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Literaturclub

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by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

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Im «Literaturclub» werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen vorgestellt und in lustvoller Auseinandersetzung diskutiert. Damit Sie sich eine Meinung bilden können, was zu lesen sich lohnt und was eher nicht. Immer am literarischen Puls der Zeit.

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🇩🇪

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1/28/2026

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June 9, 2026

«Literaturclub» im Juni

Jennifer Khakshouri, Adriana Altaras, Philipp Tingler und der Literaturwissenschaftler und Kulturvermittler Rico Valär diskutieren über aktuelle Bücher von Lukas Bärfuss, David Szalay, Elizabeth Strout und Leta Semadeni. Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss geht mit seinem autobiografischen Buch «Königin der Nacht» dahin, wo es schmerzt: zu seiner Mutter, die ihn einen «Betriebsunfall» nannte, keine Liebe zeigte und alles andere als fürsorglich war. Der Büchner-Preisträger Bärfuss beschreibt, wie die Literatur ihn gerettet hat – und hinterfragt zugleich den Muttermythos in der Gesellschaft. Der Roman «Was nicht gesagt werden kann» gehört zu den bemerkenswertesten Neuerscheinungen des letzten Jahres. Er erzählt das Leben eines Mannes, der in einer ungarischen Plattenbausiedlung aufwächst und in die englische High Society aufsteigt. In kargen Dialogen und fragmentarischen Episoden beschreibt er eine Figur, unter deren Coolness unverarbeitete Traumata liegen. Pulitzerpreisträgerin Elizabeth Strout erschafft seit vielen Jahren in ihren Romanen einen Kosmos. Darin beschreibt sie das Lebensgefühl und die politische Stimmung an der nordamerikanischen Ostküste. Ihre Figuren sind liebenswert, wenn auch nicht immer sympathisch. In «Erzähl mir alles» begegnen sich die Hauptfiguren aus verschiedenen vergangenen Romanen. Leta Semadeni ist eng mit dem Engadin verbunden und schreibt Lyrik und Prosa, auf Deutsch und auf Rätoromanisch. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem Schweizer Grand Prix Literatur ausgezeichnet. Der Roman «Tamangur» wurde neu aufgelegt. Er handelt vom Leben eines Kindes, seiner Grossmutter und der schmerzvollen Abwesenheit des Grossvaters in einem abgelegenen Bergdorf. Die Bücher der Sendung sind:  · Lukas Bärfuss. Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter. 128 Seiten. Rowohlt, 2026. · Leta Semadeni. Tamangur. 160 Seiten. Atlantis, 2026. · Elizabeth Strout. Erzähl mir alles. Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth. 400 Seiten. Luchterhand, 2026. · David Szalay. Was nicht gesagt werden kann. Aus dem Englischen von Henning Ahrens. 384 Seiten. Claassen, 2025.

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May 5, 2026

«Literaturclub» im Mai

Laura de Weck, Wolfgang M. Schmitt, Samira El Ouassil und Lukas Bärfuss diskutieren über akutelle Bücher von Birgit Birnbacher, Jonathan Coe, Jacqueline Harpman und Elias Hirschl. Der französische Skandalschriftsteller Michel Houellebecq hat ein Chanson-Album aufgenommen: «Souvenez-vous de l’ homme». Während er in den Texten den Untergang der Menschheit, klingt das musikalisch gut gelaunt und entspannt. Konsequent für den Provokateur, der den Untergang der westlichen Zivilisation seit langem herbeischreibt. Alle sprechen über ADHS und die steigende Zahl der Diagnosen. Birgit Birnbacher hat mit «Sie wollen uns erzählen» einen Roman geschrieben, in dem ein Junge und seine Mutter an ADHS leiden. Darin hat sie eine Sprache gefunden, um das spezifische Gefühl der kognitiven Überforderung darzustellen: Ein Roadtrip von Figuren mit knisternden Nerven. Der Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte“ wurde auf der Plattform Tiktok gefeiert. Dadurch wurde die belgische Autorin Jacqueline Harpman wiederentdeckt. Ihr dystopischer Text, nun ins Deutsche übersetzt, wird auch vom Feuilleton gefeiert. Er erzählt von Frauen, die unter Tage gefangen gehalten werden und stellt existenzielle Fragen, vor allem jene: was macht uns zu Menschen? Der englische Schriftsteller Jonathan Coe ist berühmt für seine satirischen Gesellschaftsromane wie „Middle England“. Sein neuestes Werk „Der Beweis meiner Unschuld“ handelt vom Einfluss der neokonservativen Netzwerke seit den 1980er Jahren. Neben der Krimihandlung spielt Coe auf unterhaltsame Weise mit verschiedenen literarischen Genres. Elias Hirschl ist Musiker, Poetry-Slammer und macht bereits mit seinem dritten literarischen Werk auf sich aufmerksam: Im hochgelobten Roman „Schleifen“ erzählt er erfindungsreich vom Einfluss der Sprache auf das Leben. Im Zentrum steht Wissenschaftlerin Franziska Denk, sie an einem bemerkenswerten Symptom leidet: Wenn sie von einer Krankheit hört oder liest, erkrankt sie daran. Die Bücher der Sendung sind: · Birgit Birnbacher. Sie wollen uns erzählen. 224 Seiten. Zsolnay, 2026. · Jacqueline Harpman. Ich, die ich Männer nicht kannte. Aus dem Französischen von Luca Homburg. 224 Seiten. Klett-Cotta, 2026. · Jonathan Coe. Der Beweis meiner Unschuld. Aus dem Englischen von Cathrine Hornung. 409 Seiten. Folio, 2026. · Elias Hirschl. Schleifen. 416 Seiten. Zsolnay, 2026.

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April 7, 2026

«Literaturclub» mit der Historikerin Denise Tonella

Jennifer Khakshouri, Elke Heidenreich, Thomas Strässle und Denise Tonella diskutieren über aktuelle Bücher von Roberto Saviano, Kristof Magnusson, Flurina Badel und Robert Menasse. Vor 20 Jahren hat Roberto Saviano mit «Gomorra» die Mafia aufgeschreckt. Seitdem lebt er unter Polizeischutz wegen Morddrohungen. Die Mafia bleibt dennoch sein Thema. Jetzt hat er einen Roman nach einer wahren Geschichte geschrieben. «Meine Liebe stirbt nicht» erzählt von einer verhängnisvollen Beziehung – anhand von Gerichtsunterlagen, Abhörprotokollen und schriftstellerischer Fantasie. Der deutsch-isländische Schriftsteller Kristof Magnusson ist bekannt für gute Unterhaltung mit Tiefgang. Sein neuer Roman ist ein historischer Spionage-Thriller und gleichzeitig eine Parodie darauf. Am Ende des Kalten Krieges schien alles möglich: In dieser Zeit schickt Magnusson einen jungen, erfolgreichen Schriftsteller auf Agentenmission. «In den Tag» von Christoph Ribbat beschreibt die Schwelle zwischen Augenaufschlag und Wachwerden. Jenseits heutiger Selbstoptimierung entfaltet er eine Kulturgeschichte des Aufwachens, amüsant und anekdotisch: Paul McCartney soll einen seiner Songs komplett geträumt haben. Autoren wie Toni Morrison, Sylvia Plath und Ernest Hemingway schrieben ganz früh morgens. Die Bündnerin Flurina Badel greift in «Nebelflüchtige» ein aktuelles politisches Thema auf: Die Nachfrage nach Ferienwohnungen im Engadin macht erschwinglichen Wohnraum für Einheimische knapp. Die Romanfigur Aita kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Bergdorf zurück. Das Haus soll verkauft werden – und so vermischt sich die Trauer über die Mutter mit jener über den Verlust der Heimat. Seit seinem preisgekrönten Roman «Die Hauptstadt» ist der österreichische Autor Robert Menasse der literarische Europa-Spezialist. Nach flammenden Plädoyers für Europa zeigt er sich in der Novelle «Die Lebensentscheidung» abgeklärter: Er schickt einen müden und ernüchterten Angestellten der Europäischen Kommission in den Tod. Ein Buch über verpasste Chancen, Freundschaft und Müttersöhne. Die Bücher der Sendung sind: · Roberto Saviano: «Meine Liebe stirbt nicht». 400 Seiten. Hanser, 2026. · Kristof Magnusson: «Die Reise ans Ende der Geschichte». 288 Seiten. Klett-Cotta, 2026. · Christoph Ribbat: «In den Tag». 166 Seiten. Insel, 2026. · Flurina Badel: «Nebelflüchtige». 224 Seiten. Rotpunktverlag, 2026. · Robert Menasse: «Die Lebensentscheidung». 158 Seiten. Suhrkamp, 2026.

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