
LandAussichten
Claim This Podcastby Andreas Hermes Akademie
Podcast Overview
<p>Unsere Abteilung Entwicklung ländlicher Räume steigt jetzt auch mit der Reihe „LandAussichten“ in den AHA-Podcast ein. Wir werfen einen genauen Blick auf die vielfältigen Themen und Fragestellungen, die die ländlichen Räume in Deutschland beschäftigen. Ehrenamt, Landnutzung, Zukunftsbilder oder neue Narrative – gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den ländlichen Räumen werden diese und weitere Bereiche genauer unter die Lupe genommen.</p> <p>Einmal im Monat ist eine neue Folge auf allen gängigen Plattformen zu hören (z. B. Apple Podcasts, Spotify sowie auf unserem YouTube-Kanal).</p>
Language
🇩🇪
Publishing Since
7/7/2022
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Recent Episodes

June 9, 2026
#48 – Wenn Dörfer zu Bühnen werden: Kulturelle Landpartie im Wendland - Zwischen Festivalzeit und Dorfleben
<p>In dieser Folge von „LandAussichten“ geht es ins Wendland, eine Region im Norden Deutschlands, die viele vor allem durch die Kulturelle Landpartie (KLP) kennen. Die KLP ist viel mehr als ein Festival. Sie steht für ein besonderes Lebensgefühl – geprägt von Gemeinschaft, Selbstorganisation und einer Region, die sich über Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat. Gemeinsam mit Antonia Traulsen (Filmemacherin und Kulturschaffende) und Rainer Süßmilch (Schauspieler und Musiker) sprechen wir darüber, wie aus einer politischen Aufbruchszeit ein dichtes Netz aus Kultur, Initiativen und Projekten entstanden ist, in dem Kunst, Alltag und Dorfleben eng zusammengehören. Dabei geht es auch um das Land als Möglichkeitsraum – um Freiräume, offene Orte und die Frage, wie gemeinschaftliches Gestalten gelingen kann.</p> <p>Im Mittelpunkt stehen die zwölf Tage der Kulturellen Landpartie: Höfe öffnen sich, Scheunen werden zu Bühnen und ganze Dörfer verwandeln sich in Orte für Kunst, Musik, Theater und Begegnung. Die Veranstaltungen sind dezentral organisiert, von lokalen Akteuren getragen und bewusst nicht-kommerziell. Gleichzeitig geht es auch um die Herausforderungen und die Frage, wie sich das Format in Zukunft weiterentwickeln kann.</p> <p>Außerdem schauen wir auf das Leben außerhalb der Festivalzeit: Wie lebt es sich in einer Region, die stark von Engagement und gemeinschaftlicher Verantwortung geprägt ist? Und was bleibt, wenn die Bühnen wieder abgebaut sind und der Alltag zurückkehrt? Was bedeutet es, aus der Stadt ins Wendland zu ziehen – und wie verändert sich das Leben dort, wo Mitgestaltung und Eigeninitiative so wichtig sind?</p> <p>Unsere Gäste erzählen von Projekten, Nachbarschaften, Jugendinitiativen und kreativen Netzwerken, die weit über die Festivalwochen hinauswirken. Aus einzelnen Ideen entstehen dauerhafte Orte und Strukturen, die das ganze Jahr über das Leben im Wendland prägen und immer wieder neue Formen des Zusammenlebens ermöglichen.</p> <p>Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:</p> <ul><li><a href="https://www.kulturelle-landpartie.de/">Kulturelle Landpartie Wendland</a></li><li><a href="https://quartier-vier.org/">Quartier 4 – Soziokulturelles Zentrum</a></li><li><a href="http://www.diahren.de/index.html">Dorf Diahren</a></li></ul>

May 12, 2026
#47 – Walk & History in Abtsteinach: Wie erhält man mit Hausnamen Dorfgeschichte?
<p> </p> <p>Diese Folge LandAussichten führt uns auf eine kleine Zeitreise ins 12. und 13. Jahrhundert auf dem Land. Damals befand sich die Namensgebung der Menschen und Orte gerade im Umbruch: Zu Rufnamen (heute: Vornamen) gesellten sich Beinamen (unsere heutigen Familiennamen). Da die Menschen damals noch nicht Namen wie Matteo-Lewin oder Mathilda-Lia trugen, war die Auswahl auf wenige, oft christliche Namen beschränkt. Das Problem? In den Dörfern doppelten sich so viele Namen. Straßennamen und Hausnummern gab es aber auch noch nicht, was die klare Zuordnung einzelner Menschen oft schwierig machte. So behalfen sich die Menschen mit Dorf- bzw. Hausnamen, um Häuser und ihre Bewohner:innen klar zu identifizieren. Einzelne Häuser bekamen so eigene Namen, die sich auf ihre ehemaligen Besitzer:innen, deren Namen, besonderen Eigenschaften, Spitznamen, Beruf oder auf die Lage des Gebäudes bezogen. „Ins Amend“ konnte so beispielsweise das Haus am Ende einer Straße beschreiben. </p> <p>Und damit in die Gegenwart: Durch mobilere ländliche Gesellschaften, die öfter umziehen, gerät heutzutage mit den Namen vielerorts auch ein Stück Dorfgeschichte in Vergessenheit. Daher machen sich Gemeinden wie Abtsteinach daran, das Wissen zusammenzutragen, Schilder aufzuhängen und Führungen anzubieten, um dieses alte Wissen zu bewahren und neu zu beleben. </p> <p>Zu Gast im Podcast ist Gabi Gerner. Sie ist Verwaltungsfachangestellte bei der Gemeinde Abtsteinach und kümmert sich dort seit 2012 um Tourismus, Beschaffung und Veranstaltungsorganisation. Geboren wurde sie 1963 im Ortsteil Unter-Abtsteinach – in einem Haus mit dem Hausnamen „Ähls“. Ihre Verbindung zur Dorfgeschichte und zu den Hausnamen ist daher nicht nur beruflich, sondern auch persönlich geprägt.</p> <p>Im Gespräch geht es unter anderem darum, was Dorf- und Hausnamen über frühere Bewohner:innen verraten – etwa, wenn der Hausname weiblich war oder bestimmte Adjektive enthält. Wir sprechen darüber, welche Herausforderungen es bei der Recherche und Sicherung dieses Wissens gibt, wie viel (Nicht-)Wissen über alte Namen und Dorfgeschichte noch vorhanden ist und welche Dynamiken das Projekt im Dorf angestoßen hat. Außerdem geht es darum, welchen Mehrwert das Projekt für den Tourismus bietet. Denn die sichtbaren Hausnamenschilder regen heute Austausch, Begegnung und Dorfentwicklungsprozesse in Abtsteinach an – etwa, wenn man sich auf den Weg „ins Honspäidasch“ macht, um gemeinsam ein Glas Wein zu trinken.</p> <p>Weiterführende Links:</p> <p> – Eine <a href="https://www.ueberwald.eu/wp-content/uploads/2024/10/Stoanisch_02-1.pdf">Übersichtskarte</a> der Häuser mit Schildern der alten Hausnamen in Abtsteinach</p> <p> – Hintergrund zur Geschichte von Familien- und Hausnamen in Deutschland: Fachartikel: <a href="https://jlupub.ub.uni-giessen.de/items/517c98ad-7997-47c3-8b52-ec2c64a6fec9">Die Hausnamen (Dorfnamen) von Allendorf/Lahn von Thomas Euler</a></p>

April 14, 2026
#46 – LEADER: Erfolgsmodell mit unklarer Zukunft
<p> </p> <p>Mit Blick auf die Weiterentwicklung des Mehrjährigen Finanzrahmens der EU steht auch ein Förderansatz der Ländlichen Entwicklung in den vergangenen Monaten immer wieder im Fokus: LEADER. Die Methode, die erstmals vor ca. 35 Jahren Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wurde, wird aktuell in insgesamt 372 Regionen in Deutschland genutzt. Mit ihr werden Backhäuser, Machbarkeitsstudien, Musikkurse und Bürgerbusse finanziert; abgestimmt auf die lokalen Bedarfe vor Ort und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Hand. Über 2027 hinaus ist die Zukunft von LEADER jedoch mit Blick auf ihre Mittelausstattung und inhaltliche Ausrichtung ungewiss. In der neuen Folge LandAussichten gehen wir daher der Frage nach, wie es mit LEADER weitergeht: Was der Ansatz vor Ort leistet, wie er weiterentwickelt werden kann und wie der aktuelle Stand der Debatte auf EU-Ebene ist. </p> <p>Zu Gast ist Dr. Hartmut Berndt, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen in Deutschland (BAGLAG). Er war unter anderem im Göttinger Land und in der Region Saale-Rudolstadt als Regionalmanager tätig und ist heute stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats Ländliche Entwicklung. Seit über 20 Jahren setzt er sich für die Belange ländlicher Regionen, die Weiterentwicklung von LEADER und die Vernetzung und den Wissenstransfer zwischen den Lokalen Aktionsgruppen ein. </p> <p>Im Gespräch klären wir, wie die Methode im Detail in der Praxis funktioniert und warum der Bottom-up-Ansatz so gut zu ländlichen Räumen passt. Rund um die Frage der Weiterentwicklung sprechen wir zudem darüber, wie sich der Ansatz praxisnäher und unbürokratischer gestalten ließe. Abschließend werfen wir einen Blick auf die aktuellen MFR-Vorschläge der Kommission und ihre Bedeutung für den LEADER-Ansatz, die Details und Fragen rund um ein geplantes Rural Target und was Regionalmanager:innen mit Gärtner:innen gemeinsam haben.</p>
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