du am Ende es beantragen hättest müssen und vergisst es und fällst deswegen durch, das wäre natürlich extrem schade. Also kümmere dich rechtzeitig, sobald du siehst, oh, meine Noten, da komme ich aber nicht mehr auf die 50. Dann ist das Erste, was du machen musst, anrufen bei deiner IHK und fragen, wie geht es jetzt weiter, was muss ich machen. Verlasse dich nicht darauf, dass das alles schon irgendwie automatisch man sich um dich kümmern wird, sondern werde selber aktiv, frag nach, was du machen musst und verlass dich nicht auf irgendwelche random Aussagen aus dem Internet, sondern frag bei deiner IHK nach. Ich kann es jetzt nur noch mal wiederholen, weil das so wichtig ist.</p> <p><span class="timestamp">[34:21]</span> Ruf da an, frag nach oder schick eine E-Mail, wenn du dich anrufen willst. Aber kümmere dich bei deiner IHK darum und nicht irgendwo anders im Internet. So, und dann ist ansonsten die mündliche Ergänzungsprüfung aus meiner Sicht aber recht entspannt, weil die Prüfenden, wie die dir da gegenüber sitzen, die wollen ja auch dein Bestes. Ich meine, die MEP ist dafür da, damit du gerade noch die Prüfung bestehen kannst und das wollen die Prüfenden auch. Die Prüfenden haben keinerlei Interesse daran, dich absichtlich durchfallen zu lassen, damit du im halben Jahr nochmal geprüft werden musst. Wir müssen die ganzen Prüfungen ja dann nochmal korrigieren und wir müssen dich nochmal zum Fachgespräch einladen etc. Also wir haben da ja auch nichts davon. Im Gegenteil. Das heißt, die Prüfenden wollen auch, dass du bestehst und wollen dir helfen.</p> <p><span class="timestamp">[35:01]</span> Etwas bessere Noten als die fünf oder sechs, die man geschrieben hat, hat durchaus realistisch. Im mündlichen kann man halt viel mehr umschreiben und irgendwo nochmal Punkte geben, als wenn man das hart auf Papier aufgeschrieben hat. Ja, das heißt, die Prüfenden sind ein bisschen nachsichtiger und werden dir sicherlich vielleicht auch nicht die allerhärtesten Fragen stellen, sondern halt so in die Richtung, dass du noch eine Chance hast, durch die Prüfung zu kommen. Davon musst du einfach mal ausgehen. Und wenn du einen Prüfungsausschuss hast, der es tatsächlich darauf anlegt, dich durchfallen zu lassen, okay, dann hast du Pech gehabt, aber dann sollten das vielleicht auch keine Prüfenden sein. Ja, die meisten Prüfenden sind pro Prüfling eingestellt und wollen dir helfen. Und ich glaube, es gibt eigentlich keinen Prüfungsbereich, wo das besser geht als in der mündlichen Prüfung. Weil da kann man mit geschickten Fragen und so weiter, kann man da schon den Prüfling auch mehr unterstützen, als wenn man, ja, wie gesagt, leeres Blatt Papier, da kann ich halt nur sechs draufschreiben. Aber mit ein bisschen Nachfragen im mündlichen Bereich kriegen wir dich schon in die richtige Richtung, sodass du die Prüfung bestehst. Ja, also mach dir da nicht zu viel Gedanken. Die Prüfenden sind normalerweise alle sehr nett und wollen dir helfen und wollen dich unterstützen.</p> <p><span class="timestamp">[36:04]</span> Du musst dich natürlich aber auch ein bisschen darauf vorbereiten. Es ist deine letzte Chance, die Prüfung noch zu bestehen. Das müsstest du keine machen. Also setz dich nochmal hin, reiß dir den Hintern auf, guck dir alle Themen nochmal an, üb das Ganze mit einer anderen Person, damit du da gut dastehst in der MEP. Und dann ist es auch durchaus realistisch, dass du mit der MEP deine Prüfung noch bestehst. Ja, das will ich da sagen. Also, wenn du in die MBP gehst, heißt das nicht automatisch, dass du es nicht mehr schaffen kannst, sonst würde die MBP gar nicht angeboten, sondern geh davon aus, dass man dir helfen will, die Prüfung noch zu bestehen, aber tu auch was dafür. Ja, das will ich damit sagen.</p> <p><span class="timestamp">[36:38]</span> So, jetzt haben wir heute alles, glaube ich. Ich denke, das war ein guter Refresher, ein gutes Upgrade für dieses häufig nachgefragte Thema der mündlichen Ergänzungsprüfung. Ich hoffe, es war für dich dabei. Falls du den MBP musst, ich drücke dir beide Daumen, dass du damit trotzdem noch deine Prüfung bestehst. Und ja, wenn ich dir geholfen habe, dann lass mir gerne einen Kommentar da, am besten direkt unter der Episode. Da freue ich mich auf dein Feedback. Und jetzt alles Gute für die Prüfung. Mach’s gut und bis zum nächsten Mal.</p> </section> </details> </div>

May 11, 2026
Umgang mit Fehlern in der Projektdokumentation in der Projektpräsentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #12
<p>Um den Umgang mit Fehlern in der Projektdokumentation in der Projektpräsentation und im Fachgespräch geht es in der zwölften Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.</p> <p>Wenn dir nach Abgabe deiner Projektdokumentation Fehler auffallen, solltest du in der Projektpräsentation immer mit der <strong>korrigierten</strong> Version arbeiten und größere inhaltliche Fehler offen, aber knapp ansprechen. Triviale Formfehler wie Rechtschreibung oder Kommas musst du nicht thematisieren. Entscheidend ist ein professioneller Umgang: Fehler nicht leugnen oder ignorieren, sondern zeigen, was du daraus gelernt hast, wie du sie korrigiert hast und welche Folgen sie für das Projekt haben.</p> <p><a href="https://www.amazon.de/dp/B00NTQ6K7E?tag=fiaenet-21" title="Probeabo bei Audible (Affiliate)"><img src="/wp-content/uploads/2018/05/AudibleBanner.jpg" alt="Probeabo bei Audible (Affiliate)" /></a></p> <h1>Inhalt</h1> <h1>Umgang mit Fehlern nach Abgabe der Projektdokumentation</h1> <p>Wenn dir nach der Abgabe deiner Projektdokumentation noch Fehler auffallen, gilt grundsätzlich: <strong>korrigieren statt ignorieren</strong>. Kleine formale Fehler musst du nicht extra erwähnen, größere inhaltliche Fehler solltest du dagegen offen und professionell behandeln.</p> <h2>Grundidee</h2> <p>Die Projektdokumentation, die Projektpräsentation und das Fachgespräch sind <strong>getrennte Prüfungsleistungen</strong>. Deshalb solltest du Fehler aus der Doku nicht einfach in die Präsentation übernehmen, nur weil die Doku schon abgegeben ist. In der Präsentation solltest du immer die <strong>korrigierte Fassung</strong> zeigen.</p> <p>Wichtig ist dabei:</p> <ul> <li>Fehler offen ansprechen, wenn sie relevant sind</li> <li>keinen großen Fokus auf die Fehler legen</li> <li>zeigen, wie du den Fehler erkannt und behoben hast</li> <li>deutlich machen, was du daraus gelernt hast</li> </ul> <h2>Warum Fehler oft erst später auffallen</h2> <p>Zwischen Abgabe der Dokumentation und Präsentation oder Fachgespräch liegen oft mehrere Wochen. In dieser Zeit bereitest du deine Präsentation vor und schaust dir Inhalte wie Kostenrechnung, Amortisation, Diagramme oder Projektplanung nochmal an. Dabei kann dir auffallen, dass etwas falsch gerechnet, unvollständig oder inhaltlich nicht mehr passend ist.</p> <h2>Welche Fehler du ignorieren kannst</h2> <p><strong>Triviale formale Fehler</strong> musst du nicht ansprechen. Dazu gehören z.B.:</p> <ul> <li>Rechtschreibfehler</li> <li>fehlende Kommas</li> <li>falsche Seitenzahlen</li> <li>kleinere Verweisfehler</li> </ul> <p>Solche Kleinigkeiten führen nicht dazu, dass du durchfällst, und sind in der Präsentation nicht relevant.</p> <h2>Welche Fehler du korrigieren und ggf. ansprechen solltest</h2> <p>Relevant sind <strong>inhaltliche Fehler</strong>, also alles, was Auswirkungen auf das Projekt oder die Bewertung haben kann. Beispiele aus dem Text sind:</p> <ul> <li>Rechenfehler in der Kosten- oder Amortisationsrechnung</li> <li>Fehler in der Zeit- oder Ressourcenplanung</li> <li>vergessene Arbeitsstunden von Mitarbeitenden</li> <li>falsche oder nicht mehr passende technische Entscheidungen</li> <li>fehlende oder falsche Diagramme</li> <li>geplante, aber nicht umgesetzte Features</li> </ul> <p>Solche Fehler können zu einer anderen Einschätzung des Projekts führen. Deshalb solltest du sie professionell behandeln.</p> <h2>Professioneller Umgang mit Fehlern</h2> <p>Fehler zu machen ist normal, auch in echten IT-Projekten. Entscheidend ist nicht, dass nie etwas schiefläuft, sondern <strong>wie du damit umgehst</strong>. Genau das ist auch in der Prüfung relevant.</p> <p>Ein professioneller Umgang bedeutet:</p> <ul> <li>den Fehler erkennen</li> <li>einschätzen, wie schwerwiegend er ist</li> <li>überlegen, ob und wie er korrigiert werden kann</li> <li>die Auswirkungen auf das Projekt benennen</li> <li>erklären, wie du solche Fehler künftig vermeiden willst</li> </ul> <p>Das entspricht auch dem Verhalten im Berufsalltag. Wer merkt, dass sich ein Projekt später amortisiert oder länger dauert, darf das nicht verschweigen.</p> <h2>Was in die Präsentation gehört</h2> <p>In der Projektpräsentation solltest du nur dann auf einen Fehler eingehen, wenn er für die gezeigten Inhalte relevant ist.</p> <h3>Kleine Auswirkungen</h3> <p>Wenn sich durch einen Rechenfehler am Ergebnis praktisch nichts ändert, kannst du in der Präsentation einfach die korrigierte Version zeigen und den Fehler kurz mit einem Nebensatz erwähnen.</p> <p>Beispiel aus dem Text:</p> <ul> <li>Die Amortisation verschiebt sich nur um wenige Monate.</li> <li>Die Entscheidung für das Projekt bleibt trotzdem gleich.</li> </ul> <p>Dann reicht ein kurzer Hinweis, dass die Rechnung in der Doku leicht falsch war, das Endergebnis aber unverändert bleibt.</p> <h3>Größere Auswirkungen</h3> <p>Wenn ein Fehler deutliche Folgen hat, solltest du ihn klar benennen. Das kann z.B. sinnvoll sein, wenn:</p> <ul> <li>das Projekt sich gar nicht mehr amortisiert</li> <li>mehrere Features nicht umgesetzt wurden</li> <li>sich wesentliche Projektentscheidungen ändern</li> </ul> <p>Dann kann es sogar sinnvoll sein, dafür eine eigene Folie einzuplanen und nachvollziehbar zu erklären:</p> <ul> <li>was anders gelaufen ist als geplant</li> <li>warum das passiert ist</li> <li>welche Konsequenzen das hatte</li> <li>wie du damit umgegangen bist</li> </ul> <h2>Was du nicht tun solltest</h2> <p>Unprofessionell wäre es,</p> <ul> <li>einen bekannten Fehler absichtlich in der Präsentation zu wiederholen</li> <li>Fehler zu ignorieren</li> <li>Fehler zu leugnen</li> <li>lange auf Fehlern herumzureiten</li> <li>in der Präsentation Fehler anzusprechen, die dort gar nicht vorkommen</li> </ul> <p>Wenn ein fehlerhaftes Diagramm in der Präsentation gar nicht gezeigt wird, musst du es dort auch nicht thematisieren. Du sollst dich nicht unnötig schlechter machen.</p> <h2>Vorbereitung auf das Fachgespräch</h2> <p>Auch wenn du einen Fehler in der Präsentation nicht ansprichst, solltest du dich auf Fragen dazu im Fachgespräch vorbereiten. Mindestens ein Teil des Prüfungsausschusses hat die Doku gelesen und könnte den Fehler gefunden haben.</p> <p>Dann ist eine gute Reaktion z.B.:</p> <ul> <li>den Fehler bestätigen</li> <li>sagen, dass er inzwischen erkannt und korrigiert wurde</li> <li>die Auswirkungen kurz erklären</li> </ul> <p>So kann es sein, dass du in der Doku für den Fehler einen Punkt verlierst, im Fachgespräch aber einen positiven Eindruck hinterlässt, weil du professionell damit umgehst.</p> <h2>Besonderheit beim Prüfungsausschuss</h2> <p>Nicht alle Prüfenden haben deine Dokumentation zwingend gelesen. In vielen Ausschüssen wird die Arbeit aufgeteilt. Deshalb gilt für die Präsentation generell:</p> <ul> <li>geh nicht davon aus, dass alle deine Doku kennen</li> <li>erkläre dein Projekt so, dass auch neue Zuhörende folgen können</li> <li>verschwende keine Präsentationszeit mit langen Fehlererklärungen</li> </ul> <p>Gerade deshalb solltest du Fehler nur kurz und zielgerichtet ansprechen.</p> <h2>Einfluss auf die Note</h2> <p>Ein einzelner Fehler führt normalerweise nicht dazu, dass du durchfällst. Das Projekt wird als Gesamtleistung bewertet. Auch mit kleineren oder sogar größeren Fehlern kannst du noch eine gute oder sehr gute Note erreichen.</p> <p>Kritisch wird es eher dann, wenn du unprofessionell reagierst, also z.B.:</p> <ul> <li>Fehler bewusst verschweigst</li> <li>sie abstreitest</li> <li>Ausreden suchst</li> </ul> <h2>Zentrale Kernaussage</h2> <p>Wenn dir nach der Abgabe Fehler auffallen:</p> <ul> <li><strong>bleib ruhig</strong></li> <li><strong>korrigiere inhaltliche Fehler</strong></li> <li><strong>zeige in der Präsentation immer die richtige Version</strong></li> <li><strong>sprich relevante Fehler kurz und offen an</strong></li> <li><strong>bereite dich auf Nachfragen im Fachgespräch vor</strong></li> <li><strong>zeige, was du daraus gelernt hast</strong></li> </ul> <h2>Vorbeugung vor der Abgabe</h2> <p>Am besten ist es natürlich, Fehler schon vor der Abgabe zu vermeiden. Dafür kann es helfen, die Doku vor dem Einreichen noch einmal von anderen gegenlesen zu lassen, z.B. durch:</p> <ul> <li>dein:e Ausbilder:in</li> <li>andere Personen im Umfeld</li> <li>ein geeignetes KI-Tool für Rechtschreibung und Kommasetzung</li> </ul> <p>Das Optimum ist immer der Fehler, den du gar nicht erst machst.</p> <h1>Links</h1> <ul> <li><a href="https://it-berufe-podcast.de/Short12" title="Umgang mit Fehlern in der Projektdokumentation in der Projektpräsentation - IT-Berufe-Podcast-Shorts #12">Permalink zu dieser Podcast-Episode</a></li> <li><a href="https://it-berufe-podcast.de/feed/podcast/" title="RSS-Feed des IT-Berufe-Podcasts">RSS-Feed des Podcasts</a></li> </ul> <h1>Transkription der gesamten Episode</h1> <div> <details> <summary>Automatisch erzeugte Transkription der Episode</summary> <section> <p><span class="timestamp">[0:20]</span> Heute geht es um ein Thema, was wirklich sehr häufig gefragt wird, und zwar bezüglich der beiden Prüfungsleistungen, Projektdokumentation und Projektpräsentation und Fachgespräch. Wie soll ich damit umgehen, wenn ich in meiner Projektdokumentation Fehler finde, und zwar nachdem ich sie abgegeben habe? Soll ich das in der Projektpräsentation ansprechen? Soll ich die korrigieren? Soll ich darauf hinweisen? Soll ich das ignorieren? Soll ich es leugnen? Wie gehe ich mit Fehlern in der Doku um, nachdem die Doku abgegeben ist. Und es kommen dann ja noch zwei Prüfungsleistungen, nämlich die Präsentation und das Fachgespräch, wie gerade auch schon gesagt. Und es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, wie ich mit diesen Fehlern umgehen kann. Und wie man am besten damit umgeht, ich würde erst mal sagen, wir fangen wieder mit dem Too Long den Read an. Ich würde sagen, immer korrigieren. Wenn dir Fehler auffallen, korrigiere sie im Nachhinein. Trivialitäten auf jeden Fall einfach stillschweigend sogar korrigieren. Und große Sachen explizit aber ansprechen, wenn sie irgendwie wichtig fürs Projekt sind und krass andere Entscheidungen zur Folge hätten oder das Projekt auf einmal drei Jahre länger braucht, um sich zu automatisieren oder Sonstiges.</p> <p><span class="timestamp">[1:23]</span> Das würde ich auf jeden Fall ansprechen, aber keinen Fokus auf die Fehler legen. Projektpräsentation und Fachgespräch sind separate Prüfungsleistungen. Die haben zwar mit dem gleichen Thema zu tun, nämlich dein Projekt, aber die Projektpräsentation ist eine eigenständige Prüfungsleistung, unabhängig von der Doku. Also auch wenn du der Doku durchfällst, mal als Beispiel, könntest du eine Projektpräsentation bestehen, weil das sind halt zwei getrennte Prüfungsleistungen. Also, kurz gesagt, sprich die Fehler an, geh offen damit um, kommuniziere das und sag, dass du was gelernt hast, aber leg nicht den Fokus auf die Fehler. Und was ich jetzt genau damit meine, da gehen wir jetzt in den nächsten Minuten drauf ein. Fangen wir mal vorne an. Um was für Fehler soll es heute überhaupt gehen und warum kann und darf oder muss man die überhaupt korrigieren? Ich glaube, das Zweite ist einfacher zu beantworten. Zwischen der Abgabe der Dokumentation und der Projektpräsentation und Fachgespräch liegen bei vielen Prüflingen tatsächlich mehrere Wochen. Also jetzt mal nur als Beispiel. Ich nehme das gerade 2026 auf. Da war die Prüfung Ende April und zum Beispiel bei meiner IHK war dann eine Woche später die Abgabe. Also Anfang Mai musste man die Projektdokumentation abgeben.</p> <p><span class="timestamp">[2:28]</span> Die Fachgespräche und Projektpräsentationen gehen aber bis Ende Juni. Das heißt, fast zwei Monate liegen eventuell dazwischen, zwischen Abgabe der Doku und dem mündlichen Prüfungstermin. Und in anderen Bundesländern, das richtet sich ja oft auch nach den Schulferien, wann die anfangen. Es sind ja auch immer Lehrer und Lehrerinnen mit im Prüfungsausschuss. Und die werden natürlich nur in den Schulzeiten eingesetzt. Das heißt, je nachdem, wann die Ferien starten, kann das halt noch später sein oder eben auch früher. Das kommt halt ganz auch so ein bisschen aus dem Bundesland an. Und natürlich auch noch auf die IHK die Räumlichkeiten haben muss, etc. Also eine Terminplanung mit so vielen Prüfenden und Prüflingen ist grundsätzlich sehr schwierig. Aber bei vielen Prüflingen wird es so sein, dass, ich sage mal, mehrere Wochen zwischen Projektdokumentation, Abgabe und den anderen beiden Prüfungen an Prüfungsleistungen liegen werden. So, und das kann natürlich dann sein, dass man in diesen Wochen nochmal auf sein Projekt schaut, vielleicht um die Projektpräsentation vorzubereiten. Überraschung. Da guckt man sich vielleicht die Sachen nochmal an. Da kommen ja auch wichtige Inhalte nochmal in die Präsi. sowas wie eine Kostenrechnung, Amortisation, irgendwelche Diagramme, die gezeichnet wurden, eine Projektplanung, eine Zeitplanung, etc. Das gehört natürlich auch alles in die Präsi. Habe ich schon genug Podcast-Debison zu gemacht zu dem Thema. Da guckt man sich dann vielleicht nochmal an, was habe ich eigentlich in der Doku da geschrieben? Vielleicht weiß man das nicht mehr auswendig, weil es schon ein paar Wochen her ist.</p> <p><span class="timestamp">[3:41]</span> Und dann stellt man fest, oh, da habe ich mich ja irgendwie verrechnet oder oh, das stimmt ja gar nicht oder ich habe ja gar nicht Framework X genommen, sondern inzwischen Y oder weiß der Geier was.</p> <p><span class="timestamp">[3:50]</span> Und jetzt ist die Frage, wie gehe ich dann mit solchen Sachen um? Und fangen wir mal mit den kleinen Fehlerchen an. So, ich habe irgendwo ein Komma vergessen oder ein Rechtschreibfehler oder Sonstiges. Das ist natürlich völlig… Es ist sinnfrei, das zu erwähnen. Ja, das kann jedem mal passieren. Selbst nach der Abgabe kann man auf der Titelseite noch einen Rechtsstaatfehler finden. Das habe ich auch schon oft genug gesehen. Also niemand, kein Mensch ist fehlerfrei und deswegen wirst du jetzt auch nicht durchfallen oder eine Note oder geschweige denn vielleicht nur einen Punkt abgezogen bekommen, weil irgendwo mal ein Komma fehlt. Also wenn wir das machen würden, dann würden reihenweise Leute durch die Prüfung fallen und das passiert nicht.</p> <p><span class="timestamp">[4:23]</span> Also solche Sachen sind, ich nenne die jetzt mal triviale Fehler oder es ist irgendwo, keine Ahnung, ein Verweis nicht richtig und eine Seitenzahl stimmt nicht oder sowas. Solche Trivialitäten interessieren natürlich keinen Menschen in der Projektpräsentation, da brauchst du gar nicht drauf hinweisen. Und das würde ich auch nicht ansprechen oder so. Das ist einfach, ja, ist passiert, fertig. Im Zweifel fällt das noch nicht mal im Prüfenden auf, dass irgendwo ein Komma fehlt. Also von daher, das ignorieren wir einfach. Aber wenn du jetzt solche Sachen gemacht hast, wie ich gerade schon gesagt habe, Kosten, eine Amortisationsrechnung zum Beispiel, du hast irgendwo falsch summiert Oder du hast irgendwo eine falsche Rechnung gemacht, hast falsche Zahlen benutzt oder so. Und dann stellt sich heraus, oh, das Projekt amortisiert sich doch erst drei Monate später und nicht nach dem ursprünglich ausgerechneten Termin oder so etwas. Oder du hast, keine Ahnung, ein Diagramm gezeichnet, was gar nicht zur Realität passt oder du hast dich irgendwo vertan. Oder, keine Ahnung, es gibt, sag ich mal, inhaltliche Fehler, die sich auch auf das Projekt auswirken. Da sehen die Oberflächen auf einmal anders aus, wie du bauen solltest. Oder das Projekt hat ein gewisses Feature gar nicht, was du eigentlich eingeplant hast. oder, keine Ahnung, statt drei Firewalls brauchst du doch nur zwei oder.</p> <p><span class="timestamp">[5:23]</span> Alles, was halt wirklich sich inhaltlich auf das Projekt bezieht, davon rede ich jetzt, wenn ich Fehler korrigieren sage. Alles andere formale Fehler wie Rechtschreibung etc. Kannst du auf jeden Fall ignorieren. Aber irgendwas, was vielleicht zu einer unterschiedlichen Einschätzung im Projekt geführt hätte, bei dir und auch bei den Prüfenden. Also zum Beispiel, wie gesagt, Rechenfehler, Planungsfehler in der Zeitplanung. Du hast Ressourcen vergessen, einen zu planen. Arbeitsstunden von Mitarbeitenden hast du nicht eingeplant. Zum Beispiel, da habe ich schon so oft gesehen, da schreibt jemand in seinem Text bei einem Anwendungsermittlungsprojekt, ja, ein Kollege hat noch drei Stunden ein Code-Review gemacht. Und dann gucke ich in die Kostenplanung und stelle fest so, hä, wo sind denn diese drei Stunden? Die tauchen da gar nicht auf. So sind einfach vergessen worden. Aber je nach Stundensatz macht das halt vielleicht mal 200 Euro schon aus insgesamt, wenn jemand drei Stunden auf so ein Projekt drauf guckt. Und das wurde einfach nicht mit eingeplant. Und das führt dann dazu, dass natürlich, wenn ich die Amortizierungsrechnung mache, das Ding sich später amortisiert, weil ich Kosten vergessen habe. Ganz einfach. Solche Sachen. Oder ich habe vielleicht bestimmte Frameworks, habe ich gerade schon mal angesprochen, benutzt, die sich inzwischen aber überholt haben, die ich gar nicht wirklich verwendet habe. Oder ich habe es anders gelöst. Oder ich habe vergessen, ein Diagramm einzufügen, was ich eigentlich gemalt habe. So, keine Ahnung. Ahnungsermittlung wieder beim Klassiker. Use-Case-Diagramm habe ich eigentlich erstellt. Ist aber gar nicht in der Doku zum Beispiel. Solche Sachen. Da ist jetzt die Frage, wie gehe ich damit um? Und grundsätzlich, habe ich ja gerade schon gesagt, jeder Mensch macht Fehler. Also erstmal Ruhe bewahren. Du fällst jetzt wegen einem Fehlerchen nicht durch die Prüfung. Klar, eventuell gibt es einen Punktabzug.</p> <p><span class="timestamp">[6:51]</span> Aber wahrscheinlich wird das nicht dazu führen, dass du jetzt hier ein arge Bedrängnis bekommst, nur weil du da irgendwo einen kleinen Inhalt mal vergessen hast oder so. Das kann halt passieren. Wir sind alle nur Menschen. So, jetzt ist aber die Frage, wie gehst du professionell mit diesem Fehler um? Und das ist ja auch etwas, was wir in der Prüfung auf jeden Fall bewerten. Wir gucken ja nicht nur darauf, dass du eine schöne Rechtschreibung hast, sondern vor allem geht es darum, wie sieht inhaltlich dein Projekt aus? Hast du das vernünftig geplant? Hat das einen passenden Umfang? Zeig das alles das, was du als Abschlussprüfung zeigen musst. Hast du alles gelernt, was für deinen Beruf wichtig war? Und dazu gehört natürlich auch eine Planung, eine Kostenkalkulation, Amortisation etc. Aber natürlich, auch in der Realität, können natürlich in Projekten Fehler passieren. Da wurde irgendwie was falsch geplant oder man hat sich verschätzt oder stellt sich raus, oh, mitten im Projekt gibt es eine neue Java-Version und ich muss hochziehen oder was auch immer. Und auf einmal passt alles von und hin nicht mehr. Das ist ja normal. Ich glaube nicht, dass es in der Realität irgendein Projekt gibt, was 100% so funktioniert, wie es geplant wurde. Das gibt es nicht. Und dann zeigt sich ja der Unterschied zwischen guten und schlechten Prüflingen darin, wie sie denn damit umgehen, mit solchen gefundenen Fehlern. Und das ist dann demnach eigentlich auch Teil der Prüfungsleistung, wenn so ein Fehler passiert, dass du vernünftig damit umgehst und dann genau wie im echten Leben auch überlegst, was wäre jetzt sinnvoll? Soll ich diesen Fehler einfach stillschweigend ignorieren und meinem Chef nicht sagen, dass sich das Projekt doch erst ein Jahr später amortisiert?</p> <p><span class="timestamp">[8:14]</span> Das wäre für die Realität auch keine gute Idee. Denn wenn der Chef dann irgendwann merkt, eigentlich hätten wir schon Kohle einnehmen müssen, aber ist noch nichts auf dem Konto. Was ist da los? Dann wird er ja auch zu dir kommen oder sie und sagen, was hast du denn da gemacht? Und dann ist natürlich uncool zu sagen, ach ja, das wusste ich zwar, aber ich habe es dir nicht gesagt, lieber Chef. Das ist gar keine gute Idee. Ja. Wenn wir mal überlegen, wie es in der Realität ist, du, keine Ahnung, du machst ein Projekt zum Einstieg und jemand anderes wartet darauf, dass du fertig bist und kann dann darauf aufbauend weitermachen, dann kannst du ja auch nicht einfach schweigen und sagen, ach ja, ich brauche zwar zwei Wochen länger, aber ich sage es keinem. Weil die Leute warten ja darauf. Und je früher du weißt, dass etwas zum Beispiel später fertig wird, desto früher musst du es auch weitergeben an die Leute, die darauf warten. Weil sonst verzögert sich alles Weitere und die Leute werden unruhig, das ganze Projekt wird vielleicht verschoben etc. Das können wir auf gar keinen Fall machen. Das heißt, wenn dir was auffällt, kommunizieren. So ist es in der Realität und so erwarten wir es auch in der Projektarbeit. Und wenn dir jetzt im Nachhinein ein Fehler auffällt, dann ist es sinnvoll, damit vernünftig umzugehen, zu sagen, ja, ich habe hier einen Fehler gemacht, ich habe das erkannt.</p> <p><span class="timestamp">[9:18]</span> Und nicht einfach, ja, ich habe es erkannt, Ende. Sondern viel wichtiger ist jetzt natürlich, was mache ich denn jetzt damit? Also vielleicht eine erste Einschätzung. War das ein schlimmer Fehler? Kann ich den korrigieren? Wenn ja, wie habe ich den korrigiert? Oder war das etwas, das ich gar nicht korrigieren kann, was so schlimm ist, dass das ganze Projekt jetzt auf einmal scheitert? Das ist natürlich blöd in so einer Abschlussprüfung, aber theoretisch könnte das ja auch passieren. Aber dann kannst du trotzdem immer noch die Prüfung bestehen. Ich mache nochmal eine andere Episode dazu, ob das Abschlussprojekt erfolgreich sein muss. Und Spoiler, nein, muss es nicht. Weil in der Realität scheitern ja auch. Was war das im Chaos-Report? Den gibt es, glaube ich, zu Projekten. Ich glaube, zwei Drittel aller Projekte scheitern in irgendeiner Form. Werden nicht rechtzeitig fertig, kosten mehr oder irgendwelche Features fehlen. Und von daher ist es eher die Normalität in der Realität, dass Projekte nicht erfolgreich sind. Jetzt mal, ja klar, in der Prüfung will man natürlich, dass das Projekt erfolgreich ist. Man denkt ja auch an die Note und so. Und ehrlich gesagt, ich habe noch keine Projekte dabei gelesen, wo das Projekt tatsächlich gescheitert ist.</p> <p><span class="timestamp">[10:14]</span> Überraschenderweise funktionieren die IHK-Projekte alle. Ja, es ist klar, es geht ja hier um eine Prüfung. Das ist vielleicht nicht so das echte Leben. Und man schreibt natürlich vielleicht auch nicht hundertprozentig alles auf, was nicht gut funktioniert hat. Das ist ja auch alles in Ordnung. Aber grundsätzlich wäre es kein Problem, wenn das Projekt in irgendeiner Form scheitert, weil das sogar eher realistisch ist, als alles schön zu reden und zu schreiben.</p> <p><span class="timestamp">[10:35]</span> So, also wir fassen nochmal zusammen. In der Realität musst du mit deinen Fehlern ja auch irgendwo umgehen. Das erwarten wir von einem professionellen Softwareentwickler, Administrator oder was auch immer du als IT-Beruf lernst. Und so erwarte ich das dann auch von dir in der Prüfung. Also wenn du jetzt merkst, Mensch, ich habe da einen Fehler gemacht, dann ist die Frage, was hätte ich denn tun können, um den zu vermeiden? Was mache ich, damit es beim nächsten Mal nicht nochmal passiert? Was habe ich jetzt im Nachhinein getan, um den Fehler zu beheben? Und das wäre dann ein Inhalt, der dann in der Projektpräsentation zum Beispiel kommen könnte, wenn der Fehler so groß ist, dass sich das lohnt oder wichtig ist, das anzusprechen. Bleiben wir nochmal bei meinem Beispiel mit meiner Amortisationsrechnung. Wenn sich das Ding erst drei Monate später amortisiert, aber das Projekt, weiß ich nicht, trotzdem zehn Jahre im Einsatz ist und es keinerlei Ausführung darauf hätte, das Projekt umzusetzen oder nicht, ob die Amortisation jetzt drei Monate später oder früher stattfindet. Also, das war jetzt ein komischer Satz. Also angenommen, egal ob du ein oder zwei Monate später dein Projekt erst amortisierst, wenn es keine Ausführung darauf gehabt hätte, dass du das Projekt auch umsetzt, weil das Projekt sowieso viel länger im Einsatz ist als diese ein, zwei Monate, dann ist das ja im Prinzip irrelevant für die Entscheidung, die du aus dieser Amortisationsrechnung triffst, nämlich das Projekt umzusetzen. Wenn sich jetzt herausstellt, oh, ich habe so viele Kosten vergessen, dass sich das Projekt niemals amortisieren wird, das ist natürlich ein anderes Thema. Das musst du dann natürlich nochmal ansprechen.</p> <p><span class="timestamp">[11:54]</span> Aber wenn es jetzt ein, zwei Monate, okay, du hast einen Rechenfehler drin, ja, dann würde ich sogar so weit gehen, in der Präsi einfach die korrigierte Amortisationsrechnung zu zeigen und eventuell mit einem kleinen Nebensatz darauf hinzuweisen. Ach, übrigens in der Projektmodellation habe ich mich hier ein bisschen verrechnet, das waren zwei Monate mehr oder weniger, was auch immer. Das Endergebnis ist aber das gleiche. Wir setzen das Projekt um, weil, lalalala, also eine Begründung wäre natürlich trotzdem interessant. Das heißt, in der Projektpräsentation auf jeden Fall immer die korrigierte Variante zeigen. Es ist absolut bescheuert, wenn du etwas Fehlerhaftes gefunden hast in deiner Doku, das dann fehlerhaft zu übernehmen in die nächste Prüfungsleistung, obwohl du weißt, dass es falsch ist. Das ist einfach dämlich. Das kannst du in der Realität auch nicht machen, wenn du weißt, das Projekt, ich bleibe immer bei diesem Beispiel, weil das so schön griffig ist mit der Amtionsrechnung, das kannst du auch auf alle möglichen anderen Inhalte deines Projekts beziehen. Wenn du weißt, dass das fehlerhaft ist und du zeigst es dann.</p> <p><span class="timestamp">[12:47]</span> Das ist doch super unprofessionell. Du musst es doch korrigieren, auch in der Realität. Weil die Leute werden ja vielleicht sogar, im besten Fall, werden sie das nachrechnen, was du da gezeigt hast und merken dann, hä, das ist ja fehlerhaft. Warum ist das denn nicht aufgefallen? Und dann musst du sagen, ach ja, eigentlich ist es mir aufgefallen, aber ich habe es nicht korrigiert. Ich meine, wie dumm ist das? Also du hast einen Fehler gemacht, dann musst du dazu stehen und dann musst du vor allem dafür sorgen, dass das Ding korrigiert wird und dass jetzt halt irgendwie nicht dein Unternehmen Geld verliert, weil du da irgendwo einen Fehler gemacht hast. Also, es ist, wie gesagt, es ist ja menschlich, Fehler zu machen, aber man muss halt damit umgehen und sie ausbügeln, sag ich mal. Also, bei den Prüfenden würde ich jetzt halt sagen, ja, kurz ansprechen, war falsch, ist aber egal quasi, weil Endergebnis ist das Gleiche und fertig. Wenn du jetzt richtig krasse Fehler gemacht hast in deinem Projekt, dann würde ich da vielleicht eine extra Folie für machen und sagen so, hier anders als geplant konnte ich diese drei Features nicht umsetzen, weil, so, und dann wird das halt vernünftig erklärt und dann musst du aber auch mit den Konsequenzen nehmen und sagen, ja, ich konnte die nicht umsetzen, dafür habe ich aber die Zeit in andere Sachen investiert oder es hat sich herausgestellt, es hat länger gedauert, dadurch sind die Features weggefallen, der Kunde war aber trotzdem zufrieden, weil das waren nur die Soll-Features und nicht die Muss-Features oder wie auch immer. Also du musst es halt auch erklären, was jetzt passiert. Und das unterscheidet halt, wie gesagt, einen professionellen ITler oder ITlerin von jemandem, der sagt, oh Fehler, interessiert mich nicht, ich mache nur, was man mir sagt, ich denke nicht nach. Ja, sowas wollen wir nicht.</p> <p><span class="timestamp">[14:08]</span> Okay, Hinweis nochmal zu den Prüfenden. Der Prüfungsausschuss muss ja paritätisch mit mindestens drei Menschen besetzt sein. Lehrer, Lehrerin, Arbeitnehmerin und Arbeitgeberin, Vertreter. Und jetzt ist es einfach so, du weißt, die machen das alle im Ehrenamt, kriegen dafür keine Kohle. Und in den meisten Prüfungsausschüssen wird es so sein, dass nicht alle Leute, die da sitzen, deine Dokumentation überhaupt gelesen haben. Also mindestens zwei sollten es schon sein, weil wenn ein Mensch alleine über die Note entscheidet, das ist ja auch nicht ganz richtig. Aber sind wir ehrlich, in der Realität muss das Ganze auch irgendwie in endlicher Zeit stattfinden. Und wenn ich mir vorstelle, ich habe glaube ich, dieses Jahr haben wir 40 Prüflinge, mündliche Prüfungen bei uns. Und wenn ich 40 Projektdokumentationen lesen müsste, wann soll ich das machen? Das ist ja mehr als eine ganze Arbeitswoche, die ich nur für das Lesen benötige. Das ist unmöglich, das darzustellen. Und das heißt, die meisten Prüflinge, nicht Prüfungsausschüsse in der Realität, werden die Arbeit in irgendeiner Form aufteilen. Und dann kann das so sein, dass zwei Leute aus dem Prüfungsausschuss deine Doku gelesen haben, aber die anderen, die da eventuell noch sitzen und mindestens eine Person ist das, die haben deine Doku eventuell gar nicht gesehen, gelesen.</p> <p><span class="timestamp">[15:19]</span> Das ist nochmal ein anderes Thema auch für die Präsentation. Geh davon aus, dass nicht alle Prüfenden deine Doku kennen. Das heißt, erzähl alles nochmal, als wenn da jemand sitzen würde, der es noch nie gehört hat. Aber das ist nochmal ein Thema für eine andere Episode. Aber heute geht es ja darum um die Fehler. Das heißt, wenn zwei Leute die Doku gelesen haben und zwei vielleicht diesen Fehler, den du gemacht hast, erkannt haben, die dritte Person, die weiß davon vielleicht noch gar nichts, weil sie deine Doku gar nicht kennt. Ja, manchmal sitzt übrigens noch mehr Leute im Prüfungsausschuss und die haben dann sicherlich auch alle die Doku nicht gelesen oder doch. Es kommt auf die IHK an. Also man kann es auch nicht pauschal sagen, aber meiner Erfahrung nach wird in den meisten Ausschüssen die Arbeit aufgeteilt, sodass nicht alle deine Projektdokumentation überhaupt kennen. Und dann kannst du dir überlegen, wenn du jetzt den Fehler lang und breit erklärst, wo eine Person mindestens dabei ist, die den Fehler noch gar nicht gesehen hat, dann ist das vielleicht ein bisschen verschenkte Zeit.</p> <p><span class="timestamp">[16:05]</span> Also fokussier dich nicht auf deine Fehler. Geh kurz darauf ein. Zeig, was du daraus gelernt hast und was du getan hast, um den Fehler zu korrigieren. Aber mach da jetzt nicht einen mega Aufstand von. Weil im Zweifel wissen gar nicht alle, dass du diesen Fehler überhaupt gemacht hast. Und selbst die Prüfenden, die deine Doku gelesen haben, denen ist der Fehler vielleicht auch gar nicht aufgefallen. Ich meine, das ist ja manchmal nicht so offensichtlich, dass da ein richtig krasser Schnitzer drin ist. Deswegen bitte nicht so den Fokus drauflegen. Aber wenn du es erkannt hast, dass es falsch war, dann bitte ansprechen. Und vor allem erzählen, was du daraus gelernt hast, wie du damit umgegangen bist.</p> <p><span class="timestamp">[16:37]</span> So, ansonsten, wenn du zum Beispiel einen Fehler gemacht hast bei irgendwas, was du in der Präsi gar nicht zeigen willst, auch nochmal ein Thema für eine andere Episode, die Präsi sind 15 Minuten, da kannst du nicht dein gesamtes Projekt zeigen. Es ist einfach viel zu kurz, das heißt, du hast weniger Möglichkeiten als in einer Doku. Jetzt mal nur ein Beispiel, du hast 10 Diagramme in einer Doku, in der Präsi kannst du aber nur 5 davon zeigen, weil die Zeit nicht reicht. Wenn du einen Fehler gemacht in einem der Diagramme, was du gar nicht zeigst, dann sollte es ein bisschen gesunder Menschenverstand sein, zu sagen, ich habe einen Fehler gemacht, den ich in der Präsi gar nicht zeige, dann brauche ich auch nicht darauf eingehen. Also du musst dich ja nicht selber schlechter machen, als du bist. Du musst ja deine Präsi nicht anfangen mit, ich habe übrigens hier und da und dort noch sieben Fehler gemacht, da gehe ich zwar heute gar nicht darauf ein, weil diese Artefakte interessieren hier in der Präsi niemanden, aber ich erzähle es euch trotzdem, dass ich Fehler gemacht habe. So, das ist natürlich Quatsch. Aber wenn du zum Beispiel, weiß ich nicht, in einem Verteilungsdiagramm einen Fehler in der Doku hattest und zeigst das Verteilungsdiagramm auch in der Präsentation, dann wäre es natürlich sinnvoll, dieses Diagramm zu korrigieren und kurz zu sagen, hey, in der Doku hatte ich das auch, da ist mir aber ein kleiner Fehler unterlaufen, so habe ich das korrigiert. So, das reicht ja schon. Du musst nicht stundenlang dich selber geißeln, sagen, oh Gott, ich habe es falsch gemacht, sondern es ist sehr wichtiger, wie gehst du damit um? Wie gesagt, immer der Blick auf die Zukunft. Was habe ich gemacht, damit es nicht normal vorkommt? Wie habe ich den Fehler korrigiert? Was ist das für eine Konsequenz für das Projekt gewesen? Das ist das, was wir da sehen wollen. Und dann kannst du sogar.</p> <p><span class="timestamp">[17:55]</span> Auch mit gemachten Fehlern trotzdem noch mit einem sehr gut aus der Präse oder dem Fachgespräch gehen. Weil das zeigt ja dann eine Professionalität, ich wiederhole mich glaube ich jetzt zum x-ten Mal, wie du mit den Fehlern umgegangen bist. Weil wir können Fehler nicht verhindern, selbst mit dem besten Entwicklungs- und ich weiß nicht was Prozess, können Fehler auftreten. Wir sind halt Menschen, wir sind keine Maschinen und selbst die können Fehler machen, wenn sie falsch programmiert sind. Also viel wichtiger, geh vernünftig mit dem Fehler um, anstatt den irgendwie an den Tisch fallen zu lassen oder noch besser zu leugnen, dass du ihm gedacht hast, nein, das stimmt ja nicht, nein, wo haben sie das denn gelesen? Nicht in meiner Doku. Habe ich auch schon gehabt. Tatsächlich in einer Präsentation, bis wir uns im Fachgespräch danach. Hä? Das weiß ich gar nicht mehr. Steht das so in meiner Doku wirklich? So nach dem Motto, wollen Sie mich gerade verarschen? Und also das geht überhaupt gar nicht. Also wenn du Fehler machst, dann steh dazu und erklär, was du daraus gelernt hast und wie du sie korrigiert hast. Das ist es. Und wenn die Inhalte aber nicht in einer Präsentation vorkommen, wie gesagt, Verteilungsdiagramm zeigst du gar nicht, dann sprich es auch nicht an.</p> <p><span class="timestamp">[18:52]</span> Aber bereite dich auf das Fachgespräch vor mit diesem Fehler. Denn natürlich haben mindestens zwei, würde ich mal behaupten, Prüfende deine Doku gelesen und vielleicht diesen Fehler gefunden. Und das vielleicht machen wir mal zu sehr wahrscheinlich haben sie diesen Fehler gefunden, weil das ist ja die Aufgabe der Prüfenden, deine Arbeit zu kontrollieren. Dann werden sie wahrscheinlich solche Fehler finden. Und dann werden sie dich vielleicht auch im Fachgespräch darauf ansprechen. Auch hier wieder, das ist alles vielleicht, vielleicht, vielleicht, weil das Fachgespräch sind ja auch nur 15 Minuten und da wollen wir auch noch viele andere Sachen fragen und nicht nur auf deinen Fehlern rum. Also wenn es jetzt ein krasser Schnitzer ist und ich habe den als Prüfender gefunden, dann spreche ich dich darauf an. Aber eventuell auch nicht, weil ich habe noch tausend andere Themen, die ich mit dir besprechen will in 15 Minuten und dann interessiert mich der Fehler gar nicht. Aber vorbereiten darauf kannst du dich trotzdem, weil wenn man dich dann anspricht, so hier, haben Sie ja nicht gesehen, in Ihrem Verteilungsdiagramm, da fehlt ja noch hier der Server und das passt ja so gar nicht. Dann kannst du sagen, oh ja, das ist richtig, das habe ich auch gesehen. Inzwischen ist es auch korrigiert und das hat folgende Konsequenz, bla bla bla.</p> <p><span class="timestamp">[19:49]</span> Und dann ist die Sache fein. Und dann kann man den eventuellen Fehler in der Doku dafür abziehen, dass du diesen, also kann man dir einen Punkt in der Doku dafür abziehen, dass du diesen Fehler gemacht hast. Aber im Fachgespräch kriegst du sogar einen Pluspunkt dafür, weil du dich darum bemüht hast, das zu korrigieren, das erkannt hast. Und das spricht ja auch für irgendeine Form von Qualitätssicherung, dass es im Nachhinein zumindest nochmal aufgefallen ist, dass der Fehler da war und dass du ihn auch korrigiert hast und so weiter.</p> <p><span class="timestamp">[20:13]</span> Also, ja, jetzt sind wir doch bei 20 Minuten gelandet. Ich wollte auf jeden Fall sagen, wenn du Fehler gemacht hast, steh dazu, Du sprichst sie gegebenenfalls sogar an, geh aktiv damit um, zeig, dass du professionell mit solchen Fehlern umgehen kannst, dass du was daraus gelernt hast, dass du irgendetwas tust, damit das in Zukunft nicht nochmal passiert. Das wäre vielleicht das Wichtigste, Learning, dass du das einmal zeigst. Aber du musst dich nicht auf deine Fehler fokussieren. Du musst nicht sagen, oh, das und das und das war alles falsch. Vor allem nicht beinhalten, die du eh nicht in der Präsentation hast. Aber bereite dich auf mögliche Fragen im Fachgespräch dazu vor. Das wäre auf jeden Fall sinnvoll. Also, ich hoffe, das hat dir jetzt ein bisschen geholfen. Wenn dir Fehler auffallen, dreh nicht durch. Auch im Nachhinein. Ich habe es schon eingangs gesagt, Dokus gehabt, wo direkt auf der Titelseite der Dokumentation Rechtschreibfehler war. Ja nun, das kann halt passieren. Das erkennt man meistens erst, nachdem man auf Absenden gedrückt hat und die Doku unwiderruflich hochgeladen wurde. Das ist manchmal so. Also mach dich nicht verrückt wegen solcher kleinen Fehler oder auch selbst wegen größerer Fehler, wenn du irgendwo zwei Stunden eine Zeitplanung vergessen hast. Deswegen fällst du nicht durch die Prüfung, deswegen kriegst du keine vier, sondern es ist immer ein großes Gesamtkunstwerk, dieses Projekt. Und da kann links und rechts mal ein kleines Fehlerchen auftreten, das ist überhaupt kein Problem. Trotzdem kannst du noch eine gute oder sehr gute Note bekommen. Für solche Sachen dreht dir da keiner den Hals um.</p> <p><span class="timestamp">[21:33]</span> Man dreht dir aber den Hals um, wenn du die Sachen ignorierst, wenn du sie bewusst leugnest, dass es den Fehler gibt oder so etwas. Das ist absolut unprofessionelles Verhalten. Überleg mal, das würdest du im Alltag auch nicht machen, wenn dein Chef zu dir kommt und sagt, sie haben hier aber was falsch gemacht. Nein, Chef, auf gar keinen Fall. Und es war jemand anders.</p> <p><span class="timestamp">[21:51]</span> Also wie lange willst du dann da noch arbeiten? Kannst du dir überlegen. Wenn du Fehler machst, steh dazu, überleg dir, wie du damit umgehst, wie du es in Zukunft verhinderst. Vielleicht kennst du den Spruch, ich weiß nicht, ist angeblich so ein Urban Myth, Ich glaube von so einem IBM-Manager, der irgendwie mal so einen Mitarbeitenden zu sich gerufen hat und gesagt hat, hier, was haben Sie denn da für einen Fehler gemacht? Das hat 100.000 Euro gekostet oder Dollar oder was auch immer. Und dann hat der Mitarbeiter schon befürchtet, oh Gott, der schmeißt mich raus und Hilfe. Und der Chef schmeißt ihn aber nicht raus. Und dann fragt er, wieso wäre ich denn jetzt nicht rausgeschmissen? Ja, weil ich gerade 100.000 Dollar in ihre Fortbildung investiert habe. So ganz blöd gesagt. Also wenn du aus den Fehlern lernst, dann ist das doch fürs Unternehmen am Ende gut, weil ganz sicher, vorausgesetzt du lernst wirklich daraus, wirst du diesen Fehler ja nicht nochmal machen. Jemand anders, der den Fehler aber nicht gemacht hat, der kann ihn vielleicht wiederholen und deswegen ist das tatsächlich auch eine Investition in dich als Mitarbeitenden, wenn man dir die Fehler verwendet.</p> <p><span class="timestamp">[22:48]</span> Wie soll ich das sagen? Durchgehen lässt sich blöd an. Natürlich wollen wir keine Fehler machen. Niemand ist daran interessiert, dass alle Mitarbeiter möglichst viele Fehler machen. Das ist ja Quatsch. Aber wenn mal ein Fehler passiert, dann sollte man daraus lernen und dann sollte das Unternehmen daraus lernen, wie man sowas in Zukunft verhindern kann. Das ist professionelles Vorgehen und Fehler zu leugnen und zu sagen, ich war es gar nicht oder das ist aber nicht meine Schuld, das bringt niemanden weiter und stellt dich auch in ein ganz schlechtes Licht und ja, das wollen wir auch, wir wollen ja die Prüfung möglichst realitätsnah haben und in der Realität wollen wir solche Mitarbeitenden auch nicht haben, also fang nicht an, irgendwas zu leugnen oder zu widersprechen oder ja, das kommt gar nicht gut an, weder in der Realität noch in der Prüfung. Steh dazu, lehren daraus, mach es beim nächsten Mal besser. Das ist die Kernaussage. So, ich glaube, jetzt habe ich alles. Ich hoffe, du hast meine Einstellung dazu verstanden. Und ja, wenn du anderer Meinung bist, schreib mir gerne einen Kommentar oder vielleicht hast du sogar Beispiele, wo du selber einen Fehler zugegeben hast und wo es positiv ausgegangen ist. Ganz besonders freuen würde ich mich natürlich auch über Gegenbeispiele. So, hey, ich habe einen Fehler zugegeben. Am Ende haben sie gesagt, du bist durchgefallen, wenn du einen Fehler gemacht hast. Das fände ich absolut realitätsfähig in der Prüfung. Aber bei 79 IHK mit jeweils x verschiedenen Prüfungsausschüssen kann das deutschlandweit natürlich auch noch ein bisschen anders gehandhabt werden. Also das hier ist jetzt meine Meinung für einen professionellen Umgang mit Fehlern. Wenn du andere Erfahrungen gemacht hast oder Geschichten gehört hast, kommentiere gerne unter der Episode, das würde mich sehr interessieren natürlich.</p> <p><span class="timestamp">[24:10]</span> Ansonsten hoffe ich, dass es heute ein bisschen geholfen hat. Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Projektpräsentation und das Fachgespräch und falls du noch nicht abgegeben hast, auch die Doku. Und da nochmal, der beste Fehler ist der, den du gar nicht machst. Das heißt, wenn du vor Abgabe der Doku nochmal jedem mal über die Doku drüber gucken lässt, zum Beispiel Ausbilder, Ausbilderin oder im Jahr 2026 vielleicht auch die KI, die dann sowas wie Kommasetzungsfehler oder Rechtschreibung zumindest glatt ziehen würde, das wäre auf jeden Fall auch empfehlenswert.</p> <p><span class="timestamp">[24:36]</span> Denn wenn du einen Fehler gar nicht zugeben musst, weil du ihn nicht gemacht hast, ist das natürlich das Optimum. So, jetzt haben wir es aber auch. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.</p> </section> </details> </div>
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