Der monatliche Podcast Education to go von Margrit Stamm beleuchtet Trends und Themen aus dem Bildungsbereich. Die Bildungsforscherin und Publizistin im Gespräch mit dem profilierten Radio- und Podcasthost Dominic Dillier und verschiedenen Gästen.
Kinder mit vollen Terminkalendern, gestresste Eltern, die alles richtig machen und für ihre Kinder das Beste wollen. Die Bildungspolitik peilt eine Reform nach der anderen an und trotzdem werden die Probleme nicht kleiner. Schulen und Lehrpersonen versinken in immer neuen Aufgaben, die sie bewältigen sollen. Und die viel gelobte Chancengleichheit ist alles andere als verwirklicht. Was läuft in unserer auf Erfolg getrimmten Hochleistungsgesellschaft falsch?
Ein Podcast für Eltern und Grosseltern, für Lehrpersonen und Wissensdurstige und alle, die sich für Bildungs- und Erziehungsfragen ausserhalb des Elfenbeinturms der Wissenschaft interessieren.
Unsere Hochleistungsgesellschaft setzt alle unter Druck. Darauf reagieren die meisten mit Stress. Effizienz ist die neue Optimierungstugend, wie es früher das Geldsparen war. Im Podcast fragen wir uns, was das für Familien, Schulen, Kinder und Heranwachsende, aber auch für die Bildungspolitik, bedeutet. Basierend auf meiner These, dass wir nicht lediglich Gefangene, sondern genauso Architekten der Effizienzfalle sind, diskutieren wir verschiedene Möglichkeiten, wie dieser Teufelskreis zumindest teilweise unterbrochen werden kann.
Ordnung, C. & und Cadeggianini, C. (2023). Familie am Tisch. München Kösel.
Es geht in diesem Buch um viel mehr als ums Essen. Vor allem um die Prägungen und Glaubenssätze, die wir alle mit an den Familientisch bringen, um Hoffnungen und Ängste, um Wunsch und Wirklichkeit. Vor allem aber geht es um zwischenmenschliche Beziehungen und darum, wie diese nicht unter Stress und Streit rund ums Essen leiden.
Education to Go
Konzeption: Margrit Stamm & Buero GDL.
Redaktion: Dominic Dillier & Margrit Stamm
Layout: Dominic Dillier & Buero GDL
Bild: cic
Grafik: Orkan Design gmbh
Weitere Informationen: www.margritstamm.ch / www.buerogdl.ch
16 Jul 2025
14 Privat oder Staat?
Elitär, exklusiv, käuflich und ungerecht, sagen die Gegner – innovativ, leistungsförderlich, individualisiert und familienfreundlich, die Befürworter. Die Positionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei vielen Eltern sind Privatschulen beliebt, bei Bildungsverantwortlichen und in der Wissenschaft gelten sie eher als geduldete oder gefährliche Konkurrenz. Mit Gerhard Pfister, Nationalrat, promovierter Germanist und mit viel Erfahrung in Führungsgremien von Privatschulen ausgestattet, diskutiere ich die aktuelle Situation von privaten und öffentlichen Schulen. Und wir fragen, weshalb Privatschulen den Zeitgeist offenbar besser treffen, aber auch, wie und ob sie einen Beitrag zur Inklusion leisten könnten. Moderiert wird das Gespräch von Urs Leuthard, Journalist und Leiter der TV-Bundeshausredaktion SRF.
Literatur:
Hoffmann, L. et al. (2019). Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern an Schulen in privater und öffentlicher Trägerschaft. Kölner Zeitschrift für Soziologie, 71. 385-408.
Stamm, M. (2024). Die Popularität von Privatschulen nimmt zu. Sind öffentliche Schulen schlechter? NZZ, 09.12, 16.
Education to Go
Konzeption: Margrit Stamm & Buero GDL.
Redaktion: Dominic Dillier & Margrit Stamm
Layout: Dominic Dillier & Buero GDL
Bild: cic
Grafik: Orkan Design gmbh
Weitere Informationen: www.margritstamm.ch / www.buerogdl.ch
18 Jun 2025
13 Autorität und die moderne Erziehung
Professor Roland Reichenbach discusses the complex concept of authority in modern education with host Margrit Stamm, exploring its perceived conflict with freedom and self-determination in this interview.
14 May 2025
12 Die Not der Noten
Die Akzeptanz von Schulnoten hatte auch schon bessere Zeiten. Heute sind sie zumindest umstritten. Trotzdem gibt es einen grossen Gap zwischen befürwortenden Stimmen und solchen ablehnender Art. Erstere sind überzeugt, man könne mit einer seriösen Handhabung der Noten die Beurteilung Heranwachsender sowie Übertrittsentscheide deutlich gerechter gestalten. Letztere prangern Schulnoten als rückwärtsgewandtes Beurteilungssystem an, das aus der Zeit gefallen sei. Was sagt die Forschung? Noten haben sehr problematische Seiten. Würden sich diese beheben lassen, hätte man dies schon lange getan. Bisher gibt es kein alternatives System, das Noten verzerrungsfrei abbilden kann.
16 Apr 2025
11 Smartphone Kindheiten
Der Umgang Jugendlicher mit Social Media ist in aller Leute Mund. In erster Linie scheint es ausschliesslich um Verbote des Handys in den Schulen zu gehen. In unserem Podcast spannen wir den Bogen weiter. Wir versuchen, das Thema möglichst objektiv anzugehen und nicht nur die „Sucht“ der Jugendlichen in den Blick zu nehmen, sondern auch uns Erwachsene selbst als „Modelle“ - ob wir das wollen oder nicht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie wirksam Verbote sein können und wo Medienerziehung ansetzen müsste.
12 Mar 2025
10 Gibt es ein Recht aufs Schulschwänzen?
Schwänzen ist die negativste Form schulischer Partizipation. Dessen sind sich Schulen, Eltern und die Gesellschaft immer mehr bewusst. Schulabsentismus nimmt zu und zwar in einer bisher nicht erwarteten Form: Während Jugendliche in der Vergangenheit fast ausschliesslich verdeckt geschwänzt haben, legitimieren sie dieses Verhalten heute zunehmend aufgrund persönlicher, psychologisch bedingter Probleme. Manche sagen, Schwänzen sei eine notwendige Folge des schulischen und elterlichen Leistungsdrucks.
18 Dec 2024
9 Von unten nach oben
Margrit Stamm shares stories of successful working-class students who made it to Gymnasium despite socio-economic challenges, highlighting opportunities for schools and education policy to promote equal opportunities.
13 Nov 2024
8 Das ist doch nicht normal!
Psychische Krankheiten sind die häufigsten Ursachen für Spitaleinweisungen von Heranwachsenden. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen (plus 26 Prozent). Bei Knaben und jungen Männern beträgt der Anstieg etwa sechs Prozent. Das ist dramatisch. Trotzdem dürfte es auch eine andere Seite der Medaille geben: Dass heute auch mehr Variationen der Norm als pathologisch erklärt werden. Zwar braucht unsere Gesellschaft eine grössere Sensibilität für problematische psychische Befindlichkeiten, aber genauso eine Erziehung zur psychischen Widerstandsfähigkeit. Sie wäre auch ein Rettungsversuch der «Normalität».
16 Oct 2024
7 Die überschätzte Intelligenz
Gewissenhaftigkeit, Hartnäckigkeit, ein gutes Selbstvertrauen sowie Frustrationstoleranz – auch Soft Skills, überfachliche Kompetenzen oder Lebenskompetenzen genannt – sind ebenso wichtig wie gute Noten. Diese werden oft mit hoher Intelligenz gleichgesetzt. Dies stimmt so nicht. Weder Intelligenz noch Bestnoten sind das Mass aller Dinge. Es ist an der Zeit, diese Fixpunkte unserer Hochleistungsgesellschaft zu hinterfragen. Und sich zu überlegen, wie den Lebenskompetenzen in Familie und Bildung ab der frühen Kindheit mehr Beachtung geschenkt werden kann.
11 Sept 2024
6 Kinder im Treibhaus
Unser Bildungssystem spiegelt die Vorliebe, Kinder schnell erwachsen werden zu lassen. Der Psychologe David Elkind hat einmal gesagt: Sie werden durchs Leben gehetzt. Dahinter steckt ein Verständnis, Kinder schon früh fit zu machen für die Anforderungen der Zukunft. Doch über die andere Seite dieser Medaille wird nicht gern gesprochen: über die «Treibhausförderung». Gemeint sind damit all die ambitionierten und zielgerichteten Aktivitäten des meist gut gebildeten Elternhauses, damit das Kind Wissen und Fähigkeiten erwirbt, die typischerweise erst auf einem späteren Entwicklungsniveau erworben werden. Treibhausförderung ist zwar ein fürchterliches Wort, doch beschreibt relativ genau die Situation solcher Kinder.
14 Aug 2024
5 Die Akademisierungsfalle
Die Bildungspolitik konzentriert sich zunehmend auf die Akademisierung der Bildungsgänge. Eine Folge davon dürfte das angeschlagene Image des Handwerks sein. Denn der Tunnelblick auf das «höher gleich besser» gaukelt vor, Heranwachsende könnten jeden Abschluss erreichen, wenn sie sich nur anstrengen und von Schule und Elternhaus unterstützt werden. Darum gilt der höchste Abschluss als der beste – auch dann, wenn die Fähigkeiten der Jugendlichen ausgepresst werden müssen.
10 Jul 2024
4 Knaben als Bildungsverlierer?
Knaben geben nicht nur in der Schweiz, auch in anderen Ländern Anlass zur Sorge. Im Durchschnitt fallen sie schon früh in der Bildungslaufbahn zurück, können während der Schulzeit nicht aufschliessen und werden von den Mädchen in höheren Bildungsgängen überholt. Doch die Diskussion um Knaben als «Bildungsverlierer» ist alles andere als neutral. Entweder ist sie ignorant, gehässig oder alarmistisch. Es braucht somit einen objektiven Zugang zur Thematik.
12 Jun 2024
3 Die kleinen Könige
Werden Kinder heute zu Ichlingen erzogen? Manchmal ja, aber das gilt selbstverständlich nicht generell. Doch schon kleine Kinder sind manchmal emotional auffällig. Misserfolge ertragen sie kaum, in Kindergarten und Schule warten können, bis sie an der Reihe sind, funktioniert nicht. Zu Hause den Tisch decken oder den Hamster füttern? Fehlanzeige. Doch überdosierte Aufmerksamkeit in der Familie macht Kinder schwach. Eltern, die eine «positive» Autorität ausüben, sie jedoch mit viel Liebe und Wärme erziehen und nicht als kleine Könige, machen ihnen das grösste Geschenk: psychisch widerstandsfähig zu werden.
14 May 2024
2 Chancengleichheit ist eine Illusion
Unser Bildungssystem hält auch im Jahr 2024 nicht, was es verspricht. Trotz mancher Anstrengungen haben sich die Chancen für Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Sozialschichten nicht angeglichen. Die Chancenungleichheit ist sogar grösser geworden, weil der Schulerfolg noch stärker als früher von der Herkunft abhängig ist. Eigentlich müssten aber Neigungen und Interessen die Ausbildungs- und Berufswahl bestimmen. Dem ist aber nicht so. Denn nach wie vor sind in der Berufsbildung nur am Rande leistungsstarke Jugendliche aus gut situierten Familien vertreten, in den Gymnasien wenig intellektuell begabte und akademisch interessierte Kinder aus benachteiligten Familien.
16 Apr 2024
1 Lasst die Kinder los
Die Ideale der Kindererziehung sind manchmal alles andere als ideal. Kinder werden zu sehr behütet, kontrolliert und zur Unselbstständigkeit erzogen. Doch es ist viel zu einfach, dafür allein die Eltern schuldig zu sprechen. Unsere Gesellschaft hat überspannte Ansprüche an Väter und Mütter, perfekt sein zu müssen und ein perfektes Kind zu haben. Das Elternideal sieht aber anders aus: Hinreichend gut sollen Eltern ihre Kinder erziehen – aber bitte nicht perfekt.
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