Dein Podcast zu Neurodiversität, Evolutionärer Psychologie, Gesellschaft, Philosophie und mentaler Entwicklung www.evomentis.de

EVOMENTIS
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🇩🇪
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1/1/2025
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Recent Episodes

June 20, 2026
Angst braucht keinen Auslöser: Warum Sicherheit erst hergestellt werden muss
In dieser Folge sprechen wir über die Generalized Unsafety Theory of Stress, kurz GUTS, ein Modell aus dem Jahr 2016. Wir ordnen die Theorie evolutionspsychologisch, neurobiologisch und stressphysiologisch ein und zeigen, dass sie Stress und Angst nicht als reine Reaktion auf konkrete Gefahr versteht, sondern als Folge fehlender Sicherheitssignale. Wir gehen dabei der Frage nach, warum Unsicherheit selbst Stress auslösen kann. Nach diesem Modell ist Stress kein Ausnahmezustand, sondern eher der Grundzustand, der nur durch empfundene Sicherheit aktiv gehemmt wird. Entscheidend ist also nicht nur, ob tatsächlich Gefahr vorliegt, sondern ob genügend Hinweise vorhanden sind, die dem Nervensystem signalisieren, dass Entwarnung möglich ist. An Beispielen wie Dunkelheit, Nebel, einer stehen gebliebenen S-Bahn oder einer unklaren sozialen Situation machen wir deutlich, dass fehlende Vorhersagbarkeit bereits Stress erzeugen kann. Das Gehirn wird hier als Vorhersageorgan beschrieben, das laufend einschätzt, was als Nächstes passiert. Wenn diese Orientierung fehlt, entstehen Unsicherheit, Angst und Anspannung. Wir übertragen das Modell auch auf frühe Kindheit, Trauma, komplexe Traumafolgestörungen, soziale Unsicherheit, Einsamkeit und neurodivergente Erfahrungen. Besonders betonen wir, dass Sicherheit nicht nur kognitiv verstanden, sondern emotional und körperlich erlebt werden muss. Dazu gehören Vorhersagbarkeit, Verlässlichkeit, Kompetenz anderer, soziale Einbettung und Autonomie. Zum Schluss sprechen wir über mögliche therapeutische Konsequenzen. Wir halten fest, dass nicht nur nach konkreten Auslösern gesucht werden sollte, sondern vor allem nach fehlenden Sicherheitsfaktoren. Sicherheitssignale, Orientierung und die Erfahrung, auch bei Fehlern handlungsfähig zu bleiben, stehen dabei im Mittelpunkt.

June 13, 2026
EDHD: Das ADHS-Modell, das Hyperfokus endlich mit erklärt
In dieser Folge sprechen wir über eine neue Studie, die ADHS nicht primär als Aufmerksamkeitsdefizit beschreibt, sondern ein Modell von Energie- und Stoffwechselregulation vorschlägt. Dabei wird der Begriff EDHD geprägt, also „Energy Deficit Hyperactivity Disorder“. Wir ordnen diese Idee als wissenschaftlichen, aber noch nicht diagnostisch anerkannten Begriff ein. Im Mittelpunkt steht die These, dass Konzentration, Exekutivfunktionen und Hyperaktivität stark vom jeweiligen Energiezustand abhängen. Wir beschreiben, dass Aufmerksamkeit bei ADHS nicht grundsätzlich fehlt, sondern situativ verfügbar ist. Hyperaktivität, Fidgeting, Task-Switching und Rückzug werden als Strategien verstanden, um unter Belastung Energie zu kompensieren oder aufrechtzuerhalten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Mitochondrien und der ATP-Verfügbarkeit in Gehirnzellen. Die Folge erklärt, dass ATP als unmittelbare Energiequelle dient und bei neurodivergenten Personen an manchen Stellen weniger stabil verfügbar sein kann. Daraus leiten wir ab, dass Leistungsfähigkeit nicht nur von Willenskraft abhängt, sondern auch von Erholung, Belastung, Kontext und körperlicher Energieversorgung. Wir gehen außerdem darauf ein, dass das Modell Überschneidungen mit Schlafproblemen, Burnout, Depression, Angst und neuroinflammatorischen Prozessen besser einordnen kann. Die Folge betont, dass sichtbare Leistungsfähigkeit Erschöpfung oft verdecken kann und dass kurzfristige Hochleistung nicht mit dauerhafter Belastbarkeit verwechselt werden sollte. Abschließend wird die Studie als wichtiger neuer wissenschaftlicher Rahmen vorgestellt, der bestehende Erklärungen zu ADHS ergänzt und teilweise korrigiert. Wir sehen darin ein Modell, das Betroffenen- გამოცდილungen besser abbilden kann, auch wenn es noch weiter validiert werden muss.

June 6, 2026
👥Talk: Kant, Homo Faber und Neurodivergenz: Was ist der Mensch?
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81 total episodes available
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